Das Honor Robot Phone trägt seine Hauptkamera nicht hinter Glas, sondern auf einem motorisierten Roboterarm, der aus dem Gehäuse fährt. Vor dem China-Start am 12. August meldet Sina Tech über 200.000 Vorbestellungen.[2] Die Farbabstimmung liefert ausgerechnet der Münchner Kinokamera-Bauer ARRI. Ob ein beweglicher Gimbal im Telefon mehr taugt als eine teure Spielerei, hängt an der Mechanik.

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Ein Kameramodul, das sich auf einem Roboterarm aus dem Rücken des Telefons schiebt und wieder versenkt: Genau das zeigt Honor beim Robot Phone. Der Hersteller nennt die Technik „robotergestützte Bewegungssteuerung“ und stellt sie über die reine Fotoqualität. Für Content-Ersteller klingt der Ansatz verlockend, für die Haltbarkeit bleibt der bewegliche Aufbau eine Wette.

Das Wichtigste in Kürze

  • Honor bringt das Robot Phone am 12. August 2026 zunächst in China auf den Markt.
  • Die 200-Megapixel-Hauptkamera sitzt in einem Titan-Gimbal mit vier Freiheitsgraden und verfolgt ein Motiv über 360 Grad.
  • Über 200.000 Vorbestellungen liefen laut Sina Tech vor dem Verkaufsstart ein, mehr als bei jedem früheren Honor-Flaggschiff.
  • Die Bildabstimmung stammt von ARRI aus München, der ersten Smartphone-Kooperation des Kinokamera-Herstellers.

Was macht das Robot Phone besonders?

Roboterarm mit einer Kamera und einer Filmklappe davor auf weißem Hintergrund
Honor-Smartphone mit ausfahrbarem Titan-Gimbal stabilisiert 200-Megapixel-Kamera in vier Freiheitsgraden und folgt Motiven 360 Grad

Herkömmliche Handykameras stabilisieren das Bild, indem ein Linsenelement um wenige Grad wackelt. Honor setzt die 200-Megapixel-Hauptkamera stattdessen auf einen motorisierten Titan-Gimbal mit vier Freiheitsgraden, der aus dem Gehäuse ausfährt und ein Motiv über volle 360 Grad verfolgt.[1] Möglich wird der Aufbau erst durch stark verkleinerte Motoren, wie sie auch in den Gelenken humanoider Roboter stecken.

„Die verkleinerten Motoren schaffen die Hardware-Grundlage für eine robotergestützte Bewegungssteuerung“, erklärt Honor zur Technik. Dieselbe verkörperte Steuerung erproben chinesische Konzerne wie Ant Group gerade in eigenen Roboter-Gehirnen.

Warum ein Roboterarm im Smartphone?

Bewegliche Kameratechnik im Telefon ist kein neuer Einfall. Samsung drehte 2019 im Galaxy A80 das komplette Kameramodul, Vivo verbaute Mini-Gimbals, und die ausfahrbaren Selfie-Kameras jener Jahre verschwanden rasch wieder. Der Grund war stets derselbe: Mechanik im Hosentaschengerät sammelt Staub, verschleißt und treibt Gewicht wie Preis nach oben.

Neu ist der Anlass. Erst die KI-gestützte Motivverfolgung gibt dem beweglichen Modul eine Aufgabe, die ein starres Objektiv nicht erfüllt, nämlich eine Person selbstständig im Bild zu halten. Die Frage, ob Robotik im Alltag der Verbraucher ankommt, beschäftigt die Branche ohnehin seit Jahren.

Mit dem Robot Phone bringt Honor die Robotik in die Hosentasche. Ob der Gimbal drei Jahre Alltag und den ersten Sturz auf den Asphalt übersteht, verrät allerdings kein Datenblatt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Honor Robot Phone: Kamera auf dem Roboterarm
Die wichtigsten Daten zum Kamera-Gimbal im Smartphone
200 MP
Auflösung der Hauptkamera auf dem Gimbal
4
Freiheitsgrade des Titan-Gimbals
360°
Bereich der automatischen Motivverfolgung
200.000+
Vorbestellungen vor dem Verkaufsstart
≈ 1.030 €*
kolportierter Startpreis in China (Leak)

Farbwissenschaft von ARRI aus München

Der Kinokamera-Bauer hinter der Alexa und über 20 Academy Awards steuert Log-C und LUT-Farbabstufung bei, seine erste Smartphone-Kooperation. China-Start am 12. August 2026.

Was bedeutet das Robot Phone für den DACH-Markt?

Für den deutschsprachigen Markt liefert das Robot Phone einen unerwarteten Bezug. Die Farbwissenschaft steuert ARRI aus München bei, jener Kamerabauer, dessen Alexa-Systeme auf Kinosets weltweit stehen und über 20 Academy Awards eingefahren haben. Nach eigener Prüfung der Fertigung in China vergab ARRI die erste Smartphone-Kooperation seiner Geschichte an Honor.[1] In die Kamera wandern damit die Log-C-Kodierung und die LUT-Farbabstufung aus dem Kino.

Der Haken für hiesige Käufer: Zum Start bleibt das Gerät China-exklusiv, ein Termin und ein Preis für Europa fehlen. Einen offiziellen Preis nennt Honor erst zum Marktstart, in Leaks kursieren rund 7.999 Yuan, nach dem Kurs vom 3. August 2026 etwa 1.030 Euro. Content-Ersteller, die Videos für Social Media drehen, sollten die Haltbarkeit des Gimbals abwarten, bevor sie darauf setzen. Für reine Fotografie bleibt die klassische Stabilisierung die günstigere Wahl.

Quellen

[1] HONOR: „HONOR Robot Phone“

[2] Sina Tech (新浪科技): „荣耀 Robot Phone 全渠道预约量超 20 万台“

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