Der weltweit größte Rechenzentrums-Campus für künstliche Intelligenz entsteht in Louisiana, doch gebaut wird er von einem deutschen Konzern. Hochtief errichtet über seine US-Tochter Turner Metas 5-Gigawatt-Anlage für mehr als 43 Milliarden Euro. Für Entscheider zeigt der Auftrag, wo im KI-Boom das Geld wirklich verdient wird.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenFünf Gigawatt Leistung, rund 900.000 Quadratmeter Fläche, mehr als 43 Milliarden Euro Investition: Das KI-Rechenzentrum, das Meta im US-Bundesstaat Louisiana hochzieht, sprengt jeden bisherigen Maßstab. Den Bau übernimmt ausgerechnet ein deutsches Unternehmen. Und genau das ist die eigentliche Geschichte hinter der Rekordzahl.
Das Wichtigste in Kürze
- Hochtief baut über die US-Tochter Turner Metas größtes KI-Rechenzentrum in Louisiana: fünf Gigawatt, mehr als 43 Milliarden Euro.
- Nicht der Chip, sondern Strom und Bauleistung sind der eigentliche Engpass des KI-Booms.
- Der Auftragsbestand von Hochtief ist auf einen Rekord von 79,3 Milliarden Euro gestiegen (Stand erstes Quartal 2026).
- Auch in Berlin bauen Hochtief und Turner ein Rechenzentrum, der Trend erreicht damit die DACH-Region.
Warum geht der größte KI-Bau der Welt an einen deutschen Konzern?

Hochtief errichtet den Campus über seine US-Bautochter Turner, einen der größten Baudienstleister Nordamerikas. Der erweiterte Standort in Richland Parish liefert künftig fünf Gigawatt Rechenleistung auf knapp 900.000 Quadratmetern.[1]
Zur Spitze arbeiten rund 7.500 Menschen auf der Baustelle, über 1.000 Dauerarbeitsplätze sollen im Betrieb entstehen. Der Konzern hat sich in wenigen Jahren vom klassischen Baugeschäft zum Rechenzentrums-Spezialisten gewandelt und ist so zum heimlichen Gewinner des KI-Booms geworden.
Warum ist der Strom, nicht der Chip, der eigentliche Engpass?
Ein KI-Rechenzentrum dieser Größe braucht so viel Strom wie fünf große Kraftwerke, und diese Leistung ist knapper als jeder Grafikchip. Fünf Gigawatt entsprechen ungefähr der Menge, die alle deutschen Rechenzentren zusammen erst 2030 erreichen dürften.
Meta finanziert dafür sogar eigene Gaskraftwerke, wie das Rechenzentrum in Louisiana zeigt. Weil Energie, Kühlung, Netzanschluss und Rohbau zur eigentlichen Mangelware geworden sind, verdienen Zulieferer und Bauunternehmen am Boom kräftig mit. Aus demselben Grund verdoppelt Liebherr seine Motorenfertigung für die Notstromversorgung.
Im KI-Zeitalter gewinnt nicht nur, wer die klügsten Modelle trainiert, sondern auch, wer die Hallen und die Stromleitungen dafür baut. Hochtief verkauft die Schaufeln im Goldrausch.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Fünf Gigawatt entsprechen ungefähr der Leistung, die alle deutschen Rechenzentren zusammen erst 2030 erreichen dürften. Nicht der Chip, sondern Strom und Bauleistung sind zum Engpass des KI-Booms geworden.
Was bedeutet der KI-Bauboom für Deutschland?
Der Bauboom erreicht die DACH-Region bereits: Hochtief und Turner errichten seit Juli 2026 auch ein Rechenzentrum für NTT in Berlin. Deutschland ist, gemessen an der Zahl der Standorte, mit rund 529 Anlagen der zweitgrößte Rechenzentrumsmarkt der Welt.
Doch nicht jedes Projekt gelingt, wie das in Babenhausen gestoppte Rechenzentrum zeigt. Für Anleger und Zulieferer lohnt darum der Blick in die Auftragsbücher: Hochtiefs Bestand ist auf 79,3 Milliarden Euro geklettert (Stand erstes Quartal 2026).
Entscheider in der DACH-Industrie sollten jetzt prüfen, ob sie an dieser Infrastruktur mitverdienen können, sei es mit Energietechnik oder mit Bauleistung, statt nur auf die größten Rechenzentren Deutschlands zu schauen. Das Geld im KI-Boom fließt zunehmend in Beton und Stromleitungen.
Quelle
[1] Turner Construction: „Expanded Meta Data Center Creates More Jobs and Opportunity in Richland Parish, Louisiana“ ↩
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