Grafana hat sich vom Erpresser-Kartell CoinbaseCartel nicht beugen lassen. Trotz Diebstahl der GitHub-Codebase über einen geleakten Token verweigerte das Unternehmen die Ransom-Zahlung mit Verweis aufs FBI. Damit bricht ein Open-Source-Schwergewicht aus der Lösegeld-Logik aus.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenMit dem öffentlichen Nein zur Lösegeldzahlung positioniert sich Grafana klar gegen den Erpressungsmodus, der seit Monaten Open-Source-Unternehmen unter Druck setzt. Kommt Ihnen das bekannt vor? In immer mehr Geschäftsführungen kursiert die Frage, ob im Krisenfall gezahlt werden sollte. Grafana liefert die Antwort: nein, und zwar öffentlich.
Das Wichtigste in Kürze
- CoinbaseCartel klaut Grafana-Codebase über geleakten GitHub-Token
- Grafana verweigert Lösegeldzahlung und involviert das FBI
- Hackmanac zählt bisher 170 Opfer des CoinbaseCartel
- Über 100 Open-Source-Unternehmen stehen unter Druck
Wie der Angriff lief

Geleakter Token. Der Einbruch erfolgte über einen GitHub-Token, der außerhalb der eigentlichen Grafana-Infrastruktur leakte. Damit zeigt sich erneut, dass die größte Angriffsfläche in modernen Open-Source-Stacks nicht in der Software selbst liegt, sondern in den Identitäts- und Zugriffsdaten der Entwickler. Wer einen Token nicht mit kurzer Laufzeit, klarem Scope und sofortiger Rotation behandelt, verliert die Kontrolle in dem Moment, in dem ein Laptop in falsche Hände gerät.
Klare Ansage. Statt zu schweigen oder still zu verhandeln, hat Grafana den Vorfall direkt auf X öffentlich gemacht und die Zusammenarbeit mit dem FBI bestätigt. Die Berichterstattung von The Record ordnet das Ganze in eine wachsende Welle vergleichbarer Fälle ein.
Wer im Erpressungsfall zahlt, finanziert die nächste Welle. Grafanas öffentliches Nein ist das Signal, das die Open-Source-Community 2026 dringend gebraucht hat.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Warum das Modell jetzt unter Druck steht

Lösegeldverzicht. Sicherheits-Analysten verweisen seit Jahren darauf, dass Ransomware-Modelle nur funktionieren, solange genug Opfer zahlen. Sobald prominente Marken öffentlich verweigern und Strafverfolgung einbinden, kippt die Rechnung der Angreifer. Hackmanac dokumentiert bisher 170 Opfer von CoinbaseCartel, jede öffentliche Verweigerung verringert die Erfolgsquote der nächsten Welle.
Praxis-Hausaufgaben. Für deutsche IT-Leiter ergibt sich eine konkrete Aufgabenliste. Identifizieren Sie alle GitHub- und GitLab-Token, prüfen Sie deren Scope und Laufzeit und richten Sie Notfall-Prozesse für einen Token-Leak ein. Die Cybersecurity-Grundlagen für 2026 liefern den Rahmen, in dem solche Maßnahmen sauber dokumentiert werden. Ergänzend zeigt der Hosting-Vergleich für WordPress, wie Hosting-Anbieter mit Backup- und Patch-Strategien zur Cyber-Resilienz beitragen.
Geschäftsführungen ohne klare Position zur Lösegeldfrage geraten 2026 schnell in eine Krise im Krisenfall. Klären Sie intern, ob Sie zahlen würden, dokumentieren Sie die Entscheidung und teilen Sie Krisenkommunikation, IT und Rechtsabteilung die Rollen zu, bevor der Angriff kommt.
Mehr Newshunger?
