Die FRITZ!Box 6690 Pro bringt Wi-Fi 7 an den Kabelanschluss, erstmals auf allen drei Funkbändern. Seit dem 1. September steht das Spitzenmodell des Berliner Herstellers AVM für 429 Euro im Handel.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenFür Entscheider zählt weniger die Zahl auf dem Karton als die Frage, was ein neuer Router am Kabel im Homeoffice wirklich ändert. Die kurze Antwort: viel im eigenen Netz, wenig auf der Leitung.
Das Wichtigste in Kürze
- Die FRITZ!Box 6690 Pro ist der erste Kabelrouter von AVM mit Wi-Fi 7 auf allen drei Bändern (2,4, 5 und 6 GHz).
- Die Funkbänder erreichen zusammen brutto 12,2 Gbit/s; der Kabelanschluss liefert derzeit höchstens rund 1 Gbit/s im Download und 75 Mbit/s im Upload.
- Zwei Techniken sollen die Verbindung stabiler halten: Multi-Link Operation bündelt das 5- und 6-GHz-Band, Punctured Mode umgeht gestörte Frequenzbereiche.
- AVM verkauft die Box für 429 Euro; Vodafone vermietet sie seit dem 27. August ab 9,99 Euro im Monat.
Was steckt in der FRITZ!Box 6690 Pro?

Tri-Band-Funk ist die Kernneuerung. Die 6690 Pro sendet auf 2,4, 5 und 6 GHz zugleich und löst damit die bisherige 6690 Cable ab, die nur Wi-Fi 6 ohne das 6-GHz-Band beherrschte. Auf der Kabelseite steckt weiterhin ein DOCSIS-3.1-Modem, an der LAN-Front ein 2,5-Gigabit-Anschluss und drei Gigabit-Ports.[1]
Smart-Home-Zentrale bleibt die zweite Rolle. Die Box funkt neben DECT für bis zu sechs Schnurlostelefone auch per DECT ULE und Zigbee, steuert also Lampen, Thermostate und Sensoren ohne separaten Hub. Damit besetzt AVM ein Feld, in das gerade auch Hersteller aus ganz anderen Branchen vorstoßen. Den Gegenentwurf zu dieser geschlossenen Firmware liefern quelloffene Router-Alternativen.
Warum kommt Wi-Fi 7 erst jetzt ans Kabel?
Der Flaschenhals sitzt nicht in der Luft, sondern im Koaxialkabel. FRITZ! brachte Wi-Fi 7 zuerst in die DSL- und Glasfasermodelle, die Kabelvariante folgt erst jetzt. Der Grund ist banal: Ein Kabelanschluss liefert über DOCSIS 3.1 in deutschen Tarifen höchstens rund 1 Gbit/s im Download, im Upload seit Anfang 2026 maximal 75 Mbit/s. Die 12,2 Gbit/s der Funkbänder helfen dieser Leitung nicht.
Der echte Gewinn liegt im lokalen Netz. Mehr Geräte funken gleichzeitig ohne Stau, das 6-GHz-Band hält Videotelefonie und große Backups innerhalb der Wohnung stabil, und Multi-Link Operation senkt die Latenz. Wie schnell sich diese Funkgenerationen ablösen, zeigt der Blick voraus: die nächste Stufe Wi-Fi 8 verspricht schon gar kein Tempo mehr, sondern Zuverlässigkeit. Fürs Kabel bleibt der Ausbau trotzdem relevant, solange der Glasfaserausbau der Telekom ins Stocken gerät.
Wi-Fi 7 am Kabel verschiebt die Grenze im Heimnetz, nicht in der Internetleitung. Der schwache Upload bleibt das eigentliche Homeoffice-Problem, daran ändert der schnellste Router nichts.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Homeoffice und Mittelstand?
Mieten oder kaufen ist die erste Entscheidung. Dank der gesetzlichen Routerfreiheit müssen Sie das Gerät nicht beim Anbieter leasen: AVM ruft 429 Euro auf, Vodafone vermietet dieselbe Box ab 9,99 Euro im Monat. Nach gut dreieinhalb Jahren ist der Kauf günstiger.
Der Engpass Upload bleibt. Für Videokonferenzen, Cloud-Backups und den Zugriff aufs Firmennetz zählt die Upload-Rate. Diese Rate deckelt der Kabelanschluss weit unter dem Glasfaser-Niveau. Bei viel Datenverkehr aus dem Homeoffice lohnt der Blick auf die Alternativen zum klassischen Festnetz oder der Umstieg auf Glasfaser, sofern verfügbar.
Konkret heißt das: Wi-Fi 7 lohnt vor allem in vollen Haushalten mit vielen Funkgeräten, nicht als Turbo für die Leitung. Prüfen Sie vor dem Kauf zwei Dinge: ob Ihr Tarif mehr als 1 Gbit/s hergibt und ob ein Gerät mit 6-GHz-Funk im Haus ist. Ohne einen Wi-Fi-7-Client bleibt das schnellste Band ungenutzt.
Quelle
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