Florida verklagt OpenAI und CEO Sam Altman. Der Bundesstaat wirft dem ChatGPT-Hersteller vor, ein gefährliches Produkt als sicher vermarktet zu haben, und nimmt erstmals einen KI-Vorstand persönlich in die Pflicht.

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Mit der Klage gegen OpenAI betritt Florida juristisches Neuland. Generalstaatsanwalt James Uthmeier reichte am Montag eine 83-seitige Zivilklage ein und benennt neben dem Unternehmen auch Firmenchef Sam Altman als Beklagten. Für Entscheider in der KI-Branche verschiebt dieser Schritt die Verantwortung von der Firma auf die Person an der Spitze.

Das Wichtigste in Kürze

  • Florida ist der erste US-Bundesstaat, der OpenAI direkt verklagt.
  • Die Klage nennt CEO Sam Altman persönlich als Beklagten.
  • Vorwurf: Vermarktung als sicher trotz interner Warnungen.
  • Zehn Klagepunkte, darunter Betrug und grobe Fahrlässigkeit.

Was wirft Florida OpenAI konkret vor?

Orangefarbenes Metallschild mit Gravur
Zivilklage gegen OpenAI nach Floridas Verbraucherschutzgesetz mit zehn Anklagepunkten wegen irreführender Praktiken, Fahrlässigkeit und Produkthaftung

Die Zivilklage stützt sich auf das Verbraucherschutzgesetz Floridas, den Florida Deceptive and Unfair Trade Practices Act. Zehn Klagepunkte reichen von irreführender Geschäftspraxis über Fahrlässigkeit und Produkthaftung bis zur Erregung eines öffentlichen Ärgernisses. Uthmeier zufolge habe OpenAI Tempo und Marktgewinn über die Sicherheit gestellt und Warnungen von Fachleuten innerhalb wie außerhalb des Unternehmens ignoriert.

Im Zentrum steht der Vorwurf der Täuschung. Auf seiner Elternratgeber-Seite beschreibt OpenAI ChatGPT als mit Blick auf Sicherheit entwickelt. Genau diese Zusage hält der Bundesstaat für falsch und führt sie als fahrlässige Falschdarstellung an. Die Klage benennt zudem die Erhebung von Daten Minderjähriger ohne wirksame elterliche Kontrolle.

Warum haftet Sam Altman persönlich?

Eine Waage hält ein Eurozeichen und Papiere; Flip-Flops stehen darunter
Florida klagt gegen Character.AI, nachdem Kentucky und Pennsylvania Vorgänger waren. Europa baut mit Übernahmen von Cohere und Aleph Alpha eigene KI-Konzerne auf

Die persönliche Inanspruchnahme eines KI-Vorstands ist der eigentliche Präzedenzfall. Florida will Altman direkt zur Verantwortung ziehen, weil er nach Darstellung der Behörde zentrale Produktentscheidungen mitverantwortet. Damit reicht die Auseinandersetzung über das Unternehmen hinaus bis in die Führungsebene.

Die Behörde illustriert die Gefahr für Minderjährige unter anderem mit dem Tod eines 16-Jährigen und mit dem Einsatz des Chatbots durch den mutmaßlichen Täter der Amoktat an der Florida State University. OpenAI verteidigt seine Schutzmechanismen und verweist auf Alterserkennung sowie erweiterte Kontrollfunktionen für Eltern. Der Bundesstaat sieht diese Maßnahmen als unzureichend an.

Sobald ein Vorstand persönlich auf der Klageschrift steht, wird KI-Sicherheit zur Chefsache und rutscht aus der Fußnote des Geschäftsberichts nach vorn.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was bedeutet das für europäische Anbieter?

Für den DACH-Raum ist der Fall mehr als eine US-Randnotiz. Florida erwartet, dass weitere Bundesstaaten nachziehen, nachdem Kentucky und Pennsylvania bereits gegen den Anbieter Character.AI vorgegangen sind. Parallel formt Europa mit Übernahmen wie der von Cohere und Aleph Alpha eigene KI-Schwergewichte, die denselben Sorgfaltspflichten unterliegen. Die Funktionsweise großer Sprachmodelle ordnet unser LLMs-Ratgeber ein.

Prüfen Sie Ihre öffentlichen Sicherheits- und Datenschutzaussagen auf Belastbarkeit, bevor eine Aufsichtsbehörde das tut. Unter dem EU AI Act und der DSGVO greifen vergleichbare Pflichten, und ein Sicherheitsversprechen muss sich belegen lassen. Den vollständigen Wortlaut hat die Generalstaatsanwaltschaft Floridas veröffentlicht.

Mehr zu OpenAI und KI bei Dr. Web.

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