
Ersetzt KI bald Photoshop-Profis? Kommt drauf an.
Michael Dobler
Autor Dr. WebAdobe bringt einen KI-Assistenten für Photoshop und rüstet den Firefly Image Editor mit fünf generativen Werkzeugen auf. Statt Menüs zu durchklicken, tippen oder diktieren Sie künftig, was sich am Bild ändern soll.
Die Fotografin hat geliefert, aber der Hintergrund lenkt ab, das Licht wirkt flau, und für Instagram stimmt das Format nicht. Bisher blieben zwei Wege: Selbst Photoshop lernen oder die Grafik-Abteilung bitten. Adobe will dieses Entweder-oder jetzt auflösen.
Das Wichtigste in Kürze
- Adobe hat einen KI-Assistenten für Photoshop veröffentlicht, der Bilder per Text- und Spracheingabe bearbeitet (öffentliche Beta, Web und Mobil).
- Der Firefly Image Editor vereint fünf generative Werkzeuge und bietet Zugriff auf über 25 KI-Modelle verschiedener Anbieter.
- Zahlende Photoshop-Abonnenten nutzen den Assistenten bis zum 9. April 2026 unbegrenzt.
- Einfache Bildkorrekturen lassen sich künftig ohne Schulung und ohne Grafik-Abteilung erledigen.

Was kann der neue KI-Assistent in Photoshop?
Stellen Sie sich vor: Sie öffnen Photoshop im Browser, tippen „Entferne den Hintergrund und helle das Gesicht auf“, und die Software erledigt den Rest. Genau so funktioniert der neue KI-Assistent, den Adobe am 10. März 2026 als öffentliche Beta für Photoshop Web und die mobilen Apps (iOS, Android) freigeschaltet hat.
Neben dem automatischen Modus gibt es einen Anleitungsmodus. Der Assistent führt dann Schritt für Schritt durch den Prozess und erklärt, welche Werkzeuge er einsetzt. Gerade für Kolleginnen und Kollegen im Marketing, die Photoshop bisher nur vom Hörensagen kannten, wird das Tool damit gleichzeitig zum Lernprogramm.
Auf dem Smartphone geht das Ganze auch per Stimme. Sie fotografieren ein Produkt vor Ort, diktieren die Korrektur und haben das fertige Bild, noch bevor Sie zurück am Schreibtisch sitzen. Kein Tippen auf kleinen Bildschirmen, kein Wechsel zwischen Apps.
Wie verändert AI Markup die Bildbearbeitung?
Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie wollen nur an einer bestimmten Stelle im Bild etwas ändern, aber das KI-Werkzeug bearbeitet gleich das ganze Foto. AI Markup löst genau dieses Problem. Die Funktion steckt ebenfalls in der öffentlichen Beta und taucht in der kontextbezogenen Taskleiste von Photoshop Web auf.
Das Prinzip: Sie zeichnen direkt auf dem Bild und tippen dazu einen Prompt. Markieren Sie etwa eine leere Wiese und schreiben Sie „Blumen hinzufügen“. Photoshop generiert das Ergebnis innerhalb von Sekunden. Die Präzision steigt deutlich, weil die KI genau weiß, wo sie eingreifen soll und wo nicht.
Für Teams, die täglich Produktbilder anpassen oder Social-Media-Visuals variieren, spart das gleich mehrere Arbeitsschritte auf einmal. Die klassischen Werkzeuge bleiben dabei jederzeit zugänglich. Schieberegler für Helligkeit und Kontrast funktionieren weiterhin wie gewohnt.
Was steckt im neuen Firefly Image Editor?
Parallel zum Photoshop-Assistenten hat Adobe den Firefly Image Editor grundlegend erweitert. Die Plattform bündelt jetzt fünf generative Kernfunktionen in einem Arbeitsbereich. Alle lassen sich über Texteingaben steuern. Das Klicken durch Registerkarten und Widgets entfällt.
Generatives Füllen ergänzt oder ersetzt Bildbereiche kontextbezogen. Generatives Entfernen löscht störende Objekte, und die KI füllt die Lücke mit passendem Bildinhalt auf. Generatives Erweitern passt Bilder an neue Formate und Seitenverhältnisse an. Generatives Hochskalieren erhöht die Auflösung und schärft Details nach. Und das automatische Freistellen isoliert Motive mit einem einzigen Klick.
Warum lohnt sich der Multi-Modell-Ansatz für Unternehmen?
Waren Sie schon in dieser Situation? Ein KI-Modell liefert bei Porträts exzellente Ergebnisse, versagt aber bei Produktfotos komplett. Verschiedene Modelle haben unterschiedliche Stärken. Genau deshalb öffnet Adobe den Firefly Image Editor für über 25 KI-Modelle.
Neben Adobes eigenen, kommerziell lizenzierten Modellen stehen auch Googles Nano Banana 2, der Bildgenerator von OpenAI, Runways Gen-4.5 und Flux.2 [pro] von Black Forest Labs zur Auswahl. Sie wählen das passende Modell für jedes Projekt aus und bearbeiten das Ergebnis direkt im selben Editor weiter. Kein Exportieren, kein Wechsel zwischen Anwendungen.
Alexandru Costin, Vice President für Generative AI bei Adobe, fasste den Ansatz zusammen: „Der Assistent versteht, welche Werkzeuge er einsetzen muss, erstellt Masken und Ebenen und hält alles bearbeitbar.“
Deepa Subramaniam, Vice President Product Marketing bei Adobe, betonte, die neuen KI-Werkzeuge sollen Kreativen helfen, mit der wachsenden Nachfrage nach Inhalten Schritt zu halten, ohne dabei die Kontrolle abzugeben.
„Adobe macht Bildbearbeitung zur Konversation. Einfache Retuschen erledigen Marketing-Teams künftig selbst. Der kreative Anspruch bleibt aber menschliche Kernkompetenz.“ — Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was kostet die neue KI-Bildbearbeitung?
Bis zum 9. April 2026 nutzen zahlende Photoshop-Abonnenten den KI-Assistenten in der Web- und Mobilversion unbegrenzt. Danach dürfte Adobe auf ein Credit-System umstellen, wie bereits bei anderen generativen Funktionen üblich.
Die kostenlose Version von Photoshop Web startet mit 20 Generierungen. Die neuen Funktionen im Firefly Image Editor stehen allen Firefly-Kunden derzeit ebenfalls ohne Mengenbegrenzung zur Verfügung.
Adobe testet damit ein Freemium-Modell, das KI-Funktionen enger an die Abo-Strategie koppelt. Für Unternehmen mit bestehenden Creative-Cloud-Lizenzen entstehen zunächst keine Zusatzkosten. Wie lange das so bleibt, hat Adobe noch nicht verraten.
Was bedeutet das für den Arbeitsalltag im Marketing?
Die Hürde für Bildbearbeitung sinkt deutlich. Marketing-Manager, die nur schnell ein Produktfoto zuschneiden oder den Hintergrund tauschen wollen, brauchen dafür keine Schulung mehr. Tippen reicht.
Für professionelle Gestalter ändert sich die Rolle. Routineaufgaben wie Freistellen, Formatanpassungen und einfache Retuschen übernimmt die KI. Die kreative Arbeit bleibt beim Menschen: Konzept, Bildsprache, Markenwirkung. Gute Fotografen und Art Directors werden nicht überflüssig. Sie gewinnen Zeit für das, was Maschinen nicht können.
Testen Sie den KI-Assistenten gerne in Photoshop Web oder auf dem Smartphone und probieren Sie die neuen Funktionen im Firefly Image Editor aus.
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