Der Dortmunder Chiphersteller Elmos verlängert seinen Liefervertrag mit dem koreanischen Auftragsfertiger SK keyfoundry und sichert sich damit Waferkapazität bis 2037. Zugleich rückt die Fertigung vom betagten 350-Nanometer-Prozess auf 130 Nanometer vor. Der erste Chip aus dieser Technik steuert die Stromverteilung im Auto. Für eine Branche, die 2021 am Chipmangel fast erstickte, wiegt Planungssicherheit inzwischen schwerer als der Stückpreis.

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Elmos lässt seine Chips nicht in eigenen Fabriken fertigen, sondern kauft die Produktion bei spezialisierten Auftragsfertigern ein. Genau diese Abhängigkeit hat der Halbleiterkonzern jetzt für über ein Jahrzehnt kalkulierbar gemacht. Am 9. September 2026 unterzeichneten beide Seiten in Frankfurt am Main einen langfristigen Liefervertrag, der die 18 Jahre alte Partnerschaft auf die 130-Nanometer-Technik ausweitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Elmos verlängert die 18 Jahre alte Zusammenarbeit mit SK keyfoundry und sichert sich Waferkapazität mit Planungssicherheit bis 2037.
  • Die Fertigung rückt vom bisherigen 350-Nanometer-Prozess auf die modernere 130-Nanometer-Plattform mit Deep-Trench-Isolation vor.
  • Der erste 130-Nanometer-Chip ist der E550.01, ein vierkanaliger eFuse-Controller für die Stromverteilung in zonalen Fahrzeugarchitekturen.
  • Für 2027 kündigen beide Partner eine gemeinsame eFlash-Speicherzelle an.

Was steht im Vertrag mit SK keyfoundry?

Silberscheibe mit Sanduhr und Anhänger „Reserviert bis 2037“ auf Weiß
Elmos und SK keyfoundry vereinbaren Langzeit-Partnerschaft: Feste Fertigungskapazität auf 130-Nanometer-Plattform bis 2037

Kapazität bis 2037. Elmos und SK keyfoundry arbeiten seit 18 Jahren zusammen, bislang auf dem älteren 350-Nanometer-Prozess. Der neue Vertrag dehnt die Zusammenarbeit auf die 130-Nanometer-Plattform aus und garantiert Elmos dort feste Fertigungskapazität bis 2037.[1] Der kleinere Knoten trennt mit seiner Deep-Trench-Isolation die Schaltungsteile sauber und erlaubt kompakte Hochvolt-Designs. Den ersten Baustein daraus hat Elmos bereits benannt, den vierkanaligen eFuse-Controller E550.01, der in modernen Fahrzeugen mehrere Strompfade zugleich schützt.

Verlässlicher Partner. „SK keyfoundry ist seit vielen Jahren ein verlässlicher und innovativer Partner, und dieser neue Vertrag legt ein hervorragendes Fundament für unsere künftige Zusammenarbeit“, sagt Dr. Arne Schneider, Vorstandsvorsitzender von Elmos Semiconductor.

Warum sichern sich Chiphersteller Kapazität auf Jahre?

Nachwirkung des Chipmangels. Reifere Fertigungsknoten wie 130 oder 350 Nanometer gelten als unspektakulär, stecken aber in fast jedem Auto, in Industrieanlagen und Haushaltsgeräten. Genau hier entstand 2021 der Engpass: Als die Auftragsfertiger ihre Investitionen auf modernste Knoten für Smartphones und KI-Beschleuniger lenkten, fehlten der Autoindustrie plötzlich die simplen Standardchips, und ganze Bänder standen still. Seither sichern sich Hersteller Kapazität über Jahre im Voraus. Auch die Autozulieferer griffen zuletzt zu und sicherten sich Speicherchips direkt beim Fertiger.

Reife Knoten, knappe Fabriken. Neue Fabriken entstehen fast nur für die teure Spitzenfertigung, während die Kapazität für ältere Knoten kaum wächst. Ein Unternehmen wie Elmos, das ohne eigene Fabrik arbeitet, hängt damit an den Planungszyklen weniger Foundries in Asien. Ein Vertrag bis 2037 verwandelt dieses Risiko in eine feste Größe.

Ein Vertrag über zwölf Jahre klingt unspektakulär, ist aber die eigentliche Lehre aus dem Chipmangel: Elmos kauft sich Planungssicherheit, wo Wettbewerber noch auf freie Kapazität hoffen. Dass diese Sicherheit aus Korea kommt und nicht aus Europa, bleibt der wunde Punkt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet der Vertrag für die Industrie im DACH-Raum?

Versorgung vor Souveränität. Für die deutsche Auto- und Industrieelektronik ist der Deal ein zweischneidiges Signal. Einerseits sichert ein hiesiger Hersteller die Versorgung mit genau den Chips für Steuergeräte, Sensorik und Bordnetze und senkt so das Risiko neuer Bandstillstände. Andererseits liegt die Fertigung weiter in Südkorea, während der EU Chips Act eigentlich mehr Produktion nach Europa holen soll. Reife Knoten baut Europa bisher kaum aus, der Fokus liegt auf teuren Spitzenchips. Entscheider sollten bei Elektronikprojekten früh klären, welche Bauteile auf reifen Knoten laufen und wie lange die Fertiger dafür liefern können.

Elmos sichert seinen Chip-Nachschub bis 2037
Die Eckdaten des Liefervertrags mit dem Auftragsfertiger SK keyfoundry
bis 2037
gesicherte Waferkapazität und Planungssicherheit
18 Jahre
bisherige Zusammenarbeit auf dem 350-Nanometer-Prozess
130 nm
neue Plattform mit Deep-Trench-Isolation für Hochvolt-Designs
2027
geplante gemeinsame eFlash-Speicherzelle mit hoher Flächeneffizienz

Warum ein Vertrag über zwölf Jahre

Fab-lite trifft Knappheit: Elmos betreibt keine eigene Volumenfabrik und kauft die Fertigung bei Foundries ein. Neue Werke entstehen fast nur für teure Spitzenchips, die Kapazität für reife Knoten wächst kaum. Der langfristige Vertrag verwandelt dieses Risiko in eine feste Größe, nach dem Chipmangel von 2021 das entscheidende Argument.

Der Wettlauf um verlässlichen Chip-Nachschub zieht sich durch die Branche, vom Aufstieg Chinas Leistungshalbleiter in die globale Top 10 bis zur Abhängigkeit vom Silizium hinter jedem Chip.

FAQ: Elmos und der Wafer-Vertrag mit SK keyfoundry

Was hat Elmos mit SK keyfoundry vereinbart?

Elmos und der koreanische Auftragsfertiger SK keyfoundry haben am 9. September 2026 in Frankfurt am Main einen langfristigen Liefervertrag unterzeichnet. Er weitet die 18 Jahre alte Zusammenarbeit auf die 130-Nanometer-Plattform aus und sichert Elmos feste Waferkapazität bis 2037.

Was ist ein eFuse-Controller und wozu dient der E550.01?

Ein eFuse-Controller ist eine elektronische Sicherung, die Strompfade überwacht und im Fehlerfall abschaltet. Der E550.01 ist Elmos’ erster Chip auf der 130-Nanometer-Plattform und schützt in modernen Fahrzeugen mit zonaler Architektur mehrere Strompfade zugleich.

Warum ist der Wechsel von 350 auf 130 Nanometer wichtig?

Der kleinere 130-Nanometer-Knoten mit Deep-Trench-Isolation erlaubt kompaktere, höher integrierte Hochvolt-Designs mit geringem Substratstrom. Damit kann Elmos leistungsfähigere Chips für Auto- und Industrieelektronik bauen, als der ältere 350-Nanometer-Prozess erlaubt.

Was bedeutet der Vertrag für die Autoindustrie?

Autos stecken voller Standardchips auf reifen Knoten. Der Vertrag sichert die Versorgung mit genau diesen Bauteilen bis 2037 und senkt so das Risiko neuer Bandstillstände, wie sie der Chipmangel 2021 ausgelöst hat. Die Fertigung bleibt allerdings in Südkorea.

Stellt Elmos seine Chips selbst her?

Elmos arbeitet weitgehend fab-lite und lässt die Wafer bei Foundries wie SK keyfoundry fertigen. Ohne eigene Volumenfabrik hängt der Nachschub an den Kapazitäten der Auftragsfertiger, weshalb langfristige Verträge über feste Mengen für Elmos so wichtig sind.

Quelle

[1] SK keyfoundry und Elmos: „SK keyfoundry Expands Collaboration with Elmos on 130nm Technology and Signs Long-Term Wafer Supply Agreement“

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