Festo hat gemeinsam mit der TU Darmstadt ein Exponat entwickelt, das menschliche Mini-Organe automatisiert herstellt. Ein Bioprinter trägt dabei Zellmaterial auf einen Mikrofluidik-Chip auf, auf dem organähnliches Gewebe heranwächst. Für die Medikamentenentwicklung verspricht der Ansatz kürzere Wege bis zur Zulassung.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenOrgan-on-a-Chip heißt das Forschungsfeld, das lebende Zellen auf winzigen Chips kultiviert und so Reaktionen des menschlichen Körpers nachbildet. Festo kombiniert für die automatisierte Fertigung erstmals zwei eigene Zukunftstechnologien.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Bioprinter trägt menschliches Zellmaterial auf einen Mikrofluidik-Chip auf, aus dem organähnliches Gewebe wächst.
- Festo verbindet dafür die berührungslose Magnettechnik SupraMotion mit der Organ-on-a-Chip-Forschung.
- Ziel ist eine schnellere und günstigere Entwicklung neuer Wirkstoffe bis zur Zulassung.
- Das Projekt entstand zusammen mit Fachleuten der TU Darmstadt.
Wie entstehen Mini-Organe aus dem Drucker?

Aufwand prägt die klassische Medikamentenentwicklung. Neue Wirkstoffe brauchen Jahre bis zur Zulassung, das Verfahren bleibt komplex und teuer. Ansätze aus der Organ-on-a-Chip-Forschung sollen die Zeit bis zur Marktreife verkürzen.
Der Festo-Bioprinter setzt genau hier an. Das System trägt menschliches Zellmaterial präzise auf einen Mikrofluidik-Chip auf, auf dem daraus organähnliches Gewebe heranwächst. Solche Mini-Organe bilden Reaktionen des Körpers nach und ersetzen in frühen Testphasen aufwendige Versuche.
Neu ist die Verbindung zweier Technologien aus dem eigenen Haus. Festo koppelt die berührungslose Magnetbewegung SupraMotion mit der Biologisierung der Automatisierungstechnik. Wie Roboter und Sensorik in Laborprozesse einziehen, zeigt auch die jüngste MIT-Architektur für Soft-Roboter.
Was bedeutet das für die Industrie?

Biologisierung wird zum eigenen Geschäftsfeld der Automatisierung. Festo erschließt damit Anwendungen, in denen sich biologische Prozesse beschleunigen, skalieren und wirtschaftlich nutzbar machen lassen.
Automatisierung wandert von der Werkhalle in die Petrischale. Wer biologische Prozesse so steuerbar macht wie eine Fertigungsstraße, baut sich einen Vorsprung auf, der weit über den Maschinenbau hinausreicht.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Das Exponat reiht sich in das Bionic Learning Network ein, mit dem Festo seit Jahren Prinzipien der Natur auf die Technik überträgt. Aus diesem Verbund stammen auch Projekte wie autonome Flugobjekte und pneumatische Roboterhände.
Für Entscheider in Pharma, Labortechnik und Medizintechnik lohnt der Blick auf die Schnittstelle von Automatisierung und Biologie. Welche Sprachmodelle und KI-Werkzeuge solche Prozesse zusätzlich unterstützen, ordnet der LLMs-Ratgeber ein.
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