Clarity ist eine quelloffene Schreib-Skill und ein Browser-Editor, die KI-Texte klarer machen und ihnen den typischen Maschinenklang austreiben. Entwickelt hat das Werkzeug Addy Osmani, ein bekannter Entwickler aus dem Google-Chrome-Umfeld. In der Skill stecken 18 Regeln. Anders als die verbreiteten Humanizer trickst Clarity keine Prüfsoftware aus, sondern zielt auf lesbare Prosa ohne erfundene Fakten.

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Clarity setzt an einer bekannten Schwäche vieler KI-Entwürfe an: Die Texte lesen sich glatt, wirken aber generisch und behaupten mitunter Dinge, die nicht stimmen. Das quelloffene Werkzeug will diese Schwächen abstellen, bevor ein Entwurf in die Veröffentlichung geht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Clarity steht unter MIT-Lizenz quelloffen bereit und kostet nichts. Installiert wird die Skill mit einem einzigen Befehl.
  • 18 Regeln in vier Gruppen steuern Entwurf, Überarbeitung und Kritik von Texten.
  • Die Skill läuft direkt im KI-Agenten wie Claude Code oder Codex. Ein Browser-Editor prüft Texte zusätzlich lokal, ohne sie hochzuladen.
  • Das Ziel sind klarere, menschlichere Texte ohne erfundene Fakten, nicht das Austricksen von KI-Detektoren.

Was ist Clarity und wie funktioniert die Skill?

Zwei Blätter Papier nebeneinander: links chaotisch bekritzelt, rechts ordentlich bedruckt. Dazwischen ein Stift
Clarity: 18 Schreibregeln als KI-Agent-Skill für Claude und Codex, in vier Kategorien organisiert und per Befehl installierbar

Clarity verpackt 18 Schreibregeln in eine sogenannte Agent-Skill, also einen Satz Anweisungen, den ein KI-Agent beim Schreiben lädt.[1] Osmani ordnet die Regeln in vier Gruppen: nützlich, klar, eigen und die handwerkliche Umsetzung. Installiert wird die Skill mit einem einzigen Befehl (npx skills add addyosmani/clarity) und läuft dann in Werkzeugen wie Claude Code oder Codex.

Drei Modi decken den Alltag ab. Der Modus review kritisiert einen Entwurf, ohne die Datei zu ändern. rewrite überarbeitet vorhandenen Text. interview befragt den Nutzer erst und schreibt dann mit.[1] Ohne Agent lässt sich ein Text auch im Browser-Editor auf typische KI-Marker und Lesbarkeit prüfen, und zwar lokal, ohne Upload.

Was unterscheidet Clarity von Grammarly und Hemingway?

Grammatik- und Stilhelfer sind zahlreich. Grammarly prüft vor allem Grammatik und Ton, der Hemingway Editor bewertet die Lesbarkeit. Clarity zielt auf ein anderes Problem: die flache, austauschbare Stimme, die entsteht, wenn ein Sprachmodell einen Text formuliert.

Zwei Unterschiede fallen ins Gewicht. Clarity steht unter MIT-Lizenz quelloffen bereit und kostet nichts, während die etablierten Dienste als kommerzielle Cloud-Angebote laufen.[2] Zudem greift Clarity dort ein, wo der Text entsteht, nämlich im Agenten selbst, statt einen fertigen Entwurf nachträglich zu glätten.

Ein Werkzeug, das die KI-Stimme glättet, statt Detektoren zu überlisten, trifft den wunden Punkt vieler Redaktionen. Am Ende verantwortet trotzdem ein Mensch den Text, nicht die Regelliste.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Clarity auf einen Blick

Die quelloffene Schreib-Skill von Addy Osmani in Zahlen

18
Schreibregeln in vier Gruppen: nützlich, klar, eigen, umgesetzt
3
Modi: prüfen, überarbeiten, im Dialog neu schreiben
MIT
quelloffene Lizenz, Nutzung kostenlos
lokal
Der Browser-Editor prüft Texte auf dem eigenen Rechner, ohne Upload
Installiert wird die Skill mit einem Befehl und läuft in KI-Agenten wie Claude Code oder Codex. Über 130 Sterne zählt das Projekt auf GitHub.

Worauf sollten Agenturen und Redaktionen achten?

Für Agenturen, Freelancer und Inhouse-Teams im DACH-Raum ist der Nutzen konkret. Wo KI immer mehr Rohtext liefert, verschiebt sich die Arbeit vom Schreiben zum Prüfen, ähnlich wie beim Benchmark, der misst, wie KI-tauglich die eigenen Werkzeuge sind. Ein Regelwerk wie Clarity macht diesen Prüfschritt wiederholbar, statt ihn jedem Entwurf neu zu überlassen.

Besonders der Anspruch, keine erfundenen Fakten stehen zu lassen, wiegt schwer, seit KI-Systeme regelmäßig Quellen und sogar ganze Sicherheitslücken erfinden. Hinzu kommt der Datenschutz: Der Browser-Editor verarbeitet Entwürfe lokal, was bei vertraulichen Texten mehr Ruhe gibt als ein Cloud-Dienst. Wie sich Inhalte zugleich für die Antwortmaschinen der KI-Suche aufstellen lassen, ist eine eigene Baustelle.

Der Einstieg kostet wenig. Installieren Sie die Skill gerne testweise im eigenen Agenten und lassen Sie den review-Modus über einen fertigen Entwurf laufen. Eine menschliche Schlussredaktion bleibt trotzdem Pflicht, denn aus der KI-Rohfassung wird erst so ein Text, der nach Ihrer Redaktion klingt und den Faktencheck besteht. Weitere Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz bündelt unser Themenbereich.

Quellen

[1] Clarity: „Clarity: AI writing skill and editor“ (Projektseite von Addy Osmani mit Regeln, Modi und Browser-Editor)

[2] GitHub: addyosmani/clarity (MIT-Lizenz, Installation, Stand September 2026)

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