Wissen Sie, wie aus einer 2 MB großen Bilddatei eine 130-KB-Datei wird, ohne sichtbaren Qualitätsverlust? Das WordPress Plugin „IMG Performer“ beherrscht diesen Prozess vollautomatisch, ganz ohne Cloud-Anbindung. Programmiert hat das WordPress Plugin die Hamburger Agentur Enfants Terribles, nachdem Empfehlungen und Photoshop-Presets alles nichts genützt haben: Die Kunden liefern weiter viel zu große Stockfotos mit 15 MB Dateigröße an und nicht die für Websites optimierten Bilder. Diese Bildoptimierungs-Arbeit übernimmt nun das Plugin.

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Heute wandelt das Plugin jeden Upload lokal in WebP und AVIF um, erzeugt Alt-Texte per KI und kennzeichnet seit dem 2. August 2026 KI-Bilder nach der EU-KI-Verordnung. Der Entwickler Steffen Müller beschreibt in folgendem Artikel, wie das im Alltag funktioniert und welche Fragen dabei offen bleiben:

Der Anstoß für Enfants IMG Performer war kein Meeting, in dem wir über eine neue Produktidee nachgedacht haben. Der Auslöser lag in der täglichen Arbeit an Kundenprojekten. In der WordPress-Mediathek unserer Kund:innen fanden sich immer wieder Bilder mit mehreren Megabyte: Stockfotos mit 8.000 Pixeln Kantenlänge und 15 MB Dateigröße, unkomprimierte PNGs, die technisch schlicht nicht mehr zeitgemäß waren. Eine feste Obergrenze für die Dateigröße beim Upload ist dabei nicht immer eine Option, etwa dann nicht, wenn die Website die Originaldateien selbst zum Download anbietet, zum Beispiel als Presse- oder Bildmaterial.

Moderne Formate laden bei gleicher Qualität längst deutlich schneller. Eine Website, die schneller lädt, konvertiert besser und verbraucht dabei weniger Energie. Wir haben Empfehlungen gegeben, auf Photoshop-Presets verwiesen, kurze Anleitungen geschrieben. Gehalten hat das nie lange. Nach ein paar Wochen waren die Bilder wieder zu groß. Irgendwann war klar: Das Problem lässt sich nicht durch bessere Erklärung lösen, sondern nur durch Automatisierung. Wir brauchten ein Plugin, das die Bilder beim Upload übernimmt und den Rest im Hintergrund erledigt.

Drei Aufgaben in einem Plugin: Bilder komprimieren, Alt-Texte erzeugen und KI-Bilder kennzeichnen.
Drei Aufgaben in einem Plugin: Bilder komprimieren, Alt-Texte erzeugen und KI-Bilder kennzeichnen.

Dass wir das relativ schnell umsetzen konnten, lag an einem anderen Plugin, das wir vorher gebaut hatten: Social Publisher veröffentlicht WordPress-Beiträge automatisch auf LinkedIn. Dort haben wir zum ersten Mal ein Plugin im WordPress-Plugin-Verzeichnis eingereicht, mit allem, was dazugehört.

Wie trennt man Free- und Pro-Funktionen sauber voneinander? Wie baut man eine Lizenzierung, die im Alltag funktioniert und nicht nur auf dem Papier? Wie strukturiert man eine Abo-Version, die tatsächlich mehr kann als die kostenlose? Diese Erfahrung war keine Theorie mehr, als wir mit IMG Performer angefangen haben. Die Pipeline stand schon.

Was in welcher Version steckt

Der Funktionsumfang von IMG Performer, aufgeteilt nach kostenloser Version und Pro.

Kostenlos

Grundfunktionen

  • Umwandlung jedes Uploads in WebP, lokal auf dem eigenen Server
  • Sichtbares Label auf erkannten KI-Bildern
  • Manuelle Kontrolle der Kennzeichnung
Pro

Zusätzlich in der Bezahlversion

  • Zusätzlich AVIF, sofern das Ergebnis kleiner ausfällt
  • Alt-Texte per KI, mit eigenem Schlüssel beim gewählten Anbieter
  • Anpassbares Design des Kennzeichnungs-Labels
  • Rückwirkender Scan der gesamten Mediathek

Die compliance-relevante Funktion steckt in der kostenlosen Version, bezahlt wird der Komfort.

Was macht IMG Performer mit einem hochgeladenen Bild?

IMG Performer konvertiert jedes hochgeladene Bild serverseitig in WebP, in der Pro-Version zusätzlich in AVIF. Die Umwandlung läuft lokal auf dem eigenen Server, nicht über einen externen Cloud-Dienst.

Vergleich der Dateigröße eines Bildes vor und nach der automatischen WebP-Optimierung durch Enfants IMG Performer
Automatische Optimierung: Aus einem 2,3-MB-Upload wird eine schlanke WebP- oder AVIF-Datei, ohne manuellen Schritt.

Beide Formate sind bei gleicher Bildqualität deutlich kleiner als klassisches JPEG oder PNG. Wichtig war uns dabei, dass die Bilddaten die Website für die Optimierung nicht verlassen: Betreiber:innen behalten die Kontrolle darüber, wo ihre Daten verarbeitet werden. Gerade für Agenturkund:innen mit Datenschutzanforderungen kommt dieses Argument öfter zur Sprache, als man zunächst denkt.

Praktisch heißt das: Sie laden ein Bild hoch, das Plugin erkennt Format und Größe, konvertiert und liefert die passende Version aus, ohne dass jemand im Team daran denken muss. Die Qualitätsstufe legen Sie einmal fest, alles Weitere läuft im Hintergrund.

Einstellungsseite File Optimization von IMG Performer mit Qualitätsregler und Protokoll der letzten Konvertierungen
In den Konvertierungseinstellungen steht der Qualitätswert, darunter protokolliert das Plugin jede Umwandlung mit ihrer Ersparnis.

Warum bleiben Alt-Texte im Redaktionsalltag leer?

Selbst Websites, die sauber barrierefrei aufgesetzt wurden, driften im laufenden Betrieb wieder ab: Redakteur:innen laden unter Zeitdruck neue Bilder hoch, und das Alt-Text-Feld bleibt leer. Ohne Alt-Text ist ein Bild nicht barrierefrei, und trotzdem passiert genau das ständig.

Zeitlich fiel das mit dem Aufkommen leistungsfähiger Bilderkennung zusammen, und die Idee lag nahe: Alt-Texte automatisch per KI erzeugen lassen. Die ersten technischen Tests liefen überraschend gut. Im Austausch mit Barrierefreiheits-Expert:innen wurde uns dann aber klar, dass das Thema mehr Feinheiten hat, als wir angenommen hatten: etwa wie ausführlich ein Alt-Text sein muss, wie er sich von einer Bildunterschrift unterscheidet, wie er im Kontext des BFSG tatsächlich zu bewerten ist.

WordPress-Backend-Ansicht mit automatisch generiertem Alt-Text-Vorschlag von Enfants IMG Performer
Der KI-Alt-Text-Generator schlägt BFSG-konforme Beschreibungen direkt im Backend vor.

Der Aufwand, das sauber zu lösen, war größer als gedacht. Deshalb haben wir daraus eine Pro-Version gemacht, die diesen Mehraufwand trägt. Welcher KI-Anbieter die Beschreibungen erzeugt, entscheidet dabei die Person, die die Website betreibt, und zwar mit einem eigenen API-Key.

Einstellungsseite Alt Text von IMG Performer mit Auswahlliste für den KI-Anbieter und Eingabefeld für den eigenen API-Key
Den KI-Anbieter für die Alt-Texte wählen Sie selbst, inklusive einer Option mit Verarbeitung in der EU.

Was verlangt Artikel 50 der EU-KI-Verordnung?

Seit dem 2. August 2026 müssen KI-generierte Bilder als solche erkennbar sein. IMG Performer setzt dafür ein sichtbares Label auf erkannte KI-Bilder, in der kostenlosen Version wie in der Pro-Version.

Zwei Stichtage, eine offene Frage

Zwei Fristen sind abgelaufen. Was Betreiber einer Website bei Bildern jetzt beachten müssen.

Barrierefreiheit

28.06.2025

Barrierefreiheitsstärkungsgesetz

Produkte und Dienstleistungen im Verbrauchergeschäft müssen barrierefrei sein, darunter Online-Shops. Ein Bild ohne Alt-Text erfüllt diese Anforderung nicht.

KI-Kennzeichnung

02.08.2026

EU-KI-Verordnung, Artikel 50

Künstlich erzeugte Bilder müssen als solche erkennbar sein. Die Pflicht gilt für praktisch jede Website in Europa, nicht nur für Anbieter von KI-Systemen.

Ungeklärt: Wen trifft die Pflicht nach der Bearbeitung?

Läuft ein KI-Bild durch Photoshop, geht die ursprüngliche Kennzeichnung häufig verloren. Die Verantwortung landet damit faktisch bei der Person, die die Website betreibt.

Das dritte Thema kam, während wir die Barrierefreiheits-Funktionen weiter verfeinerten, buchstäblich um die Ecke. Zwei Dinge kamen dabei zusammen. Bei unserer Recherche zu diesem Zeitpunkt haben wir kein anderes WordPress-Plugin mit dieser Funktion gefunden. Und anders als Social Publisher, das nur Nutzer:innen mit LinkedIn-Anbindung betrifft, richtet sich die Kennzeichnungspflicht an praktisch jede Website in Europa. Kurz vor der Deadline haben wir die Funktion fertig bekommen.

WordPress-Frontend mit dem KI-Kennzeichnungs-Badge auf mehreren Bildern
Das KI-Kennzeichnungs-Label erscheint automatisch auf erkannten KI-Bildern: unauffällig, aber sichtbar.

Die manuelle Kontrolle steht allen zur Verfügung, unabhängig von Free oder Pro. Uns war wichtig, dass ausgerechnet die compliance-relevante Funktion nicht hinter einer Bezahlschranke verschwindet. Die Pro-Version ergänzt den Komfort: ein anpassbares Badge-Design und einen rückwirkenden Scan der gesamten bestehenden Mediathek.

Backend-Ansicht von Enfants IMG Performer mit den Einstellmöglichkeiten zum Design des KI-Badges
Im Backend lässt sich das Design des Kennzeichnungslabels anpassen.

Der Grund für die manuelle Kontrolle liegt in zwei Prüfebenen. Der technische Prozess liest Metadaten und erkennt KI-Beteiligung, wo sie hinterlegt ist. Ist das Ergebnis nicht eindeutig, greift die menschliche Prüfung. Bei einem fliegenden Drachen fällt die Einschätzung leicht. Bei einem Bild, das täuschend echt wirkt, aber nicht eindeutig als KI-generiert erkennbar ist, bleibt die Entscheidung Menschenarbeit.

HTML-Markup eines Bildes, dessen Alt-Attribut den Zusatz zur KI-Kennzeichnung nach der EU-KI-Verordnung enthält
Im ausgelieferten Markup hängt der Hinweis auf die KI-Herkunft direkt am Alt-Attribut.

Wer haftet für ein weiterverarbeitetes KI-Bild?

Rechtlich ist nicht immer eindeutig, wen die Kennzeichnungspflicht trifft. Bei der Weiterverarbeitung geht die ursprüngliche Kennzeichnung häufig verloren, und die Verantwortung landet faktisch bei der Person, die die Website betreibt.

Ein Punkt bleibt schwierig, und wir sagen das offen: Wer für die Kennzeichnung verantwortlich ist, lässt sich nicht in jedem Fall sauber zuordnen. Ist das Unternehmen gemeint, das ein Bild per KI generiert hat? Oder die Person, die dieses Bild danach in Photoshop freistellt, mit anderen Elementen kombiniert und auf einer Website einsetzt? Bei eindeutigen Fällen wie Fantasiebildern ist die Einschätzung meist unstrittig, bei Grenzfällen ist die aktuelle Gesetzeslage aber nicht ganz scharf formuliert. Wir gehen davon aus, dass sich hier in den nächsten Monaten noch etwas anpasst.

Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Was Sie über Bilder in WordPress wissen sollten
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1Warum haben Empfehlungen und Photoshop-Presets das Problem nicht gelöst?Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Die Agentur hat Empfehlungen gegeben, auf Presets verwiesen und Anleitungen geschrieben. Nach einigen Wochen lagen trotzdem wieder zu große Dateien in der Mediathek. Genau daraus entstand der Entschluss, die Optimierung zu automatisieren.
2Wo wandelt IMG Performer die Bilder in WebP und AVIF um?Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Die Umwandlung läuft lokal auf dem eigenen Server, nicht über einen externen Dienst. Die Bilddaten verlassen die Website also nicht. Für Agenturkunden mit Datenschutzanforderungen ist das ein wiederkehrendes Argument.
3Seit wann müssen KI-generierte Bilder nach der EU-KI-Verordnung erkennbar sein?Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. Artikel 50 der EU-KI-Verordnung gilt seit dem 2. August 2026. Die Pflicht betrifft praktisch jede Website in Europa. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz greift dagegen schon seit Juni 2025.
4Welche Funktion steckt bereits in der kostenlosen Version?Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Die manuelle Kontrolle der Kennzeichnung steht allen offen, unabhängig von Free oder Pro. Wichtig war dem Entwicklerteam, dass ausgerechnet die compliance-relevante Funktion nicht hinter einer Bezahlschranke liegt. Die Pro-Version ergänzt den Komfort.
5Was geschieht mit der Kennzeichnung, sobald ein KI-Bild nachbearbeitet wird?Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Bei der Weiterverarbeitung geht die ursprüngliche Kennzeichnung häufig verloren. Die Pflicht bleibt trotzdem bestehen und landet faktisch bei der Person, die die Website betreibt. Genau diese Zuordnung ist rechtlich noch nicht sauber geklärt.

Warum muss ein Compliance-Tool mitwachsen?

Ein Compliance-Tool, das nur den Stand von heute abbildet, hilft in einem Jahr niemandem mehr. Deshalb lässt sich die Kennzeichnung in IMG Performer per Update umstellen, falls sich die Rechtslage ändert.

Denkbar wäre etwa, dass der Gesetzgeber irgendwann nicht mehr KI-Bilder, sondern reale Fotos kennzeichnen lässt. Für uns ist das kein hypothetisches Szenario, sondern ein Grundsatz. Der gleiche Anspruch gilt für die Barrierefreiheits-Funktionen. Ein automatisch generierter Alt-Text ist ein Anfang, kein Endpunkt. Wir arbeiten weiter daran, dass er echten Nutzen für Menschen mit Einschränkungen bringt, nicht nur ein grünes Häkchen in einem Testtool.

Größenvergleich eines Beispielbildes als JPEG, WebP und AVIF mit den jeweiligen Dateigrößen
Aus 329 KB JPEG werden 142 KB WebP und 119 KB AVIF, bei unveränderter Kantenlänge.

Was am Ende bleibt, ist eine gewisse Zufriedenheit mit dem, was aus dem ursprünglichen Problem geworden ist. Weniger Datenvolumen bedeutet schnellere Seiten und weniger CO2. Im Einzelfall fällt der Unterschied klein aus, über Tausende Websites hinweg summiert sich der Effekt. Dass mehr Bilder im Netz für Menschen mit Sehbeeinträchtigung zugänglich werden, war für uns nie eine Pflichtübung, sondern von Anfang an ein eigenes Ziel. Trägt die KI-Kennzeichnung am Ende dazu bei, dass Bilder leichter als das erkennbar werden, was sie sind, haben wir mehr erreicht als gedacht. Bei der ersten Zeile Code hatten wir das nicht erwartet.

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