Epic Games trennt sich von ArtStation und Sketchfab, behält aber den Marktplatz Fab, in den beide Shops längst umgezogen sind. Käufer ist KitBash, das Unternehmen hinter KitBash3D und Greyscalegorilla. Der NoAI-Schutz der Portfolios hängt ab sofort an den Nutzungsbedingungen eines neuen Eigentümers.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenArtStation und Sketchfab haben am 10. August 2026 den Eigentümer gewechselt. Epic Games kaufte beide Plattformen 2021 und löste den lukrativen Teil bis 2025 wieder heraus. Übrig blieben zwei Schaufenster ohne Kasse.
Das Wichtigste in Kürze
- KitBash übernimmt ArtStation und Sketchfab von Epic Games. Einen Kaufpreis nennt keine der beiden Seiten.
- Der Marktplatz Fab bleibt bei Epic Games. Dort liefen ab Oktober 2024 vier bisherige Marktplätze zusammen, darunter der ArtStation Marketplace.
- Portfolios, Modelle, Embeds, Preise und Enterprise-Verträge laufen unverändert weiter, versprechen beide Unternehmen.
- Der NoAI-Vorbehalt gegen KI-Training steht in den Nutzungsbedingungen von ArtStation, und diese Bedingungen schreibt künftig KitBash.
Was hat Epic tatsächlich verkauft?

Verkauft hat Epic die Portfolio- und Entdeckungsschicht, nicht das Geschäft dahinter. Fab startete Mitte Oktober 2024 als Nachfolger von Unreal Engine Marketplace, Sketchfab, ArtStation Marketplace und Quixel.com.[2] Das Verkaufsgeschäft von Sketchfab zog sofort um, der ArtStation Marketplace folgte 2025. Zu KitBash gehen zwei große Communitys, die Kasse bleibt bei Epic.
Epic konzentriert sich künftig auf Unreal Engine 6, Fortnite und den Epic Games Store. Bill Clifford, der bei Epic Games das Unreal-Ökosystem verantwortet, kündigt eine Fortsetzung der Partnerschaft mit KitBash an.[1] Wie viel allein die Nutzerbasis einer Kreativ-Plattform wert wird, zeigt der Aufstieg von Figma.
Wer übernimmt ArtStation und Sketchfab?
KitBash verkauft seit über zehn Jahren fertige 3D-Bausätze für Film, Fernsehen und Spiele. Zum Unternehmen gehören die Marken KitBash3D und Greyscalegorilla sowie der Asset-Browser Cargo mit mehr als 15.000 Modellen und Materialien. „Auf diesen Plattformen haben Menschen Portfolios, Karrieren und Communitys aufgebaut. Unsere erste Priorität bleibt, das zu schützen, was Nutzer daran am meisten schätzen“, sagt Banks Boutté, Co-CEO von KitBash.[3]
Das Versprechen deckt allerdings nur den Status quo ab. Preise, Abos und Enterprise-Verträge bleiben, Produktpläne kündigt KitBash bewusst noch nicht an. Ein Eigentümerwechsel verschiebt vor allem, wer die Regeln schreibt, und diese Regeln stehen in den Nutzungsbedingungen. Manche Teams betreiben ihre Werkzeuge deshalb selbst, etwa mit der quelloffenen Figma-Alternative Penpot.
Der Weg vom Marktplatz zur Community
Vier Zahlen zur Übernahme
Epic hat den Marktplatz behalten und die Community verkauft. Für Kreative heißt das: Das Portfolio ist keine Besitzurkunde, sondern ein Mietverhältnis mit kündbaren Bedingungen.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Wechsel für Künstler in der EU?
Der NoAI-Vorbehalt auf ArtStation steht in einer Klausel, die dem jeweiligen Betreiber gehört. Eingeführt wurde der Marker im Dezember 2022, nachdem Künstler aus Protest gegen KI-Bilder die Startseite mit Plakaten geflutet hatten. Technisch besteht er aus einem HTML-Meta-Tag je Projekt plus einem Trainingsverbot in den Nutzungsbedingungen. Standardmäßig steht er nicht.
Die zweite Schutzschicht fehlt ganz. Ein Abruf der robots.txt beider Plattformen am 11. August 2026 zeigt keine einzige Regel für KI-Crawler, weder für GPTBot noch für ClaudeBot oder CCBot.[4] Den umgekehrten Weg geht Cloudflare, das Trainings-Crawler standardmäßig blockiert. Was wirtschaftlich auf dem Spiel steht, zeigt die Lage der Fotobranche.
Für deutsche Nutzer hängt daran mehr als eine Geste. Nach § 44b Absatz 3 Urheberrechtsgesetz wirkt ein Vorbehalt gegen Text- und Data-Mining bei online zugänglichen Werken nur in maschinenlesbarer Form. Artikel 53 der KI-Verordnung verpflichtet die Anbieter großer KI-Modelle seit dem 2. August 2025, solche Vorbehalte zu beachten.[5] Ohne gesetzten Marker greift beides nicht.
Daraus folgen zwei Handgriffe. Prüfen Sie im ArtStation-Konto, ob der NoAI-Marker für alle Projekte aktiv ist, und sichern Sie Portfolio und Modelle zusätzlich lokal. Jede Änderung der Nutzungsbedingungen ist danach das Signal, an dem der neue Kurs zuerst sichtbar wird.
Quellen
[1] Sketchfab Community Blog: „KitBash Acquires Sketchfab and ArtStation“ (10. August 2026)
[2] Sketchfab Community Blog: „Fab Content Marketplace Launches in October“ (17. September 2024)
[3] KitBash3D: „KitBash Acquires Sketchfab and ArtStation“
[4] ArtStation: robots.txt und Sketchfab: robots.txt (abgerufen am 11. August 2026)
[5] Europäische Union: Verordnung (EU) 2024/1689, Artikel 53
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