Apple zeigt im September 2026 nach Berichten von Branchenmedien nur die Pro-Modelle des iPhone 18. Die günstigeren Basisgeräte folgen erst im Frühjahr 2027. Für Unternehmen, die Smartphone-Flotten im Herbst ausschreiben, verschiebt sich damit das gewohnte Beschaffungsfenster.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie Fertigungslinien für das iPhone 18 Pro laufen bei Auftragsfertiger Foxconn bereits hoch, während das Volumenmodell der Reihe noch nicht einmal einen Termin hat. Diese Lücke von rund einem halben Jahr zwischen Spitzenmodell und Massengerät ist neu und hat einen handfesten Grund in der Chipfertigung.
Das Wichtigste in Kürze
- Laut heise online zeigt Apple im September 2026 nur die Pro-Modelle, iPhone 18, 18e und Air 2 folgen im Frühjahr 2027.
- Der A20 Pro entsteht in TSMCs N2-Prozess, der seit dem vierten Quartal 2025 in Volumenproduktion läuft.
- Die EU verlangt seit dem 20. Juni 2025 sieben Jahre Ersatzteilversorgung und fünf Jahre Sicherheitsupdates nach Verkaufsende.
- Beschaffungsentscheidungen lassen sich dadurch vom Keynote-Termin entkoppeln.
Warum teilt Apple den Launch in zwei Wellen?

Kapazitätsdruck erklärt die Staffelung besser als jede Produktstrategie. Ein Herbsttermin für die komplette Reihe hätte bedeutet, alle Modelle gleichzeitig mit Chips aus derselben knappen Fertigungsgeneration zu bestücken.
TSMC hat die N2-Fertigung im vierten Quartal 2025 in Volumenproduktion überführt.[1] Branchenmedien berichten, die erste 2-Nanometer-Kapazität für 2026 sei bereits vollständig vergeben. Zwei Anlaufwellen verteilen die Wafer-Nachfrage über zwei Halbjahre statt über ein Quartal.
Präzedenz gibt es bereits: Mit dem iPhone 16e hat Apple im Februar 2025 schon einmal ein Gerät außerhalb des Herbstrhythmus gebracht. Samsung fährt seit Jahren zwei getrennte Wellen, wie zuletzt beim Galaxy Z Fold 8 zu sehen war. Der Jahresrhythmus mit einem einzigen Termin war die Ausnahme, nicht die Regel.
Was treibt die Kosten des neuen Chips?
Gate-All-Around heißt die Transistorarchitektur, die den N2-Prozess von seinem Vorgänger trennt. Sie liefert 10 bis 15 Prozent mehr Tempo bei gleicher Leistungsaufnahme oder senkt den Energiebedarf um 25 bis 30 Prozent.[2]
Diese Fertigungsstufe ist teuer, und die Rechnung landet beim Käufer. heise online rechnet für die Pro-Modelle mit einem Aufschlag von 200 bis 300 US-Dollar gegenüber der Vorgängergeneration, deren Pro-Modell in Deutschland 1.299 € kostet. Dass moderne Fertigungsknoten die Gerätepreise nach oben ziehen, zeigt sich auch an anderer Stelle der Lieferkette, etwa bei Intels Serienstart in der High-NA-EUV-Fertigung.
Der gestaffelte Launch ist kein Marketingtrick, sondern die Folge knapper 2-Nanometer-Kapazität. Beschaffung sollte deshalb am Ersatzteil-Zeitfenster hängen, nicht am Keynote-Termin.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was die Fertigung vorgibt
Für die Beschaffung heißt das: Ein 2026 gekauftes Gerät ist regulatorisch bis weit in die 2030er Jahre mit Ersatzteilen und Updates versorgt. Der Austauschzyklus muss dem Produktrhythmus des Herstellers nicht mehr folgen.
Was ändert die EU-Ökodesign-Pflicht an der Beschaffung?
Langlebigkeit ist in der EU seit dem 20. Juni 2025 keine Herstellerentscheidung mehr, sondern eine Marktzulassungsbedingung. Die Ökodesign-Verordnung schreibt Ersatzteilversorgung, Update-Zeiträume, Akku-Haltbarkeit und ein Energielabel von A bis G verbindlich vor.[1]
Damit verliert der Keynote-Termin an Bedeutung für die Flottenplanung. Ein Gerät, das heute beschafft wird, bleibt regulatorisch über den gesamten üblichen Nutzungszeitraum versorgt. Dieselbe Logik hatte schon die Vereinheitlichung der Ladegeräte auf USB-C in Gang gesetzt, und sie hat den Markt spürbar geordnet.
Vier Punkte gehören deshalb in die nächste Ausschreibung:
- Das Energielabel als vergleichbare Kennzahl in die Bewertungsmatrix aufnehmen, nicht nur Preis und Speichergröße.
- Den Austauschzyklus an der Ersatzteilfrist ausrichten statt am Erscheinungstermin des Nachfolgemodells.
- Beim Basismodell den Frühjahrstermin 2027 einplanen und die Herbstbestellung entsprechend kleiner ansetzen.
- Reparatur statt Ersatz kalkulieren, weil Akkus und Displays regulatorisch verfügbar bleiben müssen.
Der europäische Gerätemarkt bewegt sich ohnehin: Erst im Juli hat sich OnePlus aus Europa und Nordamerika zurückgezogen, und Brüssel hat Apples Plattformregeln über den Digital Markets Act bereits stärker verändert als der US-Kartellvergleich. Prüfen Sie vor der Herbstbestellung, welche Geräte Ihrer Flotte tatsächlich einen Chipwechsel brauchen und welche nur ein neues Akkupaket.
Quellen
[1] Europäische Union: Verordnung (EU) 2023/1670 zur Festlegung von Ökodesign-Anforderungen für Smartphones, Mobiltelefone und Slate-Tablets
[2] TSMC: „2nm Technology“
Mehr Newshunger?
- Brüssel hat längst geliefert: Warum Apples Kartellvergleich in den USA so wenig kostet
- OnePlus zieht sich aus Europa und Nordamerika zurück: keine neuen Geräte mehr
- Galaxy Z Fold 8 wird breiter: Was faltbare Smartphones fürs Webdesign bedeuten
- Was ändert sich 2026 bei USB-C-Ladegeräten?
- Intel liefert als erster Hersteller Serien-Chips aus der High-NA-EUV-Fertigung
- ASML meldet ein Rekordquartal, doch die deutschen Chipwerte fallen
- Mobiles Arbeiten ohne Steckdose: Was ein Laptop für unterwegs leisten muss