Denkanstoß: HTML5 gegen, mit oder für Flash?

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Das Verlangen der WebDesigner nach einheitlichen Standards ist so alt, wie das Web selbst. Jeder wünscht sich für alle Browser den gleichen Code oder die gleichen Mediaformate verwenden zu können. Tatsache ist aber, dass sich die Onlinewelt genau in die entgegengesetzte Richtung entwickelt. Auch wegen HTML5.

Bevor Sie zum argumentativen Gegenschlag ausholen: Ja, ich bin befangen. Als Flash-Liebhaber, -Trainer und –Buchautor habe ich sehr viele tolle Flash-Anwendungen gesehen – und noch mehr Schrott. Das aus meiner Sicht komfortable Werkzeug nutze ich auch für banale Produktionseinsätze im Video-Editing, etwa zum Herstellen eines Vor- oder Abspanns.

Die Liebe zu Flash macht schizophren

Anders als die meisten meiner Kollegen bin ich gleichzeitig Apple-Skeptiker, also bestens aufgestellt, um an dieser Stelle BigBrother Steve und seine rigide Anti-Flash-Haltung in den Staub zu treten.
Hier spüre ich allerdings eine leichte Schizophrenie in mir aufkeimen, denn ich kenne ja auch die Schwächen von Flash, ich bin der Neutralität verpflichteter Journalist und ich predige Usability. Meinen Schülern an der Hanseatischen Akademie für Marketing und Medien hämmere ich folgenden Satz in die Birne: „Flash wird nur dann eingesetzt, wenn das gleiche Ziel nicht mit einer Standard-Web-Technik zu erreichen ist.”

HTML 5 und Flash – eine weitgehend neutrale Bestandsaufnahme

HTML5 ist offener Standard, Flash nicht. Flash ist ein defacto Standard, der sich aufgrund seiner unbestreitbaren Qualitäten gerade bei Themen wie Audio und Video durchgesetzt hat. Adobe selbst, Real Media, Apple mit Quicktime, Microsoft mit Silverlight und eine Reihe weiterer, kleinerer Hersteller haben in zyklischen Abständen versucht, Flash herauszufordern. Bislang sind alle gescheitert.

ESPN knackte mit Flash-Technik den Zuschauerrekord mit 1,1 Mio. simultan guckenden Fußballfans beim Spiel USA gegen Algerien.

Beide Systeme haben neben ihren Vorzügen derzeit signifikante Schwächen auszumerzen. Flash leidet darunter, dass Adobe in den letzten drei Jahren sehr viel Code in den Player hineingestopft hat, um zum Beispiel 3D zu ermöglichen. Das macht den Player an manchen Stellen instabil. Hier hat Steve Jobs absolut recht.

Ein weiteres klares Manko ist die mangelnde Kompatibilität zu Suchmaschinen und die fehlende Barrierefreiheit. Hier muss Adobe nachbessern – hätte vielleicht schon mit CS5 nachbessern müssen.

Komplett unrecht hat Jobs allerdings mit dem Argument, Flash wäre nicht geeignet für Touch-Systeme wie iPhone oder iPad. Zigtausende Multimedia-Produzenten haben weltweit in den letzten Jahren Kiosksysteme mit Touchscreens auf Flash-Basis in Ausstellungen und Museen platziert.

Auch hier hat sich Flash als Standardtechnik gegen den technologisch übermächtigen Gegner aus eigenem Hause durchgesetzt – gegen Director. Zur Erinnerung: Mitte der 90er Jahre war Director das Werkzeug schlechthin für Multimediaproduktionen und CD-ROMs.

Weitere Schwächen von HTML 5

Auch HTML 5 muss mit Schwächen kämpfen. Das Video-Tag besitzt nur eine Reihe rudimentärer Eigenschaften. Das mag für kleine Video-Websites mit wenig Serverlast funktionieren, stellt aber die Profis vor große Probleme, wenn es zum Beispiel um dynamisches Caching, DRM oder die dynamische Anpassung der Bildqualität an die verfügbare Bandbreite geht. Lesen Sie die Details dazu im Apiblog von YouTube.

HTML5 setzt je nach Browser zwei unterschiedliche Videoformate ein (H.264 und Ogg). Gleiches gilt im Audiosegment. Der WebDesigner sieht sofort wieder eine Browserweiche auf sich zukommen.

Das größte Problem von HTML5 heute ist aber die mangelnde Verbreitung von Browsern, die gut HTML5 können. Derzeit beherrscht Microsoft den Browsermarkt mit einem Marktanteil von insgesamt 44 bis 48 Prozent, je nach Quelle leicht abweichend. Darunter sind noch 10 bis 12 Prozent Nutzer des berüchtigten IE 6. Microsoft selbst hat derzeit eine Anzeigenkampagne gegen den IE 6 laufen. Keiner der MS-Browser, nicht einmal der Release-Kandidat 9 kann alle HTML5-Befehle verarbeiten.

Microsoft schaltete eine Werbekampagne gegen den IE6.

Bei Safari, Opera und Firefox sind jeweils die aktuellsten Versionen HTML5-fähig. Aber: Selbst die „fast“ aktuellen Version Firefox 3.0 oder Opera 10.1 unterstützen HTML 5 nur teilweise.

Eine Ausnahme bildet Chrome, der allerdings keinen relevanten Markanteil hat. Wer jetzt vorschnell mit der Keule der „automatischen Aktualisierung“ zuschlägt, dem sei gesagt, dass diese in jedem Firmennetz oder in öffentlichen Einrichtungen per default deaktiviert ist (beim Umstieg von IE 7 auf IE 8 hat sie jedoch erfolgreich gegriffen – Anmerkung der Redaktion).

Somit kommt die volle HTML5-Herrlichkeit auf einen aktuellen Marktanteil von etwa 20 Prozent, was kaum als „Standard“ zu bezeichnen ist. Allerdings muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass auch Flash keineswegs die immer behaupteten 95 Prozent und mehr erreicht. Zwar wird der FlashPlayer mit den Betriebssystemen ausgeliefert, ob der aber jemals Flash-Content im Web zu sehen bekommt, bleibt immer noch in der Hoheit des Nutzers oder Administrators. Beide können  Flash systematisch aussperren.

Das fehlende Tool – was ist mit Rich Internet Applications und HTML5?

Die wichtigsten Argumente für offene Standards, nämlich die Browser-übergreifende, konsistente Implementierung und die hohe Reichweite greifen also bislang für HTML5 nicht. Dafür bleibt das System aber unabhängig von einem Einzelhersteller. Das kann ein Vorteil sein, wenn es den Entwicklungsgremien gelingt, mit Marktgeschwindigkeit zu arbeiten. Das gilt es zu beobachten. Aktuell hört man nichts Gutes vom W3C (siehe unten).
Das größte Manko aber ist derzeit das Fehlen eines starken Werkzeugs zum Herstellen von Rich Internet Applications auf Basis HTML5. Das, was die HTML5-Demos bislang zeigen, ringt einem Flasher nur ein müdes Lächeln ab. Schließlich sind es die Contents, die die Nutzer anlocken und letztlich dazu führen, dass sie ihre Browser aktualisieren. Und hier muss man nicht nur von Video sprechen, sondern auch von eLearning-Systemen, Onlinewerbung oder anderen interaktiven Anwendungen wie zum Beispiel Onlinespielen.

Sehr schön illustriert das gerade eine aktuelle Meldung. Der Pornoriese Digital Playground plant die Umrüstung auf HTML 5. Klar, man will auch iPhone-Nutzer erreichen, wenn man schon keine passenden Apps an Steve Jobs´ Zensoren vorbeischmuggeln kann. Allerdings wird erst umgerüstet, sobald die alten Browser „aufgeschlossen“ haben. Das kann dauern. Ein  klassisches Henne-Ei-Problem. Auch YouTube hat sich klar zu Flash bekannt.

Adobe wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn die nächsten Versionen von Flash und Dreamweaver nicht über einen HTML5-Export verfügten. Das in Flash-CS5 vorgestellte Format XFL ist ja bereits der halbe Weg dorthin. Und dann wird es heißen: Mein Browser kann HTML5 und besitzt ein funktionierendes Flash-PlugIn.

Und die Android-Gemeinde wird Apple schon einheizen in Sachen Flash-Unterstützung. Schließlich hat sie bereits den größeren Marktanteil im Mobilesegment und dort läuft Flash.

Zitierte Studien und weiterführende Links

(mm),

Weitere Beiträge:

Über Frank Puscher

Autor der Fachbücher "Leitfaden Web-Usability", "Flash MX-Das Kochbuch" und "Die Tricks der Internet Künstler". Frank Puscher ist nicht nur ein angesehener Autor, der für zahlreiche Fachzeitschriften tätig ist, er ist auch als Schulungsleiter und Berater erfolgreich.

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18 Kommentare zu Denkanstoß: HTML5 gegen, mit oder für Flash?

  1. Bata 1. Juli 2010 at 11:21 #

    Man kann den Browserherstellern aber bislang keinen Vorwurf machen, dass HTML5 nicht unterstützt wird. Schließlich ist der Standard noch nichtmal ansatzweise vom W3C verabschiedet. Die Frage “HTML5 ja oder nein” wird sich daher realistisch erst in zwei bis drei Jahren stellen, frühestens!

  2. Andreas 1. Juli 2010 at 12:47 #

    “HTML5 gegen, mit oder für Flash?” ist aktuell eine politische Frage, keine technische.

    Im Endeffekt wird es davon abhängen, wer von den Akteuren (Google, Adobe, Apple und Microsoft, auch mit Allianzen) die grössere Marktmacht hat, um “sein” Ding durchzudrücken, in den nächsten Jahren.

  3. Alexander Trefz 1. Juli 2010 at 15:12 #

    Silverlight hat nie versucht Flash herauszufordern. Das hat Microsoft immer betont. Silverlight ist ein “RIA-Framework” für Business Apps. es war nie dazu gedacht spielereien auszuführen wie Flash. Flash hingegen wird oftmals schlicht falsch genutzt, für die meisten momentanen Anwendungen von Flash ist Javascript vorhanden und besser geeignet. Flash wird in den nächsten 10 Jahren die gleiche entwicklung wie der IE6 nehmen, Es wird ein verhasstes viel zu langsahmes veraltetes Plugin sein, welches auch noch die ladegeschwindigkeit von webseites dramatisch erhöht.

  4. 123 1. Juli 2010 at 16:32 #

    Flash wird in diesem Leben nicht barrierefrei sein, weil Adobe von allem möglichen etwas versteh, aber nichts von Barrierefreiheit. Seit zehn Jahren erzählen wir Adobe, dass Barrierefreiheit ein Bestandteil von PDF werden muss. Der Status Quo ist, dass 99 Prozent der PDFs nicht barrierefrei ist, weil Adobe die Sache so frickelig gemacht hat, dass kein gesunder Mensch das auf sich nimmt.

  5. Giro 1. Juli 2010 at 16:41 #

    @ Alexander Trefz: Das könnte man dann über eine Flashplayer-Version sagen… aber nicht über den Player allgemein! Der wird ja ständig weiterentwickelt und da wird Adobe sicher nicht nachlassen. Des weiteren würde ich sagen das der Ruf von HTML 5 genau so schnell in die Knie geht wie der von Flash wenn die Leute erstmal raffen das die verhassten Animationen und Werbebanner auch in HTML 5 erstellt werden können!

  6. alexander 3. Juli 2010 at 12:30 #

    Toller Titel, welcher einen denken läßt etwas anderes zu bekommen, als das leidige und traurige Gegenüberstellen von Flash/HTML5 als größte Konkurrenten. Leider schafft es der Autor dann doch nicht, aus dem HTML5 vs. Flash Schema auszubrechen. Solche Artikel gibt es inzwischen wie Sand am Meer und keiner braucht einen weiteren, der dem nichts Neues hinzufügt.

    Als “Flash-Liebhaber” und gleichzeitiger “Apple-Skeptiker” ist man bestimmt auch nicht “bestens aufgestellt” einen ernstzunehmenden und ausgewogenen Artikel zu schreiben, besonders dann nicht, wenn die eigene HTML 3.02! Webseite nicht ohne ein Frameset auskommt, invalide ist, eine semantische Katastophe darstellt – einfach nur peinlich ist.

  7. Jarek Sarbiewski 3. Juli 2010 at 19:21 #

    Zitat von Alexander Trefz:
    Flash wird in den nächsten 10 Jahren die gleiche entwicklung wie der IE6 nehmen, Es wird ein verhasstes viel zu langsahmes veraltetes Plugin sein, welches auch noch die ladegeschwindigkeit von webseites dramatisch erhöht.

    Es ist eine echt mutige These für die Prognose der nächsten 10 Jahre. Die Ladegeschwindigkeit von Flash-Websites hängt eher vom Entwickler solcher Seiten ab und nicht an Flash. Falls es dann doch mal Seiten gibt die hoch qualitative Videos enthalten die etwas lange Laden, sind es genau solche Leute wie du die sich diese Videos gerne anschauen möchten und dann hier über die Ladegeschwindigkeit lästern. Schliesslich dreht sich die Weltkugel. Wieso soll man die vorhandenen Bandbreiten die es heute gibt nicht ausnutzen für neue beeindruckende Erlebnisse im Internet. Schalte doch gleich alle Bilder und Animationen auf Webseiten aus, damit du auch nur noch Text lesen kannst. Schliesslich geht es ja nur um die Informationen die man schnell haben möchte, sofern es nach deiner Auffassung geht.

    Zitat von alexander:
    Als “Flash-Liebhaber” und gleichzeitiger “Apple-Skeptiker” ist man bestimmt auch nicht “bestens aufgestellt” einen ernstzunehmenden und ausgewogenen Artikel zu schreiben…

    Ich finde den Artikel ziemlich Neutral geschrieben. Er geht auf die Vorteile und Nachteile beider Parteien ein. Der Artikel an sich ist nichts neues, da gebe ich dir recht. Aber um so mehr kann man Herrn Puscher nicht vorwerfen, dass er unparteiisch sei, da er alle seine Argumente mit den bereits vorhandenen Artikeln untermauern kann.

    In meiner Laufbahn als Entwickler von Webseiten hatte ich zuerst auch mit Javascript, HTML und CSS angefangen. Ich persönlich bin mittlerweile auch ein Flashliebhaber, betrachte aber gerne die Entwicklung von HTML5 und den Browsern.

    Ich finde HTML in Verbindung mit CSS und den ewigen Krieg der Browser und was diese Unterstützen und wie unterschiedlich diese den Content wiedergeben viel Schlimmer wie der fehlende offene Standard bei Flash. Was bringt ein Standard wenn sich die Browserhersteller nur bedingt daran halten. Den Flash-Plugin kann sich jeder wie er möchte herunterladen und bekommt auf jeden Browser den gleichen Inhalt angezeigt wie es vom Entwickler bestimmt worden ist. Da finde ich es auch nur Schade, dass Steve Jobs mit allen Mitteln versucht Flash zu verbannen um sein eigenen X-Code zu verbreiten und dann mit so einem schwachen Vorwand aufkommt das Flash unstabil sei was ja auch mit seiner Plattform zu tun hat und nicht nur mit Flash. Was ich bei Flash z.B überhaupt nicht mag ist einfach die Indizierbarkeit der Suchmaschienen. Da hat Flash wirklich Nachholbedarf was man in der neuen Version 10.1 einfach nur vermisst.

  8. alexander 4. Juli 2010 at 23:47 #

    @Jarek
    HTML5 ist nie angetreten, Flash überflüßig zu machen. Diese Flash vs. HTML5 Artikel nerven und helfen bei der Weiterentwicklung der jeweiligen Plattformen nicht weiter, obwohl dies eigentlich unser Ziel sein sollte. HTML-Entwickler sollten grundsätzlich aus Ihrer Sicht die HTML-Standards kritisieren und Flasher, die Entwicklung ihrer Wekzeuge und ihrer Flashplattform. Stattdessen wird hier ständig die absolute Konkurrenzschiene gefahren.

    > Zitat von Jarek:
    Ich finde den Artikel ziemlich Neutral geschrieben. Er geht auf die Vorteile und Nachteile beider Parteien ein.

    Den Artikel kann man ernst gemeint nicht als ausgewogen bezeichnen. Für die 3 gefundenen Nachteile von Flash werden insgesamt 2 Absätze (4 Sätze) aufgewendet. Für die “Nachteile von HTML5″ hat man sich dann doch ein bißchen mehr Platz gegöhnt und praktisch für jeden Nachteil ein eigenes Kapitel geschrieben. Umgedreht sieht es dann bei den Vorteilen aus.

    Zitat von Jarek:
    > Aber um so mehr kann man Herrn Puscher nicht vorwerfen, dass er unparteiisch sei, da er alle seine Argumente mit den bereits vorhandenen Artikeln untermauern kann.

    Ja, unter den Millionen Artikeln kann man sich dann ja auch die richtigen Referenzen schön einseitig zusammensuchen und dann teilweise zusammenhangslos einstreuen. Nur, wenn es um nackte Zahlen geht, klappt das anscheinend nicht:

    > Zitat Puscher:
    Somit kommt die volle HTML5-Herrlichkeit auf einen aktuellen Marktanteil von etwa 20 Prozent, was kaum als „Standard“ zu bezeichnen ist.

    Laut verlinkter webtrekk-Erhebung liegt der Anteil von modernen HTML 5 fähigen Browsern (canvas + video/audio + mehr) bei über 50% (wichtig für den europäischen Raum) und bei marketshare bei über 30%. Würde man nur die spezielle HTML5 Drag-n-Drop API als Grundlage nehmen, wären es sogar über 90%.

    Flash ist die häufigste Ursache für Browserabstürze. Das ist schlichweg Fakt und es hilft leider nicht weiter, die Schuld hierfür einem Browser oder einem Betriebssystem zu zuschieben oder damit zu erklären, daß Flash jetzt 3D etwas besser kann. Ein Webentwickler – gleichgültig ob HTML- oder Flashentwickler – muß nunmal mit der Tatsache klar kommen, daß sein Produkt in vielen Umgebungen laufen sollte/muß. Wer damit nicht klarkommt, schreibt solche Artikel.

    Fazit:
    Die Tatsache, daß Flash seit Jahren als “die RIA Plattform” gepredigt wird, aber gleichzeitig die populärsten und erfolgreichsten RIAs mit HTML, CSS und JavaScript gebaut werden, ringt mir nur ein müdes Lächeln ab :-) .

    Oder versöhnend gesagt: HTML hat seine Einsatzbereiche und Flash hat seine. Zusammen kann man sich entweder streiten und dabei nicht von der Stelle kommen oder sich gegenseitig pushen und gemeinsam coole Sachen machen.

    Das wäre vielleicht ein Denkanstoß gewesen. Dieser Artikel war kein Denkanstoß, sondern ein Brief an Steve Jobs. (leider in falscher Sprache und ans falsche Publikum).

  9. Helen 5. Juli 2010 at 02:55 #

    “Somit kommt die volle HTML5-Herrlichkeit auf einen aktuellen Marktanteil von etwa 20 Prozent, was kaum als „Standard“ zu bezeichnen ist.”

    > Das entspricht nicht meinen Erfahrungen. Meine Webseite läuft seit vier Monaten mit HTML5. Der Anteil an IE-Benutzern liegt bei 25 Prozent, und bisher hat noch keiner davon nicht auf den Ersatzlink im Video-Element geklickt. Das klappt sogar bei Besuchen während der Bürozeit mit IE7.

    Obwohl ich nicht viel programmiere, verstehe ich nicht, warum man ActonScript weiter verwenden sollte, wenn man in HTML5 Javascript als eine Sprache für alles hat. Hier ergibt sich doch die fabelhafte Chance, daß Designer, Entwickler und Programmierer mit derselben Werkzeug arbeiten.

    Was noch fehlt, ist ein SVG-Editor, der zugleich mächtig ist als auch gutes Markup schreibt.

  10. Dirk Schmidt 5. Juli 2010 at 10:01 #

    HTML5 liegt als (mittlerweile sechster!) Arbeitsentwurf einer Spezifikation vor, die sich selbst als Obermenge der bestehenden Standards HTML 4.01, XHTML 1.0 und DOM HTML Level 2 definiert. Nach Fertigstellung soll HTML5 diese Standards ersetzen. Leider ist zu befürchten, dass das W3C (World Wide Web Consortiums) die (dringend benötigten) Standards (wenn überhaupt) viel zu spät verabschiedet. Bis dahin werden RIAs (Rich Internet Applications) als nächste Generation leistungsstarker Software-Anwendungen das Internet gewaltig umgekrempelt haben …

  11. Reinhard Neidl 6. Juli 2010 at 15:12 #

    HTML5 vs Flash?
    Ich dachte es lautet: SVG vs Flash!
    Da war doch was…
    HTML5 mit forms, canvas und co. geht doch eher eine andere Richtung als das AddOn Flash.

  12. Jarek Sarbiewski 12. Juli 2010 at 18:52 #

    Ich denke, dass genau diese Diskussion noch sehr lange andauern wird. Im Endeffekt werden alle Technologien irgendwo ihren Stand im Web halten können und das Thema Flash und HTML5 wird weiterhin für zwiespältige Meinungen sorgen.

    Gerade jetzt

    erweitert Adobe sein senkrechtstarter Flash um die Fähigkeit der 3D-Darstellung. Damit ist natürlich eine Schnittstelle wie z.B OpenGL gemeint, dass zur Nutzung der Grafikkarte für die 3D-Darstellung genutzt wird.

    Zwar gibt es sowas schon von Google oder den Unity-WebPlayer doch Flash ist einfach durch seine Verbreitung das einzigste PlugIn, dass diese Technologie ernsthaft im Web durchsetzen kann.

    Man muss sich nur mal vorstellen welche Möglichkeiten diese Technologie in Webseiten bringt. In Einsatzgebieten wie 3D-Raumplanung, 3D-Spiele oder sogar komplette Webseiten in 3D ohne Performanceeinbusen.

    So wie es damals schon war, als man erkannte, dass Flash zu viel mehr taugt als nur als Werbebanner. Werden die Flasher in zukunft mit der 3D-Technik garantiert nicht nur Web-Spiele produzieren.

    Ich freue mich jetzt schon drauf !

    mit HTML6 wird dann vielleicht ein 3D-Tag eingeführt :-)

  13. creezy 3. August 2010 at 10:27 #

    Erst einmal danke für den ausgewogenen Artikel.

    Aber ich muss nachbessern, Jobs hat nicht gesagt: „Flash wäre nicht geeignet für Touch-Systeme wie iPhone oder iPad.“ Er hat nur kritisiert, dass die Flash-Anwendungen für Smartphone immer wieder neu angepasst werden müssen und einige Flash-Aktionen (zum Zeitpunkt seiner Aussage) schlicht auf Smartphones nicht liefen. Da hat(te) er ja auch Recht.

    Aber all‘ das ist immer eine Frage der Entwicklung. Insofern ist das Argument 20% Marktanteil halte momentan HTML5 inne kein echtes gegen HTML5. Das ist nur eine Frage von wenigen Wochen. Auch Flash hat schon mal vor langer Zeit nur einen Marktanteil von nur 5% und trotzdem wurde es gehypt, gefeiert und eingesetzt wie blöd. So ändert man ja bekanntermaßen Marktanteile. ;-)

  14. oliver 3. August 2010 at 11:55 #

    Interessant, dass sich die Diskussion auch nach so langer Zeit nicht weniger emotional darstellt als am Anfang.

  15. 5olio 9. August 2010 at 08:47 #

    Toller Titel, welcher einen denken läßt etwas anderes zu bekommen, als das leidige und traurige Gegenüberstellen von Flash/HTML5 als größte Konkurrenten. Leider schafft es der Autor dann doch nicht, aus dem HTML5 vs. Flash Schema auszubrechen. Solche Artikel gibt es inzwischen wie Sand am Meer und keiner braucht einen weiteren, der dem nichts Neues hinzufügt.

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