Für gespeicherte Daten hat jedes Unternehmen Regeln, Prüfungen und Verantwortliche. Für Daten, die das Haus verlassen, fehlt all das meistens. Der Münchner Anbieter FTAPI will genau diese Lücke auf der it-sa 2026 schließen und baut dafür sein Portfolio um.

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FTAPI nennt das Problem ein System of Exchange: die Summe aus Werkzeugen, Prozessen, Protokollen und Gewohnheiten, über die sensible Daten die Unternehmensgrenze passieren. Entworfen hat dieses System niemand, vollständig abbilden kann es kaum jemand. Vom 27. bis 29. Oktober zeigt der Anbieter in Nürnberg (Halle 7, Stand 508), wie daraus eine steuerbare Infrastruktur werden soll.

Das Wichtigste in Kürze

  • FTAPI stellt auf der it-sa 2026 eine neue Infrastruktur-Strategie für den Datenaustausch vor.
  • Statt einzelner Produkte für einzelne Übertragungswege soll eine übergreifende Plattform den gesamten ausgehenden Datenverkehr kontrollieren.
  • Als Treiber nennt der Anbieter dezentrale KI-Werkzeuge sowie den Nachweisdruck durch NIS-2 und DSGVO.
  • FTAPI wurde 2010 gegründet, betreut nach eigenen Angaben über 2.000 Organisationen und betreibt seine Plattform ausschließlich auf Servern in Deutschland.

Warum reicht ein sicherer Übertragungsweg nicht mehr?

Schwarzer Aktenordner mit orangefarbenen Fäden und Anhänger „Wohin?“ vor weißem Hintergrund
Organisationen haben Systeme zur Datenspeicherung, aber keine standardisierten Prozesse für den Datenaustausch. Dadurch fehlt die Nachverfolgung von Informationsflüssen

Für die Speicherung kritischer Daten existiert in den meisten Organisationen ein System of Record mit klar definierten und geprüften Prozessen. Für den Austausch derselben Daten gibt es kein vergleichbares Gegenstück. Entsprechend selten lässt sich lückenlos belegen, welche Informationen mit wem, über welche Kanäle und nach welchen Regeln geteilt wurden.

Den Handlungsdruck verortet FTAPI an zwei Stellen. Mit dezentralen KI-Werkzeugen fließen immer mehr sensible Unternehmensdaten über Infrastrukturen außerhalb Europas. Gleichzeitig verlangen NIS-2 und DSGVO Nachweise, und NIS-2 nimmt dabei ausdrücklich die Geschäftsleitung in die Haftung. Isolierte Punktlösungen schaffen in dieser Lage aus Sicht des Anbieters nur neue Silos, statt das Problem zu lösen.

Wer Datenaustausch heute noch über isolierte Einzelprodukte absichern will, verliert den Kampf gegen die Komplexität.“

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was zeigt FTAPI auf der it-sa 2026?

  • Vortrag von Ari Albertini am Mittwoch, 28. Oktober, um 12:00 Uhr: „Warum jedes Unternehmen seinen Datenaustausch verbockt“. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Richtlinien scheitern und wie technische Leitplanken Datenflüsse automatisch absichern.
  • Gemeinsamer Vortrag mit secunet am selben Tag um 15:00 Uhr: „Vom Blindflug zur Kontrolle. Oder: Wie souveräne KI den Datenaustausch absichert“. Thema ist die Kombination aus europäischer KI-Infrastruktur und automatisierter Datenklassifizierung.
  • Live-Demos am Stand zeigen den neuen Infrastruktur-Layer und seine technische Integration.

Wie der neue Layer technisch aufgebaut ist, lässt die Ankündigung offen. Angaben zu Schnittstellen, Preisen oder Verfügbarkeit fehlen bislang. Die bestehende Plattform erfüllt laut FTAPI die Standards ISO 27001 und BSI C5 Typ II.

Viele Datenlecks entstehen nicht im Rechenzentrum, sondern beim schnellen Versand an einen externen Partner. Wer diesen Moment nicht belegen kann, steht bei einer NIS-2-Prüfung mit leeren Händen da.“

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Für IT-Verantwortliche lohnt sich vor dem Messebesuch ein einfacher Selbsttest: Lässt sich für die letzten 30 Tage belegen, welche vertraulichen Dateien an welche externen Empfänger gegangen sind? Wer darauf keine schnelle Antwort hat, kennt sein eigenes System of Exchange noch nicht.

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