PISA 2025 fällt für Deutschland so schlecht aus wie nie seit dem ersten Test im Jahr 2000. Rund ein Drittel der 15-Jährigen erreicht in Mathematik nicht einmal das Grundniveau. Der ifo-Ökonom Ludger Wößmann beziffert die langfristigen Kosten für den Wohlstand in Billionenhöhe. Damit wird der Bildungsbefund zur Standortfrage.

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PISA 2025 liegt seit dem 8. September auf dem Tisch, mit einem ernüchternden Ergebnis für Deutschland. Über alle drei Kernbereiche hinweg rutschen die 15-Jährigen auf das Mittel der OECD-Staaten, nach einer Position noch leicht darüber im Jahr 2022. Für Geschäftsführer und Personalverantwortliche zählt dabei weniger der Ranglistenplatz als die Frage, wer die Betriebe in zehn Jahren besetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • OECD-weit erreicht jeder fünfte 15-Jährige in Naturwissenschaft, Mathematik und Lesen nur noch das unterste Niveau, nach 16 Prozent im Jahr 2022.
  • Deutschland fällt über alle drei Kernbereiche auf den OECD-Durchschnitt zurück, rund ein Drittel verfehlt in Mathematik das Grundniveau.
  • Der ifo-Ökonom Ludger Wößmann rechnet über 80 Jahre mit knapp 21 Billionen Euro entgangenem Bruttoinlandsprodukt.
  • Für den Mittelstand verschärft der Befund die Ausbildungs- und Fachkräftelage der kommenden Jahre.

Wie tief ist der Absturz wirklich?

Schiefer Holzstapel mit Flagge auf orangefarbenem Stein
PISA 2025 dokumentiert sinkende Leistungen: Jeder fünfte 15-Jährige verfügt OECD-weit über schwache Fähigkeiten in Mathe, Naturwissenschaften und Lesen

Die neue Erhebung PISA 2025 bestätigt einen Abwärtstrend, der die deutschen Schulen seit gut fünfzehn Jahren begleitet. OECD-weit zählt inzwischen jeder fünfte 15-Jährige in Naturwissenschaft, Mathematik und Lesen zur schwachen Gruppe, nach 16 Prozent drei Jahre zuvor. Die Lesekompetenz sank im OECD-Schnitt zwischen 2015 und 2025 um 28 Punkte, umgerechnet rund eineinhalb Lernjahre.

Warum der Standort ins Wanken gerät

Der wirtschaftliche Hebel dahinter ist gut belegt. Ludger Wößmann, Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, hat für die Bertelsmann-Stiftung errechnet, dass bessere Schulleistungen dem Land über 80 Jahre knapp 21 Billionen Euro zusätzliches Bruttoinlandsprodukt bringen könnten. Der drohende Wohlstandsverlust summiert sich über Jahrzehnte, weil schwächere Grundkompetenzen die Produktivität einer ganzen Erwerbsgeneration senken.

Deutschland diskutiert seit Jahren über KI und Fachkräfteeinwanderung, während die eigene Nachwuchsbasis leise, aber stetig wegbricht. Ohne solide Grundkompetenzen in der Schule verpufft jede Digitalstrategie, weil am Ende die Fachkräfte fehlen, die diese Pläne tragen“, Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was heißt das für den Mittelstand?

Für Betriebe verschiebt sich mit jedem schwachen Jahrgang die Ausbildungsreife nach unten. Ein Jugendlicher, der schon an einer einfachen Dreisatzaufgabe scheitert, tut sich in einer technischen Ausbildung mit steigenden Anforderungen schwer. Viele Mittelständler besetzen ihre Lehrstellen ohnehin nur mit Mühe. Wie sehr sich die Wahl zwischen Ausbildung und Studium und die Suche nach krisenfesten Berufen zuspitzt, zeigen die Arbeitsmarkt-Analysen von drweb.de.

Was Betriebe jetzt tun können

Auf kurze Sicht bleibt Betrieben vor allem die Eigenvorsorge. Betriebliche Förderprogramme und ein früher Draht zu den Schulen der Region gleichen teilweise aus, was das Bildungssystem gerade nicht liefert. Zugleich lohnt der nüchterne Blick auf die nachrückenden Jahrgänge, die knapp und zugleich wählerisch sind, wie die Analyse zu den Erwartungen von Gen Y und Z zeigt.

Der Rückgang trifft nicht nur Deutschland. OECD-weit markiert PISA 2025 die schwächsten Durchschnittswerte in Lesen und Mathematik seit Beginn der Messungen. Erstmals liefert die Studie zudem Daten dazu, wie Jugendliche künstliche Intelligenz für Schularbeiten nutzen. Für den Standort bleibt der Auftrag klar: Die Grundschule entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit von übermorgen, lange bevor eine Fachkräftekampagne greift.

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