Oomwoo ist ein quelloffener Saugroboter, den man aus Standardteilen selbst zusammenbaut, ganz ohne Cloud und ohne Herstellerbindung. Das Projekt von Maker’s Pet legt Baupläne, Firmware und Platine offen. Noch ist der Roboter nicht fertig, doch die Idee trifft einen wunden Punkt der Branche.

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Oomwoo stellt sich gegen die geschlossene, cloudgebundene Bauweise handelsüblicher Saugroboter. Alles vom 3D-druckbaren Gehäuse über die Stückliste bis zur Steuerungssoftware liegt offen, unter der Apache-Lizenz 2.0. Für rund 87 bis 174 Euro an Teilen plus einem Raspberry Pi soll das Gerät einem Mittelklasse-Modell für gut 500 Euro nahekommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Voll offen: CAD-Dateien, Stückliste, ROS-2-Pakete, Firmware und eine eigene Platine.
  • Ohne Cloud: Der Roboter arbeitet lokal, ohne Herstellerbindung.
  • Günstig: rund 87 bis 174 Euro an Teilen plus Raspberry Pi 5.
  • Noch in Arbeit: Die erste Stückliste ist für Mitte Juli 2026 geplant.

Warum baut jemand einen Saugroboter selbst?

Geöffneter Saugroboter mit transparentem Gehäuse, Werkzeug und „Open Source“-Schild
Quelloffener Saugroboter mit lokaler Steuerung schützt vor Fernzugriffen und verhindert Herstellerkontrolle über Updates

Ein lokal arbeitender, quelloffener Roboter nimmt Angreifern die Fernzugriffsfläche und dem Hersteller die Macht, das Gerät per Update lahmzulegen. Der Ansatz ist eine direkte Antwort auf dokumentierte Sicherheitsprobleme geschlossener Geräte.

2024 ließen sich Ecovacs-Modelle laut mehreren Berichten über Bluetooth kapern, samt Kamera und Mikrofon an Bord. Ein offenes Gerät ohne Cloud verkleinert diese Angriffsfläche, weil kein ständiger Draht nach außen besteht.

Technisch setzt Oomwoo auf einen Raspberry Pi 5, einen 2D-LiDAR zur Kartierung und die Roboter-Software ROS 2 mit Nav2, dazu eine native Anbindung an Home Assistant. Der Vergleich zu kommerziellen Robotern liegt nahe, wie ihn auch der Heimroboter Isaac 1 aufwirft.

Was bedeutet das für Reparierbarkeit und Datenschutz?

Saugroboter und Tresor mit Notizen auf Fliesenboden
Ohne Cloud bleibt die Wohnungskarte im Haus, was die DSGVO-Bewertung erleichtert.

Ein Gerät, das man verstehen, beschaffen und reparieren kann, ist die Idealform dessen, worauf die EU mit dem Recht auf Reparatur ohnehin zusteuert. Die Richtlinie von 2024 drängt Hersteller genau in diese Richtung.

Auch beim Datenschutz punktet der Verzicht auf die Cloud. Ein Roboter mit Kamera und LiDAR, der die Wohnungskarte niemals hochlädt, lässt sich unter der DSGVO deutlich leichter rechtfertigen als ein cloudgebundenes Modell.

Für den Praxiseinsatz gilt trotzdem Geduld. Oomwoo ist ein laufendes Projekt, kein fertiges Produkt, die finale Bauanleitung ist erst gegen Ende August 2026 vorgesehen, bis dahin lohnt ein Blick in den offenen Entwicklungsstand.

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