Läuft Siri jetzt auf Google? Im Kern ja.

Markus Seyfferth
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
Läuft Siri jetzt auf Google? Im Kern ja.

Siri AI läuft im Kern künftig auf einem Modell von Google, und das ist die eigentliche Nachricht der diesjährigen WWDC. Apple hat auf seiner Entwicklerkonferenz am 8. Juni 2026 eine rundum erneuerte Apple-Intelligence-Architektur vorgestellt, deren Fundament ein maßgeschneidertes Gemini-Modell bildet. Für ein Unternehmen, das KI stets auf eigenen Wegen entwickeln wollte, ist das ein bemerkenswertes Eingeständnis.

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Rund 870 Millionen Euro im Jahr zahlt Apple Berichten zufolge an Google, um Siri AI mit dessen Technik zu betreiben. Die neue Architektur kombiniert dabei zwei Welten: leichte Aufgaben auf dem Gerät, schwere Anfragen in der Cloud. Tim Cook führte durch seine letzte Keynote als Vorstandschef, bevor er das Amt im September abgibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Apple baut Siri AI auf einem angepassten Google-Gemini-Modell auf, das in Apples Rechenzentren läuft.
  • Die Architektur ist hybrid: Apple-Silicon-Modelle auf dem Gerät, Gemini in der Cloud über Private Cloud Compute.
  • Eine eigenständige Siri-App synchronisiert Gespräche per iCloud über iPhone, iPad, Mac und Vision Pro.

Wie ist die neue Siri aufgebaut?

Grüner Apfel mit Stiel und grünem Trinkhalm auf weißem Grund
Apple nutzt eigene Modelle auf dem Chip für Sprache und Kontext, komplexe Anfragen gehen verschlüsselt an Googles Cloud-Gemini

Geteilte Last beschreibt die Architektur am besten. Aufgaben wie ausdrucksstarke Stimmen, Diktat, das Verstehen des Bildschirminhalts und schnelle Zugriffe auf den persönlichen Kontext erledigen Apples eigene Modelle direkt auf dem Apple-Silicon-Chip. Anfragen mit Weltwissen oder komplexem Denken wandern an das Gemini-Modell in der Cloud, abgeschirmt über Private Cloud Compute.

Voller Chatbot wird Siri durch die neue App. Sie merkt sich frühere Gespräche, greift auf Nachrichten, E-Mails und Fotos zu, beantwortet Fragen zum Bildschirminhalt und führt mehrstufige Befehle quer durch Apps aus. Das versprochene persönliche Kontextverständnis aus dem Jahr 2024 löst Apple damit endlich ein, nachdem es einen Rechtsstreit über die verfrühte Vermarktung beigelegt hatte.

Apple verkauft Privatsphäre als Kernversprechen und holt sich nun das Gehirn beim größten Datensammler der Branche. Das technische Konstrukt mag sauber sein, die Botschaft an die Konkurrenz ist trotzdem laut.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was sollten Nutzer im DACH-Raum wissen?

Silberne Kugel mit Google-Halterung und orangefarbenem Ring auf weißem Hintergrund
Apples neue Siri-AI-Funktionen starten zunächst nicht in der EU. Apple lässt den Freigabezeitpunkt offen

EU wartet länger heißt die ernüchternde Nachricht für hiesige Anwender. Die neuen Siri-AI-Funktionen starten zunächst nicht in der Europäischen Union, ein Muster, das sich bei Apple Intelligence wiederholt und das wir bereits im Beitrag zum EU-iPhone beschrieben haben. Wann die Freigabe kommt, lässt Apple offen.

Wer ChatGPT bevorzugt, kann es weiterhin für einzelne Anfragen einbinden, doch der Standardunterbau ist nun Gemini. Behalten Sie im Blick, welches Modell Ihre Daten verarbeitet, gerade im geschäftlichen Einsatz. Die offiziellen Details zur neuen Generation finden Sie auf Apples Apple-Intelligence-Seite. Prüfen Sie vor dem Update, ob Ihre Geräte und Ihre Region die Funktionen überhaupt erhalten.

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Markus Seyfferth
Autor
ist seit 2019 geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Web. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Dr. Web Magazins und bringt seine Expertise in den Bereichen Webdesign, Webentwicklung, WordPress, SEO sowie Online Marketing ein. Zudem verfasst er regelmäßig Fachartikel, um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen und anderen im Online Marketing weiterzuhelfen.
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