Google hat angekündigt, das Unternehmensprofil (früher „Google My Business“) direkt mit Analytics verknüpfbar zu machen. Anrufe, Wegbeschreibungen und Buchungen erscheinen damit erstmals neben den Website-Zahlen in GA4. Für lokale Anbieter endet damit schon bald das Zusammentragen der Daten aus mehreren Google Tools.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Google Business Profile lässt sich ab sofort direkt mit Google Analytics verknüpfen. Wegbeschreibungen und Anrufe entstehen im Profil, die Conversions dagegen auf der Website. Bisher lagen die Daten dazu in getrennten Werkzeugen. Genau diese Lücke schließt die neue Verknüpfung, und sie betrifft jedes Unternehmen mit lokaler Kundschaft.
Das Wichtigste in Kürze
- Google verbindet das Unternehmensprofil nativ mit GA4, ganz ohne UTM-Parameter.
- Sieben Profil-Metriken erscheinen in einer eigenen Berichtssammlung, darunter auch Anrufe und Wegbeschreibungen.
- Die Einrichtung läuft über die Verwaltung unter Produktverknüpfungen und braucht passende Rechte in beiden Konten.
- Die Profildaten reichen nur bis zu sechs Monate zurück
- Der Rollout startet ab Juni 2026 und erreicht die Konten über mehrere Wochen.
Was ändert sich gegenüber dem UTM-Workaround?

Bisher führte nur ein Umweg zu Profildaten in Analytics. Mit einem UTM-Parameter am Website-Link sahen Sie zwar, wie viele Besucher von dort auf die Seite kamen. Alles, was direkt in Suche und Maps passierte, blieb jedoch unsichtbar. Ein Anruf oder eine angefragte Route tauchte dort nie auf. Mit der nativen Verknüpfung erfasst GA4 diese Aktionen erstmals ohne Website-Klick und ohne manuelles Tagging.
Welche Kennzahlen landen in GA4?
Nach der Verknüpfung erscheint eine eigene Berichtssammlung für das Unternehmensprofil, die nur bei aktiver Verbindung sichtbar bleibt. Darin bündelt Google sieben aggregierte Kennzahlen:
- Interaktionen gesamt
- Website-Klicks
- Anrufe
- Wegbeschreibungen
- Nachrichten
- Buchungen
- Menüaufrufe
Anders als im Profil-Dashboard sehen Sie in Analytics alle Metriken, auch die, die zur Branche nicht passen. Ein Handwerksbetrieb sieht also auch die Menü-Spalte, die für ihn leer bleibt.
Wie richten Sie die Verknüpfung ein?

Die Einrichtung dauert wenige Minuten, setzt aber die richtigen Rollen voraus. In der Analytics-Property brauchen Sie die Rolle Bearbeiter oder Administrator, im Profil die Berechtigung Inhaber oder Manager. Der Weg führt über die Verwaltung:
- In der Verwaltung unter Produktverknüpfungen auf „Google-Unternehmensprofil-Links“ klicken.
- Auf „Verknüpfen“ klicken und die Profile auswählen, die Sie verwalten.
- Die angezeigte Datenfreigabe prüfen und die Verknüpfung bestätigen.
- Die Daten erscheinen anschließend in der neuen Berichtssammlung.
Die vollständige Anleitung in der Google-Hilfe listet jeden Schritt samt Sonderfällen auf.
Lokales Marketing wurde jahrelang über drei Dashboards gemessen und zum Monatsende von Hand zusammengerechnet. Diese Verknüpfung spart genau die Stunde, die niemand gern ins Reporting steckt.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Wo stößt die Integration an Grenzen?

So praktisch der zentrale Blick ist, ein paar Einschränkungen sollten Sie einplanen. Bei mehreren verknüpften Profilen erscheinen in GA4 nur aggregierte Summen, einzelne Standorte lassen sich weder trennen noch filtern. Die Profil-Kennzahlen stehen außerdem nicht für Explorationen oder eigene Vergleiche zur Verfügung. Die gespeicherten Profildaten umfassen nur die letzten sechs Monate, selbst wenn Sie einen längeren Zeitraum wählen. Für Subproperties funktioniert die Verknüpfung gar nicht, was größere Konten und Agenturstrukturen einschränkt. Adressänderungen im Profil erscheinen zudem erst mit kurzer Verzögerung.
Was heißt das für Werbebudget und Datenschutz?

Den größten Hebel verspricht Google bei der Werbe-Bewertung. Lokale Kampagnen können Sie jetzt mit der Profil-Reaktion vergleichen, etwa mit der Zahl der Wegklicks, und der Werbe-Effekt wird damit greifbarer. Datenschutzbewusste Betriebe in der DACH-Region sollten allerdings die Datenfreigabe genau lesen. Einzelne Datenpunkte lassen sich nicht auswählen. Mit der Verknüpfung teilen Sie alle sieben Metriken oder keine. Die Verbindung lösen Sie nur über die Analytics-Verwaltung wieder.
Lohnt sich das Verknüpfen für lokale Anbieter?

Für Betriebe mit einem Standort liefert die Verknüpfung sofort ein klareres Bild, weil Profil-Interaktion und Website-Verhalten nebeneinander stehen. Ein Geschäft mit 400 Weganfragen im Monat, das auf der Landingpage kaum konvertiert, zeigt ein anderes Problem als eines mit schwacher Profil-Resonanz. Für lokale Geschäftsmodelle bleibt Local SEO 2026 der pragmatische Hebel, und eine sauber aufgesetzte Google-Analytics-Property bildet die Grundlage. Einzelne Standorte werten Sie vorerst weiter über das Profil-Dashboard und die Performance API aus. Richten Sie die Verknüpfung zuerst in einer Test-Property ein, bevor Sie bestehende Berichte umstellen.
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