Geht Anthropic an die Börse? Der Antrag läuft.

Michael Dobler
Autor Dr. Web
2 Min. Lesezeit
Geht Anthropic an die Börse? Der Antrag läuft.

Der Claude-Entwickler Anthropic hat vertraulich Unterlagen für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Damit zieht das Unternehmen am Rivalen OpenAI vorbei und steuert auf eine der größten KI-Börsennotierungen zu.

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Mit dem IPO-Antrag von Anthropic nimmt das Rennen der großen KI-Labore an die Börse Fahrt auf. Das Unternehmen reichte am 1. Juni vertraulich einen Entwurf der Registrierung in Form eines S-1 bei der SEC ein. Zahl der Aktien und Preis stehen noch nicht fest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anthropic reichte vertraulich einen S-1-Entwurf bei der SEC ein.
  • Der Schritt folgt auf eine Finanzierungsrunde über rund 57 Milliarden Euro.
  • Die jüngste Bewertung liegt bei etwa 840 Milliarden Euro.

Was bedeutet die vertrauliche Einreichung?

Handglocke aus Messing mit Holzgriff und Gravur „S-1“ sowie Etikett „vertraulich“ auf weißem Hintergrund
Anthropic reicht vertraulichen S-1-Entwurf bei SEC ein, um Börsengang-Prozess zu starten, ohne Finanzdaten sofort offenzulegen

Ein vertraulicher S-1-Entwurf erlaubt es Anthropic, den Prüfprozess der SEC zu starten, ohne sofort alle Finanzdaten offenzulegen. Erst bei einem echten Börsengang würde das Unternehmen detaillierte Zahlen zu Finanzen, Risiken und Stimmrechten veröffentlichen. Der Zeitpunkt hängt nach eigenen Angaben von den Marktbedingungen ab.

Die Einreichung folgt kurz auf eine Finanzierungsrunde über umgerechnet rund 57 Milliarden Euro, die Anthropic auf etwa 840 Milliarden Euro Bewertung hob. Damit zog das fünf Jahre junge Unternehmen an OpenAI vorbei, das zuletzt mit umgerechnet rund 740 Milliarden Euro bewertet wurde.

Wie ordnet sich der Schritt im Markt ein?

Messing-Rezeptionsglocke mit Logo und orangefarbener Schwimmbrille auf Holzfuß
Anthropic erreicht annualisierte Umsatzrate von 41 Milliarden Euro durch Enterprise-Kunden und Claude Code. KI-IPOs von Anthropic, OpenAI und SpaceX geplant

Anthropic verdankt seinen Aufstieg vor allem dem Geschäft mit Unternehmenskunden, besonders der Programmiersoftware Claude Code. Die annualisierte Umsatzrate nennt das Unternehmen mit umgerechnet etwa 41 Milliarden Euro. Gleich drei KI-Börsengänge stehen dieses Jahr an, neben Anthropic auch OpenAI und SpaceX.

Für Anwender in Deutschland ist Anthropic längst präsent, etwa über das jüngst vorgestellte Modell Claude Opus 4.8. Wie sich der Markt sortiert, zeigen Übernahmen wie die von Cohere und Aleph Alpha. Die Funktionsweise der Modelle erklärt unser LLMs-Ratgeber.

Ein Börsengang zwingt selbst die verschwiegensten KI-Labore zu echten Zahlen. Genau dieser Blick in die Bücher fehlt der Branche bisher.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Achten Sie darauf, welche Finanzkennzahlen Anthropic im späteren Prospekt offenlegt, denn sie liefern den ersten belastbaren Maßstab für die Profitabilität großer KI-Anbieter. Die Mitteilung steht im Newsroom von Anthropic.

Mehr zu KI bei Dr. Web.

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Michael Dobler
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Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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