Die neue AWS-Cloud-Region in Saudi-Arabien hat jetzt einen Termin: Der Betrieb soll im Dezember 2026 starten. Zusammen mit dem klassischen Rechenzentrum baut Amazons Cloud-Sparte am Golf auch eine eigene KI-Zone auf, und genau die ist die eigentliche Nachricht.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- AWS startet im Dezember 2026 seine erste Cloud-Region in Saudi-Arabien und investiert dafür rund 4,6 Milliarden Euro (Kurs 0,87, Stand 31. August 2026).
- Die Region umfasst drei Verfügbarkeitszonen und ist die 40. AWS-Region weltweit.
- Mit dem Staatsfonds-Unternehmen Humain entsteht bis 2028 eine KI-Zone mit bis zu 50 Megawatt Leistung, bestückt mit AWS-Trainium- und Nvidia-Chips.
- Parallel baut AWS für 7,8 Milliarden Euro die European Sovereign Cloud in Brandenburg auf und verschärft damit den Kontrast der Datenräume.
Was kündigt AWS für Saudi-Arabien an?

AWS meldet den Start seiner ersten Cloud-Region in Saudi-Arabien für Dezember 2026 und beziffert die Investition auf 5,3 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 4,6 Milliarden Euro (Kurs 0,87, Stand 31. August 2026).[1] Die Region bringt drei Verfügbarkeitszonen und ist die vierzigste weltweit.
Der Schritt zahlt auf ein größeres Ziel ein. Bis 2030 peilt Saudi-Arabien an, dass künstliche Intelligenz rund 113 Milliarden Euro zur eigenen Wirtschaft beiträgt, und der Konzern verspricht Schulungsprogramme für Hunderttausende in der Region.
Warum ist die KI-Zone mit Humain der eigentliche Kern?
Über die klassische Cloud-Region hinaus richten AWS und der Staatsfonds-Ableger Humain in Saudi-Arabiens erster KI-Zone bis 2028 eine Kapazität von bis zu 50 Megawatt ein. Dort laufen AWS-eigene Trainium-Chips neben aktueller Nvidia-Hardware, gedacht für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle.[1]
Die Zahl verrät den eigentlichen Engpass. Über die KI-Kapazität entscheiden längst Strom und verfügbare Chips, und 50 Megawatt entsprechen der Anschlussleistung eines mittelgroßen Rechenzentrums. Wie schnell die Energie zum Nadelöhr wird, zeigt auch das geplante Kraftwerk für ein Rechenzentrum in Schlüchtern.
Humain gehört dem saudischen Staatsfonds PIF, der den Ausbau mit Ölmilliarden finanziert. Der Deal reiht sich in ein Muster am Golf ein, in dem auch die Emirate US-Hyperscaler mit staatlichem Kapital anlocken. „Saudi-Arabien baut die Rechenleistung für das Zeitalter der Intelligenz“, sagt Abdullah Alswaha, saudischer Minister für Kommunikation und Informationstechnologie.
Die KI-Zukunft entscheidet sich dort, wo Strom, Chips und Kapital zusammenkommen. Genau dieses Bündel zieht gerade an Europa vorbei in Richtung Golf.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Ausbau am Golf für europäische Anbieter?
Für Entscheider in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschiebt der Ausbau die Landkarte der Rechenleistung. Parallel steckt AWS 7,8 Milliarden Euro in die European Sovereign Cloud mit erster Region in Brandenburg, die Daten unter EU-Recht und getrennt von den US-Regionen hält.[2]
Der Unterschied liegt in Kontrolle und Zugriff. Die Brandenburg-Region verspricht Schutz vor dem Zugriff von US-Behörden, während die saudische KI-Zone an amerikanischer Chiptechnik hängt, die den US-Exportregeln unterliegt.
Für europäische Unternehmen bleibt entscheidend, wo die Trainingsdaten liegen und wie stark ein Projekt von einzelnen Chip-Lieferanten abhängt. Einen Maßstab für die Größenordnung liefert die Übersicht der zehn größten Rechenzentren Deutschlands, und die aktuelle KI-Entwicklung lässt sich fortlaufend verfolgen.
Quellen
[1] Amazon Web Services: „AWS to launch first cloud infrastructure region in the Kingdom of Saudi Arabia by December 2026“
[2] Amazon Web Services: „AWS plans to invest €7.8 billion into the AWS European Sovereign Cloud“
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