Der „Vorsorgekompass 2026“ von Union Investment und der WHU zeigt: Deutsche Ruheständler geben monatlich 3.148 Euro aus, knapp die Hälfte davon für Wohnen. Die gesetzliche Rente deckt nur rund 60 Prozent dieser Ausgaben.

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Reisefreudig oder häuslich: Der Lebensstil im Ruhestand entscheidet heute stärker über die Haushaltskasse als die Rentenhöhe selbst. Das zeigt der neue Vorsorgekompass 2026 von Union Investment und der WHU Otto Beisheim School of Management.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rentnerhaushalte geben durchschnittlich 3.148 Euro im Monat aus
  • Gesetzliche Systeme decken nur rund 60 Prozent davon
  • Wohnkosten verschlingen fast die Hälfte der monatlichen Ausgaben
  • Ohne private Vorsorge droht eine Lücke von über 1.000 Euro monatlich

Wie groß ist die Lücke zwischen Rente und Ausgaben?

Grünes Keramiksparschwein mit Hausgrundriss-Aufkleber auf weißem Hintergrund
Rentnerhaushalte geben monatlich 3.148 Euro aus, verdienen aber nur 2.988 Euro. Das Defizit von 160 Euro decken viele durch Vermögensentnahmen

Rentnerhaushalte geben im Schnitt 3.148 Euro im Monat aus, dem stehen laufende Einnahmen von 2.988 Euro gegenüber. Die Differenz von rund 160 Euro gleichen viele Haushalte aktuell über Vermögensentnahmen aus, eine Strategie, die laut Studienleiter Christian Hagist künftig nicht mehr für alle tragfähig bleibt.

Warum spielt Wohnen die Hauptrolle?

Wohnkosten allein verschlingen fast die Hälfte des monatlichen Budgets im Ruhestand, weit vor Lebensmitteln, Mobilität und sonstigen Alltagskosten. Wer im Alter mietfrei in den eigenen vier Wänden lebt, startet mit einem spürbaren Vorteil gegenüber Mieterhaushalten, wie der Dr. Web-Grundlagenartikel zur Immobilie als Altersvorsorge einordnet.

„Sie ist nur eine Teilkasko-Lösung und kann auch nur das sein“, ordnet Prof. Dr. Christian Hagist vom Center für Intergenerative Finanzwissenschaft der WHU die gesetzliche Rente ein.

Was folgt daraus für die eigene Vorsorge?

Die geplante Reform der privaten Altersvorsorge soll ab 2027 ein neues Altersvorsorgedepot bringen, das stärker auf Aktien und Fonds setzt als die bisherige Riester-Rente. Für alle, die eine Immobilie als zusätzliche Säule erwägen, liefert der Dr. Web-Ratgeber zur Immobilie als Altersvorsorge eine kritische Einordnung der Renditen. Die wachsende Vermögensungleichheit verstärkt den Druck, frühzeitig eigenes Kapital aufzubauen, unabhängig davon, ob über Fonds, Rentenversicherung oder Immobilienbesitz.

Die Zahl, die zählt, ist nicht die Rentenhöhe, sondern die Wohnkostenquote danach. Wer im Alter mietfrei wohnt, braucht deutlich weniger private Vorsorge als der Rest.“

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Die eigene Rentenlücke lässt sich nur schließen, wenn Wohnkosten im Alter und Kapitalerträge gemeinsam kalkuliert werden, nicht getrennt voneinander.

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