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Andreas Hecht 27. November 2015

WordPress gehackt? Das musst du jetzt tun!

WordPress gehackt? Das musst du jetzt tun!

Der Schock ist groß: du stellst fest, dass deine WordPress-Website gehackt wurde. Eine neue Startseite empfängt dich mit den Worten: Hacked by XYZ. Der Schweiß bricht dir aus und dein Herz schlägt schneller. Du kannst nicht mehr klar denken und weißt nicht, was nun zu tun ist. Dabei ist es gar nicht so schwer, eine gehackte WordPress-Seite wieder zu bereinigen. Wir zeigen dir in diesem Artikel, wie es geht.

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WordPress gehackt? Das musst du jetzt tun!

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Zuerst einmal: atme tief durch und bekomme keine Panik. So schlimm ist das nicht und du befindest dich mit deiner gehackten Seite in guter Gesellschaft. Das ist schon vielen Menschen passiert, unter anderem auch mir. Daher zeige ich dir jetzt, wie einfach du das Problem lösen kannst.

Die einfachste Möglichkeit ist, die Website aus einem früheren Backup wiederherzustellen. Du hast dich doch rechtzeitig um eine Backup-Lösung gekümmert? Wenn ja, kein Problem. Spiele einfach ein etwas jüngeres Backup wieder ein, aus einer Zeit, als deine Website noch nicht gehackt war. Ändere nun noch alle Passwörter und nutze eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und dein Problem ist Geschichte. Solltest Du kein Backup besitzen, dann lies weiter. Wir beheben nun Schritt für Schritt das Problem.

Gehackt? Halb so schlimm. Halte dich an die folgende Anleitung

1 – Kontrolliere deinen Computer auf Trojaner

Der erste Schritt mag sich profan anhören, ist jedoch sehr wichtig. Denn ein Trojaner auf deinem Computer kann dafür gesorgt haben, dass einem Angreifer das Passwort für deine Website bekannt wurde. Sorge bei deinem Antivirenprogramm für die neuesten Virendefinitionen und scanne deinen Computer. Wenn nichts gefunden wird, sehr gut. Überprüfe den Rechner trotzdem nochmal mit der Kaspersky Rescue Disc. Findet auch diese nichts, kannst du fortfahren.

2 – Sorge dafür, dass deine Website nicht mehr öffentlich zugänglich ist

Maintannance Mode aktivieren

Dieser Schritt ist sehr wichtig, weil deine Website nun unter Umständen Schadsoftware verbreitet und daher von Google aus dem Index genommen werden kann. Die schnellste Möglichkeit, die Website nicht mehr erreichbar zu machen, ist die Installation eines Plugins für den sogenannten „Maintenance Mode“, den Wartungsmodus. Solltest du dich also noch in dein WordPress einloggen können, installiere das Plugin »WP Quick Maintenance« und aktiviere es. Gehe in die Einstellungen des Plugins und aktiviere dort den Wartungsmodus. Nun sieht jeder Besucher nur noch die Wartungsseite.

Solltest Du keinen Zugriff mehr auf den Adminzugang von WordPress haben, dann setze dein Passwort zurück. Hier findest du eine gute Anleitung zum Zurücksetzen des Passworts.

3 – Ändere alle Passwörter

Ändere sofort alle Passwörter. Mit den Passwörtern auf deinem Computer solltest du anfangen, hast du dort keine vergeben, hole dies nach. Denn niemand anderes sollte Zugriff auf deinen Computer haben. Wenn du dich noch in dein WordPress einloggen kannst, ändere auch dort sofort die Passwörter aller Accounts. Einen recht guten Generator für sichere Passwörter findest du hier. Zudem solltest du auch die Passwörter des (S)FTP-Zugangs und der WordPress-Datenbank ändern. Ebenso das Master-Passwort deines Webhosters.

4 – Mache ein Backup aller WordPress-Dateien und der Datenbank

Logge dich mittels (S)FTP auf deinem Server oder in dein Webhosting-Paket ein und lade sämtliche WordPress-Dateien auf deinen Desktop herunter. Achte ganz besonders auf den Ordner „uploads„. Dieser muss definitiv gesichert werden, denn er enthält alle deine hochgeladenen Dateien und Bilder. Du findest ihn unter »wp-content => uploads«. Lade diesen Ordner extra auf deinen Desktop, denn du wirst ihn später noch benötigen.

Mache nun ein Backup deiner Datenbank. Hierzu musst du dich in die Verwaltungsoberfläche deines Webhosters einloggen und dort „phpMyAdmin“ wählen. Anschließend wählst du deine Datenbank an und gehst auf „Exportieren“. Exportiere die Datenbank als „SQL“ und wenn möglich als .ZIP-Datei. Vergiß nicht, auch die wichtige Datei ».htaccess« zu sichern. Auch diese Datei wird später noch benötigt, da WordPress ohne sie nicht richtig funktioniert.

Solltest du einen Mac statt eines PCs nutzen, musst du die Anzeige der versteckten Dateien aktivieren, denn alle Dateien mit einem Punkt vor dem Dateinamen sind für Mac OS X versteckte Systemdateien.

5 – Alle Plugins und Themes neu besorgen

WordPress-Plugins

Besorge dir alle verwendeten Plugins frisch von WordPress.org oder eben von dem Unternehmen, bei dem du die Plugins gekauft hast. Ebenso besorge dir eine frische Version des von dir verwendeten WordPress-Themes. Plugins und Themes sind sehr beliebte Bereiche, um Schadsoftware und Backdoors (Hintertüren) zu hinterlegen. Damit die Website wirklich bereinigt werden kann, müssen Themes und Plugins frisch installiert werden.

6 – Wichtige Dateien und Ordner überprüfen

wp-config.php

Suche dir aus deinem Backup die Dateien »wp-config.php« und ».htaccess« heraus und überprüfe Sie. Die »wp-content.php« sollte nicht viel mehr als die Zugangsdaten zu deiner WordPress-Datenbank enthalten und die Dinge, die in jeder frischen Version der Datei stehen, wie zum Beispiel die „Authentication Unique Keys and Salts“; also die Sicherheitsschlüssel. Wenn du nicht ganz sicher bis, wie die originale Version der Datei aussieht, hier findest Du sie.

Im Anschluss kontrolliere die ».htaccess«-Datei, ob sich dort Dinge eingeschlichen haben, die dort nicht hingehören. Bist du dir nicht sicher, lösche den Inhalt der Datei einfach. Im WordPress-Codex findest du den Inhalt einer Standard-.htaccess-Datei. Kopiere den Code in die von dir bereinigte Datei hinein und speichere sie ab. Beide Dateien benötigst du für die Wiederherstellung deiner Website.

7 – Ordner »uploads« kontrollieren

Der Ordner »uploads« ist sehr wichtig für den Erfolg der Wiederherstellung, denn er enthält alle hochgeladenen Dateien und Bilder. Wird er gelöscht, dann existiert deine WordPress-Seite nur noch ohne Bilder. Öffne daher den Ordner und suche in ihm und in allen Unterordnern nach .PHP-Dateien. Solltest du fündig werden, lösche sie alle. Sie gehören dort in den meisten Fällen nicht hinein. Sollte ein Plugin in diesem Ordner eine PHP-Datei benötigen, so wird sie später neu angelegt.

8 – Alle Dateien vom Server löschen

Logge dich über den (S)FTP-Zugang auf deinen Webserver oder in dein Webhosting-Paket ein und lösche alle Dateien deiner WordPress-Installation. Wirklich alle Dateien. Lasse keine einzige übrig.

9 – Neues WordPress und wichtige Dateien hochladen

Neues WordPress hochladen

Besorge dir von WordPress.org eine neue WordPress-Version und lade sie mittels (S)FTP-Zugang auf deinen Server oder in dein Webhosting-Paket hoch. Die Sicherheitsschlüssel in der »wp-content.php«-Datei solltest du neu vergeben, der Generator unter der URL „https://api.wordpress.org/secret-key/1.1/salt/“ hilft dir dabei.

Anschließend lädst du die »wp-content.php«- und die ».htaccess«-Datei wieder in das Hauptverzeichnis deiner WordPress-Installation. Öffne nun auf dem Server den Ordner »wp-content« und lade deinen »uploads«-Ordner dort hinein. Jetzt solltest du wieder Zugang zu deinem WordPress haben. Logge dich nun in die Administrator-Oberfläche ein.

10 – Neue Plugins und Themes installieren

Alle Plugins, die du dir frisch besorgt hast, kannst du nun neu installieren. Daran anschließend installierst du eine frische Version deines Themes. Bitte, tue dir selbst einen Gefallen und verwende keine alten Versionen aus deinem Backup. Die Chancen, dass sich darin Schadcode befindet, sind sehr groß. Verwende daher nur neue und frische Versionen.

11 – Datenbank auf neue WordPress-Version aktualisieren

Solltest du immer die neueste Version von WordPress verwendet haben, ist dieser Schritt überflüssig. Wenn du allerdings nicht die neueste Version genutzt hast, dann muss die Datenbank auf die neue Version aktualisiert werden. Gib folgende URL in die Adresszeile deines Browsers ein:

http://www.deinedomain.de/wp-admin/upgrade.php

Folge anschließend den angegebenen Schritten und aktualisiere die Datenbank.

12 – Kontrolliere die richtigen Dateiberechtigungen auf dem Server

Nun muss dafür gesorgt werden, dass die Dateien und Ordner nicht mehr von außen bearbeitet werden können. Denn zu viele Berechtigungen öffnen Hacker Tor und Tür zu deiner WordPress-Installation. Passe daher die Dateiberechtigungen wie folgt an:

Datei-/Ordnername vom Hauptpfad aus gesehenDateiberechtigungvererben*
DAS HAUPTVERZEICHNIS705ja
/.htaccess404nein
/wp-config.php404nein
/index.php404nein
/wp-blog-header.php404nein
/wp-admin/705ja
/wp-includes/705ja
/wp-content/705ja

13 – Scanne deine Website mit dem Exploit Scanner

Exploit Scanner WordPress Plugin

Installiere das WordPress-Plugin »Exploit Scanner« und scanne deine Website damit. Sollte sich nun in der Datenbank noch Schadcode befinden, wird das Plugin diesen Schadcode auch finden. Bedenke eines: Schadcode kann sich nun nur noch in der Datenbank befinden, denn alle anderen Dateien sind frisch und neu installiert oder im Fall des »uploads«-Ordners von schädlichen Dateien bereinigt. Wird in der Datenbank Schadcode gefunden (was relativ unwahrscheinlich ist), dann solltest du einen Profi an die Sache lassen, denn die Datenbank ist das Herz von WordPress. Ein Fehler, und die Website ist Geschichte.

14 – Testen – Testen – Testen

Öffne deine Website im Inkognito-Modus des Browser und teste, ob der Hack verschwunden ist. Teste ebenso, ob sich alle Beiträge und Seiten fehlerfrei aufrufen lassen. Prüfe die Funktionen und die Fehlerfreiheit einmal eingeloggt und einmal nicht eingeloggt, da manche Hacks nur im nicht eingeloggten Zustand sichtbar sind.

Findest du nichts und alles funktioniert wie früher: Freue dich, du hast deine Website wieder!

15 – Deaktiviere den Wartungsmodus

Da nun alles wieder fehlerfrei funktioniert, kannst du den Wartungsmodus wieder deaktivieren und die Website damit live schalten.

Fazit

Eine gehackte WordPress-Website wiederherzustellen ist nicht total einfach, aber mit unserer Anleitung auch halb so wild. Wichtig ist nur, dass du einen ruhigen Kopf bewahrst und systematisch vorgehst. Dann kann fast nichts passieren.

Links zum Beitrag:

(dpe)

Andreas Hecht

Andreas Hecht

entwickelt WordPress-Websites und bietet dir einen Website Sicherheit Service und einen Performance Service für deine Website. Außerdem ist er Spezialist für Onpage SEO und bringt Deine Website in die Top-Suchergebnisse von Google. Auf seinem Blog schreibt er über WordPress, SEO und Content SEO.

7 Kommentare

  1. Ich hatte auch schon einmal das Problem das meine Seite gehackt wurde, daher kann ich aus eigener Erfahrung sagen das die Tipps hier sehr hilfreich sind. Man betreibt ja keine Seite mit dem Gedanken das sie gekapert wird, vor allem als Technik-Laie und so wird man meist unvorbereitet getroffen. Ich habe damals die Gelegenheit genutzt um gleich einmal komplett in die Überarbeitung zu gehen und auszumisten was echt gut war. Allerdings ist dann der „Maintenance-Mode“ für eine etwas längere Unterbrechung unsexy.
    Ich hatte damals nach eine eleganteren Lösung als den Maintenance-Mode gesucht, die besser zu verwalten ist aber dennoch die komplette Seite nur über einen Login erreichbar macht (auch die Suchmaschinen aussperrt), leider ohne Erfolg. Klar es gibt 1000de WordPressplugin, aber in der Situation ist man dann vorsichtiger bei kostenlosen oder fremdsprachigen angeboten.. die meist auch schon viel zu komplex waren.

  2. Ich würde eher zu einem anderen CMS wie NEOS, Joomla oder Drupal umsteigen.

  3. Alles schön ausführlich beschrieben, aber neben dem Wiederherstellen der Site ist doch die Ursachenforschung etwas zu kurz gekommen. Habe ich das Sicherheitsloch nicht gestopft, kann ich die Seite so oft und so frisch hochziehen, wie ich will – sie wird innerhalb von Minuten oder Stunden wieder gekapert.

  4. Gut zusammengefasst, danke! Da ist glaub ich noch ein Typo drin:
    „Die »wp-content.php« sollte nicht viel mehr als die Zugangsdaten zu deiner WordPress-Datenbank enthalten…“ Sollte wp-config.php heißen.

  5. Hallo, der Artikel ist interessant und schon in ähnlicher Form öfter publiziert. Ich frage mich aber wieso immer noch 705 statt 750 als Dateiberechtigung angegeben wird. Ist das ein Zahlendreher?

  6. Hallo,

    Diesen Artikel bookmarke ich mir. Gute Auflistung. Meine erste Reaktion wäre bei so einer Situation, den Hoster anzurufen um zu fragen ob er mir ein komplettes Backup einspielen kann von vor einer Woche z.B. Danach würde ich dann die Passwörter ändern. Ist das komplett daneben, oder doch auch ne (einfachere) Möglichkeit?

    Vieel Grüße,
    Sacha

    • Ich denke, dass es für ungeübtere Anwender evtl. schwierig sein könnte, festzustellen, wann der Hack tatsächlich stattgefunden hat, um das dem Hoster mitzuteilen (falls er überhaupt ältere Backups vorrätig hat). Muss ja nicht gleich sichtbar sein. Geübtere können das anhand von log-Dateien eher feststellen, aber wenn man´s nicht ganz genau weiß, ist die manuelle Methode wahrscheinlich sicherer.

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