OpenAI hat am 7. Mai 2026 angekündigt, den Werbe-Pilot in ChatGPT auf fünf weitere Märkte auszuweiten. Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea kommen hinzu. Deutschland steht nicht auf der Liste. Anthropic positioniert Claude weiter als werbefrei, Google bremst bei Gemini.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenWerbung in ChatGPT ist im Februar 2026 in den USA gestartet und erreicht jetzt sechs weitere Märkte. Geht es Ihnen auch so? Plötzlich sehen Endkunden in der Free-Version gesponserte Hinweise unter den Antworten, im Firmen-Account bleibt alles wie gewohnt. Das hat Folgen für die Sichtbarkeitsstrategie deutscher Mittelständler, auch ohne deutschen Pilot.
Das Wichtigste in Kürze
- OpenAI weitet den ChatGPT-Werbe-Pilot auf UK, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea aus
- Deutschland steht nicht auf der Liste, der Zeitpunkt ist offen
- Plus, Pro, Business, Enterprise und Education bleiben werbefrei
- Anthropic hält Claude bewusst werbefrei, Google bremst bei Gemini
Was sich am 7. Mai geändert hat

Das Update vom 7. Mai 2026 markiert die zweite Pilot-Erweiterung. Der Test läuft seit 9. Februar in den USA, Ende März kamen Kanada, Australien und Neuseeland dazu. Mit Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea verdoppelt OpenAI die Pilot-Reichweite nun praktisch in einem Schritt. Im offiziellen Beitrag schreibt das Unternehmen, das Ziel sei die Ausweitung auf weitere Märkte noch in diesem Jahr.
Sichtbarkeit-Schub für Werbetreibende: ChatGPT hat rund 800 Millionen wöchentliche Nutzer. Selbst wenn nur die Free- und Go-Tarife Werbung sehen, ist die Reichweite gewaltig.
Wer Werbung sieht und wer nicht

Nur eingeloggte erwachsene Nutzer der Free- und Go-Tarife sehen die gesponserten Hinweise. Werbefrei bleiben Plus, Pro, Business, Enterprise und Education. Wenn Ihre Mitarbeiter über das Firmen-Abo arbeiten, ändert sich nichts. Die Endkunden in der Free-Version sehen die Werbung sehr wohl.
Zur Auswahl der Anzeige nutzt OpenAI das Gesprächsthema, die Chat-Historie und vorherige Werbeinteraktionen. Aggregat-Daten sind alles, was Werbetreibende sehen, keine Chat-Inhalte. In Gesprächen über Gesundheit, mentale Gesundheit und Politik erscheinen keine Anzeigen. Nutzer können Werbung blocken, Personalisierung abschalten oder die Ad-Historie löschen.
Anthropic und Google halten dagegen

Anthropic positioniert Claude bewusst werbefrei. Im Mai-Statement begründete das Unternehmen, Werbung in Konversationen mit Claude wäre unvereinbar mit der Rolle als Assistenz für Arbeit und tiefes Denken. Auch Google-DeepMind-Chef Demis Hassabis hat Ende Januar erklärt, es gebe „no plans“ für Gemini-Werbung. Anders sieht das bei den AI Overviews in Google Search aus, dort laufen Anzeigen längst.
Drei Anbieter, drei klare Strategien: OpenAI testet Werbung im Konversationsbereich, Anthropic verzichtet bewusst darauf, Google fährt eine hybride Position. Für Marketing-Verantwortliche bedeutet das, dass jede KI-Plattform künftig eine eigene Sichtbarkeits-Strategie braucht.
Sichtbarkeit in ChatGPT entscheidet künftig mit über den Marketing-ROI. Sobald die Werbung in Deutschland landet, ist die Vorbereitungszeit vorbei.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was Marketingteams in Deutschland jetzt tun sollten

Drei Punkte gehören jetzt auf die Agenda. Zunächst: GEO und LLM-Optimierung priorisieren. Ihre Inhalte müssen als Quelle zitiert werden, denn die organische Sichtbarkeit zählt mehr als jeder Werbeplatz. Was GEO konkret bedeutet, haben Forscher von Princeton und Georgia Tech 2023 in einer peer-reviewten Studie definiert.
Parallel dazu: Den Werbe-Pilot beobachten. Sobald Deutschland an der Reihe ist, sind die ersten Slots schnell verteilt. Adobe schaltet seit Februar Anzeigen für Acrobat Studio und Firefly, die Agentur dahinter ist WPP. Konkret prüfen sollten Sie auch, ob Ihre Sichtbarkeit in ChatGPT heute schon trägt. Wenn Ihre Zielgruppe im Pro- oder Business-Abo unterwegs ist, sehen sie keine Anzeigen. Da hilft nur organische Präsenz.
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