Eine neue Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung untersucht, welche wirtschaftlichen Effekte kommunale Smart-City-Projekte über die reine Technik hinaus entfalten. Im Zentrum stehen mittelbare Wirkungen wie Standortimage, Innovationskraft und Fachkräftesicherung.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie Smart City wird damit erstmals als Instrument der Standortentwicklung greifbar, nicht nur als Sammlung digitaler Einzellösungen. Für kommunale Entscheider liefert die Untersuchung eine Argumentationshilfe gegenüber Politik und Wirtschaft.
Das Wichtigste in Kürze
- Das BBSR untersucht in einer 54-seitigen Studie die indirekten regionalwirtschaftlichen Effekte der Modellprojekte Smart Cities.
- Im Fokus stehen Wirkungen, die nicht direkt aus Investitionen entstehen, sondern über veränderte Standortfaktoren.
- Die Studie bündelt typische Wirkpfade und Argumentationsmuster zu einer praxisorientierten Arbeitshilfe mit Checkliste.
- Wissenschaftlich begleitet wurde sie vom Difu und dem Fraunhofer-Institut IESE, der Bund fördert 73 Modellprojekte mit insgesamt 820 Millionen Euro.
Welche Effekte meint die Studie?

Die meisten Bewertungen von Smart-City-Projekten schauen auf direkte Größen wie Investitionssummen oder den Betrieb technischer Systeme. Die BBSR-Untersuchung richtet den Blick bewusst daneben, auf mittelbare Wirkungen über veränderte Standortfaktoren. Dazu zählen Standortattraktivität, Standortimage, digitale Infrastruktur, Kooperationsnetzwerke und Ressourceneffizienz.
Der praktische Kern ist eine Arbeitshilfe. Die Studie bündelt typische Narrative und Wirkpfade und stellt Kommunen eine Checkliste samt Formulierungsbausteinen und Reflexionsfragen bereit. Damit sollen Entscheidungsträger digitale Stadtentwicklung als aktives Instrument der Regional- und Standortentwicklung einordnen können.
Die Förderkulisse dahinter ist beträchtlich. Der Bund unterstützt derzeit 73 Modellprojekte Smart Cities mit insgesamt 820 Millionen Euro, ausgewählt in drei Staffeln seit 2019. Wissenschaftlich begleitet wurde die neue Studie vom Deutschen Institut für Urbanistik und dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE.
Smart-City-Budgets werden in den Kämmereien oft als Spielerei abgetan. Diese Studie gibt Kommunen endlich Zahlen und Argumente an die Hand, um digitale Stadtentwicklung als Standortpolitik zu verteidigen.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Kommunen und Unternehmen?

Für Stadtverwaltungen liefert die Untersuchung eine Begründungsgrundlage, die über technische Kennzahlen hinausreicht. Wer ein Smart-City-Budget rechtfertigen muss, kann nun auf Standortimage und Fachkräftesicherung verweisen, statt allein auf Sensoren und Plattformen. Das verändert die Gesprächsbasis mit Stadträten und lokaler Wirtschaft.
Auch für Unternehmen im DACH-Raum ist der Befund relevant. Eine digital aufgestellte Kommune wird als Standort attraktiver, was sich auf Ansiedlungsentscheidungen und Fachkräftegewinnung auswirkt. Prüfen Sie bei Standortfragen, wie weit Ihre Kommune in der Smart-City-Entwicklung steht. Wie deutsche Städte parallel auf Klimarisiken reagieren, zeigt unser Beitrag zur Schwammstadt-Offensive.
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