OpenAI hat zwei China-nahe Konten-Cluster gesperrt. Diese hatten ChatGPT für verdeckte Einflusskampagnen genutzt. Im Visier standen US-Debatten über Zölle und KI-Rechenzentren.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAm 10. Juni 2026 hat OpenAI seinen aktuellen Threat Report veröffentlicht. Darin sperrt das Unternehmen zwei Konten-Cluster, die wahrscheinlich aus China stammen. Beide nutzten ChatGPT für verdeckte Einflussoperationen in US-Debatten.
Das Wichtigste in Kürze
- OpenAI sperrte zwei wahrscheinlich aus China stammende Konten-Cluster, die ChatGPT für verdeckte Einflusskampagnen einsetzten.
- Die Kampagne „Data Center Bandwagon“ verbreitete die Behauptung, KI-Rechenzentren trieben die Strompreise für Familien in die Höhe.
- Die Kampagne „Tech and Tariffs“ erzeugte politische Karikaturen gegen die US-Handelspolitik und sparte den chinesischen Präsidenten gezielt aus.
- Der Zugriff lief über VPNs, da OpenAI den Zugang aus China nicht erlaubt.
Wie liefen die Kampagnen ab?

Strompreis-Narrativ. Die erste Kampagne erzeugte Kommentare und Bilder, wonach der Ausbau von KI-Rechenzentren die Energiekosten gewöhnlicher Haushalte erhöhe. OpenAI verbindet sie mit einem chinesischen Tech-Dienstleister, der Aufträge einer Provinzregierung hält.
Karikaturen gegen Zölle. Die zweite Kampagne produzierte kurze Kommentare und Cartoons gegen die US-Handelspolitik. Die Vorgaben verlangten ausdrücklich, den chinesischen Staatschef nicht abzubilden.
Wie wirksam war das Ganze?

Wenig Reichweite. Nach OpenAIs Einschätzung erzielten die Kampagnen kaum Wirkung. Die Inhalte liefen über mutmaßlich unechte Konten auf Plattformen wie X und YouTube.
Bestehende Gräben. Das Ziel war nicht, eine Debatte zu erfinden, sondern eine vorhandene zu verschärfen. Ben Nimmo von OpenAIs Untersuchungsteam ordnet den Fall genau so ein.
Der Fall zeigt, dass generative Modelle längst Teil der Informationskriegsführung sind. Für Unternehmen heißt das, Quellen genauer zu prüfen, denn die nächste Empörungswelle kann maschinell erzeugt sein.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Sie?

Quellen kritisch lesen. Behandeln Sie virale Empörung zu Energiekosten oder Handelspolitik mit Vorsicht, gerade wenn sie aus anonymen Konten stammt. Nicht jeder Kommentar im Feed stammt von einem Menschen.
Eigene Kommunikation absichern. Prüfen Sie, wie Ihr Unternehmen auf koordinierte Desinformation reagieren würde, und legen Sie Zuständigkeiten fest. Eine klare Linie spart im Ernstfall wertvolle Zeit.
Die Einzelheiten zu beiden Operationen hat OpenAI in seinem Threat Report dargelegt, über den unter anderem Axios berichtet. Verfolgen Sie, wie Anbieter solche Operationen offenlegen, denn die Transparenz wird zum Wettbewerbsfaktor.
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