Mütter arbeiten achtmal so oft in Teilzeit wie Väter

Michael Dobler
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
Mütter arbeiten achtmal so oft in Teilzeit wie Väter

Die Teilzeitquote in Deutschland klettert 2025 auf 31,9 % und erreicht damit einen neuen Höchststand. Das Statistische Bundesamt verknüpft die Zahl mit der laufenden Debatte über längere Arbeitszeiten. Für den Mittelstand verbirgt sich darin ein Personalreservoir, das bislang kaum jemand hebt.

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Den größten Abstand zeigen die Eltern: 66,4 % der erwerbstätigen Mütter mit Kindern unter 18 Jahren arbeiten in Teilzeit, bei den Vätern sind es 8,6 %, wie das Statistische Bundesamt meldet. Achtmal so häufig treten Frauen kürzer, sobald Kinder im Haushalt leben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Teilzeitquote aller abhängig Beschäftigten erreichte 2025 mit 31,9 % einen Höchststand.
  • Erwerbstätige Mütter mit minderjährigen Kindern arbeiten zu 66,4 % in Teilzeit, Väter nur zu 8,6 %.
  • Vollzeitkräfte leisteten im Schnitt 39,9 Wochenstunden und damit 0,6 Stunden weniger als 2015.
  • Das Alter der Kinder verändert die Teilzeitneigung der Mütter kaum.

Warum trifft die Teilzeit vor allem Mütter?

Holz-Sanduhr mit orangefarbenem Sand und einem Etikett, auf dem „ungenutzt“ steht
Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit als Männer: 50,6 % gegenüber 14,3 %. Der Unterschied wächst mit Kindern erheblich

Jede zweite Frau in abhängiger Beschäftigung arbeitete 2025 in Teilzeit, genau 50,6 %, bei den Männern nur 14,3 %. Das Muster verfestigt sich schon bei jüngeren Frauen ohne Kinder, deren Quote bei 24,8 % liegt gegenüber 12,3 % bei den Männern. Sobald Kinder hinzukommen, vergrößert sich der Abstand stark. Bemerkenswert bleibt, dass das Alter der Kinder dabei kaum ins Gewicht fällt: Eltern mit kleinen, betreuungsintensiven Kindern reduzieren ihre Stunden nicht wesentlich häufiger als Eltern älterer Kinder.

Was bedeutet das für den Fachkräftemangel?

Ein grüner Holzblock mit der Aufschrift MAMA steht auf einem Holzpflock mit der Aufschrift PAPA
Vollzeitbeschäftigte arbeiten 2025 durchschnittlich 39,9 Stunden wöchentlich, Teilzeitkräfte 21,3 Stunden. Potenzial zur Fachkräftegewinnung durch Stundenaufstockung

Diese Zahlen erscheinen, während Politik und Verbände über längere Wochenarbeitszeiten streiten. Vollzeitbeschäftigte kamen 2025 auf 39,9 Stunden pro Woche und damit auf 0,6 Stunden weniger als zehn Jahre zuvor. Teilzeitkräfte legten zu und arbeiteten mit 21,3 Stunden zwei Stunden mehr als 2015. Im Fachkräftemangel steckt damit ein stilles Reservoir, nämlich Beschäftigte, die ihre Stunden ausweiten würden, sobald die Rahmenbedingungen es zulassen.

Die Debatte über die längere Vollzeitwoche zielt am eigentlichen Hebel vorbei. Bevor Betriebe ihren Vollzeitkräften mehr abverlangen, sollten sie die Mütter fragen, was eine Aufstockung bisher verhindert.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Welche Stellschrauben hat der Mittelstand?

Armbanduhr mit weißem Zifferblatt und orangefarbenem Flechtarmband vor weißem Hintergrund
Personalverantwortliche setzen auf flexible Arbeitsmodelle, Homeoffice und Kinderbetreuung zur Mitarbeiterbindung statt nur Gehaltserhöhungen

Für Personalverantwortliche zählt vor allem die Bindung der eigenen Belegschaft. Flexible Arbeitszeitmodelle und ortsunabhängiges Arbeiten verschieben die Grenze, ab der eine Aufstockung der Stunden überhaupt machbar wird. Verlässliche Kinderbetreuung am Standort wirkt dabei oft stärker als die nächste Gehaltsrunde.

Wo Routineaufgaben heute Stunden fressen, helfen KI-gestützte Werkzeuge, Spielraum zu schaffen. Kleine Betriebe, die flexible Modelle früh anbieten, sichern sich im angespannten Arbeitsmarkt einen Vorsprung bei der Rekrutierung.

Die Destatis-Daten lesen sich als Inventur eines verschenkten Potenzials. Prüfen Sie im eigenen Betrieb, wie viele Teilzeitkräfte gern aufstocken würden und woran es bislang scheitert. Dieses Gespräch kostet wenig und beantwortet oft mehr als die nächste Stellenausschreibung.

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Michael Dobler
Autor
Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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