MiniMax plus 470 Prozent: Chinas KI-Startups rocken Hongkong

Markus Seyfferth
Autor Dr. Web
2 Min. Lesezeit
Warum gerade Hongkong?

Wenn ein Börsengang innerhalb weniger Wochen um 470 Prozent zulegt, ist das keine Kursschwankung mehr. Das ist ein Signal. MiniMax, ein chinesisches KI-Startup, hat an der Hongkonger Börse für Schlagzeilen gesorgt. Zhipu AI legte sogar noch stärker zu: plus 570 Prozent seit dem Börsengang. Hongkong verzeichnet damit ein Fünfjahreshoch bei Börsengängen, getrieben fast ausschließlich von KI-Unternehmen.

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Was steckt dahinter? Und was bedeutet das für den globalen KI-Wettbewerb?

MiniMax und Zhipu AI: Wer sind diese Unternehmen?

MiniMax gehört zu den führenden chinesischen KI-Startups im Bereich generativer Modelle. Der Jahresumsatz für 2025 lag bei 79 Millionen US-Dollar, ein Wachstum von 159 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen entwickelt Sprach-, Bild- und Videomodelle für den chinesischen und internationalen Markt.

Zhipu AI ist bekannt für seine ChatGLM-Modelle, die auf dem chinesischen Markt zu den meistgenutzten Open-Source-Alternativen gehören. Beide Unternehmen profitieren von einem Phänomen, das sich gerade in Chinas Tech-Sektor beobachten lässt: staatliche Förderung trifft auf private Investitionsbereitschaft und internationale Aufmerksamkeit.

Zum Vergleich: Im US-Markt sammelte das Enterprise-KI-Startup Sierra zuletzt 950 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 15,8 Milliarden Dollar ein. Kapitalmärkte weltweit preisen KI gerade neu.

Warum gerade Hongkong?

Nachtaufnahme von Hong Kongs Skyline am Victoria Harbour mit visualisierten Datenströmen
Hongkong als strategischer Börsenplatz für chinesische Tech-Unternehmen

Hongkong hat sich in den letzten Jahren als bevorzugter Börsenplatz für chinesische Tech-Unternehmen positioniert, die international sichtbar sein wollen, ohne direkt an US-Börsen gelistet zu sein. Die geopolitische Spannung zwischen den USA und China hat diese Entwicklung beschleunigt.

Für KI-Startups ist das besonders attraktiv. Hongkong bietet Zugang zu internationalen Investoren, während das Listing unter chinesischem Recht erfolgt. Das ermöglicht, chinesische Staatsförderung und internationalen Kapitalzufluss gleichzeitig zu nutzen. Dass ChatGPT-API bei 12.000 Banken eingesetzt wird, zeigt, wie stark Finanzmärkte und KI bereits verflochten sind.

Was das für den globalen KI-Markt bedeutet

Die Zahlen aus Hongkong sind ein Frühindikator. Investoren sind bereit, für KI-Wachstum hohe Bewertungsprämien zu zahlen, auch wenn Umsätze noch vergleichsweise klein sind. MiniMax mit 79 Millionen Dollar Umsatz und einer Marktkapitalisierung im Milliardenbereich steht dafür exemplarisch.

Für europäische und deutsche Unternehmen ist das eine doppelte Botschaft. Erstens: Der globale Wettbewerb um KI-Talent und KI-Kapital hat sich dramatisch verschärft. Zweitens: Wer jetzt nicht in eigene KI-Kapazitäten investiert, wird künftig teuer einkaufen müssen. Wie Snap zeigt, ist KI-Infrastruktur kein Kostenfaktor, der sich wegsparen lässt.

Die Frage, ob die Bewertungen nachhaltig sind, bleibt offen. Kursbewegungen von 470 bis 570 Prozent in kurzer Zeit sind selten dauerhaft. Dennoch: Der Trend zeigt, wohin das Kapital fließt. Und das ist klar: in KI, nach China und an asiatische Börsen.

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Markus Seyfferth
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ist seit 2019 geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Web. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Dr. Web Magazins und bringt seine Expertise in den Bereichen Webdesign, Webentwicklung, WordPress, SEO sowie Online Marketing ein. Zudem verfasst er regelmäßig Fachartikel, um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen und anderen im Online Marketing weiterzuhelfen.
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