
Google Reviews jetzt auch anonym möglich
Michael Dobler
Autor Dr. WebGoogle hat still und leise eine bedeutende Änderung am Bewertungssystem vorgenommen: Nutzer können ab sofort Rezensionen unter Pseudonym statt unter ihrem echten Namen veröffentlichen. Für Unternehmen in sensiblen Branchen könnte das ein echter Gamechanger sein.
Was sich konkret geändert hat
Hand aufs Herz: Wie oft haben zufriedene Kunden Ihnen gesagt, sie würden gerne eine Bewertung hinterlassen, aber nicht mit ihrem echten Namen? Genau dieses Problem adressiert Google jetzt.
Seit November 2025 können Nutzer einen benutzerdefinierten Anzeigenamen wählen, der bei allen Beiträgen in Google Maps erscheint. Das betrifft nicht nur neue Bewertungen. Auch alle bisherigen Rezensionen, Fotos und Fragen werden rückwirkend mit dem Pseudonym versehen.
Warum das für bestimmte Branchen besonders relevant ist
Für Unternehmen in datenschutzsensiblen Bereichen war das Sammeln von Bewertungen bisher ein heikler Balanceakt. Rechtsanwälte, Ärzte, Therapeuten, Suchtberatungen oder Finanzdienstleister kennen das Dilemma: Klienten sind zufrieden, möchten aber verständlicherweise nicht öffentlich dokumentieren, dass sie diese Dienste in Anspruch genommen haben.
Mit der neuen Pseudonym-Funktion fällt diese Hürde weg. Kunden können ihre Erfahrungen teilen, ohne ihre Privatsphäre zu opfern.
Was bedeutet das für Fake-Bewertungen?
Die naheliegende Sorge: Führt mehr Anonymität zu mehr Bewertungsspam? Die Experten von Whitespark geben hier Entwarnung. Spammer haben ohnehin schon immer Fake-Accounts mit falschen Namen erstellt.
Für Google bleibt jede Bewertung intern mit einem vollständigen Account-Verlauf verknüpft und durchläuft die bekannten Spam-Filter. Die Anonymität schützt also die Identität gegenüber der Öffentlichkeit. Nicht gegenüber Google selbst.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Wenn Sie in einer Branche arbeiten, in der Kunden Bewertungen unter echtem Namen scheuen, sollten Sie Ihre Bewertungsanfragen anpassen. Ein einfacher Hinweis genügt: „Sie können Ihre Google-Bewertung jetzt auch unter einem Pseudonym abgeben.“ Zusätzlich empfiehlt es sich, Bewertungsdaten regelmäßig zu exportieren und zu sichern. Denn wenn Nutzer ihren Anzeigenamen später ändern, aktualisiert sich dieser bei allen bisherigen Bewertungen. Ihre personalisierten Antworten könnten dann noch den ursprünglichen Namen enthalten.
Ein strategischer Vorteil für aufmerksame Unternehmen
Laut der aktuellen Whitespark-Studie zu lokalen Rankingfaktoren 2026 gehören Bewertungsanzahl und Aktualität zu den stärksten Ranking-Signalen. Unternehmen, die diese Neuerung früh kommunizieren, könnten einen messbaren Vorsprung gewinnen.
Denn bisher hat Google die Änderung eher leise ausgerollt. Der durchschnittliche Nutzer weiß vermutlich noch gar nicht, dass diese Option existiert.
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Fazit: Mehr legitime Bewertungen, gleiches Spam-Risiko
Die Pseudonym-Funktion ist für die meisten Unternehmen eine positive Entwicklung. Mehr Kunden können ihre Erfahrungen teilen, ohne Datenschutzbedenken. Und Unternehmen mit exzellentem Service werden davon profitieren.
Ob Google damit allerdings das Vertrauen jüngerer Nutzer zurückgewinnt, die authentische Video-Reviews auf TikTok und Instagram bevorzugen, bleibt abzuwarten.
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Quelle: Whitespark
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