Ohne Webbrowser wäre das Internet für die meisten Menschen ein unsichtbarer Wust aus Datenströmen. Wie wurde aus den ersten klobigen Textoberflächen die schlanke, allgegenwärtige Technik, mit der wir täglich surfen? Von Tim Berners-Lees erstem WorldWideWeb über den Browserkrieg zwischen Netscape und Microsoft bis zur Dominanz von Google Chrome erzählt dieser Beitrag eine kleine Geschichte der Webbrowser. Marktzahlen und Ausblick geben den Stand vom Februar 2025 wieder.
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- Die Anfänge der Webbrowser (1990–1994)
- Der erste Browserkrieg: Webbrowser im Konkurrenzkampf (1994–2001)
- Die Wiedergeburt der Webbrowser: Firefox und Chrome übernehmen (2002–2010)
- Moderne Webbrowser: Entwicklung und Marktveränderungen (2010–heute)
- Alle wichtigen Webbrowser im Überblick: Von den Anfängen bis heute
- Häufige Fragen zur Browsergeschichte
- Ausgebrowst?
Die Anfänge der Webbrowser (1990–1994)

Das Internet war einst eine düstere Angelegenheit. Gemeint sind keine zwielichtigen Ecken mit fragwürdigen Geschäften, sondern schlicht das Fehlen von Bildern. Nur Text flimmerte in monochromen Fenstern auf Röhrenbildschirmen. Man klickte nicht, man tippte.
Eingeweihte kannten die kryptischen Befehle, mit denen man sich durch dieses textbasierte Labyrinth bewegte.
Dann kam ein Mann namens Tim Berners-Lee. Wie sich das für einen ordentlichen britischen Wissenschaftler gehört, löste er ein Problem, das vorher niemand bemerkt hatte: Für das wachsende Netzwerk von Dokumenten, das bald als World Wide Web bekannt wurde, fehlte ein anständiges Werkzeug zum Navigieren.
Der erste Webbrowser: WorldWideWeb (1990)
Tim Berners-Lee ist so etwas wie der Bob Dylan des Internets: revolutionär, aber ohne Lederjacke. 1990 programmierte er den ersten Webbrowser, der damals noch bescheiden WorldWideWeb hieß. Der Name hielt sich nicht lange, bald hieß das Programm Nexus.
Wer heute sagen würde: „Ich öffne mal den WorldWideWeb-Browser“, zöge vermutlich gleich auch noch eine AOL-CD aus der Schublade.
Der erste Webbrowser zeigte Text an, machte Links anklickbar und lud sogar einfache Bilder, allerdings in einem eigenen Fenster und nicht eingebettet in die Seite. Für seine Zeit war das bahnbrechend, aus heutiger Sicht ungefähr so aufregend wie eine Tabellenkalkulation. Immerhin: Jetzt ging die Entwicklung los.
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Mosaic: Der erste grafische Webbrowser (1993)
Bis dahin blieb das Web eine Nische für Leute mit dicken Brillengläsern und einer tiefen Liebe zu Unix-Befehlen. 1993 änderte sich alles: Mosaic kam auf den Markt, der erste grafische Webbrowser, entwickelt an der University of Illinois unter der Leitung eines jungen Mannes namens Marc Andreessen.
Mosaic zeigte als erstes Programm Bilder direkt auf Webseiten an. Was heute selbstverständlich ist, war damals eine Sensation. Nutzer klickten nun nicht mehr nur auf Links, sondern konnten, man halte sich fest, bunte GIFs bestaunen. Plötzlich interessierten sich auch Normalbürger für das Web. Zumindest galt das für jene, die ihr 14.4k-Modem eine Viertelstunde lang jaulen ließen, um ein verpixeltes Foto von Cindy Crawford zu laden.
Mosaic legte den Grundstein für das, was wir heute als normales Surfen betrachten. Weil die Entwickler mit ihrer bahnbrechenden Erfindung auch ein bisschen Geld verdienen wollten, gründeten sie eine Firma namens Netscape. Mit der Firmengründung begann das erste große Drama der Webbrowser-Geschichte.
Die Entstehung von Netscape Navigator: Ein Durchbruch fürs Surfen 🏄
1994 brachte Netscape den ersten echten Massenbrowser auf den Markt, den Netscape Navigator. Schon der Name klang nach Abenteuer, nach einem Raumschiff, das durchs Internet düst. Ganz falsch lag diese Vorstellung nicht, denn Netscape war schnell, innovativ und zumindest eine Zeit lang konkurrenzlos.
Die Welt war bereit für einen Webbrowser, der Spaß machte. Unternehmen bauten ihre ersten Webseiten, das Internet wurde langsam kommerziell, und in den Büros begann eine neue Ära: die des „Ich arbeite gerade“-Gesichtsausdrucks, während man in Wahrheit nach lustigen Katzenbildern suchte. Wo war noch mal die „Cheftaste“?
Viel Zeit, sich über den Erfolg zu freuen, blieb Netscape nicht. Am Horizont braute sich etwas Großes, Gefährliches zusammen, das in den 90ern fast alles überrollte, was sich ihm in den Weg stellte: Microsoft.
Der erste Browserkrieg: Webbrowser im Konkurrenzkampf (1994–2001)

Die 90er waren eine wilde Zeit. Musikvideos steckten voller Neonfarben und absurder Spezialeffekte, jeder zweite Film spielte im Cyberspace, und das Internet entwickelte sich vom kuriosen Experiment zur ernst zu nehmenden Plattform. Während Netscape Navigator als unangefochtener König der Webbrowser auf seinem Thron saß, hatte Bill Gates schlechte Laune.
Der Grund: Microsoft lieferte Windows 95 aus, einen Meilenstein der Betriebssystemgeschichte, hatte aber keinen eigenen Webbrowser. In Redmond sah man das Problem und löste das auf eigene Art.
Tim Berners-Lee programmiert den ersten Webbrowser, später in Nexus umbenannt.
An der University of Illinois entwickelt, zeigt der erste grafische Browser Bilder direkt auf der Webseite.
Der erste Massenbrowser macht das Internet populär und bleibt eine Zeit lang konkurrenzlos.
Microsoft steigt mit einem Browser ein, der technisch weit hinter Netscape liegt, aber bald fest in Windows verankert ist.
Netscape Navigator vs. Internet Explorer 🥊
1995 zog Microsoft mit dem Internet Explorer 1.0 nach. Der IE1 war langsam, fehlerhaft und technisch Lichtjahre hinter Netscape zurück, gewissermaßen das Windows Vista der Webbrowser.
Aufgeben gehörte allerdings nicht zum Repertoire des Konzerns. In Redmond wollte man diesen Kampf nicht nur gewinnen, sondern den Gegner vernichten. Während Netscape sich darauf konzentrierte, ein großartiges Produkt zu bauen, setzte Microsoft auf seine größte Stärke: die Marktmacht von Windows.
Mit jeder neuen Windows-Version wanderte der Internet Explorer tiefer ins Betriebssystem. Die meisten Menschen nutzten einfach den Browser, der auf ihrem Computer schon vorinstalliert war. Der Marktanteil von Microsofts Browser wuchs deshalb weniger durch überragende Qualität als aus reiner Bequemlichkeit.
Netscape versuchte zu kontern, doch Jahr für Jahr schrumpfte der Vorsprung. Microsoft schob Version um Version des Internet Explorers hinterher, lernte aus seinen Fehlern und verbesserte den Browser stetig. Ab dem Internet Explorer 4 (1997) war das Programm nicht nur konkurrenzfähig, sondern auch kostenlos. Netscape konnte nicht mehr mithalten.
Microsofts Strategie: Internet Explorer als Standard-Webbrowser in Windows
Microsoft machte den Internet Explorer schlicht zum festen Bestandteil von Windows. Deinstallieren ließ sich der Browser nicht, aus Microsofts Sicht sauber gelöst. Öffnete man einen Ordner, war der IE da. Klickte man auf eine Datei, war er wieder da.
Die Folgen blieben nicht aus: Bis Ende der 90er war Netscape so gut wie erledigt. Der einst überlegene Webbrowser dümpelte nur noch vor sich hin, während Microsoft den Markt beherrschte. Der aggressive Kurs aus Redmond blieb allerdings nicht unbemerkt. 1998 reichte das US-Justizministerium eine Kartellklage gegen den Konzern ein. Mit der Klage begann der erste große Big-Tech-Skandal, lange bevor Facebooks Datenskandale oder Apples App-Store-Politik Schlagzeilen machten.
Am Ende verurteilte das Gericht Microsoft wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens, eine Aufspaltung blieb dem Konzern aber erspart. Der Sieg über Netscape war trotzdem besiegelt.
Das Ende von Netscape: Wie sich Webbrowser veränderten
1998 gab Netscape auf und wurde von AOL übernommen. Der Verkauf wirkte, als würde eine sterbende Rockband ihre Namensrechte an eine Fast-Food-Kette verkaufen. AOL wollte mit Netscape noch etwas Geld verdienen, doch der Webbrowser, der das Internet einst groß gemacht hatte, war Geschichte.
Microsofts Internet Explorer hatte gewonnen. Dieser Sieg sollte sich später als trügerisch erweisen. Während Microsoft den Markt kontrollierte, formierte sich im Hintergrund eine neue Bewegung, ins Leben gerufen von ehemaligen Netscape-Entwicklern und mit einem einzigen Ziel: den Internet Explorer zu stürzen.
Kleiner Spoiler: Godzilla steckte nicht dahinter.
Die Wiedergeburt der Webbrowser: Firefox und Chrome übernehmen (2002–2010)

Microsofts Sieg war total. Doch nichts ist gefährlicher als das Gefühl, schon gewonnen zu haben. Um die Jahrtausendwende triumphierte der Internet Explorer mit über 90 % Marktanteil, und schleichend zeichnete sich ein Problem ab: Microsoft hatte das Interesse an seinem eigenen Produkt verloren.
Die Updates kamen langsamer, Innovationen blieben aus. Nutzer des Internet Explorers 6, also praktisch alle, fühlten sich irgendwann wie jemand, der mit einem Nokia 3210 Netflix streamen will.
Der Internet Explorer hielt über 90 Prozent des Marktes und verlor die Führung trotzdem, weil Microsoft den Browser nicht mehr weiterentwickelte. Ein Monopol ersetzt keine Updates.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Mozilla Firefox: Der Open-Source-Webbrowser als Alternative (2004)
Eine kleine Gruppe von Entwicklern wollte das Web allerdings nicht einfach Microsoft überlassen. Verbliebene Netscape-Entwickler taten sich erneut zusammen und brachten 2004 einen Webbrowser auf den Markt, der für Freiheit, Sicherheit und Open Source stand: Mozilla Firefox.
Firefox war ein Schock für Microsoft. Während der Internet Explorer vor sich hin rostete, glänzte der neue Browser mit Funktionen, die damals revolutionär waren: Tabs, Pop-up-Blocker und Erweiterungen. Surfen machte wieder Freude und wurde vor allem sicherer.
Innerhalb weniger Jahre eroberte Firefox einen zweistelligen Marktanteil. Die Vorherrschaft des Internet Explorers war damit noch nicht gefährdet, zeigte aber erste sichtbare Risse. Die Nutzer merkten, dass ein Webbrowser regelmäßige Pflege durch seinen Hersteller braucht.
Dann betrat Google die Bühne.
Google Chrome: Der schnelle Webbrowser krempelt den Markt um (2008)
2008 begannen Smartphones, das Web zu erobern, soziale Netzwerke waren keine Randerscheinung für Nerds mehr, und das Internet war von der digitalen Spielerei zum festen Bestandteil des Alltags geworden.
Genau in diesem Moment veröffentlichte Google seinen eigenen Webbrowser: Google Chrome.
Mit Chrome machte die Browsertechnik einen Technologiesprung. Die Rendering-Engine arbeitete schnell, das Design war minimalistisch, und Google vermarktete Chrome geschickt als modernen, unkomplizierten Browser, also als all das, was der IE nie gewesen war.
Chrome brachte einen eigenen Task-Manager mit, eine Sandbox, die das Risiko von Malware verringerte, und vor allem die JavaScript-Engine V8. V8 arbeitete so schnell, dass Web-Apps ernsthaft mit klassischer Software konkurrierten.
Der neue Konkurrent brachte Microsoft in arge Bedrängnis. Während der Internet Explorer noch mit Sicherheitslücken und Leistungsproblemen kämpfte, hatte Google eine neue Ära der Webbrowser eingeläutet 🔔, in der Geschwindigkeit, Sicherheit und regelmäßige Updates zum Standard wurden.
Internet Explorer verliert an Bedeutung: Der Wandel der Webbrowser-Landschaft
Microsoft reagierte hilflos: Der Internet Explorer 8 (2009) brachte zwar Verbesserungen, wirkte aber wie ein veraltetes Auto mit ein paar neuen Aufklebern. Viele Entwickler hatten sich zu diesem Zeitpunkt längst abgewandt und optimierten ihre Webseiten für Chrome und Firefox statt für den Internet Explorer.
Die Webbrowser-Landschaft sah nun völlig anders aus. Chrome nahm Microsofts Platz als Marktführer ins Visier, Firefox etablierte sich als vertrauenswürdige Alternative, und der Internet Explorer begann seinen Abstieg. Der einstige Sieger des Browserkriegs stand plötzlich am Rand der Bedeutungslosigkeit. Ein letztes Ass hatte Microsoft noch im Ärmel, spielte die Karte aber erst Jahre später aus. Bis dahin sollte Chrome das Internet beherrschen.
Moderne Webbrowser: Entwicklung und Marktveränderungen (2010–heute)

Smartphones eroberten die digitale Welt, Cloud-Dienste wurden zum Standard, und Webdesigner mussten sich plötzlich fragen: „Wie sieht das eigentlich auf einem 5-Zoll-Display aus?“ Mit den Webbrowsern geschah unterdessen etwas, das fast nach Science-Fiction klang: Die Programme wurden unsichtbar. In den 90ern und 2000ern tobten noch erbitterte Kämpfe um Marktanteile und Innovationen. Danach wurde der Browser im Alltag immer selbstverständlicher. Die meisten Menschen machten sich keine Gedanken mehr darüber, welches Programm sie benutzten. Die Wahl fiel einfach auf den Browser, der funktionierte, oder auf den vorinstallierten.
Von dieser Gleichgültigkeit profitierte vor allem Chrome.
Microsoft Edge: Ein neuer Webbrowser ersetzt den Internet Explorer (2015, 2020)
Irgendwann erkannte Microsoft, dass der Internet Explorer nicht mehr zu retten war. Der Name stand für Langsamkeit, Sicherheitslücken und Kompatibilitätsprobleme. Selbst IT-Abteilungen empfahlen, den IE nur noch aus Nostalgie oder für den Besuch von Behördenwebseiten zu verwenden. 2015 zog Microsoft die Reißleine und veröffentlichte Microsoft Edge, einen neuen Webbrowser, der moderner, schlanker und schneller sein sollte. Der Haken: Kaum jemand interessierte sich dafür.
So sehr Microsoft den Edge-Browser auch verbesserte: Die Nutzer waren längst auf Chrome umgestiegen, und Gewohnheiten ändern sich langsam. 2020 griff Microsoft zu einer drastischen Lösung und stellte Edge auf Chromium um, die Technik, auf der auch Google Chrome aufbaut.
Der neue Edge überzeugte und gewann nach und nach kleine Marktanteile zurück, vor allem, weil er deutlich weniger Arbeitsspeicher verbrauchte als Chrome. Googles Browser wirkte manchmal wie ein digitales Schwarzes Loch für RAM.
Im Rennen um den besten Webbrowser zählte nun neben der Geschwindigkeit auch der Datenschutz.
Datenschutz und Sicherheit: Brave, Vivaldi und der Tor-Webbrowser
Chrome blieb Marktführer, doch vielen Nutzern wurde klar, dass Google den kostenlosen, schnellen Webbrowser nicht aus purer Menschenfreundlichkeit entwickelte. Chrome sammelte Daten in großem Stil und war eine Goldmine für personalisierte Werbung. In dieser Lücke fanden alternative Browser ihre Nische:
- Brave (2016) versprach ein Internet ohne Tracker und Werbung, blockierte Anzeigen standardmäßig und führte ein eigenes Belohnungssystem auf Kryptobasis ein.
- Vivaldi (2015) richtete sich an Power-User, die ihren Browser bis ins kleinste Detail anpassen wollten, quasi das Schweizer Taschenmesser unter den Webbrowsern.
- Der Tor Browser blieb die erste Wahl für alle, die wirklich anonym surfen wollten, auch wenn das oft ein Tempo wie zu Modemzeiten bedeutete.
Firefox, einst Microsofts größter Herausforderer, positionierte sich zunehmend als datenschutzfreundlicher Gegenentwurf zu Chrome, kämpfte aber mit sinkenden Nutzerzahlen.
Webbrowser-Trends: Geschwindigkeit, KI und Datenschutz im Fokus
Auf der einen Seite der Webbrowser-Landschaft steht Chrome mit in Deutschland über 35 % Marktanteil (Statista, 2024), auf der anderen eine Vielzahl kleinerer Alternativen, die sich mit Nischenfunktionen abheben wollen.
Im Februar 2025 arbeiteten die Hersteller an KI-gestützten Funktionen, Sprachsteuerung, stärkerer Personalisierung und einer noch tieferen Integration in die Betriebssysteme.
Marktanteil des IE um die Jahrtausendwende, danach ließ Microsoft die Entwicklung schleifen.
Tabs, Pop-up-Blocker und Erweiterungen bringen dem Open-Source-Browser bald einen zweistelligen Marktanteil.
Dank der schnellen JavaScript-Engine V8 können Web-Apps mit klassischer Software konkurrieren.
Marktanteil von Chrome in Deutschland laut Statista, 2024.
Alle wichtigen Webbrowser im Überblick: Von den Anfängen bis heute

Einige Webbrowser haben das Internet geprägt, andere sind sang- und klanglos verschwunden, doch alle haben ihre Spuren hinterlassen. Die Übersicht gibt den Stand vom Februar 2025 wieder.
Historische Webbrowser (1990–2000)
- WorldWideWeb (1990): der allererste Webbrowser, entwickelt von Tim Berners-Lee und später in „Nexus“ umbenannt.
- Mosaic (1993): der erste grafische Webbrowser und Urvater aller modernen Browser.
- Netscape Navigator (1994–2002): der erste dominante Webbrowser, der das Internet populär machte, im Browserkrieg gegen Microsoft aber unterging.
- Internet Explorer (1995–2022): der einstige Marktführer von Microsoft, 2022 endgültig in den Ruhestand geschickt.
Webbrowser der 2000er: Der Umbruch beginnt
- Opera (1995–heute): ein innovativer Webbrowser mit vielen eigenen Funktionen, aber nie ein echter Kandidat für den Massenmarkt.
- Mozilla Firefox (2004–heute): die Open-Source-Alternative, die einst den Internet Explorer ins Wanken brachte.
- Safari (2003–heute): Apples Standard-Webbrowser, optimiert für macOS und iOS.
- Google Chrome (2008–heute): der Browser, der den Markt umkrempelte und nach seiner Einführung zum weltweit dominierenden Webbrowser aufstieg.
Moderne Webbrowser (2010–heute): Sicherheit, Datenschutz und neue Konzepte
- Microsoft Edge (2015, Neuauflage 2020): der Nachfolger des Internet Explorers, inzwischen auf Chromium-Basis.
- Brave (2016–heute): ein datenschutzorientierter Webbrowser mit eingebautem Werbeblocker und Krypto-Funktionen.
- Vivaldi (2015–heute): ein bis ins Detail anpassbarer Webbrowser für Power-User.
- Tor Browser (2008–heute): der Webbrowser für anonymes Surfen über das Tor-Netzwerk.
- DuckDuckGo Browser (2022–heute): eine datenschutzfreundliche Alternative mit Fokus auf Schutz vor Tracking.
Nischenbrowser und gescheiterte Experimente
- Flock (2005–2011): ein Social-Media-Browser, der nie richtig abhob.
- Maxthon (2002–heute): ein chinesischer Webbrowser mit Cloud-Anbindung.
- Konqueror (1996–heute): Linux-Browser und Dateimanager in einem.
- Lynx (1992–heute): ein textbasierter Webbrowser für Puristen und Retro-Fans.
Häufige Fragen zur Browsergeschichte

Welcher war der erste Webbrowser?
Der erste Webbrowser hieß WorldWideWeb. Tim Berners-Lee programmierte ihn 1990 und benannte ihn später in Nexus um. Das Programm zeigte Text an, machte Links anklickbar und lud Bilder in einem eigenen Fenster.
Warum war Mosaic so wichtig?
Mosaic zeigte 1993 als erster grafischer Webbrowser Bilder direkt auf der Webseite an. Mit eingebetteten Bildern wurde das Web auch für Normalbürger interessant. Aus dem Team um Marc Andreessen ging später Netscape hervor.
Was geschah im ersten Browserkrieg?
Netscape Navigator und Microsofts Internet Explorer kämpften ab 1995 um den Markt. Microsoft band den Internet Explorer fest in Windows ein und gab ihn ab Version 4 kostenlos ab. Netscape verlor und wurde 1998 von AOL übernommen.
Warum verlor der Internet Explorer seine Vormachtstellung?
Um die Jahrtausendwende hielt der Internet Explorer über 90 Prozent Marktanteil, danach kamen Updates langsamer und Innovationen blieben aus. Firefox brachte 2004 Tabs, Pop-up-Blocker und Erweiterungen, Google Chrome 2008 eine sehr schnelle JavaScript-Engine. Viele Entwickler optimierten ihre Webseiten danach für Chrome und Firefox.
Was hat Microsoft Edge mit Chrome gemeinsam?
Seit 2020 basiert Microsoft Edge auf Chromium, also auf derselben Technik wie Google Chrome. Die erste Edge-Fassung von 2015 hatte kaum Nutzer gewonnen.
Welche Browser setzen auf Datenschutz?
Brave blockiert Werbung und Tracker standardmäßig, der Tor Browser leitet den Datenverkehr für anonymes Surfen über das Tor-Netzwerk, und der DuckDuckGo Browser konzentriert sich auf Schutz vor Tracking. Auch Firefox positioniert sich als datenschutzfreundliche Alternative zu Chrome.
Ausgebrowst?

Die Geschichte der Webbrowser erzählt von Fortschritt und von gnadenlosem Wettbewerb. Vom experimentellen WorldWideWeb bis zur Vorherrschaft von Chrome lassen sich drei Phasen unterscheiden:
- Die frühen Jahre waren von Pionierarbeit geprägt: Mosaic, Netscape und der Internet Explorer schufen die Grundlagen für das moderne Web.
- In den 2000er Jahren dominierte zuerst der Internet Explorer, dann stieg Firefox auf, bis Google mit Chrome alles veränderte.
- Heute, Stand Februar 2025, ist der Markt stark auf Chrome konzentriert: Googles Browser dominiert, während kleinere Alternativen wie Brave, Vivaldi oder Firefox mit Datenschutz und Anpassbarkeit punkten wollen.
Und die Zukunft? Absehbar sind KI-gestützte Webbrowser, noch mehr Personalisierung und noch mehr Gewicht auf Datenschutz und Sicherheit. Vielleicht erleben wir in den nächsten Jahren einen neuen Browserkrieg oder sogar einen Umbruch dessen, was ein Webbrowser überhaupt ist.

2 Kommentare
Danke für diese kurze Geschichte einer langen Zeit. Der Beitrag bekommt einen Fixplatz in den Favoriten, Lesezeichen, Bookmarks …
Als Veteranen der „Browserkriege“ haben wir (ein Verein aus Webworkern der ersten Stunde des WWW) vieles erlebt und ich persönlich kann das alles (hpts. aus der Sicht des vom „Internet Explodierer“ geplagten Webdesigners) nur bestätigen.
Für die Zukunft hoffe ich, dass diese Zeiten der Browserkriege nie mehr kommen. KI, klar, ist nirgends mehr wegzudenken und oft echt nützlich – solange AI nicht Brain.exe und die Erweiterung „Hausverstand“ ersetzt.
Ganz wichtig wird sein, wie wir (Anbieter, Hersteller, Vertreiber, Vermittler, Berater des digitalen Wandels) mit denjenigen umgehen, die nicht stets am Techno-Puls der Zeit sind. Ich selbst habe viel mit älteren Personen zu tun und betreue diese gerne in solchen Belangen. Doch viele sind ob des rasanten Fortschritts verzweifelt, beklagen die zu hohen technischen Hürden.
Menschen, welche in Zeiten vor der Schreibmaschine oder gar noch mit Röhrenradios aufwuchsen, sind trotz aller Bereitschaft oft nicht in der Lage, die so selbstverständlich verlangten digitalen Wege zu gehen.
Browser können heute so viel, dass manche nur von diesem Fenster ins Internet überfordert sind.
Wer also auch bereits in den 90ern die ersten Gehversuche im Internet machte, wird dies vllt. auch so sehen …
Freut mich sehr, dass Ihnen mein Nostalgie-Artikel Freude gemacht hat!