Digital-out-of-Home wird zum am schnellsten wachsenden Werbekanal Deutschlands. Mit „The Lighthouse“ stellt Ströer in Hamburg jetzt die größte LED-Fläche des Landes auf und macht sichtbar, wohin die Werbebudgets wandern. Für Marketingentscheider verschiebt sich damit die Frage von „ob digital“ zu „wie messbar“.

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Digital-out-of-Home meint Werbung auf vernetzten Bildschirmen im öffentlichen Raum, und sie erreicht mit Ströers neuem Screen eine neue Dimension. Über 530 Quadratmeter LED am Spielbudenplatz auf der Reeperbahn sollen Hamburg ein Pendant zu Londons Piccadilly Lights geben.[1] Hinter dem Leuchtturm steckt weniger Show als ein handfester Umbau des Werbemarkts.

Das Wichtigste in Kürze

  • Über 530 Quadratmeter: The Lighthouse wird laut Ströer die größte LED-Installation Deutschlands, buchbar ab Mitte September 2026.
  • Betreiber sind Ströer und die Tochter blowUP media; der Standort ist der Spielbudenplatz auf St. Pauli.
  • Wachstumstreiber: Digital-out-of-Home trägt den Zuwachs der Außenwerbung, ein steigender Teil der Buchungen läuft programmatisch.
  • Neue Kernfrage: Für Werbetreibende zählt künftig nicht die Fläche, sondern die datenbasierte Aussteuerung und die Wirkungsmessung.

Was steckt hinter The Lighthouse?

Figur oben auf einem Mast mit Schild, der Text „1 MARKE, 1 WOCHE“ steht auf der Flagge
Ströer und blowUP media errichten am Spielbudenplatz eine LED-Architektur mit 530 Quadratmetern Fläche und 3D-Round-Corner für anamorph Effekte wie am Times Square

Ströer und blowUP media bauen am Spielbudenplatz eine immersive LED-Architektur aus über 530 Quadratmetern Fläche, darunter mehr als 300 Quadratmeter digitale Ambient-Architektur und eine 3D-Round-Corner für anamorphe Effekte.[1] Solche Effekte lassen Motive scheinbar aus der Fläche treten, wie man es von den Screens am New Yorker Times Square kennt.

Zum Marktstart Mitte September vergibt der Betreiber ein First-Mover-Paket mit 100 Prozent Sichtbarkeit für eine Woche an eine einzige Marke. „The Lighthouse Hamburg ist mehr als eine digitale Medienfläche, es ist eine Bühne für Marken, die gesehen und erlebt werden wollen“, sagt Katrin Robertson, CEO der blowUP media Group.

Warum wächst Digital-out-of-Home so schnell?

Klassische Plakate hängen wochenlang starr an einer Wand. Digitale Flächen dagegen lassen sich im Stundentakt bespielen, nach Tageszeit, Wetter oder Zielgruppe, und zunehmend automatisiert über Programmatic-Plattformen buchen. Aus einer Fläche wird so ein datengesteuerter Kanal, dessen Logik der von Online-Werbung gleicht, wie sie das Online-Marketing-Glossar beschreibt.

Genau darin liegt der Reiz für die Branche. Gut vier von zehn Euro der deutschen Außenwerbung fließen inzwischen in digitale Flächen, und ein wachsender Teil der DOOH-Umsätze wird programmatisch abgewickelt. Die aktuellen Marketing-Trends zeigen dieselbe Richtung: weg vom festen Plakat, hin zur flexiblen, messbaren Aussteuerung.

The Lighthouse und der DOOH-Boom
Der Screen in Zahlen, der Markt dahinter
530 m²
Größte LED-Fläche Deutschlands
Gesamtfläche von The Lighthouse am Hamburger Spielbudenplatz.
300 m²
Digitale Ambient-Architektur
Zusätzlich zur 3D-Round-Corner für anamorphe Effekte.
Sept. 2026
Buchbar ab Mitte September
Zum Start erhält eine Marke eine Woche lang 100 % Sichtbarkeit.
~43 %
Anteil Digital an der Außenwerbung
Gut vier von zehn Euro der deutschen OOH-Spendings (Branchendaten).
~40 %
Programmatisch gebucht
Anteil der DOOH-Umsätze über automatisierte Plattformen (Branchendaten).

Ein Riesenscreen auf der Reeperbahn ist erst die Bühne. Den Unterschied macht, ob eine Marke die Fläche datenbasiert aussteuert oder nur groß plakatiert.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet der Screen-Boom fürs Marketing?

Für deutsche Werbetreibende rückt damit eine andere Frage in den Vordergrund. Reichweite über eine spektakuläre Fläche ist leicht zu kaufen, doch der Wert entsteht erst durch die Aussteuerung. Wie stark immersive Reize die Aufmerksamkeit binden und wie Kaufentscheidungen dabei entstehen, ordnet unser Beitrag zum Neuromarketing ein.

Der zweite Schub kommt aus dem Handel. Ketten wie Rewe, Edeka und Lidl statten ihre Filialen flächendeckend mit Screens aus und vermarkten die Werbezeit selbst, Stichwort Retail Media. Wie eng Handel und Technik zusammenrücken, zeigt der Umbau der Kasse bei Rewe und Penny.

Mit der Messbarkeit wächst die Verantwortung. Sobald ein Betreiber Passanten nach Zielgruppe ausspielt und Kontakte zählt, bewegt er sich im Rahmen der DSGVO und sollte Anonymisierung und Einwilligung sauber klären.

Prüfen Sie vor der ersten DOOH-Buchung, ob die Fläche zur Zielgruppe passt und ob sich die Kampagne zeitlich sowie programmatisch steuern und in ihrer Wirkung messen lässt. Sind diese Fragen geklärt, zahlt eine Buchung auf Wirkung ein statt nur auf Sichtbarkeit; für den Einstieg hilft die Suche nach der passenden Mediaagentur.

Quelle

[1] Ströer: „London hat Piccadilly Lights. Hamburg bekommt The Lighthouse“

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