Check Point-VPN: Angreifer kommen ohne Passwort hinein

Markus Seyfferth
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
Check Point-VPN: Angreifer kommen ohne Passwort hinein

Eine aktiv ausgenutzte Lücke in Check Points Remote-Access-VPN lässt Angreifer ohne gültiges Passwort ins Netz. Das BSI stuft sie als kritisch ein. Betroffene Unternehmen sollten sofort handeln.

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Seit Anfang Mai nutzen Angreifer eine Schwachstelle in Check Points Remote Access VPN aus, lange bevor ein Patch bereitstand. Am 8. Juni veröffentlichte der Hersteller ein Advisory, kurz darauf stufte das BSI die Lücke als kritisch ein. Für Unternehmen mit Check-Point-Gateways zählt jetzt jede Stunde.

Das Wichtigste in Kürze

Ein metallisches Vorhängeschloss steht zentral neben einem kleinen orangen Rechteck
CVE-2026-50751: Kritische Sicherheitslücke in IKEv1 ermöglicht unbewachten Fernzugriff, aktiv von Qilin-Ransomware ausgenutzt seit Mai 2026
  • Die Lücke CVE-2026-50751 erlaubt entfernten Zugriff ohne gültiges Passwort und erreicht einen CVSS-Wert von 9.3.
  • Ursache ist ein Logik-Fehler in der Zertifikatsprüfung des veralteten IKEv1-Schlüsselaustauschs.
  • Check Point bestätigt eine aktive Ausnutzung bereits seit Anfang Mai 2026, in mindestens einem Fall mit Bezug zur Qilin-Ransomware.
  • Das BSI rät Betreibern von Remote Access VPN und Mobile Access zum sofortigen Einspielen des Advisorys.

Wie gefährlich ist die Lücke wirklich?

Geöffnetes Kombinationsschloss mit Schild:
CVE-2026-50751: Kritische VPN-Sicherheitslücke ermöglicht Authentifizierungsumgehung und unbefugten Zugang zu internen Netzen (CVSS 9.3)

Authentifizierung umgangen. CVE-2026-50751 lässt einen entfernten Angreifer die Nutzer-Authentifizierung umgehen und eine VPN-Verbindung ohne Passwort aufbauen. Damit steht der Weg ins interne Netz offen.

CVSS 9.3. Nach dem Common Vulnerability Scoring System bewertet das BSI die Lücke als kritisch. Der hohe Wert ergibt sich aus dem direkten Netzzugang ohne nennenswerte Hürden.

Woran liegt der Fehler?

Silbernes Vorhängeschloss mit Sicherheitsnadel und Anhänger GEÖFFNET auf Weiß
Logik-Fehler in IKEv1-Zertifikatsüberprüfung ermöglicht seit Mai unbefugten Netzwerkzugriff

Alter IKEv1-Stack. Ursächlich ist ein Logik-Fehler in der Zertifikatsüberprüfung im veralteten IKEv1-Schlüsselaustausch. Check Point nennt diesen Punkt in seinem Advisory vom 8. Juni selbst.

Seit Mai aktiv. Laut Hersteller läuft die Ausnutzung bereits seit Anfang Mai, um Zugriff auf interne Netzwerke zu erlangen. Die Lücke war damit Wochen vor der öffentlichen Warnung ein Einfallstor.

Eine Authentifizierung, die sich ohne Passwort aushebeln lässt, ist keine Randnotiz, sondern eine offene Tür. Betreiber von Check-Point-Gateways sollten heute patchen, nicht erst zum nächsten Wartungsfenster.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was sollten Sie jetzt tun?

Vorhängeschloss mit Fußmatte und „Eintritt Frei“-Schild davor
Gateways mit Remote Access VPN oder Mobile Access sollten sofort gepatcht werden. VPN-Anmeldungen seit Mai auf Anomalien prüfen

Sofort patchen. Prüfen Sie, ob Ihre Gateways Remote Access VPN oder Mobile Access nutzen, und spielen Sie das Hersteller-Advisory umgehend ein. Die Details fasst das BSI in seiner IT-Sicherheitswarnung zusammen.

Logs prüfen. Kontrollieren Sie VPN-Anmeldungen rückwirkend bis Anfang Mai auf ungewöhnliche Sessions. Eine erfolgreiche Ausnutzung hinterlässt Verbindungen ohne passende Anmeldedaten.

Aktualisieren Sie betroffene Systeme vor dem nächsten regulären Wartungsfenster und informieren Sie Ihr SOC über den Zeitraum seit Anfang Mai. Fällt Ihr Haus unter die NIS2-Pflichten, gehört ein solcher Vorfall in die Meldekette. Wie ernst die Lage im Mittelstand insgesamt ist, zeigt der BSI Cybermonitor 2026.

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Markus Seyfferth
Autor
ist seit 2019 geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Web. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Dr. Web Magazins und bringt seine Expertise in den Bereichen Webdesign, Webentwicklung, WordPress, SEO sowie Online Marketing ein. Zudem verfasst er regelmäßig Fachartikel, um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen und anderen im Online Marketing weiterzuhelfen.
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