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Andreas Hecht 2. August 2016

CDN: Wann brauchst du wirklich eins?

Brauchst du wirklich ein CDN für deine Website?

Content Delivery Networks – kurz CDN – sind in aller Munde und ste­hen oft­mals auf dem Wunschzettel von Bloggern. Fast über­all kannst du lesen, dass ein CDN dei­ne Website über­ir­disch schnell macht und du es unbe­dingt haben musst. Die Frage ist nur: muss das wirk­lich sein, oder gibt es ande­re Wege, die viel­leicht bes­ser sind?

Brauchst du wirklich ein CDN für deine Website?

Was ist eigentlich ein CDN?

Ein CDN ist ein ver­teil­ter Verbund von Servern, die sich auf der gan­zen Welt befin­den. Sie spei­chern die sta­ti­schen Dateien einer Website zwi­schen, also die Bilder, CSS- und JavaScript-Dateien. Die Anbieter kopie­ren dei­ne sta­ti­schen Dateien auf ihre Server. Diese Dateien wer­den dann immer von dem Server aus­ge­lie­fert, der dei­nem Besucher an nächs­ten ist.

Ein CDN fun­giert auch als Load Balancer; die meis­ten CDN-Anbieter haben Netzwerke von Servern pro Standort, was bedeu­tet, dass sie leicht eine grö­ße­re Anzahl von Anfragen hand­ha­ben kön­nen, als dein Server, auf dem dei­ne Website liegt. Soweit die Theorie.

Daraus kann man schluss­fol­gern, dass ein CDN dei­ne sta­ti­schen Dateien immer schnel­ler aus­lie­fern müss­te, als dein eige­ner Server. Stimmen muss das nicht immer, hier ent­schei­det die Antwortzeit des Servers. Und die kann bei dei­nem Server in eini­gen Szenarien durch­aus bes­ser sein. Hier muss ein ein­ge­hen­der Test ent­schei­den, ob dem wirk­lich so ist.

In welchen Szenarien kann ein CDN nötig sein?

Ich blogge auf Deutsch. Brauche ich ein CDN?

Nicht jeder Blogger braucht ein CDN. Im Gegenteil, nötig ist es nur in weni­gen denk­ba­ren Szenarien. Wenn du nur auf Deutsch schreibst, wirst du auch nur Leser anspre­chen, die aus dem deutsch­spra­chi­gen Raum stam­men. Hier wür­de ein CDN nur etwas brin­gen, wenn dein Server oder dein Webhosting-Paket schwach auf der Brust und auf­sto­ckungs­wür­dig ist.

Natürlich gibt es auch bei einer deut­schen Website denk­ba­re Anwendungsbereiche. Wenn du zum Beispiel über erheb­li­chen Besucherverkehr ver­fügst (min­des­tens meh­re­re hun­dert­tau­send Zugriffe monat­lich), dann wäre es schon an der Zeit, über ein CDN nach­zu­den­ken. Hier ent­schei­det der Traffic und vor allem die gleich­zei­ti­gen Zugriffe auf den Blog.

Ich blogge auf Englisch

Wenn du auf Englisch schreibst, dann sprichst du eine Zielgruppe an, die auf der gan­zen Welt ver­teilt ist. In die­sem Szenario ist ein gutes CDN wirk­lich nötig, denn ein Besucher aus den USA wird die Geschwindigkeit dei­ner Website ganz anders erfah­ren, als einer aus Freiburg im Breisgau.

Zugriffe aus dem Ausland – gera­de auch außer­halb der EU, wer­den meist wesent­lich lang­sa­mer von dei­ner Website bedient, als Besuche aus Deutschland. In die­sem Fall benö­tigst Du wirk­lich ein CDN, denn es hilft dir, dei­ne Website gera­de für Besucher aus ande­ren, wei­ter ent­fern­ten Ländern schnel­ler aus­lie­fern zu kön­nen.

Ein deut­scher Besucher bekommt dann die Bilder und das CSS, sowie das JavaScript von einem deut­schen Server aus­ge­lie­fert, ein Besucher aus den USA bekommt die sta­ti­schen Ressourcen von einem Server in den USA aus­ge­lie­fert. Das macht dei­ne Website wesent­lich schnel­ler.

Allerdings hängt das alles auch von dei­nem Besucheraufkommen ab, je mehr Besucher du auf dei­nem Blog begrü­ßen darfst, des­to drin­gen­der wird ein CDN, weil ein­fach mehr Anfragen gleich­zei­tig beant­wor­tet wer­den kön­nen.

Erst die Website optimieren, dann ein CDN

Viele Blogger sind der Ansicht, dass nur ein CDN ihre Website so rich­tig schnell macht. Das ist natür­lich völ­li­ger Unsinn. Ein CDN kann immer nur unter­stüt­zend wir­ken und das letz­te Quäntchen Speed aus einer bereits wirk­lich opti­mier­ten Website her­aus­ho­len. Bei einem deut­schen Blog ist immer noch die Frage, ob ein CDN wirk­lich nötig ist, im Vordergrund.

Denn ganz ohne den Einsatz eines CDNs kannst du dei­ne Website bereits in den Millisekundenbereich der Ladegeschwindigkeit brin­gen. Natürlich ist das eine Menge Arbeit, ent­schei­dend ist jedoch, was du wirk­lich willst.

Willst du abso­lu­ten Speed, dann kannst du ihn ohne CDN errei­chen. Auch in Spitzenzeiten mit bis zu 95.000 Besuchern monat­lich ist mei­ne Website nicht in die Knie gegan­gen. Doch viel­leicht sind die­se Besucherzahlen für den einen oder ande­ren ja kal­ter Kaffee.

Wenn dem so ist, emp­feh­le ich Dir ein CDN. Allerdings: auch kaum opti­mier­te Seiten kön­nen rela­tiv schnell sein, wie Dr. Web beweist. Hier ist der Server aus­schlag­ge­bend.

Das ist ohne CDN bereits möglich:

Speedtest der Democratic Post vom 28.06. Selbstverständlich ohne CDN.

Speedtest der Democratic Post vom 28.06. Selbstverständlich ohne CDN.

Im obi­gen Screenshot siehst du den ers­ten Testlauf mei­ner Website. Der zwei­te dar­auf fol­gen­de wäre noch schnel­ler. Das ist voll­kom­men ohne CDN mög­lich. Und auch kein Einzelfall, denn mein per­sön­li­cher Blog lädt noch schnel­ler, obwohl ihm noch ein SSL-Zertifikat und damit auch HTTP2 fehlt.

Speedtest meines Blogs Techbrain.de vom 28.06. Ohne CDN, ohne HTTPS und ohne HTTP2.

Speedtest mei­nes Blogs Techbrain.de vom 28.06. Ohne CDN, ohne HTTPS und ohne HTTP2.

Was WordPress-Websites wirklich schnell macht

Wie die­ses Ergebnis erreicht wur­de, habe ich in einer Artikelserie hier auf Dr. Web bereits ein­ge­hend beschrie­ben:

Zusammenfassend kann man sagen

Bevor du über ein CDN nach­denkst, opti­mie­re zuerst die Flaschenhälse dei­nes Blogs. Allein damit lockst du bereits extrem viel Speed hin­ter dem Ofen der Langsamkeit her­vor. Die wich­tigs­ten Punkte wären:

  • Ein ver­nünf­ti­ger Server, even­tu­ell der Managed-Root Cloud Server von hostNET für 14,40 Euro monat­lich. Ohne einen ange­mes­se­nen Server geht gar nichts.
  • Sehr gute Bildoptimierung – Optimus HG ist die bes­te und kann auch webP erzeu­gen
  • PHP7 + HTTPS + HTTP2
  • So wenig Plugins wie nötig
  • So wenig Spielereien wie mög­lich
  • Eine opti­ma­le Behandlung von CSS- und JavaScript-Dateien. Zum Beispiel Jetpack CSS auf­tei­len, unnö­ti­ges Jetpack-CSS löschen, Dateien nur laden las­sen, wo auch nötig und so wei­ter…

Du willst trotzdem ein CDN? Hier sind zwei Empfehlungen

Wichtig und zu beach­ten sind klei­ne Details, wie zum Beispiel HTTP/2 und SSL-Zertifikate, in bei­den Fällen bie­ten die Dienste eine Unterstützung für Let’s Encrypt. Let’s Encrypt bie­tet kos­ten­freie SSL-Zertifikate an.

1 – KeyCDN – Content Delivery made easy

KeyCDN

Die Zielsetzung von KeyCDN ist es, das am leich­tes­ten zu bedie­nen­de CDN zu sein und trotz­dem sei­nen Kunden sehr viel Power zu bie­ten. Die Integration ist dank eines eige­nen WordPress-Plugins sehr ein­fach, die Funktionen über­zeu­gend. Zudem bezahlt man nur für das, was man auch nutzt. Ein Test-Account ist vor­han­den. Alle Funktionen kön­nen also kos­ten­los getes­tet wer­den.

Ein ein­ge­hen­der Test wird zei­gen, wie gut die­ses CDN wirk­lich ist. Wir wer­den davon berich­ten.

2 – CDN77.com

cdn77

CDN77.com ist ein Anbieter aus Großbritannien, und bie­tet dir neben dem HTTP/2 und auto­ma­ti­scher Let’s Encrypt Zuweisung auch den neu­en Kompressionsstandard Brotli von Google. Google ver­spricht eine um 40 Prozent schnel­le­re Auslieferung der Ressourcen, als mit dem nor­ma­len Gzip-Standard. Allerdings bie­tet CDN77 nur eine Integration mit drei Cache-Plugins in WordPress an. WP Fastest Cache, W3 Total Cache und ZenCache wer­den unter­stützt.

Fazit

Ob du wirk­lich ein CDN brauchst, oder nicht, hängt ganz stark von den per­sön­li­chen Umständen ab. Wer ein­fach nur etwas mehr Speed braucht, ist mit ande­ren Maßnahmen bes­ser bera­ten. Wenn du jedoch eine Website dein eigen nennst, die ent­we­der in eng­li­scher Sprache ver­fasst wird oder gigan­ti­schen Traffic bekommt, dann ist ein CDN auch ange­ra­ten. Denn beson­ders in den Spitzenzeiten kann es dir dann hel­fen, dei­nen Blog schnell aus­zu­lie­fern. Normale Blogs soll­ten eher über ande­re Dinge nach­den­ken, wel­che wesent­lich mehr Einfluss auf die Geschwindigkeit haben, als es ein CDN jeweils haben könn­te.

(dpe)

Andreas Hecht

Andreas Hecht

entwickelt WordPress-Websites und bietet dir einen Website Sicherheit Service und einen Performance Service für deine Website. Außerdem ist er Spezialist für Onpage SEO und bringt Deine Website in die Top-Suchergebnisse von Google. Auf seinem Blog schreibt er über WordPress, SEO und Content SEO.

Ein Kommentar

  1. Leider wird ein CDN in der Bloggerszene oft als die eier­le­gen­de Wollmilchsau ange­prie­sen. Die Rechnung scheint oft auf­zu­ge­hen – denn dahin­ter ste­cken natür­lich Affiliate Programme.
    Euer Artikel ist des­halb hilf­reich, da er auf Baustellen hin­weist, die vor der Einführung eines CDN in Bearbeitung genom­men wer­den soll­ten!
    Grüße aus dem Pott,
    chris
    PS. ist eben nicht immer alles Gold was glänzt.

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