Ein junges KI-Startup bringt die Konstruktion am Computer in Bewegung. Adam erzeugt fertige CAD-Modelle aus einer einfachen Texteingabe und legt den Kern seiner Software offen. Für Konstrukteure und Industriebetriebe öffnet das eine Tür, die bisher teure Spezialsoftware verschlossen hielt.

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Mit dem Projekt CADAM stellt Adam ein quelloffenes Text-zu-CAD-Werkzeug bereit. Aus einem Prompt entsteht ein parametrisches 3D-Modell, das sich in gängige Formate exportieren lässt. Vercel-Gründer Guillermo Rauch nennt es das „v0 für CAD“.

Das Wichtigste in Kürze

  • Adam erzeugt aus Texteingaben parametrische CAD-Modelle, exportierbar als STL, OBJ und SCAD.
  • Der quelloffene Kern CADAM steht unter GPL-3.0 und zählt über 3.500 Sterne auf GitHub.
  • Das Startup aus dem YC-Jahrgang W25 sammelte rund 3,6 Millionen Euro Startkapital ein.
  • Nach eigenen Angaben entstanden bereits über eine Million Modelle.

Was kann Text-zu-CAD wirklich?

Post-it mit „bau mir das“, Metallteil und Spielzeugsoldat auf weißem Grund
Adam konvertiert Beschreibungen in parametrische CAD-Modelle mit anpassbaren Maßen. Export als STL, OBJ und SCAD möglich, STEP geplant

Adam wandelt eine Beschreibung in ein parametrisches CAD-Modell um, dessen Maße sich nachträglich anpassen lassen. Das Ergebnis ist exportierbar als STL, OBJ oder SCAD, ein STEP-Export ist angekündigt.

Parametrisch bedeutet, dass Maße und Beziehungen im Modell hinterlegt sind und sich gezielt ändern lassen. Genau das unterscheidet ernsthaftes CAD von einem bloßen 3D-Bild. Über eine Million Modelle sind nach Angaben des Anbieters bereits entstanden, begleitet von großer Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken.

Der offene Kern CADAM ist in TypeScript geschrieben und steht unter der GPL-3.0-Lizenz. Auf GitHub sammelte das Projekt über 3.500 Sterne. Quelloffenheit erlaubt es Firmen, das Werkzeug zu prüfen, anzupassen und im eigenen Haus zu betreiben.

Text-zu-CAD nimmt der Konstruktion nicht die Fachkenntnis ab, senkt aber die Einstiegshürde drastisch. Quelloffen wird daraus ein Werkzeug, das auch der Mittelstand ohne Lizenzfesseln testen kann.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet das für Industrie und Mittelstand?

Metallgelenk mit Text „QUELLOFFEN“, darauf ein Marienkäfer, vor weißem Hintergrund
Schnelle erste Entwürfe verkürzen Entwicklungszeit. Kleine Betriebe profitieren von kostengünstigen quelloffenen CAD-Werkzeugen ohne Lizenzgebühren

Schnellere erste Entwürfe verkürzen den Weg von der Idee zum prüfbaren Modell. Den Feinschliff und die Fertigungsreife übernimmt weiterhin der erfahrene Konstrukteur, doch der Start gelingt deutlich früher.

Gerade kleine Industriebetriebe ohne große CAD-Abteilung profitieren von einem günstigen Einstieg. Ein quelloffenes Werkzeug lässt sich testen, ohne sofort teure Lizenzen zu binden, und passt damit zu vorsichtigen Digitalisierungsbudgets. Wie KI die Industrie verändert, begleitet die Robotik-Berichterstattung von Dr. Web fortlaufend. Ein früher Test kostet wenig und zeigt schnell den Nutzen.

Ob Adam die etablierten CAD-Schwergewichte herausfordert, wird sich zeigen. Der offene Ansatz erhöht zumindest den Druck auf geschlossene, teure Systeme. Mehr Wettbewerb nützt am Ende den Anwendern.

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