Zink kostet in Deutschland 3.455 Euro je Tonne, gut 31 Prozent mehr als im Juli 2025. An der Londoner Metallbörse lagern noch 94.400 Tonnen, gerade genug für zweieinhalb Tage Weltverbrauch. In jedem Neuwagen stecken rund zehn Kilogramm davon, die meisten unsichtbar unter dem Lack.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer Preisschub trifft zuerst Stahlbauer, Schlossereien und Bauherren, weil jede feuerverzinkte Tonne den Börsenpreis über einen Materialteuerungszuschlag weiterreicht. Der wichtigste Einsatzzweck des Metalls bleibt der Korrosionsschutz von Stahl. Einen gleichwertigen Ersatz dafür kennt die Technik bis heute nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- 3.455 Euro je Tonne kostete Feinzink im Juli 2026 in Deutschland, nach 2.632 Euro ein Jahr zuvor. Die Reihe stammt vom Bundesverband Feuerverzinken und beruht auf Angaben der Wirtschaftsvereinigung Metalle.
- 94.400 Tonnen lagen am 20. August 2026 in den Lagerhäusern der London Metal Exchange. Der Weltverbrauch an Raffinadezink liegt bei rund 37.500 Tonnen je Tag.
- 13 Millionen Tonnen förderten die Bergwerke der Welt 2025 laut US Geological Survey, allein 4,1 Millionen Tonnen davon in China.
- Kein Eintrag: In der EU-Verordnung 2024/1252 über kritische Rohstoffe taucht das Metall weder in Anhang I noch in Anhang II auf.
Bluff oder Wissen? Der Zink-Check
1 In welchem Land wurde das Metall zuerst im großen Maßstab destilliert? Aufklappen ↓
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2 Wofür geht der größte Teil des Rohstoffs in Deutschland drauf? Aufklappen ↓
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3 Welches Gebiet entstand 1816, weil zwei Staaten sich über eine Galmeigrube nicht einigen konnten? Aufklappen ↓
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4 Wie hoch ist der Metallgehalt im Anlagenzulauf der Kipushi-Mine im Kongo? Aufklappen ↓
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5 Wie viel Zink steckt in einem heutigen Pkw? Aufklappen ↓
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Was ist Zink und wie kommt das Metall in die Erdkruste?
Zink ist ein Schwermetall mit der Dichte 7,13 Gramm je Kubikzentimeter, das in der Natur praktisch nie gediegen auftritt, sondern als Sulfid gebunden. Die Lagerstätten entstanden dort, wo heiße, metallreiche Lösungen durch Spalten der Erdkruste aufstiegen und beim Abkühlen ausfielen. Bis daraus ein abbauwürdiger Körper wurde, vergingen Jahrmillionen.
Zwei Bautypen beherrschen die Weltförderung. In sedimentexhalativen Vorkommen setzte sich das Erz am Meeresboden ab, dort wo heiße Quellen austraten und die Fracht im kalten Wasser ausfiel. In den Karbonatlagerstätten vom Mississippi-Valley-Typ dagegen füllte die Zinkblende die Poren und Klüfte alter Riffkalke, langsam und über gewaltige Flächen verteilt.
Oben, wo Sauerstoff und Wasser an das Erz kamen, verwitterte das Sulfid zu Karbonat und Silikat. Diese oxidische Deckschicht heißt Galmei. Jahrhundertelang war das der einzige Rohstoff, aus dem europäische Hüttenleute etwas machen konnten. Erst mit der Tiefe stießen die Bergleute auf das eigentliche Sulfiderz, das eine ganz andere Technik verlangte.
Die Gehalte gehen dabei weit auseinander. Daran hängt die halbe Betriebswirtschaft des Bergbaus. Gewöhnliche Minen fördern Erz im niedrigen einstelligen Prozentbereich und müssen deshalb riesige Gesteinsmengen brechen, mahlen und aufbereiten. Die kongolesische Grube Kipushi speiste ihre Anlagen zuletzt mit 36,2 Prozent und braucht für dieselbe Tonne Metall nur einen Bruchteil an Energie.
Der US Geological Survey beziffert die wirtschaftlich gewinnbaren Reserven auf 240 Millionen Tonnen und die bekannten Ressourcen auf 1,9 Milliarden Tonnen. Bei einer Weltförderung von 13 Millionen Tonnen im Jahr entspricht der Reservenstand rechnerisch 18 Jahren. In der Rohstoffwirtschaft gilt eine solche Reichweite als knapp, weil neue Minen von der Entdeckung bis zur ersten Tonne oft ein Jahrzehnt brauchen.
Deutschland kommt in dieser Rechnung nicht mehr vor. Die Vorkommen im Aachener Raum, im Sauerland und im Harz sind erschöpft, nach Jahrhunderten intensiven Abbaus. Deutsche Verarbeiter kaufen Importkonzentrat oder Schrott. Eine andere Quelle existiert schlicht nicht mehr.
- Zinkblende: Fast alles Fördergut ist Sulfid, entstanden aus heißen Lösungen in Sedimenten und Riffkalken.
- 36,2 Prozent Metallgehalt speiste die Aufbereitung von Kipushi, ein Vielfaches gewöhnlicher Lagerstätten.
- 18 Jahre Reichweite haben die Reserven von 240 Millionen Tonnen bei heutiger Förderung.
Wer machte aus Galmei ein Metall?

Messing kannten Babylonien und Assyrien schon rund 3.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung, metallisches Zink dagegen nicht. Die alten Gießer erhitzten Kupfer zusammen mit Galmei und Holzkohle im geschlossenen Tiegel. Das entstehende Metall wanderte sofort in die Legierung und wurde als eigener Stoff nie sichtbar.
Der Grund liegt in der Physik und hat Generationen von Hüttenleuten zur Verzweiflung gebracht. Der Siedepunkt liegt bei 906 Grad Celsius, also genau in dem Bereich, in dem das Erz reduziert wird. Wer das Metall gewinnen will, muss den Dampf auffangen und niederschlagen, muss also destillieren statt schmelzen.
Gelungen ist das zuerst in Indien. Im Bergbaurevier Zawar in Rajasthan lief die Verhüttung ab dem 9. Jahrhundert, ab dem 11. und 12. Jahrhundert im industriellen Maßstab. Die Inder destillierten nach unten, in tausenden kleiner Tonretorten, deren Scherben dort bis heute ganze Hügel bilden. Mittelalterliche alchemistische Schriften beschreiben das Verfahren im Detail.
Europa brauchte rund 600 Jahre länger und kam nicht von allein darauf. William Champion ließ sich die Technik im Juli 1738 in Bristol patentieren, nachdem er die Gruben von Zawar besucht hatte. Seine Anlage arbeitete über hundert Jahre lang, ein Technologietransfer aus Asien nach Europa, lange bevor jemand dieses Wort in den Mund nahm.
Der Berliner Chemiker Andreas Sigismund Marggraf isolierte 1746 das reine Metall im geschlossenen Gefäß und lieferte damit den wissenschaftlichen Beleg für einen Stoff, den die Handwerker längst benutzten. Den Sprung in die Massenproduktion schaffte der Lütticher Jean-Jacques Daniel Dony, der zwischen 1805 und 1810 das belgische Verfahren entwickelte und die erste große Hütte des Kontinents betrieb.
Von Lüttich aus war der Weg zum Galmei der Eifel kurz, und die Gesellschaft Vieille Montagne wuchs binnen weniger Jahrzehnte zum größten europäischen Produzenten. Genau dieser Rohstoff machte einen unscheinbaren Hügel an der Grenze zwischen Preußen und den Niederlanden zum Streitobjekt zweier Staaten, mit Folgen, die ein Jahrhundert überdauerten.
- Siedepunkt 906 Grad: Das Metall entweicht als Dampf und ließ sich deshalb erst durch Destillation gewinnen.
- Zawar in Rajasthan verhüttete ab dem 9. Jahrhundert, Europa erst ab 1738 in Bristol.
- Dony baute zwischen 1805 und 1810 in Lüttich die erste große Hütte nach belgischem Verfahren.
Wie hat Zink die Weltkarte verändert?

Eine einzige Galmeigrube brachte 1816 ein Gebiet hervor, das keinem Staat gehörte und mehr als hundert Jahre überdauerte. Rohstoffe schaffen Abhängigkeiten, Abhängigkeiten schaffen Konflikte, und Konflikte hinterlassen Grenzen. Beim Zink lässt sich dieser Kreislauf an drei Orten ablesen.
Ein Landstrich, der niemandem gehörte
Der Aachener Grenzvertrag vom 26. Juni 1816 erklärte den Landstrich um die Grube Altenberg zum neutralen Territorium, weil Preußen und das Königreich der Niederlande sich über den Zugriff nicht einigen konnten. Beide Seiten wollten die reichste Galmeilagerstätte Westeuropas, keine wollte einen Krieg darum. Also wurde das Gebiet aus der Landkarte herausgeschnitten.
Neutral-Moresnet umfasste kaum drei Quadratkilometer, hatte einen einzigen Polizisten und keine reguläre Armee. Aus rund 300 Einwohnern des Jahres 1816 wurden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts etwa 4.000, die meisten arbeiteten für die Gesellschaft Vieille Montagne. Das Gebilde hielt bis 1919 und verschwand erst mit dem Versailler Vertrag, als Belgien den Zipfel zugesprochen bekam.
Weiter östlich, in Oberschlesien, wuchs im 19. Jahrhundert das zweite große Revier Europas. Kohle und Galmei lagen dort dicht beieinander. Beide Rohstoffe machten die Region nach 1918 zum Gegenstand einer Volksabstimmung, dreier Aufstände und eines Grenzverlaufs, der Industrieanlagen mitten durchschnitt.
| Land | Bergwerksförderung 2025 in Mio. t | Reserven in Mio. t | Rolle in der Kette |
|---|---|---|---|
| China | 4,1 | 60 | fördert und verhüttet, größter Verbraucher |
| Peru | 1,5 | 18 | Exporteur von Konzentrat |
| Australien | 1,1 | 64 | größte Reserven, kaum Weiterverarbeitung |
| Indien | 0,87 | 10 | integrierter Binnenmarkt |
| Mexiko | 0,78 | 14 | Exporteur von Konzentrat |
| Vereinigte Staaten | 0,67 | 9,3 | Nettoimporteur von Raffinademetall |
| Bolivien | 0,50 | keine Angabe | Exporteur von Konzentrat |
| Russland | 0,43 | 29 | Binnenmarkt, sanktionsbedingt abgeschottet |
Der koloniale Zugriff und die reichste Grube der Welt
Im belgischen Kongo erschloss die Union Minière du Haut-Katanga ab den 1920er Jahren eine Lagerstätte bei Kipushi, deren Erz so reich war, dass die Grube den Weltmarkt allein bewegen konnte. Der Gewinn floss nach Brüssel, die Infrastruktur diente dem Abtransport. Von der Wertschöpfung blieb vor Ort wenig. 1967 übernahm der Staatskonzern Gécamines das Bergwerk, 1993 lief die Förderung aus.
Seit dem Wiederanlauf betreibt Ivanhoe Mines das Bergwerk gemeinsam mit Gécamines. Im Mai 2026 brachte Kipushi mit 25.677 Tonnen im Konzentrat einen Monatsrekord, hochgerechnet 308.000 Tonnen im Jahr. Die Aufbereitung mahlte dafür 72.003 Tonnen Erz bei einer Ausbringung von 93 Prozent. Für 2026 nennt der Betreiber eine Spanne von 240.000 bis 290.000 Tonnen.
Wo die Macht heute sitzt
Die eigentliche Machtfrage stellt sich eine Stufe weiter hinten in der Kette. China förderte 2025 mit 4,1 Millionen Tonnen fast ein Drittel des Weltbergbaus und betreibt zugleich den größten Teil der Hüttenkapazität. Ein Land, das Konzentrat verkauft, verkauft Vorprodukt. Einen Käufer findet Vorprodukt nur dort, wo ein Ofen steht.
Peru und Australien liefern genau dieses Vorprodukt. Australien hält mit 64 Millionen Tonnen die größten Reserven der Welt, verarbeitet davon aber nur einen kleinen Teil im eigenen Land. Peru fördert 1,5 Millionen Tonnen und verschifft den Großteil roh, ein Muster, das sich beim Basismetall Kupfer in derselben Region wiederholt.
Der Kreislauf läuft beim Zink leiser als beim Öl, folgt aber derselben Mechanik. Wo das Erz liegt, entstehen Enklaven, Konzessionen und Grenzstreitigkeiten. Wo die Öfen stehen, entsteht die eigentliche Verhandlungsmacht. Europa hat von beidem wenig und redet über das Thema trotzdem kaum.
Bergwerksförderung 2025, Metallinhalt in Millionen Tonnen
Drei Bruchstellen der Versorgung 2026
Wofür braucht die Weltwirtschaft 13 Millionen Tonnen im Jahr?

Zink ist das vierthäufigste Gebrauchsmetall der Welt und hält vor allem eines am Leben: Stahl im Freien. Ohne den dünnen Überzug rosten Leitplanken, Freileitungsmasten, Hallentragwerke und Brückengeländer binnen weniger Jahre durch. Der Werkstoff Stahl allein hätte im Außenbereich kaum eine Chance.
Der US Geological Survey nennt verzinkten Stahl die größte Einzelverwendung, gefolgt von Messing, Bronze und Gusslegierungen. Die Internationale Blei- und Zinkstudiengruppe rechnete für 2025 mit 13,8 Millionen Tonnen Raffinadeproduktion und 13,7 Millionen Tonnen Verbrauch. Der rechnerische Puffer von 85.000 Tonnen entspricht gut zwei Tagen Weltbedarf, mehr nicht.
Gehandelt wird an der London Metal Exchange, notiert in US-Dollar je Tonne. Umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 20. August 2026 lag der Kassakurs an diesem Tag bei 3.309 Euro, nach 2.659 Euro zu Jahresbeginn. Der Aufschlag von rund einem Viertel entstand binnen acht Monaten, ohne dass ein einziger Krieg oder ein Embargo dahintersteckte.
Der zweite Preis der Branche steht in keiner Zeitung. Hütten lassen sich das Verarbeiten von Konzentrat mit einem Verhüttungslohn vergüten, und je knapper das Konzentrat wird, desto tiefer fällt dieser Betrag. Sinkende Verhüttungslöhne zeigen Bergwerksknappheit deshalb an, lange bevor der Börsenkurs darauf reagiert.
Die Handelswege sind lang und der Engpass sitzt nicht im Schiff. Konzentrat wandert als Schüttgut von Peru, Australien und dem Kongo nach Asien, wo die Öfen stehen. Fällt eine große Hütte aus, hilft dem Markt kein zusätzliches Bergwerk, weil das Erz ohne Ofenkapazität nur ein Haufen Steine bleibt.
Deutschland hängt an dieser Kette als reiner Verarbeiter. Die Hütte in Nordenham produziert rund 165.000 Tonnen Metall und Legierungen im Jahr, Erz kommt keines mehr aus deutschen Gruben. Als eigene Rohstoffbasis bleibt allein der Schrott, genau wie bei Eisen und Stahl.
- 13,7 Millionen Tonnen Raffinademetall verbrauchte die Welt 2025, der rechnerische Überschuss lag bei 85.000 Tonnen.
- 3.309 Euro je Tonne notierte der LME-Kassakurs am 20. August 2026, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs.
- Verhüttungslohn: Der stillere zweite Preis fällt, sobald Konzentrat knapp wird, und warnt früher als die Börse.
In welchen Produkten steckt das Metall und was fällt ohne den Rohstoff weg?

In fast hundert Bauteilen eines Autos steckt Zink, zusammen rund zehn Kilogramm, davon etwa drei Kilogramm als Korrosionsschutz der Karosserie. Die übrigen sieben Kilogramm verteilen sich auf Druckgussteile, Reifen und Motoröl. Vor dreißig Jahren begrenzte Durchrosten die Lebensdauer eines Wagens, heute geben Hersteller zwanzig Jahre Garantie und mehr.
Rund 500 Gramm davon stecken in der Gummimischung der Reifen, etwa 180 Gramm Zinkoxid je Standardreifen. Der Zusatz startet zusammen mit organischen Beschleunigern die Vernetzung zwischen Kautschuk und Schwefel und verteilt später die Wärme im dynamisch beanspruchten Gummi. Ohne diesen Anstoß dauert die Vulkanisation unvertretbar lange.
Im Bau fällt der größte Brocken an. Die deutschen Stückverzinkereien tauchten 2023 rund 1,8 Millionen Tonnen Stahl in das flüssige Bad, europaweit der Spitzenwert. Die Hälfte davon ging ins Bauwesen, dazu 11 Prozent in Industrieausrüstung, 10 Prozent in den Fahrzeugbau und 8 Prozent in die Landwirtschaft.
| Produkt | Wo das Metall sitzt | Ersatz vorhanden? |
|---|---|---|
| Autokarosserie | verzinktes Feinblech, rund 3 kg je Pkw | Aluminium und Kunststoff, mit Aufpreis |
| Autoreifen | Zinkoxid als Vulkanisationsaktivator, rund 500 g je Pkw | kein gleichwertiger Ersatz |
| Schutzplanke, Balkongeländer, Stahlhalle | feuerverzinkte Oberfläche | Beschichtung, mit Wartungspflicht |
| Türgriff, Gurtaufwickler, Schalthebel | Druckguss mit bis zu 4 Prozent Aluminium | Aluminium- und Magnesiumlegierungen |
| Badarmatur, Steckverbinder, Blechblasinstrument | Messing, etwa CuZn37 mit 37 Prozent Anteil | kein gleichwertiger Ersatz |
| Sonnencreme, Wundsalbe, Wandfarbe | Zinkoxid als Pigment und UV-Filter | Titandioxid, mit anderer Wirkung |
Jenseits von Auto und Baustelle taucht der Stoff dort auf, wo kaum jemand ihn vermutet. Messing besteht zu über der Hälfte aus Kupfer und im übrigen aus diesem Metall, die Sorte CuZn37 trägt 37 Prozent davon. Badarmaturen, Steckverbinder und Blechblasinstrumente hängen daran ebenso wie das Trinkwasser, das durch Messingfittings läuft.
Als weißes Oxid landet der Rohstoff schließlich auf der Haut. Zinkoxid wirkt in Sonnencremes als mineralischer UV-Filter, in Wundsalben als Trockenmittel und in Wandfarben als Pigment. Der Mensch selbst braucht das Element als Spurenelement, als Bestandteil hunderter Enzyme. Über Käse, Fleisch und Getreide kommt genug davon auf den Teller.
Die Trennlinie zwischen Ersetzbarem und Unersetzlichem verläuft zwischen Schicht und Molekül. Wo das Metall nur außen liegt, führen Umwege über Farbe, Aluminium oder Kunststoff zum Ziel, allerdings mit Aufpreis, Mehrgewicht oder Wartungspflicht. Wo das Atom mitreagiert, im Reifen und im Messing, bedeutet ein Lieferausfall den Produktionsstopp.
Der US Geological Survey listet als Substitute Aluminium und Kunststoffe für verzinktes Blech im Auto sowie Cadmium, Farbe und Kunststoffbeschichtungen für andere Überzüge. Keiner dieser Stoffe leistet den kathodischen Schutz, bei dem sich das unedlere Metall selbst opfert und den Stahl auch an einer aufgekratzten Stelle rostfrei hält. Genau darin liegt der Unterschied zwischen Schutz und Versiegelung.
Wie setzt sich der Preis einer feuerverzinkten Tonne Stahl zusammen?

Das Metall macht je nach Bauteil über 30 Prozent der Verzinkungskosten aus und ist damit der größte Einzelposten. Den Rest teilen sich die Energie für das rund 450 Grad heiße Bad, Löhne, die chemische Vorbehandlung, Logistik und Marge. Kein anderer Posten schwankt annähernd so stark wie der erste.
Abgerechnet wird nach Gewicht, nicht nach Fläche. Daraus folgt eine Rechnung, die viele Bauherren überrascht. Ein massiver Stahlträger bringt weniger als zehn Quadratmeter Oberfläche je Tonne mit, ein Gitterrost über hundert. Weil die Schicht an der Oberfläche hängt, kostet die filigrane Konstruktion je Tonne ein Vielfaches der schweren.
Der Leitfaden Kosten im Stahlbau, erarbeitet vom Institut für Bauökonomie der Universität Stuttgart, nennt für sehr schwere Bauteile Richtwerte ab 250 Euro je Tonne. Der Verzinkungsdienstleister ZINQ beziffert die Spanne mit rund 0,40 Euro je Kilogramm für schweren und rund 0,60 Euro je Kilogramm für leichten Stahlbau.
| Bestandteil | Anteil oder Betrag | Wer kassiert |
|---|---|---|
| Feinzink | über 30 Prozent der Gesamtkosten, Basis 3.455 Euro je Tonne im Juli 2026 | Hütte und Metallhandel |
| Energie, Löhne, Vorbehandlung, Logistik, Marge | der übrige Anteil von knapp 70 Prozent | Verzinkerei, Energieversorger, Chemielieferant |
| Verzinkungspreis, sehr schwere Bauteile | ab rund 250 Euro je Tonne | Verzinkerei |
| Verzinkungspreis, leichter Stahlbau | rund 600 Euro je Tonne | Verzinkerei |
| Materialteuerungszuschlag | variabel, gekoppelt an die Feinzinknotierung | Weitergabe an den Auftraggeber |
Die Kopplung an die Börse ist vertraglich geregelt und läuft weitgehend automatisch. Über den Materialteuerungszuschlag wandert jede Bewegung der Feinzinknotierung in die Rechnung, meist mit dem Verzug eines Monatsmittels. Verzinkereien tragen das Risiko damit nur kurz, den Aufschlag zahlt am Ende der Auftraggeber.
Ein Rechenbeispiel macht die Größenordnung greifbar. Angenommen, ein leichter Stahlbau kostet 600 Euro je Tonne Verzinkung, dann steckten darin bei einem Metallanteil von 30 Prozent rund 180 Euro Material. Der Preissprung des vergangenen Jahres hätte diesen Posten um gut 40 Euro je Tonne verteuert, ohne dass sich am Bauteil selbst irgendetwas geändert hätte.
Dazu kommt der Währungseffekt, den in Deutschland kaum jemand auf der Rechnung sieht. Die Weltnotierung läuft in US-Dollar, die Rechnung des Verzinkers in Euro, und ein schwacher Dollar dämpft den Anstieg für europäische Käufer spürbar. Zum 20. August 2026 stand der EZB-Referenzkurs bei 1,1681 Dollar je Euro.
Über den Lebenszyklus dreht sich die Rechnung allerdings um. Der Eiffelturm braucht alle sieben Jahre 60 Tonnen Farbe, 25 Lackierer arbeiten daran rund 18 Monate, jede Instandhaltung kostet drei Millionen Euro. Eine Feuerverzinkung hätte diese Posten über Jahrzehnte hinweg schlicht nicht erzeugt.
Kostenanteile einer Verzinkung
Feinzink in Deutschland, Verkaufspreis in Euro je Tonne
Wer verdient am Rohstoff und wer zahlt drauf?

Die Marge sitzt selten im Förderland, sondern dort, wo Konzentrat zu Metall wird. Peru und Bolivien verschiffen Erz, Südkorea und China verschiffen fertige Ware. Der Preisabstand zwischen beidem bleibt im Land der Hütte. Diese Arbeitsteilung ist keine Laune des Marktes, sondern das Ergebnis von hundert Jahren Industriepolitik.
Für ein Förderland ohne eigene Öfen bedeutet das eine harte Grenze. Peru fördert 1,5 Millionen Tonnen im Jahr und verkauft davon den Großteil als Vorprodukt, dessen Preis nicht das Land, sondern die Börse in London bestimmt. Jeder Versuch, eine eigene Hütte zu bauen, scheitert am Strompreis, an der Kapitalintensität und an der schieren Konkurrenz aus Asien.
Im Kongo fällt die Rechnung noch deutlicher aus. Kipushi liefert das reichste Erz der Welt, verhüttet wird davon im Land keine Tonne. Was bleibt, sind Arbeitsplätze im Bergwerk, Konzessionsabgaben und der Anteil der staatlichen Gécamines, während die eigentliche Veredelung Tausende Kilometer entfernt stattfindet.
| Land | Bergbau | Hütten | Wo die Wertschöpfung bleibt |
|---|---|---|---|
| Peru | 1,5 Mio. t, drittgrößter Förderer | gering | größtenteils im Ausland |
| Demokratische Republik Kongo | Kipushi, höchste Erzgehalte der Welt | keine | größtenteils im Ausland |
| China | 4,1 Mio. t | größte Kapazität weltweit | vollständig im Land |
| Südkorea | ohne nennenswerte Minen | Korea Zinc, größter Raffinadeproduzent | vollständig im Land |
| Deutschland | Lagerstätten erschöpft | Nordenham, rund 165.000 t | Verarbeitung und Recycling |
Wie hart um diese Stufe gekämpft wird, zeigt Südkorea. Um Korea Zinc, den größten Raffinadeproduzenten der Welt, tobt seit September 2024 ein Übernahmekampf zwischen der Gründerfamilie Choi und dem Finanzinvestor MBK Partners samt dem Altgesellschafter Young Poong. Im April 2026 bestätigte der Oberste Gerichtshof die Stimmrechtssperre gegen Young Poong und sicherte der Familie die Kontrolle.
Auf der Gegenseite wirkt der Ressourcenfluch. Ein Land, dessen Exporterlöse an einer Metallnotierung hängen, importiert mit dem Devisenzufluss eine feste Währung, die die eigene Industrie verteuert. Genau dieser Mechanismus, in der Volkswirtschaftslehre als holländische Krankheit bekannt, hat in Bolivien und Peru eigene Verarbeitungsstufen nie entstehen lassen.
In Deutschland zahlt eine überschaubare, aber beschäftigungsstarke Branche drauf. 134 Stückverzinkungsbetriebe mit rund 35.000 Beschäftigten setzen über eine Milliarde Euro allein mit Lohnverzinkung um. 2023 ging die Tonnage um 7,3 Prozent zurück, vor allem wegen der schwachen Baukonjunktur, an der die Branche hängt wie kaum eine zweite.
Zink verschwindet unter dem Lack und deshalb auch aus der Debatte. Ein Rohstoff, an dem 134 deutsche Verzinkereien und 35.000 Arbeitsplätze hängen, gehört in die Rohstoffstrategie und nicht in die Fußnote.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Am Ende der Kette steht der Bauherr. Bei ihm kommt vom Ganzen nur die Rechnung an. Ein Balkongeländer, ein Carport oder eine Lagerhalle werden teurer, ohne dass im Angebot ein Weltmarkt auftaucht. Die Position heißt schlicht Materialteuerungszuschlag und wandert meist ungelesen durch.
- Die Hütte gewinnt: Zwischen Konzentrat und Metall liegt die Marge, und die Öfen stehen überwiegend in Asien.
- Korea Zinc ist größter Raffinadeproduzent der Welt und seit 2024 Objekt eines Übernahmekampfs.
- 134 Betriebe mit 35.000 Beschäftigten verzinken in Deutschland und geben den Preis nach unten weiter.
Wie mächtig ist die Zink-Lobby?

Die Branche ist gut organisiert und politisch trotzdem kaum sichtbar. Initiative ZINK in Düsseldorf, der Bundesverband Feuerverzinken einige Straßen weiter und die Wirtschaftsvereinigung Metalle decken Werkstoff, Verarbeitung und Statistik lückenlos ab. An Fachkompetenz fehlt keinem dieser Verbände etwas.
Gearbeitet wird mit einem klaren Sprachbild. Der Rohstoff erscheint als das 8. Metall, als Universal-Basis-Zukunftsmetall und als nachhaltiger Werkstoff mit weitgehend geschlossenen Kreisläufen. Die Kampagne rezink verkauft die Kreislauffähigkeit als Argument für das Bauen mit Stahl. Der Fakten-Kompass liefert jährlich die Zahlen dazu.
Sachlich stimmt der Kern dieser Botschaft, wie das Kapitel zu den Alternativen zeigt. Politisch zahlt die Kampagne bislang trotzdem wenig aus, denn die entscheidenden Förderinstrumente hängen nicht an guten Argumenten. Die Instrumente hängen an einer Liste, auf der dieser Rohstoff schlicht fehlt.
Die Verordnung (EU) 2024/1252 führt 17 strategische und 34 kritische Rohstoffe. Kupfer steht drin, Aluminium steht drin, Nickel in Batteriequalität steht drin. Der Stoff, der den Korrosionsschutz nahezu jeder Stahlkonstruktion im Freien besorgt, taucht in keinem der beiden Anhänge auf.
Die Folge ist handfest und nachlesbar. Die Ausbauziele des Rechtsakts für Gewinnung, Verarbeitung und Recycling gelten ausschließlich für Anhang I, ebenso beschleunigte Genehmigungen und der Status als strategisches Projekt. Für diesen Rohstoff existiert weder ein Zielwert noch ein Monitoring der Importabhängigkeit.
Wirksamer als jedes Positionspapier wäre deshalb ein Eintrag in Anhang II bei der nächsten Revision, die alle vier Jahre ansteht. Bis dahin bleibt die deutsche Verzinkungsindustrie eine Branche, die über eine Milliarde Euro umsetzt, 35.000 Menschen beschäftigt und in der Rohstoffpolitik als Randnotiz gilt.
- Drei Verbände decken Werkstoff, Verarbeitung und Statistik ab, alle mit Sitz in Düsseldorf.
- Anhang I und II der EU-Rohstoffverordnung nennen das Metall nicht, damit greifen weder Ausbauziele noch Vorrangverfahren.
- Alle vier Jahre wird die Liste überprüft, was der Branche ein realistisches politisches Ziel gibt.
Wie kommt die Industrie von diesem Rohstoff los?

Vollständig gar nicht, aber der Verbrauch je geschützter Fläche sinkt seit Jahren. Der Hebel liegt weniger im Ersatzstoff als in dünneren Schichten, längeren Standzeiten und einem geschlossenen Kreislauf. Der Ausstieg heißt am Ende Effizienz.
Zink-Magnesium-Beschichtungen erreichen bei deutlich geringerer Auflage denselben Schutz wie klassisches Feinblech und haben sich im Automobilbau etabliert. Duplex-Systeme kombinieren Verzinkung und Beschichtung, wobei die Schutzdauer der Kombination deutlich über der Summe beider Einzelverfahren liegt. Beide Wege verlängern die Standzeit, statt Material nachzulegen.
Beim Recycling steht die Branche besser da, als der Ruf eines Schwermetalls vermuten lässt. Der Recyclatanteil an der Welterzeugung liegt bei 15 bis 25 Prozent, die Verwertungsrate am Lebensende weltweit bei rund 50 Prozent und in Europa über 60 Prozent. Bei Blechen geht die Initiative ZINK wegen des hohen Altmetallwerts von über 95 Prozent aus.
Der Weg des Schrotts ist technisch elegant und in der Praxis unspektakulär. Beim Einschmelzen von verzinktem Stahlschrott verdampft der Überzug, schlägt sich im Stahlwerksstaub nieder und wandert von dort zurück in die Gewinnung. Sekundärmetall braucht dabei rund fünf Prozent der Energie der Primärroute, ähnlich wie beim Leichtmetall Aluminium.
Die Grenze zieht am Ende die Elektrochemie. Kein Ersatzstoff liefert den kathodischen Schutz, bei dem sich das unedlere Metall opfert und den Stahl auch an einer beschädigten Stelle rostfrei hält. Farbe und Kunststoff versiegeln nur. Eine versiegelte Kratzstelle rostet weiter, unsichtbar unter der Beschichtung.
Gleichzeitig wächst neue Nachfrage heran. Zink-Batterien für stationäre Speicher gelten als billige, unbrennbare Alternative zur Lithium-Zelle und rücken gerade in die ersten Großprojekte. Jede dieser Anlagen bindet Material, das dem Korrosionsschutz dann fehlt. Der Ausstieg aus dem Rohstoff bleibt damit auf absehbare Zeit ein Wunschbild.
- Dünner statt anders: Zink-Magnesium und Duplex-Systeme senken den Verbrauch je geschützter Fläche.
- Über 60 Prozent des verfügbaren Materials werden in Europa recycelt, bei Blechen über 95 Prozent.
- Kathodischer Schutz bleibt unersetzt, weil kein anderer Werkstoff sich für den Stahl opfert.
Was bedeutet der Preisanstieg für deutsche Betriebe?

Mit 3.455 Euro je Tonne im Juli 2026 liegt Feinzink gut 31 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Börsenkurs zog seither weiter an. Am 20. August 2026 notierte die London Metal Exchange umgerechnet 3.309 Euro je Tonne, den höchsten Stand seit April 2022.
Der Puffer ist dabei dünn geworden. In den LME-Lagerhäusern lagen an diesem Tag 94.400 Tonnen, gemessen am Weltverbrauch von rund 37.500 Tonnen je Tag entspricht das zweieinhalb Tagen. Zu Jahresbeginn lagen dort noch 106.325 Tonnen, im Juni sogar 124.550 Tonnen.
Für deutsche Auftraggeber schlägt das über den Materialteuerungszuschlag durch, meist mit einem Monat Verzögerung. Bei einem Projekt mit 200 Tonnen leichtem Stahlbau summierte sich der Metallanteil nach dem Rechenbeispiel aus dem Preiskapitel auf rund 36.000 Euro, gut 8.000 Euro mehr als vor einem Jahr. Bei knapp kalkulierten Ausschreibungen entscheidet diese Summe über die Marge.
Auf der Angebotsseite bewegt sich immerhin etwas. Glencore hat in Nordenham rund 33 Millionen Euro in die Modernisierung gesteckt, den seit den 1970er Jahren laufenden Wirbelofen ersetzt und das Projekt im Frühjahr 2026 abgeschlossen, eine Woche früher als geplant. 2025 flossen über 45 Millionen Euro in den Standort, ein Drittel mehr als in den drei Jahren davor.
Von der Bundesregierung kommt zu diesem Rohstoff wenig, weil die europäische Rohstoffverordnung dafür keinen Anlass liefert. Ohne Eintrag in Anhang I oder II greift keine Bevorratungspflicht, kein Monitoring und kein Anspruch auf Vorrangverfahren bei Genehmigungen. Der Werkstoff läuft politisch unter Normalware.
Drei Szenarien zeichnen sich für die kommenden Monate ab. Optimistisch läuft die neue Kapazität aus Kipushi und aus modernisierten Hütten in den Markt, die Bestände füllen sich, der Preis fällt Richtung 3.000 Euro. Realistisch bleibt die Notierung auf dem heutigen Niveau, weil die Bergwerksförderung 2026 kaum wächst. Pessimistisch trifft eine Hüttenstörung auf einen Lagerbestand von zweieinhalb Tagen, und dann zieht der Kurs sprunghaft an.
- Gleitklausel prüfen: Verträge mit langer Laufzeit ohne Materialteuerungszuschlag verlagern das gesamte Preisrisiko auf den Verzinker oder den Stahlbauer
- Früh verzinken: Vorgezogene Bauteile werden zum heutigen Monatsmittel abgerechnet, nicht zum höheren des Folgemonats
- Oberfläche rechnen: Konstruktive Änderungen an filigranen Bauteilen senken die Quadratmeter je Tonne und damit direkt den größten Kostenblock
- Schrottweg sichern: Verzinkter Stahlschrott bringt den Überzug über den Stahlwerksstaub zurück in den Kreislauf und stabilisiert die Versorgung
- 3.309 Euro je Tonne am 20. August 2026 sind der höchste LME-Kassakurs seit April 2022.
- Zweieinhalb Tage Weltverbrauch liegen noch in den Börsenlagern, im Juni reichte der Bestand für gut drei.
- Keine Bevorratung: Ohne Eintrag in der EU-Rohstoffverordnung fehlt jedes politische Instrument.
Glossar: 16 wichtige Fachbegriffe rund um Zink

Duplex-System
Duplex-System nennt die Korrosionsschutztechnik die Kombination aus einer Feuerverzinkung und einer darauf aufgebrachten Beschichtung. Die Schutzdauer der Kombination liegt deutlich über der Summe beider Einzelverfahren, weshalb das Verfahren im Brückenbau eine Rolle spielt.
Feinzink
Feinzink bezeichnet Zink mit einer Reinheit von 99,995 Prozent, den Handelsstandard für Verzinkungsbäder. Die deutsche Preisreihe für Feinzink beruht auf Angaben der Wirtschaftsvereinigung Metalle und dient als Basis für Gleitklauseln.
Feuerverzinken
Feuerverzinken heißt, vorbehandelten Stahl in rund 450 Grad heißes flüssiges Zink zu tauchen. Dabei entsteht eine untrennbare Eisen-Zink-Legierung, die über Jahrzehnte ohne Wartung vor Korrosion schützt.
Galmei
Galmei ist der historische Sammelbegriff für oxidische Zinkerze, also Karbonat und Silikat aus der Verwitterungszone einer Lagerstätte. Vor der Destillationstechnik war Galmei der einzige Rohstoff, aus dem europäische Gießer Messing herstellen konnten.
Imperial-Smelting-Verfahren
Imperial-Smelting-Verfahren steht für die pyrometallurgische Route, bei der Zinkoxid mit Kohlenstaub im Gebläseschachtofen bei 1.000 bis 2.000 Grad reduziert wird. Zink entweicht dabei gasförmig, Blei und Eisen bleiben in der Schmelze zurück.
Kathodischer Schutz
Kathodischer Schutz beschreibt die Wirkung eines unedleren Metalls, das sich anstelle des geschützten Werkstoffs auflöst. Bei Zink auf Stahl bleibt deshalb auch eine Kratzstelle rostfrei, solange Zink in der Umgebung vorhanden ist.
Konzentrat
Konzentrat nennt der Bergbau das aufbereitete Erz, in dem der Metallgehalt durch Flotation stark erhöht wurde. Der Welthandel mit Zink findet zu großen Teilen in dieser Zwischenstufe statt, nicht mit fertigem Metall.
LME-Kassakurs
LME-Kassakurs ist der tägliche Abrechnungspreis der London Metal Exchange für sofortige Lieferung, notiert in US-Dollar je Tonne. Der Kurs gilt als Weltreferenz und steuert indirekt jede europäische Gleitklausel.
Materialteuerungszuschlag
Materialteuerungszuschlag ist die vertragliche Klausel, mit der Verzinkereien Veränderungen der Feinzinknotierung an den Auftraggeber weitergeben. Ohne diese Klausel trüge der Dienstleister das volle Preisrisiko zwischen Angebot und Ausführung.
Recyclatanteil
Recyclatanteil misst, welcher Teil der Gesamterzeugung aus Sekundärmaterial stammt. Bei Zink liegt der Wert weltweit zwischen 15 und 25 Prozent, was die Grenze des Kreislaufs bei wachsender Nachfrage markiert.
Röstung
Röstung bezeichnet das Erhitzen von Zinksulfid unter Luftzufuhr auf über 900 Grad. Dabei entstehen Zinkoxid und Schwefeldioxid, das in der Regel zu Schwefelsäure weiterverarbeitet wird.
Stückverzinken
Stückverzinken meint das diskontinuierliche Feuerverzinken einzelner Bauteile oder Chargen, im Unterschied zum kontinuierlichen Bandverzinken. Die größten deutschen Anlagen arbeiten mit Zinkbädern von rund 20 Metern Länge.
Verhüttungslohn
Verhüttungslohn, im Handel Treatment Charge genannt, ist der Betrag, den eine Hütte für das Verarbeiten einer Tonne Konzentrat einbehält. Fallende Verhüttungslöhne zeigen an, dass Hütten um knappes Konzentrat konkurrieren.
Verwertungsrate
Verwertungsrate gibt an, welcher Anteil eines Produkts nach dem Ende der Lebensdauer tatsächlich in den Wertstoffkreislauf zurückgeht. Für Zink liegt der Wert weltweit bei rund 50 Prozent, in Europa über 60 Prozent.
Zinkblende
Zinkblende, mineralogisch Sphalerit, ist Zinksulfid und das mit Abstand häufigste Zinkerz. Aus der Verwitterung dieses Minerals entstanden die oxidischen Deckschichten, die den europäischen Bergbau jahrhundertelang tränkten.
Zinkdruckguss
Zinkdruckguss nutzt Legierungen mit bis zu 4 Prozent Aluminium und geringen Kupferanteilen, die unter hohem Druck in die Form gepresst werden. Der Vorgang dauert Sekunden und liefert maßgenaue Kleinteile in hohen Stückzahlen.
FAQ: Zink: der Rostschutz, den keine Krisenliste kennt

Warum rostet feuerverzinkter Stahl nicht?
Zink ist unedler als Eisen und löst sich deshalb zuerst auf, solange beide Metalle leitend verbunden sind. Dieser kathodische Schutz hält Stahl auch an Kratzern und Schnittkanten rostfrei, während eine reine Beschichtung dort versagt. Zusätzlich bildet Zink an der Luft eine Deckschicht, die den eigenen Abtrag stark verlangsamt.
Wie viel Zink steckt in einem Auto?
In einem heutigen Pkw stecken rund zehn Kilogramm Zink, verteilt auf fast hundert Bauteile. Etwa drei Kilogramm entfallen auf den Korrosionsschutz der Karosserie, rund 500 Gramm auf die Gummimischung der Reifen. Der Rest steckt in Druckgussteilen wie Gurtaufwicklern, Türgriffen und Gehäusen sowie im Motoröl-Additiv.
Was kostet Feuerverzinken je Tonne Stahl?
Die Richtwerte beginnen bei rund 250 Euro je Tonne für sehr schwere Bauteile mit kleiner Oberfläche und erreichen bei leichtem Stahlbau rund 600 Euro je Tonne. Abgerechnet wird nach Gewicht, der Preis steigt also mit dünnerem Material, weil die Oberfläche je Tonne wächst und damit die Zinkaufnahme.
Woher bezieht Deutschland sein Zink?
Aus Importkonzentrat und aus Schrott. Die deutschen Lagerstätten im Aachener Raum, im Sauerland und im Harz sind erschöpft. Verhüttet wird im Inland vor allem in Nordenham mit rund 165.000 Tonnen Zink und Zinklegierungen im Jahr, den größten Beitrag zur eigenen Versorgung leistet das Recycling.
Wie lange reichen die Zinkreserven der Welt?
Der US Geological Survey beziffert die Reserven auf 240 Millionen Tonnen. Gemessen an der Weltbergwerksförderung von 13 Millionen Tonnen im Jahr 2025 ergibt das rechnerisch rund 18 Jahre. Die bekannten Ressourcen liegen mit 1,9 Milliarden Tonnen deutlich höher, gelten aber nur teilweise als wirtschaftlich gewinnbar.
Gilt Zink in der EU als kritischer Rohstoff?
Nein. Die Verordnung (EU) 2024/1252 führt Zink weder in Anhang I der strategischen noch in Anhang II der kritischen Rohstoffe. Damit greifen für das Metall keine Ausbauziele für Gewinnung, Verarbeitung und Recycling, keine beschleunigten Genehmigungen und kein Monitoring der Importabhängigkeit.
Quellen
US Geological Survey | Mineral Commodity Summaries 2026, Kapitel Zinc | https://pubs.usgs.gov/periodicals/mcs2026/mcs2026-zinc.pdf | besucht am 21.08.2026
Bundesverband Feuerverzinken e.V. | Zinkpreisentwicklung, Verkaufspreise Feinzink nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Metalle | https://www.feuerverzinken.com/zinkpreis | besucht am 21.08.2026
Bundesverband Feuerverzinken e.V. | Zahlen und Fakten zum Stückverzinken | https://www.feuerverzinken.com/politik/zahlen-und-fakten | besucht am 21.08.2026
Bundesverband Feuerverzinken e.V. | Feuerverzinken: Kosten und Preise | https://www.feuerverzinken.com/korrosionsschutz/kosten-preise-wirtschaftlichkeit | besucht am 21.08.2026
Westmetall | LME-Kassakurs und Lagerbestände Zink, Tagesreihe 2026 | https://www.westmetall.com/de/markdaten.php?action=table&field=LME_Zn_cash | besucht am 21.08.2026
Europäische Zentralbank | Euro-Referenzkurs US-Dollar, 20.08.2026 | https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/ | besucht am 21.08.2026
Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union | Verordnung (EU) 2024/1252, Anhänge I und II | https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32024R1252 | besucht am 21.08.2026
Initiative ZINK | Die Bedeutung von Recyclingraten für Zink | https://zink.de/zink/materialkreislauf/recyclingrate | besucht am 21.08.2026
Hagemann & Partner Bildungsmedien | Chemie am Auto, Lehrertext Zink | https://www.autoberufe.de/images/chemie_am_auto/Unterrichtsmaterialien/Metalle_Zink_Lehrertext.pdf | besucht am 21.08.2026
Ivanhoe Mines | Kipushi Mine Produced a Record 25,677 Tonnes of Zinc in May | https://www.ivanhoemines.com/news-stories/news-release/ivanhoe-mines-reports-kipushi-mine-produced-a-record-25677-tonnes-of-zinc-in-may-equivalent-to-308000-tonnes-of-zinc-annualized/ | besucht am 21.08.2026
Glencore Nordenham | Glencore investiert rund 33 Millionen Euro in die Nordenhamer Zinkhütte | https://www.glencore-nordenham.de/en/aktuelles/nachrichten/glencore-investiert-33-millionen-euro-in-nordenhamer-zinkhuette | besucht am 21.08.2026
The Korea Herald | Korea Zinc leaders hold firm as one-year proxy battle drags on | https://www.koreaherald.com/article/10580030 | besucht am 21.08.2026
ZINQ | Preise Feuerverzinken und Zinkpreis | https://www.zinq.com/wissen/preise-feuerverzinken/ | besucht am 21.08.2026