Inter steckt heute in fast jedem Interface, von Figma bis GitHub. Diese Allgegenwart treibt Designer zur Suche nach einer UI-Schrift mit eigenem Charakter. Eine Lissaboner Schriftgießerei nennt zehn Alternativen und ein klares Kriterium: die x-Höhe.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEine UI-Schrift prägt jede Oberfläche unauffällig, bis alle Teams dieselbe verwenden. Seit Figma die hauseigene Schrift Inter 2021 zum Standard machte, ähneln sich große Teile der Produkt-Interfaces bis auf den Buchstaben. Ein Leitfaden der Schriftgießerei Yep! Type Foundry zeigt, woran eine gute Alternative erkennbar ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Inter gilt als Standard-UI-Schrift, von Figma bis zum Fließtext von Linear, Vercel und GitHub.
- Eine gute Alternative erfüllt zwei Maße: eine x-Höhe um 75 Prozent und eine auf die Versalhöhe zentrierte Metrik.
- Yep! Type Foundry führt zehn Alternativen auf, darunter zwei eigene Schriften.
- In Deutschland gehört die gewählte Schrift auf den eigenen Server, seit dynamisch geladene Google Fonts als DSGVO-Verstoß gelten.
Warum sieht das halbe Web aus wie dasselbe Interface?

Inter entstand 2017 als Bildschirmschrift des Entwicklers Rasmus Andersson und wurde 2021 zur Standardschrift in Figma.[2] Weil die meisten Interfaces dort entstehen, prägt die voreingestellte Schrift, was eine ganze Designer-Generation für richtig hält. Einmal im geteilten Design-System eines Teams gesetzt, wird die Wahl selten hinterfragt.
Woran erkennen Sie eine gute UI-Schrift?
Zwei Maße entscheiden. Die Metrik sollte auf die Versalhöhe zentriert sein, damit Text auf einem Button optisch mittig sitzt, ohne dass ein Innenabstand nachhelfen muss.[1] Dazu kommt eine hohe x-Höhe: Reichen die Kleinbuchstaben auf rund 75 Prozent der Versalhöhe, liest sich ein Wort als geschlossener Block. Genau diese Höhe stützt auch die Lesbarkeit bei kleinen Größen, ein Vorteil, der bei der Übergabe an die Entwicklung leicht verloren geht.
Eine Schrift zu wechseln kostet fast nichts und verändert doch den ganzen Auftritt. Nur gehört die neue Schrift auf den eigenen Server, sonst wird aus der Design-Entscheidung schnell ein Datenschutz-Problem.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Welche zehn Alternativen zu Inter lohnen sich?
Der Leitfaden führt zehn Grotesk-Schriften auf, die Inter in beiden Maßen nahekommen, von Universal Sans über Aktiv Grotesk bis Akkurat.[1] Ganz oben mit 75 Prozent x-Höhe stehen Innovator Grotesk und Unifora, beide aus dem Sortiment des Autors selbst. Kostenlos ist kaum eine dieser Schriften. Yep! Type Foundry verkauft seine Schnitte laut Anbieter dauerhaft ab 10 Euro, gestaffelt bis in den vierstelligen Bereich für große Firmen.
Vor dem Wechsel steht die Einbindung. Die meisten dieser Schriften sind lizenzpflichtig und werden ohnehin selbst gehostet. Aber auch eine freie Schrift gehört auf den eigenen Server: Das Landgericht München I sprach 2022 einem Nutzer 100 Euro Schadensersatz zu, weil eine Website Google Fonts dynamisch nachlud und dabei seine IP-Adresse übertrug (Az. 3 O 17493/20). Prüfen Sie also erst die Metrik, dann die Lizenz und zuletzt die lokale Auslieferung.
Quellen
[1] Yep! Type Foundry: „How to choose a UI font (and 10 Inter alternatives)“
[2] Figma: „The birth of Inter“
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