Eine neue Schnittstellen-Richtlinie aus Walldorf sorgt im SAP-Umfeld für Unruhe. Die Anwendergruppe DSAG warnt vor Risiken für Planungssicherheit und Innovationskraft. Besonders ein Detail zur KI-Nutzung dürfte viele Projekte betreffen.

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Die neue SAP API Policy erkennt nur noch solche Schnittstellen als offiziell nutzbar an, die im SAP Business Accelerator Hub oder in der Produktdokumentation ausgewiesen sind. Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe sieht erheblichen Klärungsbedarf und hat ihre Kritik Ende April öffentlich gemacht. Für Unternehmen mit gewachsenen Integrationslandschaften steht einiges auf dem Spiel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Als veröffentlichte API gelten nur noch Schnittstellen aus dem Business Accelerator Hub oder der Produktdokumentation.
  • Per Debugging, Reverse Engineering oder Community-Wissen erschlossene Schnittstellen sind ausdrücklich nicht erlaubt.
  • Die DSAG bemängelt, dass Hub und Dokumentation bislang nicht klar als Vertragsbestandteil gelten.
  • Ein Abschnitt der Policy untersagt die Nutzung von SAP-APIs durch autonome oder generative KI-Systeme, die API-Aufrufe planen und ausführen.

Was regelt die neue API Policy konkret?

Definierte Schnittstellen bilden den Kern der Richtlinie. SAP begründet den Schritt mit der stark steigenden Nutzung von APIs durch Fremdsysteme und mit neuen Anforderungen aus Cloud- und KI-Szenarien. Ziel sei es, Risiken für Performance, Stabilität und Sicherheit früh zu adressieren. Schnittstellen außerhalb der offiziellen Dokumentation verlieren damit ihren belastbaren Support.

Heikle KI-Klausel steckt im Detail der Policy. Ein Abschnitt verbietet die Interaktion von SAP-APIs mit teil- oder vollautonomen sowie generativen KI-Systemen, die Sequenzen von API-Aufrufen planen, auswählen oder ausführen. Für Unternehmen, die gerade agentische KI auf ihre SAP-Landschaft aufsetzen wollen, ist das ein einschneidender Punkt.

„Wer seine SAP-Landschaft mit Fremdsystemen und KI-Agenten verbindet, sollte die neue Policy sehr genau lesen. Vertragliche Klarheit ist hier kein Formalismus, sondern die Grundlage jeder Integrationsstrategie.“ — Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Warum kritisiert die DSAG die Richtlinie?

Fehlende Vertragsbindung steht im Zentrum der Kritik. Nach Auffassung der DSAG sind der Business Accelerator Hub und nicht näher definierte Produktdokumentationen bislang nicht eindeutig als Vertragsbestandteil ausgestaltet. Kunden brauchen aber klare und verlässliche Rahmenbedingungen, um die Auswirkungen von Änderungen früh einschätzen zu können.

Mehr Übergangszeit fordert die Anwendergruppe zusätzlich. DSAG-Vorstandsvorsitzender Jens Hungershausen verlangt mehr Zeit für den Übergang sowie konkrete technische und organisatorische Hilfestellungen. Wie schnell gewachsene Schnittstellen-Landschaften zum Problem werden, zeigt der Blick auf das API-Chaos in vielen Unternehmen.

Den vollständigen Kommentar samt aller Kritikpunkte dokumentiert die Pressemitteilung der DSAG. Für SAP-Anwender lohnt jetzt eine Inventur der eigenen Schnittstellen: Welche laufen über dokumentierte APIs, und welche über inoffizielle Wege?

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