HTML statt React: Nutzerzahl über Nacht verdoppelt

Michael Dobler
Autor Dr. Web
2 Min. Lesezeit
HTML statt React: Nutzerzahl über Nacht verdoppelt

Ein Entwickler ersetzte eine gescheiterte React-Anwendung durch eine HTML-first-Lösung. Die Zahl der abgeschlossenen Formulare verdoppelte sich sofort. Der Fall ist ein Lehrstück über Progressive Enhancement.

drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen

HTML-first bedeutet, eine Website funktioniert zuerst ohne JavaScript und wird erst danach angereichert. Genau dieser Ansatz brachte einem britischen Versorger über Nacht doppelt so viele abgeschlossene Anträge. Der Entwickler Alistair Davidson hat den Fall öffentlich beschrieben.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Modellhaus steht auf gestapelten Ziegelsteinen. Es hat ein Schild mit dem Text „HTML“
React-Formular nach 3 Tagen wegen Beschwerden deaktiviert. Astro-Umstieg mit HTML-Formularen verdoppelte Abschlussquote und erfasste vorher unsichtbare Nutzer
  • Ein als React-App gebautes Antragsformular wurde nach drei Tagen wegen Kundenbeschwerden wieder abgeschaltet.
  • Die neue Version setzte auf Astro, HTML-Formulare und Web Components nur zur Anreicherung.
  • Nach dem Start verdoppelte sich die Zahl der abgeschlossenen Formulare, sichtbar wurden Nutzer, die das JavaScript-Tracking vorher gar nicht erfasst hatte.

Was lief mit der React-Version schief?

Graue Beton-Buchstaben bilden '< HTML >‚ mit einem orangefarbenen Anhänger am ‚H'“ class=“wp-image-526869″/><figcaption class=React-App nach drei Tagen offline genommen: fehlende Barrierefreiheit, localStorage-Limits bei 5 MB und Datenverluste bei schlechter Verbindung

Abgeschaltet nach drei Tagen. Die zuvor von externen Auftragnehmern gebaute React-App war drei Tage online, dann nahm eine Welle von Beschwerden sie wieder vom Netz. Die Anwendung war nicht barrierefrei und speicherte Uploads im localStorage, der bei 5 MB endet.

Daten in Gefahr. Bei schlechter Verbindung gingen Eingaben verloren. Für eine regulierte Monopol-Dienstleistung mit hohen Zufriedenheitsauflagen war das ein ernstes Risiko.

Was machte die HTML-Version besser?

Der neue Formular-Assistent speichert Daten nach jedem Schritt automatisch, sodass Nutzer das Formular später fortsetzen können

Jede Seite ein Schritt. Der neue Aufbau gab jedem Schritt im Formular-Assistenten eine eigene Seite. Nach jedem Klick speicherte das Backend die Daten samt Uploads, sodass ein Nutzer das Formular sogar einen Monat nach Beginn abschließen konnte.

Validierung im Browser. Eine Web Component von unter einem Kilobyte griff die native HTML-Validierung ab und reichte Fehler an die passenden ARIA-Felder weiter. Fiel die Komponente aus, übernahm der Browser, danach die API.

Ein großes Formular mit 20 Megabyte JavaScript sortiert genau die Nutzer aus, die man erreichen müsste. Der Fall zeigt, dass solide Grundlagen oft mehr bringen als das nächste Framework.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was nehmen Sie für eigene Projekte mit?

Blauer „React“-Block mit Helm auf orangem „HTML“-Block auf Weiß, mit „help!“-Sprechblase
Webformulare sollten ohne JavaScript funktionieren und danach mit Funktionen angereichert werden, um Nutzer mit alten Geräten und Hilfstechnologien zu schützen

Erst tragfähig, dann schön. Bauen Sie kritische Formulare so, dass sie ohne JavaScript funktionieren, und reichern Sie danach an. Das schützt Nutzer mit alten Geräten, schwacher Verbindung oder Hilfstechnologie.

Die vollständige Fallbeschreibung hat Davidson auf seinem Blog veröffentlicht. Für mehr Suchsichtbarkeit liefern unsere SEO-Grundlagen die passende Basis.

Mehr #Webdesign News
Mehr zu Progressive Enhancement

Mehr Newshunger?

Gabel auf Zinken stehend mit orangefarbenem Ring und Zettel
Generative Engine Optimization verdrängt klassisches SEO. Moderne Suchstrategien erfordern neben SEO-Grundlagen spezialisierte Tools und lokale Optimierung
4,2 20 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Empfohlene Artikel
Michael Dobler
Autor
Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
893 Artikel veröffentlicht
Alle Artikel

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Newsletter

Mehr solcher Artikel?
Jetzt kostenlos abonnieren.

Jeden Dienstag die besten Artikel aus dem Dr. Web-Magazin direkt in Ihr Postfach – kein Spam, jederzeit abmeldbar.

Einmal pro Woche, kein täglicher Spam
Jederzeit mit einem Klick abmeldbar
DSGVO-konform via Brevo