Ein Coding-Assistent aus Peking kostet ab diesem Freitag weniger als ein Mittagessen im Monat. Zhipu koppelt sein KI-Programmierabo an ein eigenes Rechenzentrum, das komplett auf chinesischen Chips läuft. Für Entwickler in der DACH-Region sinkt der Preis damit weit unter den westlichen Wettbewerb, doch der Code landet auf Servern in China.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAm 31. Juli hat Zhipu den GLM Coding Plan neu aufgelegt, und der Einstiegspreis liegt bei 118 Yuan im Monat, umgerechnet rund 15 Euro.[1] Damit unterbietet das Pekinger KI-Labor die etablierten Programmierhelfer von Anthropic und Cursor deutlich. Der eigentliche Hebel steckt aber nicht im Preis, sondern im Rechenzentrum dahinter.
Das Wichtigste in Kürze
- Der GLM Coding Plan startet bei 118 Yuan (rund 15 Euro) im Monat, abgerechnet über ein transparentes Punktesystem statt fester Token-Limits.
- Das Abo öffnet die Modelle GLM-5.2, GLM-5-Turbo und das quelloffene Coding-Modell GLM-4.7, nutzbar direkt in Claude Code, Cursor und Cline.
- Zhipu betreibt ein Rechenzentrum mit einem Gigawatt Leistung, ausschließlich mit chinesischen KI-Chips, und senkt so die Kosten je Anfrage.
- Der Cloud-Dienst überträgt Ihren Code auf Server in China, die offenen Gewichte erlauben jedoch den Eigenbetrieb.
Was steckt im GLM Coding Plan?

Der GLM Coding Plan ist ein Abo für KI-gestütztes Programmieren, das ab 118 Yuan im Monat den kompletten Entwicklungszyklus von der Anforderung bis zum Bugfix abdeckt. Zhipu rechnet Eingaben, Ausgaben, Cache-Treffer und Modellaufrufe nach offengelegten Regeln in Punkte um, an Wochenenden sinkt der Verbrauch. Drei Stufen von Lite bis Max staffeln das Kontingent.
Das Abo schaltet die hauseigenen Modelle frei, darunter das Flaggschiff GLM-5.2 und das quelloffene Coding-Modell GLM-4.7. Über ein Reverse-Proxy-Protokoll docken die Modelle direkt an Claude Code, Cursor, Cline und weitere Agenten an, ein Wechsel von base URL und API-Schlüssel genügt. Diesen Preisdruck kennt die Szene bereits aus dem Rennen um niedrige Kosten je Anfrage.
Warum kann Zhipu den Preis so drücken?
Zhipu kann den GLM Coding Plan so günstig anbieten, weil das Unternehmen die komplette Rechenkette selbst besitzt und kaum noch auf teure Nvidia-Beschleuniger angewiesen ist. Im Juli meldete das Labor ein Rechenzentrum mit einer Leistung von einem Gigawatt, das ausschließlich auf chinesischen KI-Chips rechnet.[2] Parallel übernahm Zhipu den Compiler-Spezialisten Zhongke Jiahe, der Modelle effizient auf unterschiedliche heimische Chips verteilt.
Eigene Chips sollen die Kosten je Anfrage weiter senken, zugeschnitten auf die Last der GLM-Modelle. Dieselbe vertikale Strategie treibt gerade mehrere Konzerne der KI-Branche: ByteDance schnürt aus Doubao, Feishu und Volcano Engine ein KI-Komplettpaket. Die Kontrolle über die Rechenkosten verschafft Zhipu den Spielraum, die Marge im Abo zu verschenken.
Der GLM Coding Plan ist keine Preisaktion, sondern das Endprodukt einer Lieferkette, die Peking bewusst von Nvidia abgenabelt hat.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet der GLM Coding Plan für die DACH-Region?
Für Entwicklerteams im DACH-Raum bietet der GLM Coding Plan eine günstige Alternative zu Claude Code und GitHub Copilot, verlagert die Datenfrage aber nach China. Der Cloud-Dienst überträgt Quellcode auf Server in der Volksrepublik, was mit Blick auf die DSGVO und Geschäftsgeheimnisse heikel bleibt. Die offenen Gewichte von GLM-4.7 erlauben jedoch den Eigenbetrieb auf europäischer Infrastruktur.
Für unkritische Projekte lohnt der Test des Abos, für sensiblen Code führt der Weg über eine selbstgehostete Instanz. Der Preiskampf zwischen offenen China-Modellen und westlichen Anbietern verschiebt die Kalkulation ohnehin zugunsten der Entwickler.
Bei der Wahl eines Coding-Abos zählt heute die Herkunft der Gewichte und der Serverstandort genauso wie der Preis. Ein kurzer Test des GLM Coding Plan zeigt die Leistung, die endgültige Entscheidung für sensiblen Code fällt aber erst nach der Klärung des Datenwegs.
FAQ: GLM Coding Plan von Zhipu
Wie viel kostet der GLM Coding Plan?
Der GLM Coding Plan startet bei 118 Yuan im Monat, umgerechnet rund 15 Euro (Stand 31. Juli 2026). Zhipu bietet drei Stufen von Lite bis Max und rechnet die Nutzung über ein transparentes Punktesystem ab. Bis zum 15. August gibt es auf Jahresabos 30 Prozent Rabatt.
Funktioniert GLM mit Claude Code und Cursor?
Ja. Über ein Reverse-Proxy-Protokoll binden Entwickler die GLM-Modelle direkt in Claude Code, Cursor, Cline und über zehn weitere Coding-Werkzeuge ein. Nötig sind nur eine neue base URL und der eigene API-Schlüssel, ein Wechsel der Entwicklungsumgebung entfällt.
Ist der GLM Coding Plan mit der DSGVO vereinbar?
Der Cloud-Dienst überträgt Quellcode auf Server in China, was für personenbezogene oder vertrauliche Daten DSGVO-Probleme aufwirft. Die offenen Gewichte des Modells GLM-4.7 erlauben aber den Eigenbetrieb auf europäischer Infrastruktur und umgehen so den Datentransfer.
Läuft GLM ohne Nvidia-Chips?
Ja. Zhipu betreibt für den GLM Coding Plan ein Rechenzentrum mit einem Gigawatt Leistung, das ausschließlich chinesische KI-Chips nutzt. Ergänzt um den Zukauf des Compiler-Spezialisten Zhongke Jiahe senkt diese heimische Rechenkette die Kosten je Anfrage.
Quellen
[1] Sina Finance: „Zhipu GLM Coding Plan: Abo kehrt zurück, transparentes Punktesystem, ab 118 Yuan im Monat“
[2] Sina Finance: „Zhipu errichtet ein Rechenzentrum mit einem Gigawatt Leistung, komplett mit heimischen KI-Chips“
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