Die meisten Teams lassen KI Texte schreiben und Berichte zusammenfassen, den Rest ihres Denkens fassen sie nicht an. Der Berater Tey Bannerman sortiert die Arbeit mit KI in vier Modi: Verdichten, Erweitern, Prüfen und Umsetzen. Zwei davon nutzt kaum jemand. Genau dort steckt der größere Hebel.

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KI ist in deutschen Büros angekommen, doch die meisten, die im Alltag mit KI arbeiten, nutzen sie für zwei Handgriffe: Text erzeugen und Informationen eindampfen. Der kostenlose Denkrahmen „Four Modes“ von Tey Bannerman ordnet diese Arbeit in vier klar getrennte Modi und zeigt, warum die Hälfte davon brachliegt.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • „Four Modes“ unterscheidet vier Arten, mit KI zu arbeiten: Verdichten, Erweitern, Prüfen und Umsetzen.
  • Verdichten und Umsetzen dominieren den Alltag, Erweitern und Prüfen bleiben meist ungenutzt.
  • Der Prüf-Modus lässt die KI das eigene Argument zerlegen, bevor eine Entscheidung fällt.
  • Der Rahmen steht als frei zugängliche Website bereit, ohne Anmeldung und ohne Kosten.

Welche vier Modi meint Four Modes?

Schalttafel mit 4 Knöpfen, zwei davon verstaubt, und Miniatur-Besen mit Pause-Schild davor
Bannerman unterscheidet vier KI-Einsätze: Verdichten von Datenmengen, Erweitern von Optionen, Prüfen und einen vierten Modus

Bannerman trennt vier Situationen, in denen KI hilft, und gibt jeder einen eigenen Zweck. Beim Verdichten holen Sie aus einer Materialflut das Signal: Sie geben der KI das Durcheinander und sagen ihr, was zählt. Beim Erweitern durchbrechen Sie die eigenen Standardoptionen und lassen sich zehn Richtungen vorschlagen, solange Sie noch an der ersten kleben. Der dritte Modus, das Prüfen, stellt Ihr Denken auf die Probe, mit einem Gegenüber ohne Ego und ohne Büropolitik. Umsetzen heißt schlicht, fertige Arbeit zu produzieren, sobald das Denken steht, von der Marketing-Mail bis zum Code, für den am Ende ein Mensch geradesteht.

Warum nutzen die meisten nur zwei davon?

Sichtbarer Ausstoß macht den Unterschied. Verdichten und Umsetzen liefern ein greifbares Ergebnis: eine kürzere Zusammenfassung, einen fertigen Entwurf. Erweitern und Prüfen verlangen dagegen, dass Sie die KI an Ihr eigenes Urteil heranlassen, und genau das überspringen die meisten. Der schnelle Ausstoß löst die eigentliche Denkarbeit ohnehin nicht auf, er verschiebt sie nur, ähnlich wie beim beschleunigten Tempo in der Produktentwicklung.

Bannerman hält den Prüf-Modus für den am häufigsten ausgelassenen und zugleich wertvollsten: einen Sparringspartner, der einen Plan auseinandernimmt, ohne beleidigt zu sein. Der Rahmen dreht darum die übliche Reihenfolge um. Statt Prompts zu sammeln und nach dem passenden Werkzeug zu suchen, klären Sie zuerst, in welchem Modus Sie gerade stecken. Der Engpass, so Bannerman, sei selten der richtige Prompt, sondern die Frage, was Sie überhaupt von der KI wollen.

Verdichten und Texten kann die KI längst, das machen fast alle. Der Vorsprung entsteht dort, wo sie das eigene Argument auseinandernimmt, bevor die Entscheidung steht.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Vier Modi, zwei Lücken
Wie Menschen mit KI arbeiten, nach dem Rahmen „Four Modes“
41 %
der deutschen Unternehmen setzen KI ein, ein Jahr zuvor waren es 17 % (Bitkom 2026)
2 von 4
Denkmodi bleiben im Alltag meist ungenutzt: Erweitern und Prüfen
Verdichten
Aus der Materialflut das Signal holen.
Stark genutzt
Erweitern
Optionen über die naheliegende erste Idee hinaus finden.
Kaum genutzt
Prüfen
Das eigene Argument testen lassen, bevor die Entscheidung fällt.
Kaum genutzt
Umsetzen
Fertige Arbeit produzieren, wenn das Denken steht.
Stark genutzt

Was heißt das für Ihr Unternehmen?

Bannermans Diagnose trifft für deutsche Firmen ins Schwarze. 41 Prozent setzen laut Bitkom inzwischen KI ein, nach 17 Prozent ein Jahr zuvor, und die häufigsten Einsatzfelder sind Kundenkontakt sowie Marketing und Kommunikation.[2] Beides sind Umsetz- und Verdichtungs-Aufgaben. Die KI ein strategisches Argument zerlegen zu lassen, bevor eine Entscheidung fällt, steht auf keiner dieser Listen.

Zwei Handgriffe lohnen sich sofort. Legen Sie der KI vor der nächsten Entscheidung Ihren fertigen Plan vor und lassen Sie sie die schwächste Stelle suchen, statt nur die Zusammenfassung abzuholen. Und öffnen Sie mit dem Erweitern-Modus bewusst die naheliegende erste Lösung, so wie der Versandhändler Otto aus 200 Ideen im Monat die lohnenden herausfiltert.

Die Website taugt als Zehn-Minuten-Übung fürs nächste Team-Meeting. Gehen Sie Ihre letzten fünf KI-Anfragen durch und ordnen Sie jede einem der vier Modi zu. Landet alles bei Verdichten und Umsetzen, kennen Sie Ihre Lücke.

Quellen

[1] Four Modes: „Four Modes — Think With AI“

[2] Bitkom: „Durchbruch bei Künstlicher Intelligenz“

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