90 Plugin-Lücken im Mai: WordPress-Agenturen verlieren das Update-Rennen

Michael Dobler
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
90 Plugin-Lücken im Mai: WordPress-Agenturen verlieren das Update-Rennen

Der Mai 2026 bringt drei kritische WordPress-Plugin-Lücken in Folge: LiteSpeed Cache mit 5 Millionen Installationen, WPForms mit über einer Million und Avada Builder als Premium-Plugin. Patchstack zählt insgesamt rund 90 Disclosures in diesem Monat. Wer manuell pflegt, kommt nicht mehr hinterher.

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Die WordPress Plugin-Sicherheit wird zur Skalierungsfrage. Drei besonders kritische Lücken im Mai betreffen Plugins, die zusammen auf zweistelligen Millionen Installationen sitzen. Die Patches sind verfügbar, aber wer mehr als eine Handvoll Sites betreut, kommt mit händischem Updaten nicht mehr nach.

Das Wichtigste in Kürze

  • LiteSpeed Cache: Authenticated XSS auf 5 Millionen Installationen, Patch verfügbar
  • WPForms (CVE-2026-4633): Authenticated File Upload auf 1 Million Installationen
  • Avada Builder: SQL-Injection und File Read auf Premium-Plugin mit großer Reichweite
  • Patchstack zählt rund 90 WordPress-Disclosures im Mai 2026

LiteSpeed Cache: Die Reichweite ist das Problem

Drei grüne Ordner mit Goldbeschriftung vor weißem Hintergrund
LiteSpeed Cache: Gepatchte XSS-Lücke gefährdet 5 Millionen WordPress-Sites durch authentifizierte Benutzer mit niedrigen Berechtigungen

LiteSpeed Cache ist auf rund 5 Millionen WordPress-Sites installiert. Die im Mai gepatchte XSS-Lücke setzt zwar einen authentifizierten Benutzer voraus, doch auf Multi-Author-Sites mit niedriger Berechtigungsschwelle reicht das oft. Wer einmal als Autor oder Editor eingebrochen ist, kann Skripte einschleusen, die im Admin-Kontext ausgeführt werden, wenn ein Administrator die manipulierte Seite öffnet. Update auf die neueste Version ist Pflicht.

WPForms: Datei-Upload mit Folgen

Grauer Aktenschrank mit tropfendem grünem Schlauch aus einer geöffneten Schublade
Sicherheitslücke CVE-2026-4633 in WPForms erlaubt authentifizierten Nutzern mit Upload-Berechtigung das Hochladen beliebiger Dateien. Risiko besonders bei Multi-Author-Setups erhöht

CVE-2026-4633 betrifft WPForms in allen Versionen vor dem Mai-Patch. Authentifizierte Nutzer mit der Capability `upload_files` können beliebige Dateien hochladen. Auf reinen Solo-Admin-Sites ist das Risiko überschaubar, weil ohnehin nur der Betreiber die Berechtigung hat. Sobald ein Multi-Author-Setup im Spiel ist, etwa eine Redaktion mit mehreren Autoren oder ein Membership-Modell mit Beiträgen durch Nutzer, wird die Lücke zur Hintertür. Update auf die aktuelle Version ist sofort einzuspielen.

Avada Builder: Premium ist nicht sicherer

Holzwerkzeugkasten mit Quietscheente und der Aufschrift „AVADA BUILDER“
Wordfence patcht zwei kritische Sicherheitslücken in Avada Builder: SQL-Injection (CVSS 7,5) und File-Read (CVSS 6,5) bis Version 3.15.1. Update auf 3.15.3

Avada Builder ist kostenpflichtig und gilt als professionelles Plugin. Im Mai patchte Wordfence zwei parallel disclosed Schwachstellen: eine SQL-Injection (CVSS 7.5) und einen File-Read (CVSS 6.5), beide bis Version 3.15.1 ausnutzbar. Patch ist 3.15.3. Die Lehre für IT-Verantwortliche im Mittelstand: Der Kaufpreis eines Plugins korreliert nicht mit dessen Sicherheit. Premium-Plugins bekommen sogar weniger Scrutiny von externen Sicherheitsforschern, weil der Code nicht öffentlich liegt.

90 WordPress-Lücken in einem Monat sind kein Ausreißer, sondern der neue Standard. Wer mehr als fünf Sites betreut und immer noch händisch updated, hat die Skalierung verloren.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was Agenturen jetzt brauchen

Ein gebrochener Betonblock mit Pfeilen und einem Helm auf weißem Hintergrund
Zentrale Vulnerability-Datenbank, automatisierte Updates und Zero-Day-Notfallprotokolle sind die drei essentiellen Bausteine für WordPress-Sicherheit

Drei Bausteine sind Pflicht sind für WordPress Agenturen mit Wartungsverträgen:

Erstens eine zentrale Vulnerability-Datenbank-Anbindung (Patchstack, Wordfence Intelligence oder ManageWP).

Zweitens automatisierte Updates für nicht kritische Komponenten.

Drittens ein Notfall-Protokoll für Zero-Days: Wer reagiert, in welchem Zeitfenster, mit welchen Backup-Sicherungspunkten. Die durchschnittliche Exposure-Window-Zeit liegt laut Patchstack bei mehreren Tagen, in denen Sites verwundbar sind, obwohl der Patch verfügbar wäre.

Mehr zur richtigen Hosting-Auswahl mit Sicherheits-Fokus finden Sie im WordPress-Hosting-Vergleich, ergänzend zu unseren SEO-Grundlagen für die Frage, wie ein gehackter Auftritt Ihre Sichtbarkeit verbrennt.

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Michael Dobler
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Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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