KI Mobile-first Design.
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Mobile-first Design

Ende 2022 sorgte die KI-Anwendung ChatGPT für Schlagzeilen. Seither ist KI ein beliebtes Buzzword und löst in der IT-Branche die gesamte Gefühlsskala von Zukunftsängste bis Euphorie aus. Wir bleiben gechillt und schauen uns an, wie Sie als Inhaber einer Designagentur von KI getriebenem Mobile-first Design profitieren. Gibt es auch Schattenseiten und Grenzen? Mal sehen.

Illustration eines Mobile-first Designprozesses
Den Viewport des Smartphones fest im Blick. Mobile-first Design setzt an bei dem perfekten Nutzererlebnis eines Smartphonemenschen. Foto von UX Store auf Unsplash.

„Der Fortschritt in der künstlichen Intelligenz könnte das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit sein. Es könnte aber auch das letzte sein, es sei denn, wir lernen, wie man die Risiken beherrscht.“ – Stephen Hawking

Zunächst eine Begriffsabklärung: Was ist Mobile-first Design?

„Mobile-first Design“ bezieht sich auf einen Design- und Entwicklungsansatz, bei dem zuerst für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets gestaltet und entwickelt wird, bevor Anpassungen für größere Bildschirme wie Desktops und Laptops gemacht werden.

Welche Gründe und Vorteile sprechen für einen Mobile-first Ansatz?:

  • Wachsender Mobile Traffic: Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones und Tablets nutzen immer mehr Menschen diese Geräte für den Zugriff auf Webseiten. Daher ist es sinnvoll, zuerst für diese Geräte zu designen. Schließlich nutzen weltweit über 4 Milliarden Menschen Smartphones, und für Jung und Alt scheint der digitale Knochen ein fester Körperbestandteil zu sein.
  • Fokus auf das Wesentliche: Da der Bildschirmplatz auf mobilen Geräten begrenzt ist, zwingt das Mobile-first Design die Designer und Entwickler dazu, sich auf die wichtigsten Funktionen und Inhalte zu konzentrieren.
  • Verbesserung der Performance: Mobile Geräte haben oft weniger Rechenleistung und können langsamere Internetverbindungen haben, wie wir in Deutschland täglich erfahren müssen. Bei Netzausbau und Geschwindigkeit ist Deutschland im europäischen Vergleich nur Mittelmaß. Ein Design, das zuerst für mobile Geräte erstellt wurde, legt oft den Fokus auf Geschwindigkeit und Effizienz.
  • Erweiterbarkeit: Mit einem Mobile-first Ansatz beginnt man mit den grundlegenden Funktionen für mobile Geräte und fügt dann weiterführende Funktionen für Tablets und Desktops hinzu (ein Ansatz, der oft als „Progressive Enhancement“ bezeichnet wird).
  • Zukunftssicherheit: Da der mobile Internetverkehr weiterhin wächst und neue Gerätekategorien auf den Markt kommen, bietet ein Mobile-first Ansatz eine solide Grundlage, um für zukünftige Entwicklungen gewappnet zu sein.

Trotz der Vorteile ist es wichtig zu beachten, dass der beste Ansatz vom jeweiligen Projekt und den Bedürfnissen der Zielgruppe abhängt. Es gibt Fälle, in denen ein Desktop-first oder ein gleichzeitiger Ansatz für Desktop und Mobile sinnvoller sein könnte.

Wie kann ich Künstliche Intelligenz bei Mobile-first Designprojekten sinnvoll einsetzen?

Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, den Design- und Entwicklungsprozess von Mobile-first Projekten zu „revolutionieren“, oder zumindest zu optimieren. Anwendungsmöglichkeiten von KI bei Mobile-first Designs sehen wir z.B. in folgenden Bereichen:

Automatisiertes Design

KI-basierte Tools machen Designvorschläge basierend auf vordefinierten Kriterien. Diese Designvorschläge dienen als Ausgangspunkt oder zur Inspiration für Webdesigner.

Benutzererfahrung Analyse

KI analysiert zur Mustererkennung große Mengen von Benutzerdaten. Daraus lassen sich Best Practices ableiten, z.B. welche Designelemente am effektivsten sind und wo Verbesserungen vorgenommen werden können.

Adaptive Benutzeroberflächen

Mit Webdesign KI-Tools lassen sich (womöglich) adaptive Benutzeroberflächen zu erstellen, die sich dynamisch an das Verhalten des Benutzers und seine Vorlieben anpassen. Ich benutze hier den Konjunktiv, weil wir von Dr. Web-Redaktion keine Praxiserfahrung damit haben. Wie sieht es da draußen in der Praxis aus? Sind personalisierte User Interfaces realisierbar mit Webdesign Tools wie Galileo AI?

A/B-Testautomatisierung

KI kann das A/B-Testing beschleunigen und optimieren.

Bild- und Videooptimierung

KI-Tools können Bilder und Videos automatisch komprimieren und optimieren, um die Ladezeiten auf mobilen Geräten zu reduzieren, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.

Voice User Interfaces (VUI)

Mit fortschreitender Spracherkennungstechnologie helfen KI-Systeme dabei, effektive Voice User Interfaces für mobile Anwendungen zu gestalten.

Chatbots und virtuelle Assistenten

KI-betriebene Chatbots sollten auch auf Smartphone-Bildschirmen usable sein, da der Kundenservice ein wichtiger Umsatzfaktor ist.

Verständnis von Benutzerbewertungen

KI kann Tausende von App-Bewertungen analysieren, um die häufigsten Probleme, Wünsche oder Trends der Benutzer zu identifizieren, die in zukünftigen Designentscheidungen berücksichtigt werden sollten.

Automatisierte Mobile Accessibility Tests

KI-Tools wie testsigma.com können eine mobile Benutzeroberfläche scannen und Vorschläge zur Verbesserung der Barrierefreiheit machen.

Proaktive Fehlererkennung

KI hilft den Code und das Design einer mobilen Anwendung zu analysieren. Dadurch lassen sich mögliche Fehler oder Inkonsistenzen identifizieren, noch bevor sie die User Experience Nutzers negativ beeinflussen.

Das Integrieren von KI in den Mobile-first Designprozess kann die Qualität und Effizienz des Endprodukts erheblich verbessern. KI ist jedoch nur ein Werkzeug und kein Ersatz für menschliche Kreativität und Intuition

Kann ich als Agenturinhaber einer Designagentur, die sich auf Mobile-first spezialisiert hat, mit Hilfe von KI mehr Umsatz und Gewinn mit weniger Personal erzielen?

Ja, als Inhaber einer Designagentur, die sich auf Mobile-first Design spezialisiert hat, bietet KI Ansätze zur Prozessoptimierung. Und vielleicht hilft Ihnen KI gestütztes Arbeiten bei der Effizienzsteigerung, was sich dann letztlich vielleicht in einem höheren Umsatz und Gewinn niederschlägt. Die Frage ist, ob Sie dann weniger Personal brauchen, oder mit ihrem Mitarbeiterstamm mehr Projekte abwickeln. Hier ein paar Ideen von uns:

  1. Automatisierung von Routineaufgaben: KI kann bei der Automatisierung von wiederkehrenden und zeitaufwendigen Aufgaben helfen, z.B. bei der Bildoptimierung, Layout-Generierung oder sogar beim Codieren bestimmter Designelemente. Dank einer effizienteren Erledigung von Routineaufgaben können sich ihre Designer auf komplexere, kreative Aufgaben konzentrieren.
  2. Effiziente Kundenkommunikation: Auf ihrer Agenturwebsite eingebundene, KI-betriebene Chatbots helfen ihnen vielleicht bei der Beantwortung von wiederkehrenden Anfragen im Pre-Sales. Das Effizienzpotential schätzen wir jedoch als gering ein, da jedes Kundenprojekt sehr individuell ist. Der Chatbot sollte auf jeden Fall mit einem echten Menschen besetzt sein, der sich dann einklinkt, wenn ein potentieller Neukunde mit dem Chatbot interagiert.
  3. Markt- und Trendanalyse: KI-Tools analysieren Marktdaten und helfen so beim Aufspüren neuer Design-Trends und Kundenbedürfnisse. Dies ermöglicht ihrer Designagentur, proaktive Designlösungen anzubieten und sich so von Wettbewerber zu differenzieren.
  4. Personalisierte Marketingstrategien: Durch den Einsatz von KI könnten Sie in Zukunft gezieltere und personalisierte Marketingkampagnen erstellen und damit vielleicht mehr Interessenten in Kunden konvertieren.
  5. Optimierung des Projektmanagements: KI kann ihnen helfen, Projekte effizienter zu verwalten, indem sie Arbeitslasten analysiert, Ressourcen zuweist und mögliche Engpässe identifiziert, bevor sie zu Problemen werden. Das ist alles aber noch viel zu vage, denn die Chaostheorie spricht dagegen.
  6. Erweiterte Dienstleistungen: Mit KI können Sie zusätzliche Dienstleistungen anbieten, wie z.B. umfangreiche Benutzeranalysen, automatisierte A/B-Tests oder personalisierte Benutzererfahrungen, die zu einem höheren Customer Lifetime Value führen können.
  7. KI im Verkaufsprozess: Implementieren Sie KI-gestützte CRM-Systeme, um Leads zu verfolgen, Kundeninteraktionen zu analysieren und Verkaufschancen zu identifizieren. Dies kann den Verkaufszyklus beschleunigen und den Umsatz steigern.

Während KI viele Möglichkeiten zur Steigerung von Effizienz und Umsatz bietet, gibt es auch Herausforderungen und Überlegungen:

  1. Mensch macht den Unterschied: Design ist ein kreativer Prozess, und obwohl KI viele Aufgaben automatisieren kann, ersetzt sie nicht den menschlichen Touch, das Fachwissen und die Intuition, die für hochwertiges Design erforderlich sind.
  2. Investition in Technologie: Die Implementierung von KI-Tools erfordert eine anfängliche Investition in Technologie, Schulung und eventuell auch Fachpersonal. Wir haben schon vor dem KI-Hype hohe Erwartungen in die Einführung von Tools gesetzt. Nach einer Anfangseuphorie stellte sich jedoch das Toolhandling als überkomplex heraus und erzeugte Mehrarbeit statt einen Mehrwert.
  3. Kundenbeziehungen: Die Kunden bevorzugen weiterhin den persönlichen Kontakt und das menschliche Urteilsvermögen gegenüber einer KI-basierten Lösung. Im Hintergrund mit KI-Funktionen Zeit und Geld sparen, und in der Außenkommunikation kommt zu 100 % der Mensch zum Einsatz.

Fazit

Die Kommunikation mit dem Kunden ersetzt die KI nicht. Designagenturen werden als Implementierungspartner weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Der Designprozess ist zu komplex, als dass Unternehmen das in Zukunft selbst in die Hand nehmen könnten. Als Inhaber einer Designagentur profitieren Sie in den kommenden Jahren von einem KI-optimierten Tool-Stack. Das ist auch in Zeiten des Arbeitskräftemangels eine ermutigende Aussicht. KI ist kein Heilsbringer, verspricht aber vor allem bei wiederkehrenden Aufgaben Zeitgewinne. Richtig ausgespielt, können Sie mit gleichem Personaleinsatz mehr Mobile-first Designprojekte erfolgreich umsetzen.

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