In Norwegen ist die Google-Nutzung unter 9- bis 18-Jährigen binnen zwei Jahren von 72 auf 47 Prozent gefallen. Eine Auswertung der NTNU führt den Rückgang auf Chatbots zurück, die Fragen sofort beantworten. Für jeden, der auf Google-Reichweite baut, verschiebt sich damit das Fundament.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie KI-Suche verdrängt bei jungen Nutzern die klassische Suchmaschine schneller als gedacht. Eine neue Auswertung norwegischer Bildungsforscher zeigt einen Generationswechsel im Suchverhalten, dessen Folgen noch niemand seriös beziffern kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Google-Nutzung unter norwegischen 9- bis 18-Jährigen sank von 72 Prozent (2024) auf 47 Prozent (2026).
- 39 Prozent der 11- bis 12-Jährigen greifen bereits zu KI-Werkzeugen.
- Ein US-Vergleich des Pew Research Center bestätigt den Trend: 57 Prozent der Teenager suchen Informationen per Chatbot.
- Für die Sichtbarkeit zählt künftig, ob die KI eine Marke zitiert, nicht mehr allein der Google-Rang.
Wie schnell verlassen junge Nutzer die klassische Suche?

Der Rückgang ist steil: Unter norwegischen 9- bis 18-Jährigen fiel der Anteil, der Google zur Suche nutzt, zwischen 2024 und 2026 von 72 auf 47 Prozent.[1] Parallel greifen 39 Prozent der 11- bis 12-Jährigen zu Chatbots, und das Jugendportal ung.no verlor im selben Zeitraum ein Viertel seiner Besuche, von 24 auf 18 Millionen.
Hinter den Zahlen steht eine Auswertung von 173 Studien aus den Jahren 2022 bis 2025, die die Bildungsforscherin Hilde Storrøsæter an der NTNU zusammengetragen hat. Ihr Befund wiegt schwer: 80 Prozent der Arbeiten untersuchten Erwachsene, kaum jemand die Kinder, die das neue Verhalten gerade prägen.
Warum die KI-Antwort die Suche strukturell verschiebt
Ein Antwortkasten ersetzt die zehn blauen Links: Eine sofort fertige Antwort führt selten noch zur Quelle dahinter. Für eine Generation, die das Prüfen und Vergleichen mehrerer Treffer nie eingeübt hat, ist der Chat die Standardschnittstelle, nicht die Ergebnisliste.
Der Bruch endet nicht an der norwegischen Grenze. Das Pew Research Center findet in den USA dasselbe Muster: 57 Prozent der 13- bis 17-Jährigen suchen Informationen inzwischen per Chatbot, 54 Prozent erledigen damit ihre Schularbeiten.[2] Die Mechanik kennt der Markt bereits aus der Google-Suche selbst, wo die KI-Antworten die Klickrate halbieren und den Verlagen Reichweite abschöpfen.
Der Google-Rang misst eine Bühne, die eine ganze Generation gerade verlässt. Sichtbarkeit entscheidet sich künftig daran, ob die KI Ihre Marke als Quelle nennt.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Ihre Sichtbarkeit?
Der Hebel gegen den Reichweitenverlust heißt Generative Engine Optimization, also für die KI-Antwortmaschinen zitierfähig zu werden statt nur um Platz eins zu kämpfen. Was solide Suchmaschinenoptimierung leistet, bleibt die Basis, trägt aber nicht mehr allein.
Praktisch bedeutet das: jede Leitfrage answer-first in den ersten Sätzen beantworten und Aussagen mit Zahl, Datum und vollem Namen belegen, damit ein Chatbot sie übernehmen kann. Eine AEO-Checkliste führt die Schritte im Detail durch, und für die ausgelagerte Umsetzung listet der GEO-Agentur-Vergleich passende Dienstleister.
Der erste konkrete Schritt kostet nichts: die eigene Marke in ChatGPT, Gemini und Perplexity abfragen und prüfen, ob sie überhaupt auftaucht. Fehlt sie dort, verliert die Website schon heute die Kohorte, die morgen kauft.
Quellen
[1] Norwegian SciTech News (NTNU): „Young users ditch Google for AI, with unknown consequences“
[2] Pew Research Center: „How Teens Use and View AI“ (24. Februar 2026)
Mehr Newshunger?
- Was ist AEO (Answer Engine Optimization) und warum wird sie wichtiger als SEO?
- GEO statt Bonus-App: Aldi Süd wettet auf Sichtbarkeit in der KI-Suche
- ChatGPT-Sichtbarkeit: der blinde Fleck in Ihrem Reporting
- Brauchen Sie ein GEO-Tool für die KI-Suche?
- Studie: AI Overviews halbieren die Klickrate trotz Platz 1