Anthropic lässt Claude nur noch Erwachsene nutzen und prüft das Alter notfalls per Selfie oder Ausweisfoto. Ein Dienstleister namens Yoti schätzt aus dem Gesicht, ob jemand volljährig ist. Für Firmen, deren Teams mit Claude arbeiten, wird die Altersprüfung damit zur neuen Fehlerquelle beim Login.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie Altersprüfung bei Claude betrifft ab sofort jedes private Konto. Anthropic verlangt ein Mindestalter von 18 Jahren und legt zusätzlich ein automatisches System darüber, das Konten mit Anzeichen minderjähriger Nutzung aufspürt.[1] Schlägt dieses System an, sperrt Anthropic den Zugang bis zum Altersnachweis.
Das Wichtigste in Kürze
- Anthropic setzt für die private Claude-Nutzung ein Mindestalter von 18 Jahren durch.
- Ein automatisches System erkennt mutmaßlich minderjährige Konten und sperrt sie bis zum Altersnachweis.
- Den Nachweis übernimmt der Dienstleister Yoti per Gesichts-Altersschätzung, Ausweis-Upload oder digitaler ID.
- Yoti löscht die Aufnahmen sofort, Anthropic erhält nur das Ergebnis bestanden oder nicht bestanden.
Was ändert sich für Claude-Nutzer?

Betroffen ist die Verbraucherversion von Claude, also die Konten auf claude.ai und in den Apps. Schon bei der Anmeldung fragt Anthropic nach dem Alter und legt eine automatische Prüfung im Hintergrund darüber. Erkennt diese Prüfung Muster eines minderjährigen Kontos, deaktiviert Anthropic den Account und verschickt eine Mail mit einem Link zur Altersverifikation. Ein zu Unrecht gesperrtes Konto lässt sich nach bestandener Prüfung wieder freischalten. Genau diese Rückhol-Schleife macht Fehlalarme zum Alltagsproblem, sobald ganze Teams betroffen sind. Anthropic hatte erst sein riskantes KI-Training nach eigenmächtigen Claude-Aktionen pausiert und zieht mit der Altersgrenze die nächste Linie.
Wie prüft Anthropic das Alter?
Den Alterscheck übernimmt nicht Anthropic selbst, sondern der britische Anbieter Yoti. Drei Wege stehen bereit: eine Gesichts-Altersschätzung per Selfie, ein Foto des Ausweises oder die schon verifizierte Yoti-App. Yoti meldet Anthropic nur das Ergebnis, bestanden oder nicht bestanden, und löscht Selfie und Ausweisbild direkt nach dem Abgleich.[1] Der Umweg über einen Prüfer hat einen Grund: Eine Gesichts-Altersschätzung erzeugt biometrische Daten nach Artikel 9 DSGVO, die besonders geschützt sind. Die Trennung von Prüfer und Ergebnisempfänger hält diese sensiblen Daten aus Anthropics Systemen heraus, verlagert das Risiko aber auf einen weiteren Anbieter, der selbst zum Angriffsziel wird.
Die Altersgrenze schützt Anthropic vor Klagen, den Preis zahlen Volljährige mit einem Ausweis-Upload oder einem Gesichtsscan. Betriebe, die eine Verbraucher-KI im Team einsetzen, sollten den Sperrfall im Support einplanen, bevor das erste Konto stillsteht.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Warum jetzt? Der Druck kommt vom Gesetzgeber
Anthropic steht mit der Altersprüfung nicht allein, die Debatte um die Altersverifikation im Netz ist in der KI-Branche angekommen. OpenAI sagt bei ChatGPT per Verhaltensanalyse das Alter voraus und leitet vermutete Jugendliche in einen abgesicherten Modus, den Ausweischeck für den Erwachsenenzugang übernimmt der Anbieter Persona.[2] Meta sperrte hunderttausende Teenager-Konten, und Google weitet die Altersprüfung auf Android aus. Der Treiber ist überall derselbe: Australien verbietet Unter-16-Jährigen seit Ende 2025 die sozialen Netze, die EU verpflichtet über den Digital Services Act zum Schutz Minderjähriger, und mehrere US-Bundesstaaten drohen mit Haftung, sobald ein Chatbot einem Kind schadet. Für Anbieter rechnet sich der Schnitt: Minderjährige bringen kaum Umsatz, aber viel regulatorisches Risiko.
Der gleiche Druck trifft die ganze Branche
Für Unternehmen heißt das konkret: Geschäftskonten über Claude for Work oder Team laufen über einen Firmenvertrag und bleiben von der Verbraucher-Prüfung unberührt. Private Pro-Konten im Team-Einsatz riskieren dagegen plötzliche Sperren und gehören auf verwaltete Team-Lizenzen umgestellt. Jede biometrische Prüfung klären Sie vorab mit dem Datenschutzbeauftragten.
Ab welchem Alter darf man Claude nutzen?
Anthropic verlangt für die private Nutzung von Claude ein Mindestalter von 18 Jahren. Die Altersgrenze gilt für die Verbraucherkonten auf claude.ai und in den Apps. Schon bei der Anmeldung fragt Anthropic das Alter ab und lässt zusätzlich eine automatische Prüfung im Hintergrund laufen.
Wie prüft Anthropic das Alter bei Claude?
Den Alterscheck übernimmt der Anbieter Yoti. Sie wählen zwischen einer Gesichts-Altersschätzung per Selfie, einem Foto Ihres Ausweises oder der Yoti-App. Yoti meldet Anthropic nur das Ergebnis bestanden oder nicht bestanden und löscht Selfie und Ausweisbild direkt nach dem Abgleich.
Was tun, wenn Claude Ihr Konto fälschlich als minderjährig sperrt?
Volljährige Nutzer bekommen eine E-Mail mit einem Link zur Altersverifikation. Nach bestandener Prüfung über Yoti schaltet Anthropic das Konto wieder frei. Prüfen Sie in dem Fall zuerst das Postfach des hinterlegten Kontos, auch den Spam-Ordner.
Sind Claude for Work und Team von der Altersprüfung betroffen?
Die Altersprüfung zielt auf die Verbraucherversion von Claude. Geschäftszugänge über Claude for Work oder Team laufen über einen Firmenvertrag und bleiben davon unberührt. Lassen Sie Mitarbeitende nicht über private Pro-Konten arbeiten, sondern richten Sie verwaltete Team-Lizenzen ein.
Quellen
[1] Anthropic Help Center: „Age assurance on Claude“
[2] OpenAI: „Our approach to age prediction“
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