Stellen Sie sich vor, ein Familienmitglied führt mit ChatGPT ein Gespräch über eine psychische Krise und Sie haben keine Ahnung davon. Ab sofort kann OpenAI eine von Ihnen selbst ausgewählte Vertrauensperson genau darüber informieren. Das neue Feature Trusted Contact markiert einen grundlegenden Schritt, wie KI-Assistenten mit medizinisch-psychologischer Notfallversorgung zusammenarbeiten.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Trusted Contact ist seit 7. Mai 2026 weltweit für ChatGPT-Nutzer ab 18 Jahren verfügbar (in Südkorea ab 19).
  • Nutzer benennen eine erwachsene Vertrauensperson. ChatGPT sendet ihr eine Einladung per E-Mail, SMS oder App-Nachricht.
  • Schlägt das System an, z.B. bei Suizidgefahr, prüft ein menschliches Review-Team den Fall. OpenAI plant die Bearbeitung in unter einer Stunde.
  • Die Benachrichtigung enthält keine Chat-Transkripte, sondern nur einen allgemeinen Hinweis sowie Links zu Fachressourcen.

Hintergrund sind sieben Klagen gegen OpenAI, deren Familien behaupten, ChatGPT habe zu psychischen Schäden oder Selbstmorden beigetragen. Zur Entwicklung des Features arbeitete OpenAI mit über 170 Fachleuten aus dem Bereich psychische Gesundheit zusammen. Das Trusted-Contact-Modell ähnelt dem, was Meta im Februar 2026 für Instagram-Jugendkonten eingeführt hat: Elterliche Benachrichtigung bei wiederholten Suizid-Suchanfragen innerhalb kurzer Zeit.

Technisch läuft das System zweistufig: Zunächst erkennt eine automatisierte Überwachung Gesprächsmuster, die auf Suizidgefahr hinweisen. Erst wenn ein menschliches Safety-Team das Signal bestätigt, geht die Benachrichtigung an die Vertrauensperson. OpenAI betont, dass das System neben, nicht statt menschlicher Krisenversorgung stehen soll. ChatGPT-Nutzer erhalten weiterhin Hinweise auf Krisentelefone und Fachberatung.

Für Unternehmensnutzer ändert sich nichts: Business-, Enterprise- und Education-Workspaces sind ausgenommen. Das Feature gilt ausschließlich für persönliche Accounts in Free- und kostenpflichtigen Consumer-Plänen. Kontextuell passt Trusted Contact in eine Entwicklung, die OpenAI seit Herbst 2025 konsequent vorantreibt. Zuerst kamen elterliche Sicherheitswarnungen für Teenager-Accounts. Jetzt zieht das Unternehmen mit einem Erwachsenen-Äquivalent nach. Wie OpenAI sein Produkt strategisch positioniert und was dahinter steckt, analysiert unser ausführlicher OpenAI-Überblick. Für den Einsatz generativer KI im Unternehmen liefert der LLMs-Ratgeber die Grundlage.

Was das für Unternehmen und HR bedeutet

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ChatGPT-Nutzung durch Mitarbeitende über private Accounts wirft Fragen zur Datensicherheit auf. Trusted Contact zeigt tiefe Integration in Privatbereich

Für IT- und HR-Verantwortliche stellen sich konkrete Fragen. Nutzen Mitarbeitende ChatGPT über persönliche Accounts für berufliche Aufgaben, fallen diese Gespräche unter die neuen Sicherheitsregeln. Chat-Inhalte können zwar nicht an Vertrauenspersonen weitergeleitet werden, aber Trusted Contact macht deutlich, wie tief ChatGPT mittlerweile in das persönliche Leben eingebettet ist.

Klare Nutzungsrichtlinien für KI-Tools sind jetzt keine Nice-to-have-Maßnahme mehr. Der Trend zur Vermischung privater und beruflicher KI-Nutzung legt nahe, verbindliche Leitlinien zu etablieren, die regeln, welche Plattformen für welche Aufgaben genutzt werden dürfen. Mehr dazu, wie Unternehmen ChatGPT-Sichtbarkeit und Datenschutz in Balance halten, zeigt unser Artikel Findet ChatGPT Ihr Unternehmen? sowie die aktuelle Meldung über ChatGPT-Werbung in fünf neuen Märkten.

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