Ein Brunnenbauer bringt das Bohrgerät genau dort in den Boden, wo unter der Wiese das Wasser sitzt, und niemand tippt diesen Ort in ein Textfeld: Wo ein Grundwasserleiter beginnt, wie mächtig er ist und wie sich das Bohrloch später gegen fremde Schichten abdichten lässt, entscheidet sich am aufgeschlossenen Untergrund. Genau dieser Griff bringt dem Brunnenbauer-Beruf im KI-Resilienz-Check die Note 2,4 ein, einen der besten Werte der Serie auf der Skala von 1 bis 6. Eine moderne Bohranlage arbeitet halbautomatisch, die Verantwortung für sauberes Trinkwasser trägt am Ende trotzdem ein Mensch.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenBrunnenbauer gehören zu den seltensten Ausbildungsberufen des Landes, und ihre Mischung aus schwerem Gerät, Bodenkunde und Haftung für das Grundwasser macht den Beruf gegen künstliche Intelligenz erstaunlich widerstandsfähig. Während Sensoren den Bohrfortschritt messen und Programme die Andruckkraft regeln, bleibt die Beurteilung des Untergrunds eine Sache von Erfahrung und Vor-Ort-Blick. Der KI-Resilienz-Check von Dr. Web misst diese Widerstandskraft mit demselben Sechs-Kriterien-Raster wie der große Basisartikel zu Ausbildung, Studium und KI, auf der Schulnotenskala von 1 bis 6.
Das Wichtigste in Kürze
- Note 2,4: Der Brunnenbauer landet weit vorne, weil physische Präsenz, hohe Haftung und eine strenge Regulierung ihn schützen, während der zunehmend automatisierte Bohrvorgang ihn angreifbar macht.
- Drei Jahre Ausbildung: Die duale Lehre ist zweistufig aufgebaut, führt über den Tiefbaufacharbeiter und endet nach 36 Monaten mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer.
- 1.122 Euro Einstieg: Im ersten Lehrjahr zahlt der Tarif des Bauhauptgewerbes ab April 2026 bundesweit 1.122 Euro, deutlich über dem Schnitt vieler anderer Berufe.
- Meisterpflicht: Der Brunnenbauer steht in Anlage A der Handwerksordnung, dazu schützen Wasserrecht und Bohranzeigepflicht den Zugang zum Beruf.
- Maschine gegen Gespür: Die Anlage bohrt, misst und protokolliert, das Deuten des Untergrunds und die Abdichtung gegen das Grundwasser bleiben Handarbeit.
Erst schätzen, dann lesen: Wie KI-fest tippen Sie den Brunnenbauer?
1Wie viele neue Brunnenbauer werden pro Jahr in Deutschland ausgebildet?Aufklappen ↓
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2Kann eine Software heute zuverlässig sagen, wo im Untergrund Grundwasser sitzt?Aufklappen ↓
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3Welcher Arbeitsschritt lässt sich am wenigsten automatisieren?Aufklappen ↓
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4Was verdient ein Brunnenbauer-Azubi 2026 im ersten Lehrjahr?Aufklappen ↓
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5Welche Note gibt Dr. Web dem Brunnenbauer im KI-Resilienz-Check?Aufklappen ↓
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Was macht ein Brunnenbauer und wie läuft die Ausbildung ab?
Ein Brunnenbauer erschließt Wasser und Wärme aus dem Boden. Er bohrt Brunnen für die Trinkwasser- und Gartenversorgung, fasst Grundwasser für Wasserwerke, setzt Grundwassermessstellen, senkt für Baugruben den Grundwasserspiegel ab, gründet Bauwerke tief im Untergrund und bringt heute vor allem Erdwärmesonden für Wärmepumpen in die Tiefe. Zur Arbeit gehören das Aufstellen und Führen des Bohrgeräts, das Verrohren des Bohrlochs, das Einbauen von Filter- und Steigrohren, die Kiesschüttung und die Abdichtung des Ringraums. Gearbeitet wird bei Firmen für Tief- und Spezialtiefbau, bei Bohrunternehmen und Wasserversorgern, fast immer im Freien und bei jedem Wetter.
Die Ausbildung ist ein beim Bundesinstitut für Berufsbildung anerkannter dualer Beruf und dauert drei Jahre. Sie ist als Stufenausbildung des Bauhauptgewerbes aufgebaut: In den ersten beiden Jahren lernen alle den gemeinsamen Kern des Tiefbaufacharbeiters, im dritten Jahr folgt die Spezialisierung zum Brunnenbauer. Betrieb und Berufsschule wechseln sich ab, am Ende steht die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Weil der Beruf so selten ist, bestehen nur wenige überregionale Berufsschulstandorte, der Unterricht läuft meist als Blockunterricht.
Einen bestimmten Schulabschluss schreibt der Gesetzgeber nicht vor, in der Praxis zählen körperliche Belastbarkeit, technisches Verständnis und ein Gespür für Boden und Wasser mehr als die Zeugnisnote. Angehende Fachkräfte, die noch zwischen Werkbank und Hörsaal schwanken, finden in der Abwägung zwischen einer Ausbildung und einem Studium eine erste Orientierung.
Beim Geld hebt sich der Brunnenbauer von vielen anderen Nischenberufen deutlich ab. Weil er zum Bauhauptgewerbe zählt, gilt der allgemeinverbindliche Bautarif, und der liegt hoch: Für den Ausbildungsbeginn ab April 2026 sind das bundesweit 1.122 Euro im ersten, 1.351 Euro im zweiten und 1.610 Euro im dritten Lehrjahr. Zum Vergleich lag die tarifliche Ausbildungsvergütung im Mittel aller Berufe 2024 laut BIBB bei 1.133 Euro im Monat, ein Brunnenbauer-Azubi erreicht diesen Schnitt also schon im ersten Jahr.
Welche Note bekommt der Brunnenbauer im KI-Resilienz-Check?
Die Gesamtnote 2,4 setzt den Brunnenbauer weit oben in der Serie ab. Warum es nicht die Bestnote wird und wo die automatisierte Bohranlage die Bewertung drückt, zerlegt das Sechs-Kriterien-Raster im nächsten Kapitel.
Der Brunnenbauer erreicht die Gesamtnote 2,4 und zählt damit zu den widerstandsfähigsten Berufen der bisher geprüften Serie. Getragen wird die Bewertung von der zwingenden Arbeit vor Ort, von der Haftung für sauberes Grundwasser und von einer dichten Regulierung aus Meisterpflicht, Wasserrecht und Anzeigepflichten, die eine hohe Hürde um jeden Betrieb legt.
Eine noch bessere Note verhindern vor allem zwei Dinge: Der eigentliche Bohrvorgang ist in modernen Anlagen weit automatisiert, Andruck, Drehzahl und Spülung laufen zunehmend über Steuerungstechnik. Und ein Teil der Arbeit ist stark standardisiert, gerade beim Setzen gleichartiger Erdwärmesonden. Deutlich schlechter fällt die Note dennoch nicht aus, denn das Deuten des Untergrunds entzieht sich der Maschine. Zum Vergleich: Der stärker industrialisierte Brenner erreichte in dieser Serie die 2,8, das reine Handwerk des Böttchers die 2,5, der eng verwandte Bootsbauer die 2,2.
Wie setzt sich die Note aus dem Sechs-Kriterien-Raster zusammen?
Der Tacho fasst die Bewertung als These zusammen, die folgenden sechs Kriterien machen sie nachprüfbar. Jedes Kriterium bekommt eine ganze Note von 1 bis 6, vier davon zählen doppelt, zwei einfach.
Physische Präsenz: Note 1
Ein Brunnen entsteht am Bohrloch: das schwere Bohrgerät aufbauen und lotrecht ausrichten, das Bohren überwachen, die Verrohrung setzen, den Filter einbauen und den Ringraum verfüllen. Das alles verlangt volle Anwesenheit auf der Baustelle, aus der Ferne lässt sich kein Meter Bohrloch niederbringen. Weil die Tätigkeit an einen festen Ort und an körperliche Arbeit gebunden ist, steht hier die Bestnote.
Empathie und Vertrauen: Note 4
Zwischenmenschliche Fürsorge spielt im Beruf kaum eine Rolle, der Brunnenbauer arbeitet am Boden und an der Maschine, nicht am Menschen. Wo eine Firma private Bauherren zur Erdwärme berät oder eine Gemeinde über Jahre betreut, kommen Vertrauen und Erklärung hinzu, doch der Kern bleibt technische Arbeit. Diese schwache Bindung an ein persönliches Vertrauensverhältnis zieht die Einzelnote nach unten.
Urteilskraft und Haftung: Note 2
Der Umgang mit dem Grundwasser ist eine Entscheidung mit echter Tragweite: Verbindet eine schlecht abgedichtete Bohrung zwei Grundwasserstockwerke, kann Schmutzwasser in einen Trinkwasserleiter sickern und eine ganze Region gefährden. Die richtige Tiefe, die dichte Verrohrung und die saubere Ringraumabdichtung verantwortet eine ausgebildete Fachkraft, ein Modell liefert höchstens Vorschläge. Diese Haftung für die Trinkwassersicherheit schirmt den Beruf wirksam ab.
Regulatorische Hürde: Note 2
Rund um den Brunnenbau liegt ein besonders dichtes Netz aus Vorschriften: Der Beruf steht in Anlage A der Handwerksordnung und verlangt für die Selbstständigkeit den Meisterbrief, jede tiefere Bohrung ist nach dem Lagerstättengesetz anzuzeigen, die Nutzung des Grundwassers braucht eine wasserrechtliche Erlaubnis, und das DVGW-Regelwerk W120 verlangt zertifizierte Fachbetriebe. Diese Kombination schützt bestehende Betriebe spürbar. Nur weil sich einfache Handbohrungen für den Garten im Kleinen auch ohne diese volle Hürde ausführen lassen, reicht es nicht ganz zur Bestnote.
Routineanteil: Note 3
Ein Teil der Arbeit ist klar wiederholbar: Eine Erdwärmesonde im bekannten Baugebiet folgt einem festen Ablauf, Bohrdurchmesser und Tiefe gleichen sich von Auftrag zu Auftrag. Sobald der Untergrund wechselt, mit Findlingen, Fließsand oder gespanntem Grundwasser, muss der Brunnenbauer sein Vorgehen anpassen. Aus dieser Mischung ergibt sich ein mittlerer Wert.
Digitalisierungsgrad: Note 3
Die Digitalisierung ist im Beruf zweigeteilt: Große Spezialtiefbaufirmen fahren sensorbestückte Bohranlagen mit automatischer Protokollierung und werten die Bohrlochgeophysik am Rechner aus, während viele kleine Betriebe mit robuster Technik, Erfahrung und Handarbeit auskommen. Dieser mittlere Digitalisierungsgrad bietet der KI eine größere Angriffsfläche als das kaum digitalisierte Handwerk und hält die Note im mittleren Bereich.
Die gewichtete Rechnung fasst das zusammen, ohne Rundung: Physische Präsenz, Empathie, Urteilskraft und regulatorische Hürde zählen doppelt, Routineanteil und Digitalisierungsgrad einfach. Das ergibt (1×2) plus (4×2) plus (2×2) plus (2×2) plus (3×1) plus (3×1), zusammen 24, geteilt durch 10, also die Note 2,4.
Welche Teilaufgaben verschwinden zuerst?

Zuerst geht die Steuerung des Bohrvorgangs an die Technik, lange bevor jemand den Untergrund deutet. Moderne Bohranlagen regeln Andruck, Drehzahl und Spüldruck nach hinterlegten Werten, halten das Bohrgestänge senkrecht und melden Abweichungen automatisch. Bei gleichförmigen Erdwärmebohrungen in bekanntem Baugrund übernimmt die Maschine den größten Teil der reinen Vortriebsarbeit.
Auch das Papier rund um die Bohrung wandert ab: Bohrprotokolle, Schichtenverzeichnisse, Aufmaße und die Meldungen an Behörden lassen sich weitgehend digital erfassen und vorausfüllen. Sprachmodelle formulieren Angebote und Berichte, Planungswerkzeuge legen Bohransatzpunkte über Geodaten und optimieren die Route des Bohrtrupps. Sogar die erste Einschätzung des Untergrunds liefern heute geologische Karten und Modelle am Bildschirm.
Was bleibt, ist der Sprung von der geplanten Bohrung zum sicheren, dauerhaften Brunnen. Genau diese Lücke füllt die nächste Grafik, indem sie Maschinen- und Handarbeit sauber gegenüberstellt.
Welche Teilaufgaben bleiben unersetzbar menschlich?
- −Andruck, Drehzahl und Spülung der Bohranlage steuern
- −Vortrieb gleichförmiger Erdwärmebohrungen in bekanntem Baugrund
- −Bohrprotokoll, Schichtenverzeichnis und Behördenmeldung erfassen
- −Erste Einschätzung des Untergrunds aus geologischen Karten
- +Den Bohransatz vor Ort beurteilen und die Sonde ausrichten
- +Auf Findlinge, Fließsand und gespanntes Grundwasser reagieren
- +Ringraum abdichten und die Grundwasserstockwerke trennen
- +Haftung für den Trinkwasserschutz und die Standsicherheit
Der Kern des Berufs liegt dort, wo Bodenkunde und Erfahrung zusammentreffen. Ob der Bohransatz wirklich sitzt, ob eine unerwartete Tonschicht das Wasser hält oder ein Findling das Gestänge blockiert, zeigt sich erst im aufgeschlossenen Untergrund, und darauf muss der Brunnenbauer sofort reagieren. Eine Maschine liefert ein sauberes Bohrloch, den sicheren Brunnen liefert der Mensch.
Noch deutlicher wird der Vorsprung bei der Abdichtung: Wie der Ringraum zwischen Rohr und Erdreich verfüllt wird, damit kein Oberflächenwasser nach unten und kein belastetes Wasser in einen Trinkwasserleiter gelangt, ist verantwortungsvolle Handarbeit unter ständiger Kontrolle. Ein einziger schlecht abgedichteter Meter kann eine Fassung unbrauchbar machen, deshalb bleibt dieser Schritt fest in menschlicher Hand.
Am Ende steht immer die Freigabe: Ein Brunnen gilt erst dann als fertig, wenn Leistungspumpversuch, Wasserprobe und Sichtprüfung stimmen, und diese Freigabe trägt die Fachkraft mit ihrer Haftung für Sicherheit und Qualität. Dieses menschliche Urteil über das fertige Werk hält die Note im vorderen Bereich.
Wie verändert sich der Arbeitsalltag konkret?
Der Alltag verschiebt sich vom klassischen Wasserbrunnen hin zur Wärmewende. Weil immer mehr Häuser mit Wärmepumpen heizen, wird die Erdwärmesonde zum großen Wachstumsfeld, und die oberflächennahe Geothermie reicht mit Bohrungen bis rund 400 Meter tief. Die Fachkraft wird stärker zur Spezialistin für Energie aus dem Boden, ohne den klassischen Trinkwasserbrunnen und die Grundwassermessstelle aufzugeben.
Wirtschaftlich steht der Beruf vor einem klaren Engpass: Die Roadmap des Fraunhofer IEG beziffert die Lücke im Brunnenbau und in der Bohrbranche auf rund 10.000 fehlende Fachkräfte im Jahr 2020 und bis zu 30.000 bis 2030, kurzfristig fehlen zusätzlich 2.500 Bohrgeräte. Zugleich ist der Beruf mit rund 40 neuen Ausbildungsverträgen im Jahr extrem selten geworden, was gut ausgebildeten Kräften eine gesuchte Stellung verschafft. Bei der Grundsatzfrage nach Ausbildung oder Studium liefert diese Nische ein starkes Argument für die Praxis.
Eine Bohranlage bringt heute jeden Meter Gestänge millimetergenau in die Tiefe, doch wo das Wasser sitzt und wie das Bohrloch gegen den Trinkwasserleiter abgedichtet wird, entscheidet ein Mensch mit Erfahrung. Die Note 2,4 ist kein Handwerksromantik-Bonus, sondern die nüchterne Rechnung: Die Technik bohrt das Loch, den sicheren Brunnen baut die Fachkraft.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Für das Einkommen nach der Lehre bedeutet das solide Aussichten: Ein Geselle im Spezialtiefbau steigt tariflich bei rund 2.800 Euro brutto ein, mit Erfahrung und Verantwortung sind je nach Region und Betrieb bis über 4.000 Euro drin. Die Seltenheit des Berufs wirkt dabei als Hebel, weil erfahrene Bohrleute kaum zu finden sind.
Was bedeutet das für angehende Azubis und Betriebe?

Für angehende Auszubildende ist der Brunnenbauer eine zukunftssichere Wahl, solange sie die wachsenden Felder ansteuern. Wer sich früh auf Geothermie, Hydrogeologie und den sicheren Umgang mit dem Grundwasser konzentriert, sichert sich genau die Aufgaben, die das Sechs-Kriterien-Raster als resilient ausweist. Ein Blick in den Ausbildungsberufe-Finder mit allen Verdiensten im Überblick hilft, das eigene Interesse mit den Aussichten anderer Berufe abzugleichen.
Sinnvolle Zusatzqualifikationen liegen dort, wo Technik und Verantwortung sich treffen: vertiefte Kenntnisse in Geothermie, Wasserrecht und im DVGW-Regelwerk machen eine Fachkraft wertvoller. Und weil der Beruf unter die Meisterpflicht fällt, wird der Brunnenbauermeister zum klaren Karriereziel, das den Weg in die Selbstständigkeit und in die eigene Ausbildungsberechtigung öffnet.
Ausbildungsbetriebe sollten ihre Lehre bewusst um die Aufgaben herum aufbauen, die bleiben. Das heißt: das Geschäftsfeld Erdwärme aktiv besetzen, die Beurteilung des Untergrunds und die Abdichtung zum Kern der Ausbildung machen und die Bohrleute nicht zu reinen Maschinenführern verkümmern lassen. Jede dieser Empfehlungen folgt direkt aus dem Raster, denn physische Präsenz, Haftung und die strenge Regulierung sind die Pfeiler, auf denen die Note 2,4 ruht.
Glossar: 12 wichtige Fachbegriffe rund um den Brunnenbau
Bohranzeige
Bohranzeige ist die gesetzlich vorgeschriebene Meldung einer Bohrung ab einer bestimmten Tiefe an die zuständige Behörde. Grundlage ist das Lagerstättengesetz. Sie sorgt dafür, dass Erkenntnisse über den Untergrund erfasst werden.
Bohrgut
Bohrgut nennt man das Material, das beim Bohren aus dem Bohrloch gefördert wird. Aus seiner Abfolge liest die Fachkraft den Aufbau des Untergrunds ab. Es bildet die Grundlage für das Schichtenverzeichnis.
DVGW-Regelwerk W120
DVGW-Regelwerk W120 ist das technische Regelwerk, das die Anforderungen an Bohrfirmen und Fachkräfte im Brunnenbau festlegt. Nur zertifizierte Betriebe dürfen danach bestimmte Arbeiten ausführen. Es ist ein zentraler Qualitätsmaßstab der Branche.
Erdwärmesonde
Erdwärmesonde ist ein senkrecht in den Boden eingebautes Rohrsystem, in dem eine Flüssigkeit zirkuliert und dem Erdreich Wärme entzieht. Sie versorgt Wärmepumpen mit Energie aus dem Untergrund. Ihr Einbau ist ein wachsendes Geschäftsfeld des Brunnenbaus.
Filterrohr
Filterrohr ist der geschlitzte Teil des Brunnenrohrs, durch den das Grundwasser in den Brunnen eintritt. Es hält Sand und grobe Partikel zurück. Seine richtige Lage entscheidet über die Ergiebigkeit des Brunnens.
Grundwasserleiter
Grundwasserleiter, auch Aquifer genannt, ist eine wasserführende Gesteins- oder Bodenschicht, die Grundwasser speichert und weiterleitet. Aus ihm fördert der Brunnen sein Wasser. Mehrere Leiter übereinander dürfen nicht ungewollt verbunden werden.
Kiesschüttung
Kiesschüttung ist die Schicht aus gewaschenem Kies, die rund um das Filterrohr eingebaut wird. Sie stützt die Bohrlochwand und filtert zusätzlich feinen Sand. Ohne sie versandet ein Brunnen schnell.
Lagerstättengesetz
Lagerstättengesetz regelt unter anderem die Anzeige- und Aufzeichnungspflichten bei Bohrungen in den Untergrund. Es sichert der Allgemeinheit die Kenntnis über den geologischen Aufbau. Für tiefere Bohrungen ist es eine der zentralen Rechtsgrundlagen.
Meisterpflicht
Meisterpflicht bedeutet, dass ein Handwerk nur selbstständig ausüben darf, wer den Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation besitzt. Der Brunnenbauer steht dafür in Anlage A der Handwerksordnung. Diese Pflicht schützt Qualität und Berufszugang.
Ringraumabdichtung
Ringraumabdichtung ist das dichte Verfüllen des Spalts zwischen Brunnenrohr und Bohrlochwand, meist mit Ton oder Zement. Sie verhindert, dass Oberflächenwasser nach unten oder Wasser zwischen Schichten wandert. Sie ist eine der wichtigsten Sicherheitsarbeiten.
Verrohrung
Verrohrung bezeichnet die Rohre, mit denen ein Bohrloch ausgekleidet und stabilisiert wird. Sie hält die Bohrlochwand offen und trennt die durchbohrten Schichten. Aus ihr entsteht später der ausgebaute Brunnen.
Wasserhaushaltsgesetz
Wasserhaushaltsgesetz ist das zentrale Bundesgesetz zum Schutz der Gewässer, auch des Grundwassers. Wer Grundwasser fördert oder Erdwärme nutzt, braucht in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis. Es ist eine hohe Hürde vor jeder Nutzung.
FAQ: Brunnenbauer und der KI-Resilienz-Check
Wie lange dauert die Ausbildung zum Brunnenbauer?
Die Ausbildung zum Brunnenbauer dauert drei Jahre im dualen System und ist als Stufenausbildung des Bauhauptgewerbes aufgebaut. In den ersten beiden Jahren steht der gemeinsame Kern des Tiefbaufacharbeiters, im dritten Jahr folgt die Spezialisierung. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer.
Ist Brunnenbauer ein Meisterberuf?
Ja. Der Brunnenbauer steht in Anlage A der Handwerksordnung und ist damit ein zulassungspflichtiges Handwerk. Wer sich selbstständig machen und ausbilden will, braucht den Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation. Zusätzlich schützen das Wasserrecht und die Bohranzeigepflicht den Zugang zum Beruf.
Was verdient ein Brunnenbauer in der Ausbildung?
Der Brunnenbauer zählt zum Bauhauptgewerbe, deshalb gilt der allgemeinverbindliche Bautarif. Ab April 2026 sind das bundesweit 1.122 Euro im ersten, 1.351 Euro im zweiten und 1.610 Euro im dritten Lehrjahr. Damit liegt die Vergütung deutlich über der vieler anderer Ausbildungsberufe.
Kann eine Maschine allein einen Brunnen bohren?
Eine moderne Bohranlage steuert Andruck, Drehzahl und Spülung und übernimmt bei gleichförmigen Bohrungen den größten Teil des Vortriebs. Das Deuten des Untergrunds, die Reaktion auf unerwartete Schichten und die dichte Abdichtung des Ringraums bleiben aber menschliche Arbeit. Genau diese Schritte sind der Kern der guten KI-Resilienz des Berufs.
Braucht man für einen eigenen Brunnen eine Genehmigung?
In der Regel ja. Wer Grundwasser fördert, braucht nach dem Wasserhaushaltsgesetz meist eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde, und tiefere Bohrungen sind nach dem Lagerstättengesetz anzuzeigen. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Nutzung. Ein zertifizierter Fachbetrieb kennt den Weg durch diese Vorschriften.
Ist der Brunnenbauer-Beruf zukunftssicher?
Der Beruf bleibt eine kleine Nische, gilt aber als sehr krisenfest und erreicht im KI-Resilienz-Check die Note 2,4. Physische Präsenz, die Haftung für den Trinkwasserschutz und eine strenge Regulierung schützen ihn. Rückenwind kommt von der Wärmewende, weil Erdwärmesonden für Wärmepumpen stark nachgefragt sind.
Quellen
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) | Brunnenbauer/Brunnenbauerin, Ausbildungsprofil | https://www.bibb.de/dienst/berufesuche/profile/apprenticeship/37xp9 | besucht am 11.09.2026
- Handwerksordnung | Anlage A, Verzeichnis der zulassungspflichtigen Handwerke, Nr. 7 Brunnenbauer | https://www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_a.html | besucht am 11.09.2026
- Bauprofessor | Ausbildungsvergütungen im Baugewerbe, Tarifvertrag Bauhauptgewerbe 2026 | https://www.bauprofessor.de/ausbildungsverguetungen-baugewerbe/ | besucht am 11.09.2026
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) | Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2024 im Durchschnitt 1.133 Euro | https://www.bibb.de/de/pressemitteilung_212952.php | besucht am 11.09.2026
- Fraunhofer IEG | Roadmap Oberflächennahe Geothermie, Fachkräfte- und Bohrbedarf | https://www.ieg.fraunhofer.de/de/presse/pressemitteilungen/2022/oberflaechennahe-geothermie.html | besucht am 11.09.2026
- Wasserhaushaltsgesetz (WHG) | Erlaubnispflicht für die Grundwassernutzung | https://www.gesetze-im-internet.de/whg_2009/ | besucht am 11.09.2026