BlackCore soll Wahlen in New York und Schottland beeinflusst haben

Markus Seyfferth
Autor Dr. Web
2 Min. Lesezeit
BlackCore soll Wahlen in New York und Schottland beeinflusst haben

Wahlbeeinflussung ist zur buchbaren Dienstleistung geworden. Die französische Behörde Viginum führt Kampagnen in gleich mehreren Ländern auf eine einzige israelische Firma zurück. Für Unternehmen und Demokratien im DACH-Raum ist das eine Warnung mit System.

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Im Zentrum steht BlackCore, eine sich selbst als „elite influence, cyber and technology“ beschreibende Firma, die laut Viginum hinter koordinierten Desinformationskampagnen steckt. Aufgefallen war das Muster zuerst bei den französischen Kommunalwahlen, dann tauchte es weltweit auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viginum sieht BlackCore hinter Einflussoperationen in Frankreich, Angola, Togo, Schottland und New York.
  • In Schottland zielten die Konten auf First Minister John Swinney nach dessen Gaza-Äußerungen.
  • Die Auftraggeber blieben unidentifiziert, Frankreich bat Israel offiziell um Aufklärung.

Wie funktioniert digitale Wahlbeeinflussung?

Wahlurne aus Karton mit Aufschrift „ZU VERMIETEN“ und überquellenden Fragezeichen
Spezialisierte Firma betreibt koordinierte Fake-Konten-Netzwerke zur Verbreitung gezielter Desinformation. Dieses Einflussnahme-Modell wird länderübergreifend verkauft und eingesetzt

Eine spezialisierte Firma betreibt Netzwerke koordinierter, unechter Konten und streut damit zugespitzte Botschaften gegen ausgewählte Ziele. Verkauft wird nicht eine einzelne Lüge, sondern eine ganze Infrastruktur der Einflussnahme, von Land zu Land wiederverwendbar.

Dienstleistungsmodell. Dieselbe Vorgehensweise tauchte in Angola, Togo, Schottland und bei der New Yorker Kommunalwahl 2025 auf. Diese Wiederholung ist der eigentliche Befund: keine spontane Empörung, sondern ein Produkt, das sich skalieren und an verschiedene Auftraggeber verkaufen lässt.

Verschleierung. Selbst die Ermittler konnten den oder die Sponsoren nicht benennen. Genau das ist Teil des Geschäftsmodells, denn die Distanz zwischen Auftraggeber und Kampagne schützt beide Seiten. Ähnlich verschleiert laufen Angriffe über scheinbar harmlose Kanäle.

Was bedeutet das für Unternehmen im DACH-Raum?

Eine Lupe über Karten mit dem Text
Gleichförmige, neue Konten sind das deutlichste Zeichen einer gesteuerten Kampagne.

Behandeln Sie koordinierte Desinformation als Geschäftsrisiko, nicht nur als Politthema. Marken, Vorstände und kritische Wahltermine geraten ins Visier, und der EU Digital Services Act verpflichtet Plattformen zwar, schützt aber nicht automatisch Ihr Unternehmen.

Früherkennung. Beobachten Sie systematisch, ob auffällig viele neue oder gleichförmige Konten gegen Ihr Unternehmen oder Ihre Führung posten. Ein plötzlicher, orchestrierter Stimmungsumschwung ist das deutlichste Signal für eine gesteuerte Kampagne.

Reaktion. Melden Sie koordinierte Konten an die Plattformen, dokumentieren Sie Belege und informieren Sie bei Wahlbezug das BSI. Innere Medienkompetenz im Team senkt die Wirkung solcher Kampagnen spürbar, ergänzend zur klassischen Sicherheitsarbeit.

Desinformation ist längst ein Produkt mit Preisliste. Wer glaubt, das treffe nur Politiker, unterschätzt, wie schnell eine gekaufte Kampagne auch eine Marke oder einen Vorstand beschädigt.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Legen Sie einen schlanken Notfallplan für koordinierte Desinformation an, mit benannten Verantwortlichen, Meldewegen und vorbereiteten Reaktionen. Im Ernstfall zählt jede Stunde, in der Sie nicht erst improvisieren müssen.

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Markus Seyfferth
Autor
ist seit 2019 geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Web. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Dr. Web Magazins und bringt seine Expertise in den Bereichen Webdesign, Webentwicklung, WordPress, SEO sowie Online Marketing ein. Zudem verfasst er regelmäßig Fachartikel, um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen und anderen im Online Marketing weiterzuhelfen.
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