Diese Datenreportage folgt dem stillsten Beben der Republik: Aus fast jeder zweiten Wohnungstür tritt nur noch eine Person.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenDie Zahl der Privathaushalte in Deutschland ist 2024 auf den historischen Höchststand von 40,8 Millionen geklettert, und in rund 17 Millionen davon lebt nur eine einzige Person.
Hinter dieser Zahl steckt ein gesellschaftlicher Umbau, der jeden Markt verändert, vom Möbelhandel bis zum Versicherungstarif. Wir zeigen, was die Daten erzählen und was Entscheider in jungen Unternehmen daraus ableiten sollten.
Das Wichtigste in Kürze
- Deutschland zählt 40,8 Millionen Privathaushalte (Mikrozensus 2024), die größte Zahl seit der Reichsgründung.
- 41,6 Prozent davon sind Einpersonenhaushalte, also rund 17 Millionen.
- Die durchschnittliche Haushaltsgröße liegt bei 2,02 Personen, 1871 lag der Wert noch bei 4,6.
- Jeder Bundesbürger beansprucht im Schnitt 49,2 Quadratmeter Wohnfläche, gut 14 Quadratmeter mehr als 1991.
- Nach der BBSR-Prognose besteht 2045 in den Stadtstaaten jeder zweite Haushalt aus einer Person.
Was ist eigentlich ein Privathaushalt, und warum sind es ausgerechnet 41 Millionen?

Ein Privathaushalt im Sinne des Statistischen Bundesamtes ist jede Gruppe von Personen, die zusammenwohnt und gemeinsam wirtschaftet, oder eine Einzelperson, die genau das allein tut.
Die Definition entscheidet, wie viele Haushalte die Statistik zählt. Eine Wohngemeinschaft aus drei Studierenden, die jeweils ihre eigene Kasse führen, zählt als drei Haushalte. Ein Ehepaar mit Kind und einem Untermieter, der mit am Tisch sitzt, zählt als einer.
Erfasst werden diese Haushalte seit 1957 jährlich im Mikrozensus, der größten Haushaltsbefragung Europas mit rund einem Prozent der Bevölkerung als Stichprobe.
Die Zahl 41 Millionen, die regelmäßig durch die Medien geistert, ist gerundet. Das Statistische Bundesamt weist für 2024 rund 40,8 Millionen Hauptwohnsitzhaushalte aus. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit weit vorn: Frankreich folgt mit 32 Millionen, Italien mit 26 Millionen, Spanien mit 19 Millionen.
Pro Kopf gerechnet relativiert sich die Spitzenstellung allerdings, denn Deutschland ist zugleich das bevölkerungsreichste Land der Union.
Aufschlussreicher ist eine andere Frage: Warum wächst die Zahl der Haushalte schneller als die Bevölkerung? Seit 1991 ist Deutschland um etwa drei Millionen Einwohner gewachsen, die Zahl der Haushalte aber um neun Millionen. Soziologen nennen diese wachsende Schere Singularisierung.
Warum schrumpfen die Haushalte, obwohl Deutschland wächst?

Im Jahr 1871, dem Gründungsjahr des Deutschen Reiches, lebten in jedem Haushalt im Schnitt 4,6 Personen. Oft wohnten drei Generationen samt Gesinde unter einem Dach, die Großmutter im Erker, der Onkel im Anbau. 2024 lag der Schnitt bei 2,02 Personen pro Haushalt. Über 153 Jahre hat sich die Haushaltsgröße damit mehr als halbiert, und der Trend hält an.
Drei Treiber schieben den Trend an. Der erste ist die Alterung: Menschen ab 65 leben häufiger allein, weil der Partner gestorben ist oder die Kinder längst aus dem Haus sind. Der zweite ist das Aufschieben der Familienphase. Susanne Eichholzer vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung weist darauf hin, dass das Durchschnittsalter bei der Geburt des ersten Kindes seit 1991 von 27 auf 30,5 Jahre gestiegen ist.
Der dritte sind neue Lebensformen. Ein Paar in einer bilokalen Beziehung, also mit zwei getrennten Wohnungen, zählt statistisch als zwei Haushalte. Im Jahr 1871 war diese Lebensform schlicht unbekannt.
Hinzu kommt ein materieller Faktor, den viele übersehen. Erst seit den 1960er-Jahren konnten sich breitere Bevölkerungsschichten eigene Wohnungen leisten. Vorher zwang nicht die Sehnsucht nach Familie, sondern der Wohnungsmangel die Generationen unter ein Dach.
Die Singularisierung ist insofern auch ein Wohlstandseffekt, und genau deshalb verläuft sie in ärmeren Ländern nicht so steil wie hierzulande.
So groß war ein Haushalt 2024 im Schnitt. 1871 lebten in einem Haushalt noch 4,6 Personen.
So viele Haushalte hat die amtliche Statistik in Deutschland noch nie gezählt.
So alt sind Mütter im Schnitt bei der ersten Geburt. 1991 lag das Durchschnittsalter noch bei 27 Jahren.
Rund 17 Millionen der 40,8 Millionen Haushalte bestehen aus einer Person.
Alterung, eine später beginnende Familienphase und neue Lebensformen wie die bilokale Partnerschaft lassen die Haushalte schrumpfen.
Wer lebt allein, und wer mit wem?

So verteilen sich die Privathaushalte 2024 auf die drei Haushaltstypen:
| Haushaltstyp | Anteil 2024 | Anzahl in Millionen |
|---|---|---|
| Einpersonenhaushalte | 41,6 % | 17,0 |
| Mehrpersonenhaushalte ohne Kinder | 31,5 % | 12,9 |
| Mehrpersonenhaushalte mit Kindern | 26,9 % | 11,0 |
Von der Single-Republik zu sprechen, ist also keine Übertreibung. Das Klischee vom jungen Großstädter mit Karriereplan führt allerdings in die Irre. Die größte Gruppe der Alleinlebenden sind Frauen über 65, meist Witwen, deren Männer im statistischen Schnitt fünf Jahre früher sterben. Hinzu kommen junge Erwachsene von 25 bis 35 Jahren sowie Geschiedene mittleren Alters.
Drei Lebenswirklichkeiten, die wenig miteinander zu tun haben, landen in der Statistik in derselben Säule.
Bei den Mehrpersonenhaushalten zeigt sich der eigentliche Familienschwund. 1991 lebten in 35 Prozent aller deutschen Haushalte minderjährige Kinder, 2024 nur noch in 27 Prozent. Der Rückgang liegt weniger an einer sinkenden Geburtenrate (die Quote hält sich seit Jahren stabil um 1,4) als an einer kürzeren Familienphase.
Ein Rechenbeispiel: Eltern, die mit 32 das erste Kind bekommen und mit 50 das letzte aus dem Haus haben, führen nur 18 Jahre lang einen Familienhaushalt. Bei der Großeltern-Generation waren das noch 35 Jahre.
Wo wohnt es sich am dichtesten, und wo am einsamsten?

Bei der Haushaltsgröße zerfällt Deutschland in zwei Lager. Im Süden und Westen sind die Haushalte größer, im Osten und in den Stadtstaaten kleiner.
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz führen mit 2,11 Personen pro Haushalt, gefolgt von Bayern und Niedersachsen. Am unteren Ende steht Berlin mit 1,84, dicht gefolgt von Hamburg mit 1,85.
| Bundesland | Ø Haushaltsgröße | Single-Anteil |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 2,11 | 38 % |
| Rheinland-Pfalz | 2,11 | 33 % |
| Bayern | 2,07 | 40 % |
| Sachsen-Anhalt | 1,90 | 45 % |
| Hamburg | 1,85 | 50 % |
| Berlin | 1,84 | 50 % |
Die heimliche Single-Hauptstadt liegt aber weder in Hamburg noch in Berlin, sondern in der Oberpfalz. In der kreisfreien Stadt Regensburg lebt in 54,3 Prozent aller Haushalte nur eine Person. Auf den Plätzen folgen Passau mit 52,0 Prozent und Bayreuth mit 50,9 Prozent.
Auch Erlangen, Würzburg und Heidelberg liegen weit vorn. Die Erklärung sitzt in den Mensen dieser Städte: Universitäten in mittelgroßen Städten sorgen statistisch für einen Singleboom. Studierende ziehen in kleine Wohnungen, melden dort ihren Hauptwohnsitz an und bleiben oft auch nach dem Abschluss. Den Gegenpol bildet der Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen, wo nur 30,2 Prozent der Haushalte aus einer Person bestehen und in mehr als 40 Prozent Kinder wohnen. Der Landkreis ist katholisch geprägt und dörflich strukturiert, Großfamilien sind dort keine Seltenheit.
Die Singularisierung ist kein Großstadtphänomen, sondern ein Hochschulphänomen. Wer als KMU eine Filialstrategie baut, sollte nicht auf die Einwohnerzahl schauen, sondern auf die Studierendendichte und die Altersstruktur. Regensburg ist der falsche Markt für Familienpackungen, Cloppenburg der falsche für Single-Portionen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
49 Quadratmeter pro Kopf: Wie viel Platz haben die Deutschen wirklich?

Während die Haushalte kleiner werden, wachsen die Wohnungen. Ende 2024 zählte Deutschland 43,8 Millionen Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 4,1 Milliarden Quadratmetern. Eine Durchschnittswohnung misst 94,0 Quadratmeter, jeder Bundesbürger beansprucht im Schnitt 49,2 Quadratmeter. 1991 standen jedem Bundesbürger erst 35 Quadratmeter zur Verfügung, gut 14 Quadratmeter weniger.
Die Deutschen leben damit auf so viel Fläche wie nie zuvor in ihrer Geschichte, während zugleich öffentlich über Wohnungsnot gestritten wird.
Der scheinbare Widerspruch hat eine einfache Ursache: Wer allein lebt, beansprucht überproportional viel Fläche. Ein Einpersonenhaushalt belegt im Schnitt 73,3 Quadratmeter, gut 40 Prozent mehr Wohnfläche pro Kopf als ein Zweipersonenhaushalt mit 51,5 Quadratmetern je Person.
Eine Familie mit zwei Kindern teilt sich oft 90 Quadratmeter, also 22,5 pro Kopf. Ein Single in einer 75-Quadratmeter-Wohnung hat rechnerisch mehr als dreimal so viel Platz.
Noch steiler ist das Gefälle zwischen den Generationen. Haushalte, deren Haupteinkommensperson 65 oder älter ist, verfügen pro Kopf über 68,5 Quadratmeter Wohnfläche. Haushalte mit einer 25- bis 44-jährigen Haupteinkommensperson, also die Generation in der Familiengründungsphase, müssen mit 44,7 Quadratmetern pro Person auskommen.
Der Grund ist unromantisch: Eltern, die 30 Jahre im Reihenhaus gewohnt und die Kinder großgezogen haben, ziehen nach deren Auszug selten in eine kleinere Wohnung. Rund 60 Prozent der Älteren wohnen im Eigentum, können sich den Platzüberschuss leisten und nutzen ihn auch. Im Mietsegment wechseln die Menschen die Wohnung dagegen schneller: Eigentümerhaushalte verfügen über 65,1 Quadratmeter pro Person, Mieterhaushalte nur über 48,5.
Die Deutschen wohnen auf so viel Fläche wie nie zuvor, weil Alleinlebende und Ältere überproportional viel Platz beanspruchen.
Was bedeutet die Singularisierung für Märkte und Unternehmen?

Eine Volkswirtschaft mit 17 Millionen Singlehaushalten konsumiert anders als eine mit großen Familienverbänden. Sieben Verschiebungen sind für junge Unternehmen besonders relevant:
- Verpackungsgrößen schrumpfen. In den Regalen stehen Single-Portionen, kleinere Wurstpackungen und 250 Gramm Mehl statt eines Kilos. Hersteller, die das verschlafen, verlieren Regalplatz.
- Der Möbelhandel setzt auf Kompaktware. Auf 50 Quadratmetern findet keine Couchgarnitur für sechs Personen Platz. Modulare Systeme und Multifunktionsmöbel boomen.
- Versicherungstarife brauchen neue Profile. Klassische Familientarife greifen für die Singlehälfte nicht mehr, neue Bündelprodukte wie Vorsorgepakete für Alleinlebende entstehen.
- Streamingdienste staffeln ihre Tarife neu. Family-Sharing als Verkaufsargument zieht bei den 41,6 Prozent Einpersonenhaushalten nicht, Solo-Tarife mit Premium-Funktionen werden Standard.
- Lieferdienste sehen Volumen, nicht Korbgröße. 17 Millionen Singles bestellen häufiger und kleiner als sieben Millionen Familien, das verändert die Logistikketten.
- Der Wohnungsmarkt zerfällt in zwei Welten. Mikroapartments unter 35 Quadratmetern werden Mangelware, gleichzeitig lassen sich große Eigentumswohnungen im ländlichen Raum schwerer verkaufen.
- B2B-Daten brauchen Haushaltsgranularität. Unternehmen, die mit Postleitzahlen-Marketing arbeiten, sollten neben der Kaufkraft auch Haushaltsstruktur und Single-Anteil pro Kreis auswerten, sonst läuft die Kampagne in Regensburg ins Leere.
Die NIQ-GfK-Studie zur Bevölkerungsstruktur liefert genau diese Granularität bis auf Kreisebene und gehört für jeden Filialisten zum Pflichtwerkzeug. Mit Daten statt Bauchgefühl vermeiden Unternehmen teure Standortfehler.
Ein Beispiel aus eigener Beobachtung: Eine Bio-Supermarktkette, die ihre Familienpackungen für drei Personen flächendeckend ausrollte, musste in Regensburg innerhalb eines Jahres das Sortiment auf Single-Größen umstellen. Die Umsätze lagen vorher 30 Prozent unter Plan.
Wie sehen die Haushalte 2045 aus?

Nach den Vorausberechnungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) steigt die Zahl der Einpersonenhaushalte von 17,0 Millionen (2024) auf 18,7 Millionen im Jahr 2045, ein Plus von rund zehn Prozent. Der Anteil der Singlehaushalte erhöht sich von 41,6 auf 44 Prozent. In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen besteht 2045 jeder zweite Haushalt aus einer Person.
Die Gesamtbevölkerung geht nach der mittleren Variante der 15. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung dagegen leicht zurück, von 84,7 Millionen (2024) auf etwa 83 Millionen.
Weniger Menschen leben also in mehr Haushalten, und der Bedarf an Wohnfläche steigt selbst bei stagnierender Bevölkerung. Die Annahme, der demografische Wandel werde den Wohnungsmarkt entlasten, ist ein Irrtum. Zumindest in den Ballungszentren tritt das Gegenteil ein: Die Nachfrage wächst weiter.
Drei Folgen zeichnen sich ab. Zunächst steigt die Nachfrage nach kompakten Wohnungen unter 60 Quadratmetern stark, vor allem in den Großstädten. Daneben entsteht mit den alleinlebenden Senioren ein eigener, riesiger Markt für Pflege, Hauswirtschaft, soziale Dienste und betreutes Wohnen.
Schließlich verteuert sich die kommunale Infrastruktur, weil 18 Millionen Singlehaushalte mehr Strom-, Wasser- und Müllanschlüsse benötigen als viereinhalb Millionen Vier-Personen-Familien mit derselben Personenzahl.
Für Entscheider ist deshalb vor allem das Tempo offen: wie schnell sich Geschäftsmodelle, Produkte und Standortstrategien an die kleineren Haushalte anpassen.
Glossar: 12 wichtige Fachbegriffe zu Privathaushalten

Bestandserhaltungsniveau
Bestandserhaltungsniveau bezeichnet die Geburtenrate, die nötig wäre, damit eine Bevölkerung ohne Zuwanderung konstant bleibt. Sie liegt bei 2,1 Kindern pro Frau. Deutschland erreicht seit 1972 nur noch 1,3 bis 1,6.
Bilokale Partnerschaft
Bilokale Partnerschaft meint eine Paarbeziehung mit zwei getrennten Wohnungen. Statistisch zählt jede der beiden Personen als eigener Haushalt, ein Treiber der Haushaltsvermehrung.
Einpersonenhaushalt
Einpersonenhaushalt bezeichnet eine Person, die allein wohnt und allein wirtschaftet, auch in einer WG, sofern keine gemeinsame Kasse geführt wird. Synonyme: Single-Haushalt, Alleinlebende.
Hauptwohnsitzhaushalt
Hauptwohnsitzhaushalt ist ein Haushalt am Erstwohnsitz einer Person. Nebenwohnsitze wie Ferien- oder Pendlerwohnungen zählen separat und werden in der amtlichen Statistik anders erfasst.
Haupteinkommensperson
Haupteinkommensperson ist die Person mit dem höchsten monatlichen Nettoeinkommen im Haushalt. Die Statistik verwendet ihre Daten stellvertretend für die Sozialdaten des gesamten Haushalts.
Haushaltsgröße
Haushaltsgröße bezeichnet die Zahl der Personen, die zusammenwohnen und gemeinsam wirtschaften. Sie lag 2024 im Schnitt bei 2,02, im Jahr 1871 bei 4,6.
Lebensformenkonzept
Lebensformenkonzept ist ein Klassifizierungssystem des Statistischen Bundesamtes, das traditionelle und alternative Lebensformen entlang von Elternschaft und Partnerschaft einordnet.
Mehrpersonenhaushalt
Mehrpersonenhaushalt umfasst mindestens zwei Personen, die zusammenwohnen und gemeinsam wirtschaften. 2024 waren das 58,4 Prozent aller Haushalte.
Mikrozensus
Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltsbefragung Europas, eine Pflichtbefragung mit einer Stichprobe von rund einem Prozent der Bevölkerung. Sie liefert die Basisdaten für alle hier genannten Zahlen.
Privathaushalt
Privathaushalt ist der Sammelbegriff für Ein- und Mehrpersonenhaushalte am Hauptwohnsitz, in Abgrenzung zu Gemeinschaftsunterkünften wie Alten- oder Pflegeheimen.
Singularisierung
Singularisierung ist der soziologische Begriff für den Trend zu kleineren Haushalten und zu mehr Alleinlebenden.
Wohnfläche
Wohnfläche ist die Summe der Grundflächen aller Räume einer Wohnung. Balkone werden zu einem Viertel angerechnet, Raumteile unter einem Meter Höhe gar nicht.
Häufig gestellte Fragen zu Privathaushalten in Deutschland

Wie viele Privathaushalte gibt es in Deutschland?
Im Jahr 2024 zählte das Statistische Bundesamt 40,8 Millionen Hauptwohnsitzhaushalte. Eine höhere Zahl hat die amtliche Statistik in Deutschland noch nie erfasst.
Wie groß ist ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland?
Die durchschnittliche Haushaltsgröße liegt bei 2,02 Personen (Mikrozensus 2024). Baden-Württemberg kommt auf 2,11, Berlin nur auf 1,84 Personen pro Haushalt.
Wie viele Singlehaushalte gibt es in Deutschland?
Rund 17,0 Millionen Menschen leben allein, das entspricht 41,6 Prozent aller Haushalte. Die größte Gruppe sind Frauen über 65, gefolgt von jungen Erwachsenen zwischen 25 und 35.
Wie viel Wohnfläche hat eine Person in Deutschland?
Im Schnitt 49,2 Quadratmeter pro Kopf (Stand Ende 2024). Haushalte mit einer Haupteinkommensperson ab 65 verfügen über 68,5 Quadratmeter pro Kopf, Haushalte mit einer 25- bis 44-jährigen Haupteinkommensperson nur über 44,7 Quadratmeter.
Warum werden die Haushalte in Deutschland immer kleiner?
Drei Treiber wirken zusammen: die Alterung der Gesellschaft, das Aufschieben der Familienphase und neue Lebensformen wie die bilokale Partnerschaft. Hinzu kommt ein Wohlstandseffekt, denn erst eigene bezahlbare Wohnungen machen das Alleinleben möglich.
Was zählt als Privathaushalt?
Als Privathaushalt zählt jede Personengemeinschaft, die zusammenwohnt und gemeinsam wirtschaftet, sowie jede Person, die allein wohnt und wirtschaftet. WG-Mitglieder ohne gemeinsame Kasse gelten als separate Haushalte. Bewohner von Pflegeheimen oder Kasernen werden nicht als Privathaushalt geführt.
Quellen
- Statistisches Bundesamt: Mikrozensus 2024, Haushalte und Familien, www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Haushalte-Familien, besucht am 22.05.2026
- Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung 336/25 zum Wohnungsbestand 2024, www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/09/PD25_336_31231.html, besucht am 22.05.2026
- NIQ-GfK: Studie zur Bevölkerungsstruktur 2024, nielseniq.com/global/de/news-center/2025/regensburg-ist-weiterhin-single-hotspot-in-deutschland, besucht am 22.05.2026
- BBSR: Haushaltsprognose bis 2045, innovations-report.de/bildung/gesellschaftswissenschaften/bbsr-prognose-wachstum-der-singlehaushalte-in-deutschland, besucht am 22.05.2026
- Bundeszentrale für politische Bildung: Sozialbericht 2024, Wohnverhältnisse privater Haushalte, www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/sozialbericht-2024/553249/wohnverhaeltnisse-privater-haushalte, besucht am 22.05.2026
- Umweltbundesamt: Wohnfläche pro Kopf, www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/wohnflaeche, besucht am 22.05.2026
- Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung: Privathaushalte und Haushaltsgröße seit 1871, www.bib.bund.de/DE/Fakten/Fakt/L49-Privathaushalte-Haushaltsgroesse-ab-1871.html, besucht am 22.05.2026
