Snowflake verkauft keine Software im klassischen Sinn, sondern Rechenzeit im Sekundentakt. Jede Abfrage eines Kunden tickt wie ein Taxameter, und genau dieser Taktschlag brachte dem Datenkonzern zuletzt rund 4,08 Milliarden Euro Umsatz. Wie aus einer nüchternen Datenbank das teuerste Ja zur Cloud wurde, hat mit einer erstaunlich simplen Trennung zu tun.

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Snowflake stellte am 28. Juli 2026 mit dem Cortex AI Gateway eine neue Kontrollschicht für KI-Agenten vor, und die Aktie sprang an einem einzigen Handelstag um fast zehn Prozent. Hinter dem Beifall steht die Frage, die kaum ein Wirtschaftsbericht sauber beantwortet: Woher zieht ein Konzern seine Marge, der seine Kunden nur dann zur Kasse bittet, wenn deren Rechner tatsächlich arbeiten? Wer diese Mechanik versteht, versteht ein gutes Stück der heutigen Cloud-Wirtschaft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Snowflake setzte im Geschäftsjahr 2026 rund 4,08 Milliarden Euro um, davon stammten 95 Prozent aus dem verbrauchsbasierten Produktgeschäft.
  • Der Konzern rechnet Rechenleistung im Sekundentakt ab. Kunden kaufen sogenannte Credits, statt feste Nutzerlizenzen zu bezahlen.
  • Unter dem Strich stand 2026 ein Verlust von rund 1,16 Milliarden Euro, obwohl die bereinigte Produkt-Bruttomarge bei knapp 76 Prozent lag.
  • Die entscheidende Kundenbindung, gemessen als Netto-Umsatzbindung, fiel von 168 Prozent im Jahr 2021 auf zuletzt 125 Prozent.
  • An der Börse ist Snowflake rund 88 Milliarden Euro wert, während der private Rivale Databricks noch höher gehandelt wird.
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Snowflake in fünf Fragen
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1Wie rechnet Snowflake seine Rechenleistung gegenüber Kunden ab?Aufklappen ↓
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Richtig: B. Snowflake verkauft keine festen Nutzerlizenzen, sondern rechnet Rechenzeit im Sekundentakt über sogenannte Credits ab. Mehr dazu in Kapitel 3.
2Welche architektonische Idee steht im Kern von Snowflake?Aufklappen ↓
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Richtig: C. Die Gründer trennten Speicher und Rechenleistung, sodass beide getrennt skalieren und bezahlt werden. Genau darauf ruht das Erlösmodell. Siehe Kapitel 1.
3Wie hoch war 2026 der Anteil des Produktgeschäfts am Gesamtumsatz?Aufklappen ↓
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Richtig: A. Vom Gesamtumsatz von rund 4,08 Milliarden Euro stammten etwa 95 Prozent aus dem Produktgeschäft, nur rund 5 Prozent aus Beratung. Mehr in Kapitel 3.
4Was passierte 2024 rund um Snowflake-Kundenkonten?Aufklappen ↓
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Richtig: C. Angreifer nutzten gestohlene Zugangsdaten und drangen in rund 165 Kundenkonten ohne Zwei-Faktor-Schutz ein, darunter AT&T und Ticketmaster. Siehe Kapitel 8.
5Auf welche Plattform setzte der deutsche Konzern SAP für seine Business Data Cloud?Aufklappen ↓
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Richtig: B. SAP baute seine 2025 vorgestellte Business Data Cloud gemeinsam mit Snowflakes Rivalen Databricks, nicht mit Snowflake. Mehr in Kapitel 10.

Wer steckt hinter Snowflake und wie fing alles an?

Snowflake entstand 2012 aus dem Frust zweier Oracle-Ingenieure, die eine Datenbank ganz neu für die Cloud denken wollten. Benoît Dageville und Thierry Cruanes hatten jahrelang an klassischen Datenbanken gearbeitet und dabei denselben Konstruktionsfehler gesehen.

In den alten Systemen steckten Speicher und Rechenleistung fest in einer Kiste. Wer mehr Rechenpower brauchte, musste zwangsläufig auch mehr Speicher kaufen, und umgekehrt. Diese starre Kopplung machte das Skalieren teuer und unflexibel, und genau sie wollten die beiden auflösen. Als dritten Mann holten sie Marcin Żukowski, Mitgründer der Datenbankfirma Vectorwise, an Bord und bauten eine Architektur, in der Speicher und Rechenleistung sauber getrennt laufen.

Diese Trennung klingt technisch, ist aber der wirtschaftliche Kern der ganzen Firma. Kunden legen ihre Daten billig in der Cloud ab und schalten nur dann teure Rechenleistung dazu, wenn sie wirklich eine Frage an die Daten stellen. Wird gerade nicht gerechnet, kostet fast nur der Speicher, der ohnehin günstig ist. Aus dieser einen Idee zieht Snowflake bis heute seinen wichtigsten Vorteil.

Den Namen wählten die Gründer mit einem Augenzwinkern, denn alle drei mochten den Wintersport, und keine Schneeflocke gleicht der anderen. Die junge Firma verbrannte in den ersten Jahren still Kapital und arbeitete an der Technik, während der Markt sie kaum wahrnahm. Geführt wurde sie zunächst von wechselnden Managern, bevor 2019 der erfahrene Software-Sanierer Frank Slootman das Steuer übernahm und die Firma auf einen radikalen Wachstumskurs trimmte.

Slootman war der Mann für den großen Auftritt, und den lieferte er im September 2020. Snowflake ging an die New Yorker Börse und legte den größten Börsengang hin, den die Softwarebranche bis dahin gesehen hatte. Selbst die sonst zurückhaltende Investmentlegende Berkshire Hathaway von Warren Buffett zeichnete Aktien, was für einen frisch notierten Technologiewert eine kleine Sensation war.

Seit Februar 2024 führt Sridhar Ramaswamy den Konzern, ein früherer Google-Werbechef, der über den Zukauf seiner KI-Suchmaschine Neeva zu Snowflake kam. Unter ihm rückte künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt der Erzählung. Wir halten diesen Führungswechsel für den eigentlichen Wendepunkt, denn er verschob die Firma vom nüchternen Datenlager hin zur KI-Plattform, an der sich heute die Bewertung entscheidet.

Von der Idee zur teuersten Datenbank
Die wichtigsten Stationen von Snowflake
2012
Gründung durch Benoît Dageville, Thierry Cruanes und Marcin Żukowski mit der Idee, Speicher und Rechenleistung zu trennen.
2019
Frank Slootman übernimmt als Chef und trimmt die Firma auf aggressives Wachstum.
2020
Größter Software-Börsengang der Geschichte an der New Yorker Börse, sogar Berkshire Hathaway zeichnet Aktien.
2023
Zukauf der KI-Suchmaschine Neeva, deren Gründer bald die Führung übernimmt.
2024
Sridhar Ramaswamy wird Chef und stellt künstliche Intelligenz ins Zentrum der Strategie.
2026
Mit dem Cortex AI Gateway rückt Snowflake zur Steuerzentrale für KI-Agenten vor.

Der Weg dahin war lang und teuer. Über Jahre baute das junge Unternehmen an einer Technik, die kaum jemand außerhalb der Fachwelt verstand, während Wettbewerber wie Amazon längst eigene Datenlager anboten. Erst als Konzerne begannen, ihre Datenberge massenhaft in die Cloud zu verschieben, zahlte sich die frühe Wette der Gründer aus, und aus dem Nischenprodukt wurde ein Kandidat für den Massenmarkt.

Bemerkenswert ist, wie konsequent die drei ihre Grundidee durchzogen. Weder Dageville noch Cruanes wollten die alte Datenbankwelt verbessern, in der sie bei Oracle groß geworden waren, sondern eine komplett neue bauen. Diese Radikalität kostete Zeit und Geld, verschaffte der Plattform aber einen technischen Vorsprung, den die etablierten Anbieter jahrelang nicht aufholten.

Wie wurde aus einer Datenbank ein Börsenphänomen?

Konstruktion eines steigenden Balkendiagramms mit Steigeisen und Schneeflocke auf Sockel
Der Börsengang 2020 war der größte der Softwaregeschichte und machte Snowflake über Nacht berühmt.

Der Sprung gelang, weil Snowflake die lästigste Aufgabe großer Unternehmen löste, das Zusammenführen zersplitterter Daten, und dafür 2020 an die Börse ging. Bis dahin lagen in jedem Konzern Daten in Dutzenden getrennten Systemen, die nicht miteinander sprachen.

Snowflake bot einen gemeinsamen Ort, an dem all diese Daten zusammenliefen und sich mit vertrauter Datenbanksprache abfragen ließen. Der Clou war, dass die Plattform auf den Rechenzentren von Amazon, Microsoft und Google lief, statt eigene Hardware zu verlangen. Kunden mussten also nichts installieren, sondern buchten den Dienst wie Strom aus der Steckdose.

Der Börsengang im September 2020 machte die Firma über Nacht berühmt. Die Aktie legte am ersten Handelstag um mehr als das Doppelte zu, und der Konzern war zeitweise mit umgerechnet über 60 Milliarden Euro bewertet, ohne je Gewinn geschrieben zu haben. Für viele Beobachter war das der Beleg, wie viel Fantasie der Markt in reine Datenplattformen steckte.

Hinter der Bewertung stand ein selten schnelles Wachstum. In den ersten Jahren als börsennotierte Firma verdoppelte Snowflake seinen Umsatz beinahe Jahr für Jahr, weil Bestandskunden immer mehr Daten und immer mehr Abfragen in die Plattform kippten. Dieses Muster, bei dem ein einmal gewonnener Kunde von allein wächst, wurde zum Markenzeichen der Firma.

Snowflake im Geschäftsjahr 2026
Kerngrößen des Geschäftsjahrs, das am 31. Januar 2026 endete
4,08 Mrd.
Gesamtumsatz in Euro, ein Plus von 29 Prozent
95 %
Anteil des Produktgeschäfts am Umsatz
76 %
Bereinigte Produkt-Bruttomarge
1,16 Mrd.
Nettoverlust in Euro nach US-Bilanzregeln

Doch die Wachstumsraten der Anfangsjahre ließen sich nicht halten. Aus einem Zuwachs von rund 120 Prozent im Jahr 2021 wurden bis 2026 noch 29 Prozent, ein immer noch beachtlicher, aber deutlich ruhigerer Wert. Zugleich schrieb die Firma unter dem Strich weiter Verluste, weil hohe Vergütungen in Aktien die Bilanz belasteten. Genau dieser Spagat aus Wachstum und Verlust begleitet Snowflake bis heute.

Für frische Fantasie sorgte ab 2024 die Wende zur künstlichen Intelligenz. Mit der Produktfamilie Cortex schob Snowflake Sprachmodelle direkt an die Daten der Kunden heran, und das kurbelte den Verbrauch wieder an. 2026 kündigte der Konzern zudem einen Rahmenvertrag mit Amazon über umgerechnet rund 5,2 Milliarden Euro an, der die tiefe Verzahnung mit den Cloud-Riesen unterstreicht.

Die Aktie machte diese Achterbahn sichtbar mit. Nach dem Höhenflug 2020 verlor sie zeitweise mehr als die Hälfte ihres Werts, ehe starke Quartalszahlen den Kurs wieder nach oben rissen. Diese Nervosität zeigt, wie sehr der Markt bei dem Datenkonzern auf jedes Zeichen für nachlassendes oder wieder anziehendes Wachstum reagiert.

Der eigentliche Motor des Aufstiegs steckte in einem einfachen Mechanismus. Ein Kunde begann klein mit einem Projekt, verschob dann eine Abteilung nach der anderen auf die Plattform und ließ so seinen Verbrauch Jahr für Jahr steigen. Diese Strategie, im Fachjargon Land and Expand genannt, machte teure Neukundenjagd über weite Strecken überflüssig, weil der Bestand von allein wuchs.

Slootman prägte in diesen Jahren eine Kultur, die er selbst mit dem Schlagwort Amp It Up beschrieb, also Tempo und Ehrgeiz über alles. Der Konzern jagte großen Verträgen nach und feierte jedes Rekordquartal, was die Aktie zeitweise zu einem Liebling der Wall Street machte. Diese Härte trieb den Umsatz, hinterließ aber auch einen Erwartungsdruck, unter dem das Unternehmen bis heute arbeitet.

Im Frühjahr 2026 hob der Anbieter seine Jahresprognose spürbar an. Für das laufende Geschäftsjahr stellte er einen Produktumsatz von umgerechnet rund 5,08 Milliarden Euro in Aussicht, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getrieben wurde diese Zuversicht vor allem vom frühen Erfolg der KI-Produkte, die den Verbrauch der Kunden merklich anschoben.

Wie verdient Snowflake tatsächlich sein Geld?

Snowflake: Wie verdient die Daten-Cloud pro Sekunde Geld?
Snowflake rechnet Rechenzeit im Sekundentakt ab, jede einzelne Abfrage wird zur kleinen Kasse.

Snowflake verdient fast alles mit dem Verbrauch seiner Plattform, die es im Sekundentakt abrechnet, und verkauft dabei weder Nutzerdaten noch klassische Lizenzen. Genau diese verbrauchsbasierte Abrechnung trennt die Firma vom üblichen Software-Abo.

Der weitaus größte Teil der Erlöse, rund 95 Prozent, entfällt auf das Produktgeschäft. Kunden kaufen dafür sogenannte Credits, eine Recheneinheit, die sie beim Betrieb ihrer Datenabfragen aufbrauchen. Die restlichen rund 5 Prozent stammen aus Beratung und Schulung, die Snowflake bewusst als margenarmen Türöffner betreibt.

Im Geschäftsjahr 2026 summierte sich das Produktgeschäft auf umgerechnet rund 3,89 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 29 Prozent. Der Datenanalyse-Dienst Gartner und andere Beobachter zählten Snowflake dabei zu den am schnellsten wachsenden Anbietern seiner Größe. Getragen wird dieser Umsatz von einer wachsenden Zahl sehr großzahlender Konzerne, die immer neue Anwendungen auf die Plattform stellen.

Wie stark dieser Kern ist, zeigt eine einzige Zahl. Zum Ende des Geschäftsjahrs 2026 zählte Snowflake 733 Kunden, die in den vergangenen zwölf Monaten jeweils mehr als umgerechnet rund 870.000 Euro an Produktumsatz brachten. Diese Gruppe wuchs binnen eines Jahres um 27 Prozent und bildet das Rückgrat der ganzen Firma.

Das Gewicht dieses Umsatzes liegt also bei wenigen, sehr großzahlenden Konzernen, während viele kleine Kunden nur einen Bruchteil beisteuern. Diese Konzentration ist typisch für das verbrauchsbasierte Modell, denn wer viele Daten sammelt, verbraucht auch viel Rechenzeit. Der Anbieter richtet seinen Vertrieb deshalb konsequent auf die größten Datenverbraucher aus, bei denen sich der Aufwand am schnellsten lohnt.

Woher Snowflake seinen Umsatz zieht
Umsatz nach Art, Geschäftsjahr 2026, umgerechnet in Euro
Produktgeschäft
3,89 Mrd.
Rund 95 Prozent. Verbrauch der Plattform über Credits, im Sekundentakt abgerechnet.
Beratung
0,19 Mrd.
Rund 5 Prozent. Einführung und Schulung, bewusst als margenarmer Türöffner.
Auftragsbestand
8,5 Mrd.
Bereits vertraglich gesicherter, noch nicht abgerechneter Umsatz, ein Plus von 42 Prozent.

Warum die Uhr das eigentliche Produkt ist

Das Herzstück des Modells ist die Abrechnung im Sekundentakt, die aus jeder Datenabfrage einen kleinen Kassenklingelton macht. Startet ein Kunde eine Rechenmaschine, ein sogenanntes virtuelles Warehouse, läuft die Uhr, und sie stoppt, sobald die Arbeit erledigt ist.

Diese Rechenmaschinen gibt es in vielen Größen, von der kleinsten Stufe bis zu gewaltigen Maschinen für schwere Analysen. Je größer die Maschine, desto mehr Credits verbraucht sie pro Stunde. Weil Snowflake sekundengenau abrechnet, zahlt ein Kunde theoretisch nur für die Zeit, in der wirklich gerechnet wird.

Für den Anbieter hat dieses Modell einen bestechenden Vorteil. Der Umsatz wächst automatisch mit, sobald ein Kunde mehr Daten sammelt oder neue Anwendungen baut, ohne dass ein Vertriebler einen neuen Vertrag aushandeln muss. Der Datenanalyse-Anbieter verdient also am schlichten Erfolg seiner Kunden, deren Datenhunger von Jahr zu Jahr wächst.

Wie aus einer Abfrage Umsatz wird
Die Abrechnung im Sekundentakt, vereinfacht
1
Speichern
Der Kunde legt seine Daten günstig in der Cloud ab, ohne eigene Hardware.
2
Starten
Für eine Abfrage schaltet er eine Rechenmaschine zu, deren Uhr sofort läuft.
3
Verbrauchen
Jede Sekunde Rechenzeit kostet Credits, je nach Größe der Maschine.
4
Abschalten
Ist die Arbeit erledigt, stoppt die Uhr, und der Kunde zahlt nur die genutzte Zeit.

Bei einem digitalen Geschäftsmodell fragt man zuerst nach den Datenströmen, und bei Snowflake führt diese Frage zu einer wichtigen Klarstellung. Die Daten gehören den Kunden und bleiben in deren eigenem Bereich der Cloud. Der Konzern verkauft anders als ein Werbekonzern keine Nutzerprofile, sondern nur die Werkzeuge, mit denen der Kunde seine eigenen Daten auswertet.

Trotzdem stecken die Daten mitten im Erlösmodell, nur anders als bei Meta oder Google. Je mehr Daten ein Kunde in Snowflake ablegt, desto mehr Abfragen laufen darüber, und desto mehr Credits verbraucht er. Den Wert schafft die Schwerkraft großer Datenmengen, die weitere Anwendungen und Abfragen anzieht, sobald alles an einem Ort liegt.

Die stillen Nebenströme

Neben dem großen Verbrauchsgeschäft speisen kleinere, weniger sichtbare Quellen die Bilanz. Der Konzern baut die Plattform gezielt zu einem Ökosystem aus, in dem andere Firmen Geschäfte machen und dabei zusätzlichen Verbrauch erzeugen.

Über den Marktplatz verkaufen Datenanbieter fertige Datensätze, etwa Wetter-, Finanz- oder Standortdaten, die Kunden direkt in ihre Analysen ziehen. Mit dem Werkzeug Snowpark wiederum können Entwickler eigene Programme auf der Plattform bauen und als fertige Anwendungen anbieten. Jede dieser Aktivitäten läuft am Ende über dieselbe Recheninfrastruktur und wirft für den Datenspezialisten weitere Credits ab.

Besonders geschickt ist das Modell Powered by Snowflake, bei dem junge Softwarefirmen ihre Produkte komplett auf der Plattform aufbauen. Diese Partner bringen ihre eigenen Endkunden mit, deren Verbrauch dann ebenfalls über die Data Cloud abgerechnet wird. So verdient der Anbieter indirekt auch an Firmen mit, die seinen Namen nach außen gar nicht tragen.

NebenstromWie er Geld bringt
MarktplatzDatenhändler verkaufen Datensätze, deren Abruf Rechenzeit verbraucht
SnowparkEntwickler bauen eigene Programme, die auf der Plattform laufen
Powered by SnowflakeSoftwarefirmen setzen ihr Produkt komplett auf die Data Cloud auf
KI-FunktionenCortex-Sprachmodelle erzeugen zusätzlichen, gut bezahlten Verbrauch

Der günstige Einstieg als Lockmittel

Damit dieser Kreislauf anspringt, subventioniert der Konzern den Einstieg bewusst. Neue Kunden erhalten ein Startguthaben von umgerechnet mehreren Hundert Euro an kostenlosen Credits, um die Plattform ohne Risiko auszuprobieren.

Auch die begleitende Beratung ist ein Zuschussgeschäft, denn sie wirft kaum Marge ab und dient allein dazu, den Kunden tief in die Plattform zu ziehen. Sitzt er erst einmal drin, wächst sein Verbrauch fast von selbst, und die anfänglichen Zugeständnisse zahlen sich über Jahre aus. Dieses Muster aus verlustreichem Einstieg und profitablem Ausbau ist der Kern der Quersubventionierung bei Snowflake.

Wo die Marge sitzt und wo sie verpufft

Die Bruttomarge im Produktgeschäft ist mit rund 76 Prozent hoch, doch ein Großteil davon fließt an die Vermieter der Rechenzentren. Snowflake betreibt keine eigenen Serverhallen, sondern mietet Rechenleistung bei Amazon, Microsoft und Google.

Damit trägt der Konzern eine Art Miete, die viele Softwarefirmen nicht kennen. Ein erheblicher Teil jedes eingenommenen Euros wandert direkt an die drei Cloud-Riesen weiter, deren Infrastruktur Snowflake nutzt. Diese Abhängigkeit drückt die Marge und macht die eigenen Lieferanten zugleich zu Konkurrenten, weil sie mit BigQuery und Redshift eigene Datenplattformen betreiben.

KennzahlWert Geschäftsjahr 2026
Gesamtumsatzrund 4,08 Milliarden Euro
Produktumsatzrund 3,89 Milliarden Euro
Nettoverlust nach US-Bilanzregelnrund 1,16 Milliarden Euro
Bereinigte Produkt-Bruttomargerund 76 Prozent
Freier Mittelzuflussrund 1,04 Milliarden Euro
Gesicherter Auftragsbestandrund 8,5 Milliarden Euro

Auffällig ist der Widerspruch zwischen hoher Bruttomarge und rotem Ergebnis. Operativ und bereinigt verdient Snowflake längst Geld, der freie Mittelzufluss lag 2026 bei umgerechnet rund 1,04 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand nach den strengen US-Bilanzregeln dennoch ein Verlust von rund 1,16 Milliarden Euro, verursacht vor allem durch die üppige Bezahlung der Mitarbeiter in Aktien.

Diese Aktienvergütung ist der stille Kostenblock des Modells. Sie belastet nicht die Kasse, verwässert aber die Anteile der Aktionäre, weil ständig neue Papiere entstehen. Für Snowflake ist sie das Mittel, um im teuren Wettbewerb des Silicon Valley knappe Fachkräfte zu halten, und zugleich der Hauptgrund, warum die Firma buchhalterisch noch keinen Gewinn ausweist.

Anleger streiten deshalb, welche Zahl das wahre Bild zeichnet. Wer auf den freien Mittelzufluss schaut, sieht eine gesunde, Geld verdienende Firma, wer auf das Ergebnis nach US-Bilanzregeln blickt, sieht Verluste. Diese Lücke zwischen bereinigter und offizieller Rechnung begleitet viele Softwarehäuser des Silicon Valley und macht den fairen Wert der Aktie zu einer Frage der Perspektive.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Modell spürbar verschoben. Die Netto-Umsatzbindung, die misst, wie viel Bestandskunden im Folgejahr zusätzlich ausgeben, fiel von 168 Prozent im Jahr 2021 auf zuletzt 125 Prozent. Kunden lernen also, ihren Verbrauch klüger zu steuern, was den einst wilden Selbstlauf des Umsatzes bremst.

Zugleich kam mit der künstlichen Intelligenz eine neue Verbrauchsquelle hinzu. Die Cortex-Werkzeuge lassen Kunden Sprachmodelle direkt auf ihren Daten laufen, und jede solche Anwendung frisst zusätzliche Credits. Genau darauf ruht die Hoffnung des Managements, den nachlassenden Sog der klassischen Datenabfragen durch frischen KI-Verbrauch auszugleichen.

Wie groß ist die Marktmacht von Snowflake?

Eine Waage mit großen und kleinen Schneeflocken, Beschriftungen „privat“, „Börse“ und „Rentabilitäts-Mütze“
Im Rennen um die Datenplattform hat der private Rivale Databricks Snowflake beim Umsatz überholt.

Snowflake gehört zu den drei prägenden Namen der Datenanalyse, ist aber weit von einem Monopol entfernt und steht unter Druck von einem schnelleren Rivalen. Der Wettbewerb spielt auf mehreren Ebenen zugleich.

Der schärfste Herausforderer ist der private Konzern Databricks, der aus der Welt des maschinellen Lernens kommt und Snowflake beim Umsatz überholt hat. Databricks wuchs zuletzt mit rund 65 Prozent und wird in privaten Finanzierungsrunden auf umgerechnet zwischen rund 144 und 152 Milliarden Euro geschätzt, deutlich mehr als Snowflakes Börsenwert. Der Rivale zeigt damit, wie hart das Rennen um die Datenplattform der Zukunft geworden ist.

Hinzu kommen die eigenen Vermieter als Wettbewerber. Amazon mit Redshift, Google mit BigQuery und Microsoft mit seiner Fabric-Plattform bündeln Speicher, Rechenkraft und künstliche Intelligenz zu günstigen Paketen. Der Konzern kontert diese Übermacht über eine einfache Bedienung und eine Plattform, die über alle drei Cloud-Welten hinweg gleich funktioniert, statt über den Preis.

FeldWichtigste WettbewerberSnowflakes Position
Reine DatenanalyseDatabricksetwas langsamer, aber einfacher zu bedienen
Cloud-PaketeAmazon, Google, Microsoftneutral über alle drei Clouds hinweg
Klassische DatenbankenOracle, SAPmoderner Ansatz mit Trennung von Speicher und Rechenleistung

Die eigentliche Bindekraft liegt in der Schwerkraft der Daten. Je mehr Datenbestände und Anwendungen ein Kunde in Snowflake aufbaut, desto teurer und riskanter wird ein Umzug zur Konkurrenz. Dieser Effekt wirkt still, aber stark, und er verschafft dem Anbieter eine wachsende Verhandlungsmacht gegenüber Bestandskunden.

Verstärkt wird die Bindung durch den hauseigenen Marktplatz. Über den Snowflake Marketplace tauschen und verkaufen Firmen fertige Datensätze, die andere Kunden direkt in ihre Analysen ziehen können. Jeder neue Anbieter macht die Plattform für alle anderen wertvoller, ein klassischer Netzwerkeffekt, wie man ihn von sozialen Netzwerken kennt.

An dieser Bindung nagt allerdings ein technischer Trend. Mit offenen Speicherformaten wie Apache Iceberg lassen sich Daten so ablegen, dass mehrere Plattformen darauf zugreifen können, ohne dass ein Anbieter sie einsperrt. Der Konzern unterstützt dieses Format selbst, weil Kunden es verlangen, untergräbt damit aber ein Stück weit die eigene Schwerkraft, auf der die Bindung ruht.

Im Firmengeschäft entscheidet zunehmend der Preis pro Abfrage. Die drei Cloud-Riesen können ihre eigenen Datendienste eng mit Speicher und Rechenkraft verzahnen und dadurch günstiger anbieten, als es ein reiner Aufsatz wie die Data Cloud vermag. Der Datenspezialist muss diesen Nachteil über Bedienkomfort und ein reiches Ökosystem ausgleichen, was ihm bislang gelingt, aber Marge kostet.

Von echter Marktbeherrschung ist Snowflake dennoch weit entfernt. In keinem großen Segment hält der Konzern eine erdrückende Mehrheit, und die Kunden haben mit Databricks und den Cloud-Riesen echte Alternativen. Genau deshalb steht die Firma bislang kaum im Visier der Kartellbehörden, anders als die großen Plattformkonzerne des Silicon Valley.

Wer ist bei Snowflake eigentlich das Produkt?

Mann an Zapfsäule füllt symbolischen Datenstrom in einen Kanister, alles vor weißem Grund
Bei Snowflake bleibt der Kunde Eigentümer seiner Daten und zahlt nur für die verbrauchte Rechenzeit.

Bei Snowflake ist der Kunde nicht das Produkt, sondern der zahlende Betreiber seiner eigenen Daten, dessen Verbrauch das Geschäftsmodell antreibt. Damit unterscheidet sich der Konzern klar von den Werbeplattformen.

Bei Meta oder Google zahlt der Werbekunde, und der Nutzer wird mitsamt seinem Verhalten zur handelbaren Ware. Bei der Data Cloud zahlt das Unternehmen selbst für die Rechenzeit, die es auf seinen eigenen Datenbeständen verbraucht. Der einzelne Endnutzer taucht in diesem Modell gar nicht als Ware auf, weil es kein Werbegeschäft gibt.

Das eigentliche Rohmaterial ist die Betriebsrealität des Kunden, also seine Verkaufszahlen, Lieferketten oder Sensordaten. Ähnlich wie der Datenanalyse-Konzern Palantir verdient Snowflake daran, diese verstreuten Daten nutzbar zu machen, ohne sie selbst zu besitzen. Der Kunde ist also zugleich Lieferant und Abnehmer des Werts, den die Plattform erzeugt.

Eine zweite Gruppe liefert Rohstoff von außen. Über den Marktplatz stellen spezialisierte Datenhändler ihre Bestände bereit, von Börsenkursen bis zu anonymisierten Bewegungsdaten, und verdienen an jedem Abruf mit. Diese Anbieter sind eine Art unsichtbare Zulieferer, deren Ware erst im Zusammenspiel mit den Kundendaten ihren vollen Nutzen entfaltet.

Diese Konstruktion hat eine unbequeme Kehrseite, die im Alltag oft übersehen wird. Weil der Preis am Verbrauch hängt, wird jede Abfrage, jeder Test und jede unbedachte Automatik direkt zu Umsatz für Snowflake. Der Kunde bezahlt damit auch für seine eigenen Ineffizienzen, was ein ganzes Beratungsgewerbe für Kostenkontrolle hat entstehen lassen.

Für die Endkunden der Snowflake-Kunden bleibt die Firma unsichtbar. Wer online ein Konzert bucht oder eine Versicherung abschließt, dessen Daten laufen womöglich durch eine Snowflake-Umgebung, ohne dass der Name je auftaucht. Der Konzern ist damit ein Infrastruktur-Anbieter, der im Maschinenraum der Digitalwirtschaft sitzt, weit weg vom Blick der Verbraucher.

Was kostet die Daten-Cloud wirklich, und wer trägt die Kosten?

Grauer Parkautomat mit digitaler Zeitanzeige und blauem Schild mit weißer Schrift „Verbrauch läuft.“
Die Uhr läuft bei jeder Abfrage, unbedachte Nutzung kann die Rechnung schnell nach oben treiben.

Snowflake veröffentlicht keinen einfachen Stückpreis, sondern verkauft Credits, deren Wert je nach Ausstattung und Vertrag stark schwankt. Der wahre Preis entsteht erst aus dem tatsächlichen Verbrauch, den kaum ein Kunde vorab genau kennt.

Ein Credit kostet je nach gewählter Edition zwischen umgerechnet rund 1,70 und 3,50 Euro, wobei teurere Editionen mehr Sicherheit und Funktionen bieten. Wie viele Credits anfallen, hängt von der Größe der Rechenmaschine und der Laufzeit ab. Dazu kommen die Kosten für den Speicher, der pro Terabyte und Monat mit rund 20 Euro zu Buche schlägt, sowie Gebühren für den Datentransfer.

Die folgende Übersicht zeigt, aus welchen Bausteinen sich die Rechnung eines typischen Kunden zusammensetzt.

KostenbestandteilWofür der Kunde zahltCharakter
Rechen-CreditsLaufzeit der Rechenmaschinen, im SekundentaktGrößter Posten, verbrauchsabhängig
SpeicherAbgelegte Datenmenge pro Terabyte und MonatGünstig, planbar
Cloud-DiensteVerwaltung, Metadaten und OptimierungMeist im Grundpreis enthalten
DatentransferVerschieben von Daten zwischen RegionenOft unterschätzt
KI-FunktionenNutzung der Cortex-SprachmodelleNeu, schnell wachsend

Diese Struktur hat einen Haken, den viele Neukunden schmerzhaft lernen. Weil die Uhr bei jeder Abfrage tickt, kann eine schlecht gebaute Automatik über Nacht enorme Kosten verursachen, ganz ohne dass ein Mensch aktiv wird. Aus diesem Risiko ist eine eigene Disziplin entstanden, die Fachleute Kostensteuerung oder FinOps nennen.

Der Preis hängt zusätzlich von der gewählten Edition ab, die den Wert eines Credits bestimmt. Wer strengere Sicherheits- und Datenschutzanforderungen hat, etwa eine Bank oder ein Krankenhaus, zahlt für dieselbe Rechenzeit deutlich mehr als ein einfacher Standardkunde. Der Anbieter staffelt seine Editionen so, dass sensible Branchen automatisch in die teureren Stufen wandern.

Wie schnell die Rechnung entgleiten kann, zeigen die vielen Werkzeuge und Beratungsfirmen, die inzwischen allein vom Optimieren dieser Kosten leben. Eine vergessene, dauerhaft laufende Rechenmaschine oder eine ungeschickt gebaute Abfrage kann binnen Tagen Kosten in vier- oder fünfstelliger Höhe verursachen. Genau diese Gefahr eines plötzlichen Kostenschocks ist die Schattenseite der bequemen Abrechnung im Sekundentakt.

Wer die Kosten trägt, ist damit eindeutig der Kunde, und zwar in vollem Umfang. Anders als bei einem festen Abo lässt sich die Rechnung nicht sicher vorhersagen, weil sie mit dem eigenen Verhalten schwankt. Das verschiebt das Risiko klar auf die Seite des Anwenders, während Snowflake bei jedem Mehrverbrauch automatisch profitiert.

Für den Anbieter ist diese Undurchsichtigkeit betriebswirtschaftlich bequem. Ohne festen Listenpreis fehlt dem Kunden ein einfacher Vergleichsmaßstab, und der Anbieter behält die Deutungshoheit über den Wert seiner Leistung. Große Verträge werden deshalb einzeln verhandelt, und der Endpreis richtet sich weniger nach den Kosten als nach dem erwarteten Nutzen.

Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Geldbeutel und Sparschwein-Figur auf Wippe, Fragezeichen, weißer Hintergrund
Gründer, frühe Investoren und die Cloud-Riesen zählen zu den größten Gewinnern des Modells.

Am stärksten profitieren die Gründer, frühe Investoren und die Cloud-Riesen, während Aktionäre die Verwässerung und Kunden das Kostenrisiko tragen. Die Gewinnverteilung folgt dem Auf und Ab der Aktie.

Auf der Gewinnerseite stehen die drei Gründer, die der Börsengang zu Milliardären machte, sowie frühe Geldgeber wie Sutter Hill Ventures und Sequoia Capital. Auch Berkshire Hathaway, das ungewöhnlich früh einstieg, saß auf einem beträchtlichen Gewinn. Die Belegschaft wiederum profitiert über Aktienpakete, die zugleich der größte Posten in der Verlustrechnung sind.

Zu den stillen Gewinnern zählen die Vermieter der Rechenzentren. Jeder Euro, den ein Snowflake-Kunde verbraucht, spült einen erheblichen Teil an Amazon, Microsoft und Google weiter, auf deren Infrastruktur die Plattform läuft. Die drei Cloud-Riesen verdienen damit an Snowflakes Erfolg mit, obwohl sie mit eigenen Produkten zugleich dagegen antreten.

Snowflake hat das Bezahlmodell der Cloud auf die Spitze getrieben, die Abrechnung im Sekundentakt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Gruppen nach Nutzen und Last.

GruppeRolleBilanz
Gründer und frühe InvestorenEigentümer der ersten StundeMilliardengewinne aus dem Börsengang
BelegschaftFachkräfte im Silicon ValleyHohe Aktienpakete, gefragte Profile
Cloud-RiesenVermieter der InfrastrukturVerdienen an jedem Verbrauch mit
AktionäreAnteilseigner an der BörseKursgewinne, aber laufende Verwässerung
KundenZahlende AnwenderKostenrisiko durch schwankenden Verbrauch

Auf der Verliererseite stehen zuerst die Aktionäre, deren Anteile durch die ständige Aktienausgabe langsam verwässern. Hinzu kommen Kunden, die ihre Verbrauchskosten nicht im Griff haben und am Ende deutlich mehr zahlen als geplant. Diesen stillen Sog kennen wir aus vielen Plattformgeschäften, bei denen der bequeme Einstieg später in einer teuren Abhängigkeit mündet.

Das verbrauchsbasierte Modell trägt dabei einen eingebauten Zwiespalt. Weil der Umsatz am tatsächlichen Verbrauch hängt, spürt der Konzern jede Sparwelle seiner Kunden sofort und ungefiltert. In wirtschaftlich nervösen Zeiten drehen große Anwender ihre Rechenmaschinen bewusst herunter, und der Umsatz von Snowflake sinkt mit, was das Modell anfälliger für Schwankungen macht als ein festes Abonnement.

Wie politisch ist Snowflake?

Ein geöffneter Metalltresor in Schneeflockenform, aus dem Papierdokumente fliegen
2024 flossen über ungeschützte Kundenkonten Daten von Hunderten Millionen Menschen ab.

Snowflake ist weniger ein Lobby-Schwergewicht als ein Prüfstein für Datensicherheit, seit 2024 ein Massendiebstahl über Kundenkonten die Firma erschütterte. Der Vorfall machte schlagartig klar, wie viel sensible Daten in solchen Plattformen liegen.

Zwischen April und Juni 2024 drang eine Angreifergruppe in rund 165 Snowflake-Kundenkonten ein, die keinen Zwei-Faktor-Schutz aktiviert hatten. Die Täter nutzten Zugangsdaten, die zuvor über Schadsoftware von den Rechnern einzelner Mitarbeiter gestohlen worden waren. Betroffen waren große Namen wie AT&T, dessen Verbindungsdaten von rund 110 Millionen Kunden abflossen, und der Ticketverkäufer Ticketmaster mit Daten von bis zu 560 Millionen Menschen.

Betroffenes UnternehmenAbgeflossene Daten
AT&TVerbindungsdaten von rund 110 Millionen Kunden
TicketmasterDaten von bis zu 560 Millionen Menschen
SantanderAngaben zu rund 30 Millionen Kunden

Die heikle Frage nach der Schuld beantwortete die Firma mit einem technischen Hinweis. Angreifbar gewesen seien einzelne Kundenkonten ohne zusätzlichen Schutz, während die Plattform selbst standgehalten habe. Sicherheitsforscher hielten dagegen, dass ein Anbieter, der so sensible Daten hütet, den Zwei-Faktor-Schutz verpflichtend vorschreiben müsse, statt ihn zur freiwilligen Option zu machen.

Als Konsequenz zog Snowflake die Zügel an und machte den zusätzlichen Anmeldeschutz für neue Konten verbindlich. Der Fall zeigt eine grundsätzliche Spannung des Modells, denn die bequeme Erreichbarkeit über jede Cloud ist zugleich die größte Angriffsfläche. Genau an dieser Grenze zwischen Komfort und Sicherheit entscheidet sich das Vertrauen in die Datenwolke.

Strafrechtlich fand der Fall ein Nachspiel. Die Ermittler machten mehrere Verdächtige aus, unter ihnen einen mutmaßlichen Haupttäter, der Ende 2024 in Kanada festgenommen wurde, sowie einen Komplizen in der Türkei. Für den Konzern war das eine gewisse Entlastung, weil es die Schuld auf externe Kriminelle lenkte, doch der Ruf als Verwahrer heikler Daten hatte gelitten.

Politisch tritt der Konzern ansonsten leiser auf als die großen Plattformkonzerne. Der Anbieter unterhält kein Heer von Lobbyisten in Washington und sucht selten den offenen Streit mit Regulierern, weil sein Geschäft im Maschinenraum der Wirtschaft läuft. Umso stärker wiegt in Europa die Frage der Datenhoheit, die über einzelne Verträge hinaus die gesamte Cloud-Strategie eines Landes berührt.

Politisch heikel bleibt auch die Frage der Datenhoheit. Weil Snowflake auf der Infrastruktur US-amerikanischer Cloud-Konzerne läuft, unterliegen die Daten theoretisch dem US-Cloud-Act, der amerikanischen Behörden unter Bedingungen Zugriff erlaubt. Für europäische Kunden ist das ein wunder Punkt, den auch die Debatte um digitale Souveränität in Brüssel immer wieder aufgreift.

Was könnte Snowflake zu Fall bringen?

Kartenhaus stürzt ein wegen einer „Fehler“-Karte, daneben steht ein „Risiko“-Schild
Ein schnellerer Rivale, die Abhängigkeit von den Cloud-Riesen und sinkender Verbrauch sind die größten Risiken.

Das größte Risiko für Snowflake ist der schnellere Rivale Databricks, gefolgt von der Abhängigkeit von den Cloud-Riesen und dem nachlassenden Verbrauchssog. Jede dieser Bruchstellen ist real und in den Zahlen ablesbar.

Der Wettbewerb mit Databricks entscheidet sich zunehmend am Thema künstliche Intelligenz. Der Rivale wuchs zuletzt fast doppelt so schnell und bindet Kunden über Werkzeuge für maschinelles Lernen, die tiefer in die KI-Welt reichen. Sollte Databricks diesen Vorsprung halten, droht Snowflake der Ruf, die langsamere und teurere Wahl zu sein.

Die zweite Bruchstelle ist die enge Bindung an die eigenen Vermieter. Amazon, Microsoft und Google könnten ihre konkurrierenden Datenplattformen verbilligen oder bevorzugt behandeln und damit Snowflakes Marge angreifen. Der Konzern hängt also an drei Partnern, die zugleich seine gefährlichsten Gegner sind, eine Abhängigkeit ohne einfache Fluchtwege.

Der Sog lässt nach
Netto-Umsatzbindung von Snowflake im Zeitverlauf
168 %
Jahr 2021: Bestandskunden gaben Jahr für Jahr weit mehr aus, der Umsatz wuchs fast von allein.
158 %
Um 2022: noch immer sehr hoch, aber der erste Rückgang zeichnet sich ab.
126 %
Um 2025: Kunden steuern ihren Verbrauch bewusster, das Wachstum aus dem Bestand kühlt ab.
125 %
Ende Geschäftsjahr 2026: stabil auf niedrigerem Niveau, der einstige Selbstlauf ist gebremst.

Die dritte Gefahr steckt im eigenen Erlösmodell. Der Verbrauchssog, der die Firma groß gemacht hat, lässt nach, weil Kunden lernen, ihre Rechnungen zu drücken. Fällt die Netto-Umsatzbindung weiter, muss der Anbieter sein Wachstum stärker über teure Neukunden holen, statt es bequem aus dem Bestand zu ziehen.

Eine vierte Gefahr liegt in den offenen Speicherformaten. Setzen sich Standards wie Iceberg breit durch, sinkt die Hürde für einen Wechsel, und Kunden könnten Teile ihrer Analysen zu günstigeren Anbietern verlagern. Der einstige Burggraben aus Datenschwerkraft verwandelt sich dann in eine offene Landstraße, auf der auch die Konkurrenz fährt.

Zusätzlich wächst der Druck durch einen möglichen Börsengang von Databricks. Geht der private Rivale mit seinem hohen Wachstum und einer üppigen Bewertung an die Börse, entsteht ein direkter Vergleich, an dem sich Snowflake messen lassen muss. Ein solcher Schritt könnte Anleger anlocken, die heute in der Data Cloud investiert sind, und den Kursdruck weiter erhöhen.

Hinzu kommt die hohe Erwartung, die im Kurs steckt. Der Markt preist bereits jahrelanges zweistelliges Wachstum ein, und jede Enttäuschung bestraft die Aktie hart. Wir sehen drei plausible Szenarien für die nächsten fünf Jahre, den Aufstieg zur führenden KI-Datenplattform, das Verharren als solider Nummer zwei hinter Databricks oder den harten Rückschlag nach einem verpassten Wachstumsziel.

Was bedeutet Snowflake für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Für deutsche Firmen zählt die Frage, wo die Daten liegen, und ausgerechnet SAP setzt auf den Rivalen.

Für Deutschland ist Snowflake ein mächtiges Werkzeug und zugleich eine Frage der Datenhoheit, während der heimische Riese SAP demonstrativ auf den Rivalen setzt. Der aktuelle KI-Schub macht die Entscheidung dringlicher.

Ein sprechendes Signal setzte SAP im Februar 2025 mit seiner Business Data Cloud. Für dieses zentrale Datenprodukt verbündete sich der Walldorfer Konzern ausgerechnet mit Databricks, dem schärfsten Rivalen von Snowflake, nicht mit Snowflake selbst. Ähnlich wie beim Software-Riesen Salesforce zeigt sich hier, wie stark die großen Plattformen den deutschen Datenmarkt untereinander aufteilen.

Immerhin lässt sich die Frage des Speicherorts inzwischen sauber lösen. Über Rechenzentrumsregionen etwa in Frankfurt können deutsche Kunden ihre Daten physisch in der Europäischen Union halten und so die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung einhalten. Der rechtliche Schatten des US-Cloud-Acts bleibt jedoch bestehen, weil die zugrunde liegende Infrastruktur weiterhin US-Konzernen gehört.

Dazu kommt die europäische Regulierung der künstlichen Intelligenz. Wer die Cortex-Werkzeuge nutzt, um automatisiert Entscheidungen vorzubereiten, gerät je nach Einsatz in den Anwendungsbereich der KI-Verordnung der Europäischen Union. Deutsche Unternehmen sollten deshalb früh prüfen, welche Pflichten aus dieser Verordnung erwachsen, bevor sie KI-Funktionen tief in ihre Abläufe einbauen.

Für deutsche Konzerne bleibt Snowflake trotzdem attraktiv, gerade wegen der einfachen Bedienung über alle Clouds hinweg. Große Industrieunternehmen können ihre verstreuten Daten dort zusammenführen, müssen aber die schwankenden Verbrauchskosten und die Frage der Datenhoheit im Blick behalten. Wir raten dazu, jeden Vertrag von Beginn an mit klaren Obergrenzen und Ausstiegsklauseln zu versehen.

Für den Mittelstand fällt die Rechnung nüchterner aus. Die verbrauchsbasierte Abrechnung lohnt sich vor allem für Firmen mit großen, schwankenden Datenmengen, während kleinere Betriebe mit planbaren Datenbanken oft günstiger fahren. Wer Snowflake einsetzt, braucht zwingend jemanden, der die Kosten im Sekundentakt überwacht, sonst frisst der bequeme Dienst schnell das Budget. Für viele kleinere Betriebe rechnet sich diese laufende Überwachung erst ab einer gewissen Datenmenge, weshalb sich vor dem Einstieg ein nüchterner Vergleich mit klassischen, planbar abgerechneten Datenbanken lohnt.

RolleEmpfohlener Schritt
Als VerbraucherFragen, wo eigene Daten liegen, und auf europäische Speicherorte achten
Als UnternehmerVerbrauchskosten vorab deckeln und den Zwei-Faktor-Schutz erzwingen
Als GeschäftspartnerAusstiegsklauseln und Prüfrechte vor Vertragsschluss verankern

Für deutsche Verbraucher bleibt Snowflake unsichtbar und doch allgegenwärtig. Die eigenen Daten liegen bei vielen Dienstleistern längst in solchen Datenwolken, was den Datenschutz zur Chefsache macht, wie das Datenleck von 2024 drastisch zeigte. Konkret raten wir Unternehmern zu drei Schritten, die Verbrauchskosten vorab zu deckeln, den Zwei-Faktor-Schutz überall zu erzwingen und die Frage der Datenhoheit vor Vertragsschluss zu klären.

Die drei größten Risiken
Was Snowflakes Modell ins Wanken bringen könnte
Hoch
Rivale Databricks
Der private Wettbewerber wächst fast doppelt so schnell und punktet stärker bei künstlicher Intelligenz.
Mittel
Cloud-Abhängigkeit
Amazon, Microsoft und Google sind Vermieter und Konkurrenten zugleich und könnten die Marge drücken.
Mittel
Sinkender Verbrauch
Kunden optimieren ihre Kosten, die Netto-Umsatzbindung fiel von 168 auf 125 Prozent.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zu Snowflake und seinem Geschäftsmodell

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Vierzehn Fachbegriffe rund um Snowflake und die verbrauchsbasierte Daten-Cloud, kompakt erklärt.

Bruttomarge

Bruttomarge bezeichnet den Anteil des Umsatzes, der nach Abzug der direkten Kosten der Leistung übrig bleibt. Bei Snowflake liegt sie im Produktgeschäft bereinigt bei rund 76 Prozent, gedrückt vor allem durch die Miete der Rechenzentren.

Cloud Act

Cloud Act ist ein US-Gesetz von 2018, das amerikanischen Behörden unter Bedingungen Zugriff auf Daten gewährt, die US-Anbieter verwalten. Für europäische Snowflake-Kunden wirft die Regel Fragen der Datenhoheit auf.

Cortex

Cortex ist die KI-Produktfamilie von Snowflake. Sie erlaubt es Kunden, Sprachmodelle direkt auf ihren Daten laufen zu lassen, und treibt seit 2024 zusätzlichen Verbrauch und damit Umsatz an.

Credit

Credit ist die Verrechnungseinheit für Rechenleistung bei Snowflake. Ein Credit steht grob für eine bestimmte Menge an Rechenzeit und kostet je nach Edition zwischen umgerechnet rund 1,70 und 3,50 Euro.

Data Cloud

Data Cloud nennt Snowflake seine Gesamtplattform, auf der Kunden Daten speichern, auswerten und über einen Marktplatz teilen. Der Begriff fasst Speicher, Rechenleistung und Datenaustausch unter einem Dach zusammen.

FinOps

FinOps steht für die Disziplin, Cloud-Kosten aktiv zu steuern. Bei Snowflake ist sie besonders wichtig, weil die Abrechnung im Sekundentakt bei unbedachter Nutzung schnell zu hohen und schwer planbaren Rechnungen führt.

Marktplatz

Marktplatz bezeichnet den Snowflake Marketplace, über den Firmen fertige Datensätze anbieten und beziehen. Jeder neue Anbieter erhöht den Nutzen für alle anderen und erzeugt so einen Netzwerkeffekt.

Netto-Umsatzbindung

Netto-Umsatzbindung misst, wie viel Bestandskunden im Folgejahr zusätzlich ausgeben. Bei Snowflake fiel dieser Wert von 168 Prozent im Jahr 2021 auf zuletzt 125 Prozent und zeigt damit den nachlassenden Verbrauchssog.

Rechenmaschine

Rechenmaschine ist die verständliche Bezeichnung für ein virtuelles Warehouse, die zuschaltbare Recheneinheit bei Snowflake. Ihre Größe bestimmt, wie viele Credits pro Stunde verbraucht werden.

Schwerkraft der Daten

Schwerkraft der Daten beschreibt den Effekt, dass große Datenmengen weitere Anwendungen und Abfragen anziehen. Für Snowflake ist sie der Kern der Kundenbindung, weil ein Umzug mit wachsendem Datenbestand immer teurer wird.

Speicher-Rechen-Trennung

Speicher-Rechen-Trennung ist die architektonische Grundidee von Snowflake. Speicher und Rechenleistung laufen getrennt, skalieren unabhängig und werden separat abgerechnet, was die verbrauchsbasierte Preisbildung erst möglich macht.

Verbrauchsbasierte Abrechnung

Verbrauchsbasierte Abrechnung bedeutet, dass ein Kunde nur die tatsächlich genutzte Rechenzeit zahlt, statt eine feste Lizenz. Snowflake rechnet dabei sekundengenau ab, was das Modell von klassischen Software-Abos unterscheidet.

Verwässerung

Verwässerung tritt ein, wenn ein Unternehmen laufend neue Aktien ausgibt und damit den Anteil bestehender Aktionäre verkleinert. Bei Snowflake entsteht sie vor allem durch die hohe Bezahlung der Mitarbeiter in Aktien.

Zwei-Faktor-Schutz

Zwei-Faktor-Schutz ist eine Anmeldung mit einem zweiten Nachweis zusätzlich zum Passwort. Sein Fehlen ermöglichte 2024 den Massendiebstahl über Snowflake-Kundenkonten, weshalb der Konzern ihn danach zur Pflicht machte.

FAQ: Snowflake und sein Geschäftsmodell

Hand hält Taschenuhr mit Schneeflocke und FAQ-Schild, daneben kleiner Eisbär mit Brille
Die häufigsten Fragen zum Geschäftsmodell von Snowflake, kurz und verständlich beantwortet.

Wie verdient Snowflake sein Geld?

Snowflake verdient rund 95 Prozent seines Umsatzes mit dem verbrauchsbasierten Produktgeschäft. Kunden kaufen sogenannte Credits und bezahlen damit Rechenzeit, die im Sekundentakt abgerechnet wird. Im Geschäftsjahr 2026 setzte der Konzern so umgerechnet rund 4,08 Milliarden Euro um. Die restlichen rund 5 Prozent stammen aus Beratung und Schulung.

Verkauft Snowflake Nutzerdaten?

Nein, Snowflake verkauft keine Nutzerdaten. Die Daten gehören den Kunden und bleiben in deren eigenem Bereich der Cloud. Snowflake vermietet nur die Werkzeuge, mit denen der Kunde seine eigenen Daten speichert und auswertet. Damit unterscheidet sich das Modell grundlegend von Werbekonzernen wie Meta oder Google, deren Erlöse auf der Verwertung von Nutzerdaten beruhen.

Was bedeutet die Trennung von Speicher und Rechenleistung?

Bei klassischen Datenbanken stecken Speicher und Rechenleistung fest zusammen, sodass beides gemeinsam wachsen muss. Snowflake trennt beide, sodass Kunden Daten günstig ablegen und teure Rechenleistung nur bei Bedarf zuschalten. Diese Trennung ist die technische Grundlage für die verbrauchsbasierte Abrechnung im Sekundentakt und der wichtigste Vorteil des Konzerns.

Ist Snowflake profitabel?

Das kommt auf die Rechnung an. Operativ und bereinigt verdient Snowflake Geld, der freie Mittelzufluss lag 2026 bei umgerechnet rund 1,04 Milliarden Euro. Nach den strengen US-Bilanzregeln stand jedoch ein Nettoverlust von rund 1,16 Milliarden Euro, verursacht vor allem durch die hohe Bezahlung der Mitarbeiter in Aktien. Diese Aktienvergütung belastet die Bilanz, nicht die Kasse.

Was war das Snowflake-Datenleck 2024?

2024 drangen Angreifer in rund 165 Snowflake-Kundenkonten ein, die keinen Zwei-Faktor-Schutz aktiviert hatten. Sie nutzten zuvor gestohlene Zugangsdaten. Betroffen waren große Kunden wie AT&T und Ticketmaster mit Daten von Hunderten Millionen Menschen. Die Plattform selbst wurde nicht geknackt, doch der Konzern machte den Zwei-Faktor-Schutz danach für neue Konten zur Pflicht.

Wer ist der größte Konkurrent von Snowflake?

Der schärfste Rivale ist das private Unternehmen Databricks, das aus dem maschinellen Lernen kommt und Snowflake beim Umsatz überholt hat. Hinzu kommen die Cloud-Riesen Amazon, Google und Microsoft mit eigenen Datenplattformen. Databricks wächst schneller und wird in privaten Runden höher bewertet als Snowflake an der Börse, was den Wettbewerb um die KI-Datenplattform verschärft.

Quellen

  • Snowflake Inc. | Financial Results for the Fourth Quarter and Full-Year of Fiscal 2026 | snowflake.com | besucht am 04.08.2026
  • Snowflake Inc. | Financial Results for the First Quarter of Fiscal 2027 | businesswire.com | besucht am 04.08.2026
  • Snowflake Inc. | Snowflake Advances the Trusted Agentic Enterprise Era, Cortex AI Gateway | snowflake.com | besucht am 04.08.2026
  • companiesmarketcap | Snowflake Market Capitalization | companiesmarketcap.com | besucht am 04.08.2026
  • SAP SE | SAP Debuts Business Data Cloud with Databricks | news.sap.com | besucht am 04.08.2026
  • Huntress | Snowflake Data Breach, What Happened and Impact | huntress.com | besucht am 04.08.2026
  • Cloud Security Alliance | Unpacking the 2024 Snowflake Data Breach | cloudsecurityalliance.org | besucht am 04.08.2026
  • Forbes | Snowflake Shares Soar In Red-Hot IPO | forbes.com | besucht am 04.08.2026
  • SEC | Snowflake Inc. Form 10-K, Geschäftsjahr 2026 | sec.gov | besucht am 04.08.2026
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