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Fünf IBM-Ingenieure aus Mannheim gründeten 1972 einen eigenen Programmierdienst, weil ihr Arbeitgeber ihre Idee nicht haben wollte. Ihre Software läuft inzwischen bei der Mehrheit der DAX-Konzerne (Stand: Mai 2026), und im Frühjahr 2025 war SAP für einige Wochen der wertvollste börsennotierte Konzern Europas.

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Für das Geschäftsjahr 2025 meldete SAP 36,8 Milliarden Euro Umsatz. Der Cloud-Umsatz stieg auf 21,0 Milliarden Euro, der operative Gewinn nach IFRS kletterte auf 9,6 Milliarden Euro und war damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Im März 2025 löste das Walldorfer Unternehmen Novo Nordisk an der Spitze der teuersten europäischen Konzerne ab, im Juni eroberte die dänische Pharmagruppe den Platz zurück. Hinter dieser Bewertungsachterbahn steht eine Firmengeschichte, die das Geschäftsmodell der ganzen Branche geprägt hat.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • SAP wurde am 1. April 1972 von fünf ehemaligen IBM-Mitarbeitern gegründet und setzte mit der Software R/3 ab 1992 den globalen Standard für betriebswirtschaftliche Anwendungen
  • Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete der Konzern 36,8 Milliarden Euro Umsatz, davon 21,0 Milliarden Euro im Cloud-Geschäft; der gesamte Cloud-Auftragsbestand lag Ende 2025 bei 77,3 Milliarden Euro
  • Die jährliche Wartungsgebühr von 22 Prozent auf den ursprünglichen Lizenzpreis war über drei Jahrzehnte hinweg eine der profitabelsten wiederkehrenden Erlösquellen der Softwarebranche
  • 2024 verlor SAP nach Daten von Apps Run The World erstmals die globale Marktführerschaft im ERP-Segment an Oracle: 6,57 Prozent Marktanteil für SAP gegenüber 6,63 Prozent für Oracle
  • Das Ende des Mainstream-Supports für ECC Ende 2027 drängt Zehntausende Bestandskunden in einen neuen Vertrag und ist der größte Stresstest des Geschäftsmodells seit dem Börsengang 1988

Wer steckt hinter SAP und wie fing alles an?

Ein weißer Würfel mit einem orangefarbenen Schlüssel und einem „WALLDORF“-Anhänger vor weißem Hintergrund
1971: Fünf IBM-Ingenieure aus Mannheim beginnen Xerox-Projekt, das die Konzernzentrale dann stoppt

1971 beauftragte Xerox den IT-Konzern IBM, die Xerox-Geschäftssoftware auf IBM-Hardware umzustellen. Fünf Ingenieure aus der Mannheimer IBM-Niederlassung begannen mit der Arbeit: Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Klaus Tschira, Hans-Werner Hector und Claus Wellenreuther. Mitten im Projekt entschied die Konzernzentrale, den Auftrag an eine andere Einheit zu übergeben.

Den Ingenieuren blieb eine Idee, für die IBM keine Verwendung hatte: betriebswirtschaftliche Standardsoftware, die in Echtzeit rechnet und nicht für jeden Kunden neu programmiert werden muss.

Am 1. April 1972 gründeten die fünf in Weinheim die Systemanalyse und Programmentwicklung GbR. Erster Kunde wurde die deutsche Tochter von Imperial Chemical Industries, deren Rechenzentrum nur wenige Kilometer entfernt lag. Tagsüber programmierten die Gründer bei ICI, abends in einer gemieteten Wohnung.

Das erste Produkt hieß RF, das R stand für Realtime. Genau diese Echtzeitverarbeitung hob die junge Firma von der Konkurrenz ab. Plattner sagte später in einem Interview, er habe vor diesem Projekt nichts über Finanzbuchhaltung gewusst und alles direkt von den Kunden gelernt.

1979 folgte R/2 für Großrechner, ausgestattet mit Mehrwährungs- und Mehrsprachenfunktionen. Mit dieser Generation hielt SAP Einzug in die europäischen Konzernzentralen. 1988 ging SAP an die Frankfurter Börse, die Belegschaft umfasste damals knapp 1.000 Personen.

Hasso Plattner prägte den Konzern in den folgenden Jahrzehnten stärker als jeder andere Gründer. Erst im Mai 2024 verließ er als Letzter der fünf den Aufsichtsrat.

Wie wurde aus einem Feierabendprojekt ein Weltkonzern?

Orangefarbener Mini-Globus auf Lochkarte, rechts ein Etikett mit Aufschrift „WELTWEIT“
Vom Programmierdienst in Weinheim zum Konzern mit Kunden in über 180 Ländern.

Der Durchbruch kam am 6. Juli 1992 mit der Markteinführung von SAP R/3. Anders als die Vorgängergeneration setzte das System nicht mehr auf den Großrechner, sondern auf eine dreistufige Architektur aus Datenbank, Applikationsserver und Bedienoberfläche am PC. So löste sich SAP von der IBM-Welt: R/3 lief unter Unix wie unter Windows und arbeitete mit mehreren Datenbankprodukten zusammen.

Schon 1993 überschritt der Umsatz erstmals die Marke von 1,1 Milliarden D-Mark. Die Umstellungswelle vor dem Jahr 2000 spülte dann Großkunden in Scharen nach Walldorf: Konzerne, die ihre Altsysteme ohnehin prüfen lassen mussten, wechselten gleich auf einen modernen Standard. Am 3. August 1998 nahm die New York Stock Exchange die SAP-Aktie unter dem Kürzel SAP in den Handel auf.

In den folgenden zwanzig Jahren kaufte sich der Konzern systematisch in jene Marktsegmente ein, in denen er aus eigener Kraft zu langsam war.

Gekauft wurden Business Objects (2007, Datenanalyse), Sybase (2010, mobile Datenbanken), SuccessFactors (2011, Personalsoftware in der Cloud), Ariba (2012, Beschaffung), Fieldglass und Concur (2014, externe Arbeitskräfte und Reisekosten) sowie Qualtrics (2018, Marktforschung).

Parallel stellte SAP 2010 die hauseigene Hauptspeicher-Datenbank HANA vor, auf deren Basis 2015 die Flaggschiff-Suite S/4HANA entstand.

Im Mai 2026 beschäftigte SAP weltweit rund 109.000 Menschen, betreute mehr als 400.000 Kunden in über 180 Ländern und zählte zu den wertvollsten Unternehmen Europas. Die Marktkapitalisierung lag zu diesem Zeitpunkt bei rund 212 Milliarden US-Dollar, klar unter dem Allzeithoch vom März 2025, als der Börsenwert kurzzeitig 313 Milliarden Euro überschritt.

Acht Etappen vom Programmierdienst zum Weltkonzern
Von der Gründung in Weinheim bis zum Stichtag für die ECC-Migration.
1972
Gründung

Fünf frühere IBM-Mitarbeiter gründen in Weinheim den Programmierdienst, aus dem SAP wird.

1979
R/2

Die zweite Generation für Großrechner beherrscht mehrere Währungen und Sprachen.

1988
Börsengang

SAP geht an die Frankfurter Börse, mit knapp 1.000 Beschäftigten.

1992
R/3

Datenbank, Applikationsserver und PC-Oberfläche: SAP löst sich von der IBM-Welt.

1998
New York

Am 3. August nimmt die New York Stock Exchange die SAP-Aktie in den Handel auf.

2010
HANA

Die Hauptspeicher-Datenbank wird zur technischen Basis aller späteren Cloud-Produkte.

2015
S/4HANA

Die Flaggschiff-Suite läuft ausschließlich auf HANA.

2027
Stichtag

Am 31. Dezember endet der Mainstream-Support für die Vorgängergeneration ECC.

Wie verdient SAP tatsächlich sein Geld?

Oranges Sparschwein mit Watte oben und Anhänger „Abo“ vor weißem Hintergrund
2025 kam erstmals mehr als die Hälfte des SAP-Umsatzes aus der Cloud.

Das Erlösmodell von SAP hat zwei Seiten. Über drei Jahrzehnte betrieb der Konzern eines der profitabelsten Software-Geschäftsmodelle Europas, gespeist aus jährlichen Wartungsgebühren in Höhe von 22 Prozent des Lizenzpreises.

Zugleich baut SAP genau dieses Modell seit einigen Jahren unter Hochdruck um, weil Aktionäre Cloud-Umsätze sehen wollen und die Kunden längst an Abo-Verträge gewöhnt sind.

Hauptumsatzquellen und ihre Anteile

Von den 36,8 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2025 kam mehr als die Hälfte aus der Cloud. Die Aufteilung zeigt, wohin sich der Konzern bewegt.

SegmentUmsatz 2025 (Mrd. €)AnteilVeränderung zum Vorjahr
Cloud21,057 %+23 %
Software-Support (Wartung)10,829 %–2 %
Services4,312 %–4 %
Software-Lizenzen0,72 %–29 %
Gesamt36,8100 %+8 %

Quelle: SAP Q4/FY2025 Earnings Release, eigene Aufstellung.

Das Cloud-Geschäft war 2025 erstmals die mit Abstand größte Sparte. Davon entfielen 17,1 Milliarden Euro auf die Cloud-ERP-Suite, also auf S/4HANA Cloud, SuccessFactors, Ariba, Concur und SAP Customer Experience.

Die einstige Cash-Cow, das klassische On-Premise-Wartungsgeschäft, schrumpfte 2025 moderat um 2 Prozent: Bestandskunden zahlen weiter, neue Verträge enthalten kaum noch klassische Lizenzen. Der Lizenzumsatz brach im dritten Quartal 2025 sogar um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal ein.

Für sich genommen klingt dieser Wert alarmierend, in der Branche gilt er als üblicher Preis des Umstiegs.

Versteckte Erlösströme

Die margenstärkste Position der vergangenen drei Jahrzehnte hieß nicht Software, sondern Support. Kunden, die bei SAP eine klassische Lizenz erwarben, zahlten danach jährlich rund 22 Prozent des Listenpreises für das Programm „Enterprise Support“. Bei einer typischen Lizenzinvestition von einer Million Euro kamen so 220.000 Euro pro Jahr zusammen, ohne dass SAP dafür eine zusätzliche Zeile Programmcode liefern musste.

Die US-amerikanische Verhandlungsberatung UpperEdge rechnete bereits 2019 vor, dass Support-Umsätze damals 45 Prozent des SAP-Halbjahresumsatzes ausmachten. Aus diesen Einnahmen finanzierte der Konzern jahrzehntelang Forschung, Zukäufe und Dividenden.

Daneben gewinnen drei weitere Quellen an Gewicht. Die Business Technology Platform bündelt Datenbank, Integration, Analytics und KI-Dienste in einem Plattformangebot, das SAP nach Modul und Verbrauch abrechnet.

Für Joule, den hauseigenen KI-Assistenten, verlangt SAP einen strategischen Aufpreis: CEO Christian Klein bezifferte den Anteil der Cloud-Verträge mit KI-Komponenten im vierten Quartal 2025 auf die Hälfte. Schließlich verdient SAP an der sogenannten indirekten Nutzung: Greift ein Drittsystem auf SAP-Daten zu, braucht der Kunde dafür eine eigene Lizenz. Diese stille Erlösquelle taucht im Geschäftsbericht selten prominent auf, gehört aber zu den wichtigsten Hebeln jeder Lizenzverhandlung.

Datenströme und KI als neue Erlösbasis

Anders als Meta oder Google lebt SAP nicht vom Werbegeschäft. Die Datenströme, mit denen SAP Geld verdient, entstehen in den Betrieben der Kunden. Jeder S/4HANA-Mandant erzeugt hochstrukturierte Buchungs-, Lager- und Personaldaten in einer Qualität, die kein Hyperscaler aus eigener Kraft erreicht.

Mit genau dieser Datenbasis kann SAP die Joule-Agenten für Finanzbuchhaltung, Beschaffung oder Recruiting glaubwürdig vermarkten. Trainiert werden die Modelle auf Branchenstandards und kundeneigenen Daten, ohne dass diese Informationen den Mandanten verlassen.

Auf der Sapphire-Konferenz im Mai 2026 in Orlando stellte Klein die Vision des „Autonomous Enterprise“ vor: einen Geschäftsbetrieb, in dem Joule als zentrale Schnittstelle zwischen Mitarbeitern, Prozessen und Drittsystemen dient.

Margen-Asymmetrien zwischen den Segmenten

Die Cloud-Bruttomarge lag 2025 bei 75 Prozent, der Cloud-Bruttogewinn stieg auf 15,8 Milliarden Euro. Das Wartungsgeschäft erreichte traditionell Bruttomargen jenseits der 90 Prozent. Wesentlich schwächer schneiden die Services ab, also die eigenen Beratungsleistungen rund um Implementierungen.

SAP überlässt diese Sparte seit Jahren bewusst weitgehend den Partnern und konzentriert sich auf die Software. Die strategische Entscheidung hat einen hohen Preis, denn am Ende liegt die Kundenbeziehung beim Partner, der die Implementierung übernimmt.

Quersubventionierung und teure Wetten

In den frühen 2010er-Jahren brachte SAP Business ByDesign als Cloud-ERP für den Mittelstand auf den Markt und versenkte damit nach Brancheneinschätzung mehrere hundert Millionen Euro.

Das Produkt sollte den Mittelstandsmarkt aufrollen, erreichte aber nie die kritische Masse. Qualtrics wurde 2018 für acht Milliarden US-Dollar gekauft und 2023 für 12,5 Milliarden US-Dollar an die Finanzinvestoren Silver Lake und CPP Investments weiterverkauft.

Solche Manöver zeigen ein Walldorfer Muster: riskante Wetten, konsequente Korrekturen, auch wenn die öffentliche Wahrnehmung darunter leidet.

Skaleneffekte und der wichtigste Lock-in der Branche

Der härteste Lock-in heißt Customizing. Jeder mittelgroße SAP-Kunde hat über Jahre eigene Tabellen, ABAP-Erweiterungen und Schnittstellen entwickelt. Diese Spezialanpassungen gehören dem Kunden, laufen aber ausschließlich auf SAP. Ein Wechsel würde bedeuten, die eigenen Geschäftsprozesse vollständig neu abzubilden.

Hinzu kommt das Partnernetzwerk: Allein im DACH-Raum verdienen nach Schätzungen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe DSAG über 50.000 Beraterinnen und Berater bei Systemhäusern wie NTT Data Business Solutions, Capgemini, T-Systems oder den großen vier Prüfungsgesellschaften ihr Geld mit SAP-Projekten.

Diese Beraterbranche dient SAP zugleich als Vertriebskanal und als politische Lobby.

Wie sich das Modell bis 2026 verschoben hat

Die größte Veränderung ist der Bruch mit dem klassischen Lizenz-plus-Wartung-Modell. Bestandskunden auf der Vorgängergeneration ECC erhalten nur noch bis zum 31. Dezember 2027 den Mainstream-Support, danach fällt das System aus der regulären Pflege.

Kunden, die bei SAP bleiben wollen, müssen auf S/4HANA wechseln. Den Wechsel koppelt der Konzern an das Abo-Programm RISE with SAP, Neukunden erhalten das Gegenstück GROW with SAP, ebenfalls im Abonnement.

SAP macht aus 22 Prozent jährlicher Wartung ein Abo, das unterm Strich häufig teurer ausfällt, dem Konzern aber planbare Cloud-Erlöse bringt. Aktienanalysten gefällt das, vielen Bestandskunden weniger.

Das Wartungsgeschäft war über Jahrzehnte das, was Aktionären den Schlaf gerettet hat. Wer es jetzt für einen Cloud-Vertrag aufgibt, wettet darauf, dass die nächste Generation von Software-Käufern Abo-Modelle akzeptiert, ohne nach der Gesamtrechnung über zehn Jahre zu fragen. Diese Wette ist alles andere als trivial.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Wie groß ist die Marktmacht von SAP?

Zwei Schachfiguren mit einem Maßband, einem Lineal und einem Schild mit der Aufschrift „KNAPP“
6,63 zu 6,57 Prozent: 2024 zog Oracle im ERP-Markt knapp an SAP vorbei.

Im globalen ERP-Markt war SAP zwei Jahrzehnte lang unangefochten. Die Analystengruppe Apps Run The World meldete im April 2025 erstmals eine Wende: Oracle überholte SAP 2024 mit 8,77 Milliarden US-Dollar ERP-Umsatz und einem Marktanteil von 6,63 Prozent, gegenüber 6,57 Prozent für SAP.

Der Vorsprung war hauchdünn, das Signal trotzdem deutlich. Im DACH-Raum blieb SAP der dominante Anbieter, in Nordamerika hat Oracle Fusion Cloud kräftig aufgeholt.

Neben Oracle drängen Microsoft Dynamics 365 in den Mittelstand und Workday in das Personalmanagement. SuccessFactors hält zwar mit knapp 106.000 Kunden die größte Kundenbasis im HR-Segment, im Neugeschäft aber wächst Workday schneller.

In Spezialfeldern positionieren sich Infor, IFS und Sage, der Mittelstand experimentiert zunehmend mit Open-Source-Alternativen wie Odoo. Bei solchen Systemen steckt der größere Aufwand weniger in der Lizenz als in Einrichtung, Datenübernahme und Anpassung an die eigenen Abläufe. Diese Arbeit übernehmen meist spezialisierte Implementierungspartner; welche Dienstleister dafür bereitstehen, zeigt der Vergleich der Odoo-Agenturen.

Der eigentliche Schutz liegt nicht im Preis, sondern in der Integrationstiefe. Ein Konzern, der Konsolidierung, Lager, Produktion, Personal und Beschaffung über zwanzig Jahre in einem System abgebildet hat, ist mit dem Anbieter faktisch verheiratet. Hier liegt die Marktmacht: in den abgeschriebenen Altinvestitionen.

Wer ist bei SAP eigentlich das Produkt?

Großes graues Zahnrad mit „PARTNER“-Schild, kleines orangefarbenes Zahnrad mit Bauhelm, auf Weiß
SAP verdient an der Software, die Beraterhäuser an der Einführung beim Kunden.

Bei Meta sind die Nutzer das Produkt, bei SAP ist die Rollenverteilung anders gelagert. Der Kunde zahlt sichtbar, unsichtbar verdient das gesamte Implementierungs-Ökosystem mit. Eine S/4HANA-Migration bei einem deutschen Mittelständler kostet typischerweise zwischen einer und fünf Millionen Euro an externen Beratungshonoraren, in Großkonzernen sind Projekte jenseits der 100 Millionen Euro keine Seltenheit.

Diese Honorare gehen nicht an SAP, sondern an die Implementierer. SAP verdient an der Software, das Beraternetzwerk an der Übersetzung in den Kundenalltag.

Außerdem stecken die IT-Mitarbeiter der Kunden in einem Interessenkonflikt. Ein Inhouse-Berater, der fünfzehn Jahre lang SAP-Module konfiguriert hat, ist persönlich daran interessiert, dass das System bleibt, denn ein Wechsel zu einem Konkurrenzprodukt entwertet seine Expertise.

Diese Konstellation aus internen Fachleuten und externen Implementierern macht den Wechsel selbst dort schwer, wo der Vorstand ihn rein wirtschaftlich erwägen würde.

Was kostet SAP wirklich, und wer trägt die Kosten?

Modell eines Eisbergs in orangefarbener Flüssigkeit mit einer 22%-Flagge
22 Prozent Wartung pro Jahr sind nur die sichtbare Spitze der SAP-Kosten.

Seine Listenpreise veröffentlicht SAP nicht, der tatsächlich gezahlte Preis ergibt sich aus jeder einzelnen Verhandlung. Aus Auswertungen der Verhandlungsberatung UpperEdge, des Lizenzmanagement-Anbieters Snow Software und der Anwendergruppe DSAG lassen sich aber Größenordnungen ableiten.

KostenblockTypische Größenordnung (Mittelstand, ca. 1.000 Mitarbeitende; laufende Posten pro Jahr)
Lizenzkosten klassisch (initial)0,8–2,5 Mio. € einmalig
Wartungsgebühr (22 % auf Listenpreis)200.000–550.000 €
Implementierungspartner (laufender Betrieb)300.000–900.000 €
Infrastruktur (eigenes Rechenzentrum oder Hyperscaler)150.000–500.000 €
Inhouse-Personal (Stellen)5–15 Vollzeitäquivalente
RISE-with-SAP-Bundle (alternativ zur klassischen Lizenz)500.000–1.500.000 €

Quellen: DSAG-Investitionsreport 2025, Snow Software State of SaaS Report 2025, eigene Recherche.

Die für viele Kunden überraschende Position bleibt die indirekte Nutzung. Ein Unternehmen, das ein eigenes Vertriebsportal oder ein Lieferantensystem mit Zugriff auf SAP-Daten entwickelt, braucht eine zusätzliche Lizenz. Mehrere Konzerne mussten nach SAP-Audits hohe Nachzahlungen leisten, öffentlich bekannt wurden die Fälle von AB InBev und Diageo.

SAP überarbeitete das Lizenzmodell 2018 mit dem sogenannten Digital-Access-Modell, unter den Kunden hielt die Diskussion darüber auch im Frühjahr 2026 noch an.

Am Ende zahlen die Endkunden der SAP-Anwender. Eine Großbäckerei, deren Warenwirtschaft auf S/4HANA läuft, muss ihre IT-Kosten in jedes Brötchen einpreisen.

Im einzelnen Brötchen fällt dieser Aufschlag kaum auf, in der Summe macht er SAP zu einem der stillsten Kostentreiber der deutschen Wirtschaft.

Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Waage mit orangen Münzen auf der linken Seite und einem Schild mit der Aufschrift „BILANZ“
Aktionäre und Beraterhäuser gewinnen, Mittelständler zahlen die Migration.

Auf der Gewinnerseite stehen zuerst die Aktionäre: Zwischen März 2024 und März 2025 legte die SAP-Aktie um rund 40 Prozent zu. Top-Management und Schlüsselpersonal verdienen über Aktienprogramme mit.

Die großen Implementierungspartner Accenture, Capgemini, Deloitte, IBM Consulting und NTT Data wachsen mit jedem Migrationsprojekt.

Auch der Standort Walldorf profitiert: Die Gemeinde lebt seit Jahrzehnten von Gewerbesteuereinnahmen, die andere Kommunen ihrer Größe nur aus Lottoträumen kennen.

Auf der Verliererseite stehen drei Gruppen. Die Migration trifft zuerst Mittelständler ohne eigene SAP-Kompetenz: Gemessen an ihrer Größe zahlen diese Betriebe am meisten und finden am Markt kaum noch günstige Beratung, weil die guten Köpfe in Großprojekten ausgelastet sind.

Zudem erschwert das wachsende Cloud-Bundle aus RISE, GROW und BTP kleineren ERP-Wettbewerbern die Differenzierung.

Schließlich zahlen SAP-Beschäftigte drauf, deren Tätigkeitsfelder nicht in die KI-Roadmap passen. Die Restrukturierung vom Januar 2024 betraf rund 10.000 Stellen. Etwa 3.000 Mitarbeitende verließen das Unternehmen im ersten Halbjahr 2025 freiwillig, die übrigen Betroffenen wurden umgeschult oder versetzt.

Im Oktober 2025 kündigte SAP an, künftig dauerhaft 1 bis 2 Prozent der Belegschaft pro Jahr abzubauen.

Wer am SAP-Modell verdient und wer dafür zahlt
Gewinner und Verlierer des Umbaus zur Cloud, Stand Mai 2026.
Gewinner
Aktionäre

Die SAP-Aktie legte zwischen März 2024 und März 2025 um rund 40 Prozent zu.

Implementierungspartner

Accenture, Capgemini, Deloitte, IBM Consulting und NTT Data wachsen mit jeder Migration.

Standort Walldorf

Die Stadt lebt seit Jahrzehnten von den Gewerbesteuereinnahmen des Konzerns.

Verlierer
Mittelständler

Betriebe ohne eigene SAP-Kompetenz zahlen gemessen an ihrer Größe am meisten für die Migration.

Kleinere ERP-Anbieter

Das Cloud-Bundle aus RISE, GROW und BTP erschwert kleineren Anbietern die Differenzierung.

SAP-Beschäftigte

Der Umbau ab Januar 2024 betraf rund 10.000 Stellen.

Wie politisch ist SAP?

Weiße Säule mit orangem Netzwerkkabel umwickelt, Sockel-Aufschrift „BRÜSSEL“ auf weißem Grund
4,75 bis 5,0 Millionen Euro Lobbyausgaben wies SAP 2024 im EU-Transparenzregister aus.

SAP gilt in Brüssel als einer der wenigen europäischen Akteure, die neben Microsoft, Amazon und Google sichtbar bleiben. Im EU-Transparenzregister weist der Konzern für 2024 Lobbyausgaben zwischen 4,75 und 5,0 Millionen Euro aus, seine Vertreter haben Zugang bis auf die Ebene der Kommissare.

Auf der Agenda standen im Frühjahr 2026 der Cyber Resilience Act, der AI Act und Initiativen zur sogenannten digitalen Souveränität Europas. SAP positioniert sich dabei als europäische Alternative zu US-Anbietern, ein Argument, das CEO Christian Klein in jedem zweiten Interview platziert.

Im Januar 2024 einigten sich das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC mit SAP auf eine Zahlung von 220 Millionen US-Dollar, weil der Konzern zwischen 2013 und 2018 in Südafrika und Indonesien Regierungsbeamte bestochen hatte, um öffentliche Aufträge zu sichern.

SAP war damit zum zweiten Mal binnen weniger Jahre wegen Verstößen gegen den Foreign Corrupt Practices Act auffällig geworden. Unabhängig davon hatte der Konzern 2014 in einem Urheberrechtsstreit 356,7 Millionen US-Dollar an Oracle überwiesen, ausgelöst durch die SAP-Tochter TomorrowNow.

In Deutschland operiert SAP geschickter. In Walldorf ist SAP Arbeitgeber, Sponsor und Identifikationsfigur zugleich.

Die DSAG, mit mehreren tausend Mitgliedsunternehmen die größte SAP-Anwendergruppe, kritisiert SAP regelmäßig öffentlich für Preispolitik und Migrationsdruck. Diese Reibung ist seit Jahren Teil eines stabilen Verhandlungsritus. Beide Seiten brauchen einander.

Was könnte SAP zu Fall bringen?

Dominoeffekt mit umkippendem orangefarbenem Stein und Schild „STICHTAG“ vor weißer Dominoreihe
Composable ERP, Microsoft und KI: drei Risiken für das SAP-Modell, dazu der Stichtag Ende 2027.

Im Frühjahr 2026 zeichneten sich drei ernsthafte Bedrohungen ab.

Composable ERP. Statt eines monolithischen Systems setzen immer mehr Unternehmen auf modulare Lösungen, in denen Module spezialisierter Anbieter wie Workday (HR), Salesforce (Vertrieb), Coupa (Beschaffung) oder Snowflake (Datenplattform) über offene Schnittstellen kombiniert werden. SAP setzt diesem Trend die BTP entgegen, ist aber strukturell im Nachteil, weil die eigenen Module nicht in jeder Kategorie den Spezialisten das Wasser reichen können.

Microsoft als Plattform-Konkurrent. Mit Dynamics 365, Azure, Power Platform, Copilot Studio und der Partnerschaft mit OpenAI bietet Microsoft einen wachsenden Gegenentwurf, der besonders im gehobenen Mittelstand zieht.

Die strategische Allianz beider Konzerne beim Cloud-Hosting bleibt, der Wettbewerb in der Anwendungsschicht verschärft sich.

KI-Disruption des Beratergeschäfts. Falls Joule und konkurrierende Werkzeuge die Implementierung tatsächlich um 30 bis 50 Prozent verbilligen, gerät das Ökosystem aus Implementierungspartnern unter Druck. Genau diese Partner waren im Frühjahr 2026 aber der wichtigste Vertriebskanal.

Ein schnellerer Migrationszyklus könnte kurzfristig die Lizenz-Umsätze stützen, mittelfristig aber den Vertriebsapparat schwächen, der den Cloud-Übergang absichern soll.

Hinzu kommt der selbst gesetzte Stichtag 31. Dezember 2027. Bis zum Frühjahr 2026 war nach Branchenschätzungen weniger als die Hälfte der ECC-Kunden migriert. Kunden, die den Termin verpassen, zahlen entweder einen teuren Wartungsaufschlag oder stehen ohne offizielle Pflege da.

Unternehmen, die den Termin halten, haben womöglich das größte IT-Projekt ihrer Geschichte hinter sich. Beide Wege bergen Risiken, und an beiden hängt SAPs operatives Schicksal der nächsten drei Jahre.

Was bedeutet SAP für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Wegweiser mit dem Wort Wahl, verschiedenen Richtungspfeilen und einem Schlüssel
Drei Empfehlungen für Entscheider: ERP-Wahl offen halten, Verträge prüfen, SAP-Wissen aufbauen.

Für viele deutsche Mittelständler ist SAP zunächst Pflicht. Zulieferer von DAX-Konzernen oder des Bundes kommen an SAP-Schnittstellen kaum vorbei. Die Investitionsentscheidung lautet daher nicht Ja oder Nein, sondern: wie groß und wie tief.

Für die zwölf Monate ab Frühjahr 2026 lassen sich drei Szenarien skizzieren.

Optimistisches Szenario. Joule liefert messbare Produktivitätsgewinne, die DSAG meldet reibungslose Migrationsverläufe, SAP gewährt Rabatte auf RISE-Verträge, und mittelständische Anwender berichten von handhabbaren Projektkosten. Die SAP-Aktie testet das Vorjahreshoch erneut.

Realistisches Szenario. S/4HANA-Migrationen laufen weiter im teuren Beratungsmodus. Ein Teil der Mittelständler verschiebt Entscheidungen aus Kostengründen über 2027 hinaus und zahlt Wartungsaufschläge. SAP wächst im Cloud-Geschäft zweistellig, im Gesamtumsatz einstellig. Der Börsenwert pendelt um die Marke von 200 Milliarden US-Dollar.

Pessimistisches Szenario. Die Konjunktur bricht ein, im Mittelstand entsteht ein Investitionsstau, und zugleich drängen Microsoft und Oracle mit Mittelstandsangeboten nach. SAP verfehlt das Cloud-Wachstumsziel, der Stichtag 2027 muss verschoben werden, das Vertrauen in das Migrationsversprechen leidet. Die Aktie verliert einen zweistelligen Prozentsatz an Wert.

Für Entscheider ergeben sich drei konkrete Empfehlungen. Solange Ihre ERP-Entscheidung noch offen ist, sollten Sie SAP nicht als gesetzt betrachten. Für viele Anwendungsfälle sind Microsoft Dynamics 365 Business Central, Odoo oder spezialisierte Branchenlösungen kostengünstiger und schneller einsatzbereit. Welche dieser Alternativen zum eigenen Betrieb passt, zeigt ein Vergleich der ERP-Systeme, der Funktionsumfang, Zielgruppen und Preismodelle der Anbieter nebeneinanderstellt.

Setzen Sie SAP bereits ein, lassen Sie vor jeder Vertragsverlängerung Wartungsumfang, indirekte Nutzung und Listenpreisbasis prüfen.

Die größten Einsparungen liegen erfahrungsgemäß im Aufräumen der Lizenzen, nicht in der Preisverhandlung. Mit eigener SAP-Kompetenz sichern Sie sich zudem auf Jahre einen Vorteil, denn Fachleute dafür sind auf dem Arbeitsmarkt knapp. Trotz aller KI-Effizienz bleibt SAP-Wissen gut bezahlt.

Glossar: 12 wichtige Fachbegriffe zu SAP

Ein weißer Karteikasten mit der Aufschrift Glossar, gefüllt mit orangefarbenen Trennblättern
Zwölf Fachbegriffe von ABAP bis S/4HANA, kurz erklärt.

ABAP

ABAP ist die hauseigene Programmiersprache von SAP, eingeführt 1983. Das Kürzel steht für „Advanced Business Application Programming“. Mit ABAP passen Unternehmen seit Jahrzehnten die SAP-Standardsoftware an ihre eigenen Anforderungen an. Die meisten Erweiterungen in deutschen SAP-Installationen sind in ABAP geschrieben.

BTP (Business Technology Platform)

BTP ist die strategische Plattform von SAP für Integration, Datenmanagement, KI und Erweiterungen. Die Plattform bündelt unterschiedliche Cloud-Dienste, SAP rechnet sie nach Verbrauch und Modul ab. BTP ist die wichtigste neue Erlösquelle jenseits des klassischen ERP-Geschäfts.

Cloud Backlog

Cloud Backlog bezeichnet den vertraglich gesicherten, aber noch nicht realisierten Cloud-Umsatz. SAP weist sowohl den Current Cloud Backlog (Umsatz der nächsten zwölf Monate) als auch den Total Cloud Backlog aus. Ende 2025 lag der Total Cloud Backlog bei 77,3 Milliarden Euro.

Customizing

Customizing beschreibt die unternehmensspezifische Anpassung von SAP-Software an die jeweilige Organisation, ihre Buchungslogik und ihre Prozesse. Diese Anpassungen sind Eigentum des Kunden und einer der wichtigsten Gründe, warum ein Wechsel zu Konkurrenzprodukten technisch wie wirtschaftlich aufwendig ist.

DSAG (Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe)

Die DSAG ist mit mehreren tausend Mitgliedsunternehmen die einflussreichste Vertretung von SAP-Anwendern weltweit. Der Verband veröffentlicht jährlich Investitionsreports und kritisiert regelmäßig öffentlich SAPs Preispolitik, Lizenzmodelle und Migrationsstrategien.

ECC (ERP Central Component)

ECC ist die Vorgängergeneration der S/4HANA-Suite, 2004 eingeführt und Standard in vielen deutschen Konzernen. Das Ende des Mainstream-Supports für ECC am 31. Dezember 2027 ist der wesentliche Treiber des Migrationsdrucks.

FCPA (Foreign Corrupt Practices Act)

Der FCPA ist ein US-Gesetz gegen Auslandskorruption, das auch nicht-amerikanische Unternehmen erfassen kann, sofern diese an US-Börsen notieren oder anderweitig US-Bezug haben. SAP musste im Januar 2024 wegen FCPA-Verstößen in Südafrika und Indonesien 220 Millionen US-Dollar zahlen.

HANA

HANA ist die hauseigene Hauptspeicher-Datenbank von SAP, 2010 vorgestellt. HANA verarbeitet Daten direkt im Arbeitsspeicher und liefert so in Sekunden Auswertungen, die früher Stunden dauerten. Alle modernen SAP-Cloud-Produkte basieren auf HANA.

Indirekte Nutzung

Indirekte Nutzung liegt vor, wenn aus einem Drittsystem auf SAP-Daten zugegriffen wird. Solche Zugriffe sind lizenzpflichtig, was in Audits zu hohen Nachzahlungen führen kann. SAP hat 2018 das Digital-Access-Modell eingeführt, bei dem SAP pro Beleg statt pro Anwender abrechnet.

Joule

Joule ist der KI-Assistent von SAP, eingeführt 2023 und 2025/2026 zur zentralen Schnittstelle des sogenannten Autonomous Enterprise ausgebaut. Joule kombiniert generative KI mit unternehmenseigenen Daten und wird seit 2025 in praktisch alle Cloud-Produkte integriert.

RISE with SAP

RISE with SAP ist das Migrationspaket für Bestandskunden auf dem Weg in die Cloud. Das Paket bündelt S/4HANA Cloud, BTP, Tools und Beratung in einem einzigen Subscription-Vertrag. Das Programm ist das wichtigste kommerzielle Instrument für den ECC-Ausstieg bis 2027.

S/4HANA

S/4HANA ist die jüngste ERP-Generation von SAP (Stand: Mai 2026), 2015 vorgestellt und ausschließlich auf der HANA-Datenbank lauffähig. S/4HANA steht im Zentrum aller Migrationsprojekte und wird in den Varianten Private Cloud, Public Cloud und On-Premise angeboten.

Häufige Fragen zum Geschäftsmodell von SAP

FAQ-Würfel mit großem, orangefarbenem Fragezeichen und kleinem Hinweisschild
Antworten auf häufige Fragen zum Geschäftsmodell von SAP.

Wann wurde SAP gegründet?

SAP wurde am 1. April 1972 in Weinheim gegründet, von fünf ehemaligen IBM-Mitarbeitern: Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Klaus Tschira, Hans-Werner Hector und Claus Wellenreuther. Der Firmenname stand zunächst für Systemanalyse und Programmentwicklung.

Wer ist CEO von SAP?

Christian Klein führt SAP seit April 2020 als alleiniger Vorstandsvorsitzender (Stand: Mai 2026). Nach einer kurzen Phase als Co-CEO mit Jennifer Morgan übernahm Klein die Alleinverantwortung und treibt seitdem den Umbau in Richtung Cloud und KI voran.

Wie hoch sind die SAP-Wartungsgebühren?

Die jährliche Standardgebühr im Programm Enterprise Support beträgt 22 Prozent des ursprünglichen Listenpreises der Lizenzen. Ältere Verträge können auf Basis von 17 Prozent laufen, je nach Vereinbarung sind außerdem inflationsbedingte Anpassungen üblich.

Was passiert mit SAP ECC nach 2027?

Der Mainstream-Support endet am 31. Dezember 2027. Danach bietet SAP entweder einen kostenpflichtigen Extended Support oder den Wechsel auf S/4HANA über die Programme RISE oder GROW with SAP. Unternehmen, die beides ablehnen, betreiben das System ohne offizielle Pflege.

Welche Konkurrenten hat SAP im ERP-Markt?

Die wichtigsten globalen Wettbewerber sind Oracle (Fusion Cloud ERP, NetSuite), Microsoft (Dynamics 365), Workday (vor allem im HR-Bereich) und Infor. Im deutschsprachigen Mittelstand treten zunehmend auch Sage, IFS und Open-Source-Anbieter wie Odoo an.

Warum ist die SAP-Aktie bis Anfang 2025 so stark gestiegen?

Treiber waren das beschleunigte Cloud-Wachstum, die Verdopplung des operativen Gewinns nach IFRS, die KI-Strategie rund um Joule und die Umschichtung institutioneller Investoren aus US-amerikanischen in europäische Technologietitel. Zwischen März 2024 und März 2025 legte die Aktie um rund 40 Prozent zu.

Quellen

Ein Stapel weißer Aktenordner, aus einem ragt ein oranges Lesezeichen mit der Aufschrift „QUELLEN“
Geschäftsberichte, Behörden und Analysten: die Quellen dieses Beitrags.
  • SAP SE: Quartalsstatement Q4 und FY 2025, https://news.sap.com/2026/01/sap-announces-q4-and-fy-2025-results/, besucht am 24.05.2026
  • SAP SE: Quartalsstatement Q1 2026, https://www.sap.com/docs/download/investors/2026/sap-2026-q1-statement.pdf, besucht am 24.05.2026
  • SAP SE: Geschäftsbericht und Form 20-F 2025, https://www.sap.com/investors, besucht am 24.05.2026
  • US Securities and Exchange Commission: Press Release SAP FCPA Settlement, https://www.sec.gov/news/press-release/2024-4, besucht am 24.05.2026
  • US Department of Justice / Stanford FCPA Database: SAP Enforcement Action, https://fcpa.stanford.edu/enforcement-action.html?id=912, besucht am 24.05.2026
  • Apps Run The World: Top 10 ERP Software Vendors 2024, https://www.appsruntheworld.com/top-10-erp-software-vendors-and-market-forecast/, besucht am 24.05.2026
  • Morningstar: SAP Overtakes Novo Nordisk, https://www.morningstar.com/stocks/sap-overtakes-novo-become-europes-biggest-stock, besucht am 24.05.2026
  • Fortune: Novo Nordisk Overtakes SAP, https://fortune.com/europe/2025/06/13/novo-nordisk-overtakes-sap-europe-most-valuable-company/, besucht am 24.05.2026
  • Companies Market Cap: SAP Market Capitalization, https://companiesmarketcap.com/sap/marketcap/, besucht am 24.05.2026
  • SAP News Center: Hasso Plattner steps down, https://news.sap.com/2024/05/the-end-of-an-era-hasso-plattner-steps-down/, besucht am 24.05.2026
  • The Register: SAP Restructuring 3.000 Mitarbeiter, https://www.theregister.com/2025/04/23/sap_staff_cuts/, besucht am 24.05.2026
  • UpperEdge: Paying Too Much for SAP Maintenance, https://upperedge.com/sap/paying-too-much-for-sap-maintenance/, besucht am 24.05.2026
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