Lizenzfreie Bilder zu finden war früher eine Frage der richtigen Plattform. Heute ist es eine Frage der richtigen Methode. Die einst gefeierten Gratis-Anbieter gehören mittlerweile zu Getty oder Canva, ihre Lizenzen sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Und während Sie noch suchen, generiert die Konkurrenz längst.

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Kernaussagen auf einen Blick

Fächer aus gedruckten Fotos neben einem Computer auf einem Holztisch
Unsplash, Pixabay und Pexels gehören großen Konzernen. Pixabay ersetzte 2019 die CC0-Lizenz durch restriktivere Bedingungen
  • Die wichtigsten kostenlosen Stockfoto-Plattformen sind keine unabhängigen Dienste mehr. Unsplash gehört seit 2021 zu Getty Images, Pixabay seit 2018 und Pexels seit 2019 zu Canva.
  • Pixabay hat zum 9. Januar 2019 die CC0-Lizenz aufgegeben und durch eine eigene, restriktivere Inhaltslizenz ersetzt. Was Sie heute herunterladen, ist nicht mehr gemeinfrei.
  • Wirklich rechtssichere, dauerhaft freie Bildquellen sind fast immer institutionell: Wikimedia Commons, Smithsonian Open Access, Library of Congress, NASA, Europeana.
  • KI-Bildgeneratoren wie Midjourney, ChatGPT mit DALL·E, Google Gemini, Adobe Firefly und Stable Diffusion liefern in Sekunden ein Motiv, das exakt zur Botschaft passt. Die Stockfoto-Suche dauert länger als das Generieren.
  • Für Bilder mit erkennbaren Personen, Markenlogos oder als redaktionellen Beleg bleibt klassisches Stockfoto-Material weiterhin notwendig. Für alles andere nicht.

Stockfoto-Plattformen sind nicht mehr, was sie waren

Alte Waage mit analogen Fotos und einem Tablet in historischem Raum
Stockfotografie verliert an Gewicht: Drei der wichtigsten Anbieter gehören mittlerweile zu Getty oder Canva.

Wer in den vergangenen zehn Jahren eine Webseite oder einen Blog betrieben hat, kennt die Liste auswendig. Pixabay, Unsplash, Pexels, Freepik, Burst, Stockvault, Gratisography. Dazu Dutzende Nischen-Anbieter mit oft skurrilen Namen, die kostenfreie Fotos versprachen. Der alte Dr.-Web-Artikel listete satte 36 dieser Bildertankstellen auf.

Diese Welt existiert so nicht mehr. Im März 2021 hat Getty Images die Plattform Unsplash übernommen. Damit gehört der vermutlich wichtigste Anbieter kostenloser Fotografie heute der größten kommerziellen Bildagentur der Welt. Pixabay wurde bereits im November 2018 von Canva gekauft, Pexels folgte 2019. Die australische Grafikplattform vereint damit zwei der drei größten kostenlosen Bildquellen in einem Konzern.

Die Auswirkungen sind nicht kosmetisch. Pixabay hat zum 9. Januar 2019 die bisherige CC0-Lizenz fallen gelassen und durch eine eigene Inhaltslizenz ersetzt, wie aus den aktuellen Pixabay Terms of Service hervorgeht. Diese verbietet ausdrücklich den Verkauf unveränderter Kopien, das Hochladen auf Konkurrenzplattformen und einige weitere Nutzungen. Bilder vor diesem Datum bleiben gemeinfrei, weil eine CC0-Freigabe rechtlich nicht zurücknehmbar ist. Welche der heute auffindbaren Bilder noch CC0 sind, erkennen Sie nur am Hochlade-Datum in der Seitenleiste.

Auch viele der kleineren Nischenanbieter aus der goldenen Zeit der kostenlosen Stockfotografie sind inzwischen verschwunden, eingestellt oder werden nicht mehr gepflegt. Wer heute eine zehn Jahre alte Bilderliste durchklickt, landet auf einer beachtlichen Zahl toter Domains.

Was lizenzfrei wirklich heißt

Karteibox mit Hängemappen, beschriftet: Royalty-Free, Gemeinfrei, Eigenlizenz
Drei Lizenzkategorien, drei Risikoprofile: Lizenzfrei ist nicht gleich gemeinfrei und Eigenlizenz ist nicht gleich CC0.

Der Begriff lizenzfrei ist juristisch Unsinn, wenn man ihn wörtlich nimmt. Im englischen Original heißt das Konzept royalty-free und beschreibt etwas anderes als der deutsche Begriff suggeriert. Royalty-free bedeutet, dass Sie keine fortlaufenden Lizenzgebühren zahlen müssen, sondern einmalig ein Nutzungsrecht erwerben oder eingeräumt bekommen. Das Urheberrecht selbst bleibt beim Fotografen.

Davon zu unterscheiden ist die Gemeinfreiheit. Ein Bild ist gemeinfrei, sobald der Urheber 70 Jahre tot ist oder ausdrücklich auf alle Rechte verzichtet hat. Letzteres geschieht in der Praxis fast immer über die Lizenz Creative Commons Zero, kurz CC0. Diese ist vergleichbar mit der Public Domain im US-Recht, die das deutsche Urheberrecht so nicht kennt.

Plattformen mit Eigenlizenz wie das heutige Pixabay, Unsplash oder Pexels operieren in einer dritten Kategorie. Die Bilder dürfen Sie kostenlos und kommerziell nutzen, aber unter Bedingungen, die der Plattformbetreiber jederzeit ändern kann. Was vor fünf Jahren erlaubt war, kann heute verboten sein. Das Open-Educational-Resources-Portal iRights.info rät deshalb davon ab, solche Bilder in offenen Bildungsmaterialien zu verwenden, weil die Lizenzen nicht stabil genug sind.

Für Unternehmenswebseiten ist diese Unsicherheit oft kein Showstopper. Aber wer einmal eine Abmahnung wegen eines vermeintlich freien Bildes bekommen hat, schaut zweimal hin.

Die wenigen Quellen, die wirklich frei sind

Historische Bibliothek mit alten Büchern, Studientischen, einer Leselupe und einem Mann im Hintergrund
Institutionelle Quellen wie Wikimedia, Smithsonian und das Bundesarchiv liefern, was Stockfoto-Datenbanken nie hatten: dokumentierte Herkunft.

Was bleibt, sobald die großen Plattformen keine echte Rechtssicherheit mehr bieten? Eine Handvoll Quellen, die fast alle eine Gemeinsamkeit haben. Diese Quellen werden von öffentlichen Institutionen, Museen oder Archiven betrieben.

QuelleBetreiberLizenzStärke
Wikimedia CommonsWikimedia FoundationCC0, CC-BY, gemeinfreiGrößte freie Mediensammlung der Welt mit über 100 Mio. Dateien
Smithsonian Open AccessSmithsonian InstitutionCC0Über 4 Mio. Bilder aus Museen, Archiven und Bibliotheken
Library of CongressUS-Kongressbibliothekgemeinfrei, teils CC0Historische Fotografie, Karten, Plakate, Manuskripte
NASA Image LibraryNASAgemeinfreiAstronomie, Raumfahrt, Erde aus dem All
EuropeanaEuropäische UnionCC0, CC-BY, gemeinfreiEuropäisches Kulturerbe aus über 4.000 Institutionen
Public Domain ReviewStiftung in GroßbritanniengemeinfreiKuratierte historische Bilder, Stiche, Illustrationen
Bundesarchiv (Bildarchiv)Bundesrepublik DeutschlandCC-BY-SADeutsche Zeitgeschichte vom 19. Jahrhundert bis heute
MET Open AccessMetropolitan Museum of ArtCC0Über 490.000 Werke aus dem MET in New York

Diese Quellen haben drei Vorteile, die kommerzielle Plattformen nicht bieten können. Erstens ist die Lizenz dauerhaft, weil eine Institution nicht von heute auf morgen ihre Bedingungen ändert. Zweitens ist die Herkunft der Bilder dokumentiert, was bei Streit ein Beweismittel ergibt. Drittens decken die Sammlungen Themen ab, für die kein Stockfotograf je einen Auftrag bekommen würde. Wer ein historisches Schiffsdiagramm aus dem 18. Jahrhundert braucht, ein Mikroskop-Foto aus den 1960er Jahren oder eine Lithografie aus dem viktorianischen England, findet das in keiner Stockfoto-Datenbank.

Der Nachteil: Für moderne Lifestyle-Motive, Business-Szenen oder Produktfotografie sind diese Quellen ungeeignet. Genau für diese Anwendungsfälle hat sich das Spielfeld verschoben.

Der Bruch: KI generiert das Bild, das Sie wirklich brauchen

Zwei Monitore auf einem Schreibtisch: links Stock-Fotos, rechts ein KI-Generierungstool
Suchen oder Generieren: Stockfoto-Recherche dauert oft länger als ein KI-Prompt mit drei Iterationen.

Stockfotografie funktioniert nach einem einfachen Prinzip. Tausende Fotografen produzieren Bilder auf Verdacht, in der Hoffnung, dass jemand sie kauft oder herunterlädt. Sie als Suchender filtern aus Millionen vorhandener Motive das passende heraus. Das Ergebnis sind die berühmten Klischee-Fotos: das diverse Team beim Brainstorming, die strahlende Geschäftsfrau am Laptop, das nachdenkliche Paar vor dem Sonnenuntergang.

Diese Logik wirkt seit dem Durchbruch der KI-Bildgeneratoren überholt. Sie suchen nicht mehr nach einem vorhandenen Bild, das ungefähr passt. Sie beschreiben das Bild, das Sie brauchen, und das Motiv entsteht. In Sekunden, in der Auflösung Ihrer Wahl, mit dem Bildausschnitt, der Stimmung und dem Stil, den Sie vorgeben.

Ein Beispiel aus der Praxis. Ein Beitrag über die deutsche Energiewende braucht ein Symbolbild. Klassischer Stockfoto-Weg: zwanzig Minuten Suche zwischen Windrädern auf grünen Wiesen, die alle so aussehen, als hätte sie der gleiche Fotograf am gleichen Tag gemacht. KI-Weg: ein Prompt mit der gewünschten Bildaussage, drei Generierungsdurchgänge, das Ergebnis ist einzigartig und passt exakt zum Artikel. Der Zeitvorteil liegt in der Größenordnung Faktor zehn.

Hinzu kommt der Originalitätsgewinn. Stockfotos haben das Problem, dass die gleichen Motive auf hunderten anderen Webseiten ebenfalls auftauchen. Ein KI-generiertes Bild gibt es genau einmal, nämlich auf Ihrer Seite.

Welches KI-Werkzeug für welchen Zweck

Fünf beschriftete Werkzeugkästen stehen aufgereiht in einer Werkstatt
Fünf Werkzeuge, fünf Stärken: Welcher KI-Bildgenerator zur Aufgabe passt, hängt vom Workflow und vom Compliance-Anspruch ab.

Der Markt der KI-Bildgeneratoren ist binnen drei Jahren explodiert. Die wichtigsten Anbieter unterscheiden sich in Bildstil, Preisstruktur und rechtlichem Setup.

WerkzeugStärkeKostenBesonderheit
MidjourneyKünstlerischer Stil, hohe Bildqualitätab 9 € pro MonatDiscord-basiert, lange Marktführer bei Bildästhetik
ChatGPT mit DALL·EIntegration in Textworkflow, einfache Bedienungin ChatGPT-Abos enthaltenDirekte Iteration aus der Konversation heraus
Google GeminiSchnelle Generierung, gute Texteinbindungin Google-Abos enthaltenStark bei Infografiken und beschriftbaren Motiven
Adobe FireflyTrainiert ausschließlich auf lizenzierten Datenin Creative Cloud enthaltenHöchste rechtliche Sicherheit, kommerziell freigegeben
Stable DiffusionOpen Source, lokal betreibbarkostenlos, Hardware-abhängigVolle Kontrolle, keine Cloud, technisch anspruchsvoll

Adobe Firefly nimmt eine Sonderstellung ein. Adobe trainiert das Modell ausschließlich mit Bildern aus dem eigenen Stock-Bestand und gemeinfreien Werken, was rechtlich die saubere Lösung ist. Für Unternehmenseinsätze mit hohem Compliance-Anspruch ist das ein Argument. Für maximale Bildqualität und stilistische Bandbreite gilt Midjourney weiterhin als Referenz.

Für die meisten Beiträge im Webdesign-Bereich reicht ein Werkzeug, das gut in den eigenen Workflow passt. Wer ohnehin ChatGPT für Texte nutzt, generiert mit DALL·E direkt aus dem Chat. Wer Adobe Creative Cloud abonniert hat, ist mit Firefly auf der sicheren Seite.

Die Logik der Stockfotografie war: Tausende produzieren auf Verdacht, einer findet zufällig das Passende. KI dreht das um. Das Bild entsteht für genau diesen Artikel, niemand sonst hat es. Das ist kein Effizienzgewinn, das ist ein anderes Spiel.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Rechtliche Grauzonen bei KI-Bildern

Justitia-Statue neben einem Stapel gedruckter KI-Bilder in einem Gerichtssaal
KI-Bilder genießen nach deutschem Recht keinen eigenen Urheberrechtsschutz, dafür sind die Trainingsdaten Gegenstand mehrerer laufender Klagen.

Die kommerzielle Nutzung KI-generierter Bilder ist möglich, aber nicht in jedem Detail abschließend geklärt. Drei Punkte sind wichtig.

Erstens das Urheberrecht am erzeugten Bild. Das deutsche Urheberrecht setzt eine persönliche geistige Schöpfung eines Menschen voraus. Ein Bild, das ausschließlich eine Maschine erzeugt, ist nach herrschender juristischer Meinung nicht urheberrechtlich geschützt. Das hat Konsequenzen: Sie können das Bild zwar nutzen, aber niemand kann es exklusiv schützen lassen. Wer signifikant nachbearbeitet, schafft eventuell ein eigenes Werk mit Bearbeitungsurheberrecht.

Zweitens die Trainingsdaten. Mehrere KI-Anbieter sehen sich Klagen gegenüber, weil ihre Modelle mit urheberrechtlich geschützten Bildern trainiert wurden, ohne dass die Urheber zugestimmt hätten. Getty Images verklagt Stability AI, Künstler haben sich gegen Midjourney zusammengeschlossen. Adobe Firefly umgeht das Problem durch das Training auf eigenen, lizenzierten Beständen.

Drittens die kommerzielle Lizenz. Alle großen Anbieter erlauben in ihren Bezahltarifen ausdrücklich die kommerzielle Nutzung. In den kostenlosen Tarifen gibt es Einschränkungen. Wer KI-Bilder geschäftlich nutzt, sollte den entsprechenden Tarif buchen und die Lizenzbedingungen zum Zeitpunkt der Generierung dokumentieren, am besten per Screenshot.

Wann sich der klassische Stockfoto-Weg trotzdem lohnt

Ein Fotostudio mit Kamera auf Stativ, zwei Studioleuchten, Hintergrund und einem Klemmbrett auf Hocker
Wo echte Menschen, Marken oder Belegfotos gefragt sind, bleibt klassische Stockfotografie der einzige rechtssichere Weg.

KI ersetzt nicht alles. Drei Anwendungsfälle bleiben Stockfoto-Material vorbehalten.

Bilder mit erkennbaren Personen sind ein Minenfeld. KI-generierte Personen sehen oft nicht real aus oder verraten sich an typischen Artefakten wie sechs Fingern oder seltsam verzogenen Ohren. Wer ein authentisches Foto mit echten Menschen braucht, kommt um klassische Stockfotografie nicht herum. Dort sind die Modelle vertraglich freigegeben (Model Release), was bei einer KI-Person rechtlich nicht möglich ist.

Markenkontext ist die zweite Ausnahme. Sobald ein Logo, ein bekanntes Gebäude oder ein geschütztes Produkt im Bild ist, greifen Marken- und Designrechte zusätzlich zum Urheberrecht. KI-Modelle erzeugen solche Marken oft fehlerhaft oder verfälscht, was eigene Risiken birgt. Für solche Motive lohnen sich entweder eine kostenpflichtige redaktionelle Lizenz oder ein eigenes Foto.

Redaktionelle Belegfotos sind die dritte Kategorie. Wer über die Bundeskanzlerin schreibt, braucht ein echtes Foto der Bundeskanzlerin, nicht eine KI-Annäherung. Hier sind Bildagenturen oder Pressestellen die richtige Adresse, in vielen Fällen das Bundesarchiv oder Wikimedia Commons mit ihren freien Beständen.

Glossar: 10 wichtige Fachbegriffe zu lizenzfreien Bildern

Pinzette greift Foto von Teammeeting mit Stempel
CC0 ermöglicht die uneingeschränkte und kostenlose Nutzung von Werken ohne Quellenangabe, auch für kommerzielle Zwecke

CC0

CC0 (Creative Commons Zero) ist eine Verzichtserklärung, mit der Urheber auf alle Rechte an ihrem Werk verzichten. Die Bilder dürfen ohne Quellenangabe und ohne Einschränkung verwendet werden, auch kommerziell. CC0 ist die rechtssicherste Form der Bildlizenzierung für Nachnutzer.

Creative Commons (CC)

Creative Commons (CC) ist ein internationales Lizenzsystem für Werke jeder Art. Die sechs Hauptlizenzen unterscheiden sich darin, ob Quellenangabe, kommerzielle Nutzung oder Bearbeitung erlaubt sind. CC-BY verlangt Namensnennung, CC-BY-SA zusätzlich die gleiche Lizenz für Bearbeitungen.

DALL·E

DALL·E ist der KI-Bildgenerator des US-Unternehmens OpenAI, den dasselbe Unternehmen auch hinter ChatGPT betreibt. DALL·E ist in den ChatGPT-Abos enthalten und erzeugt aus Textbeschreibungen fotorealistische oder stilisierte Bilder. Die Stärke liegt in der direkten Iteration aus dem Chat heraus.

Gemeinfreiheit

Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk keinem Urheberrecht mehr unterliegt. In Deutschland ist das nach § 64 UrhG 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers der Fall. Ein gemeinfreies Werk darf jeder ohne Erlaubnis und ohne Vergütung nutzen, verändern und sogar verkaufen.

KI-Bildgenerator

KI-Bildgenerator ist ein Programm, das auf Basis einer Textbeschreibung neue Bilder erzeugt. Die bekanntesten Anbieter sind Midjourney, DALL·E, Google Gemini, Adobe Firefly und Stable Diffusion. Die Modelle wurden mit Milliarden Bildern trainiert und können fotorealistische, gemalte oder grafische Stile erzeugen.

Midjourney

Midjourney ist ein KI-Bildgenerator, der auf der Chat-Plattform Discord betrieben wird. Midjourney gilt seit 2022 als Referenz für künstlerische Bildqualität und kostet ab 9 Euro pro Monat. Die Stärke liegt in atmosphärischen, hochwertigen Bildern mit ausgeprägtem Stilverständnis.

Model Release

Model Release ist die schriftliche Einwilligung einer abgebildeten Person, dass ihr Bild kommerziell verwendet werden darf. Ohne Model Release greift das Recht am eigenen Bild, das in Deutschland nach § 22 KUG die Veröffentlichung an die Zustimmung der abgebildeten Person bindet. KI-generierte Personen können kein Model Release abgeben.

Public Domain

Public Domain ist das US-amerikanische Pendant zur deutschen Gemeinfreiheit. Werke in der Public Domain unterliegen keinem Urheberrecht. Das deutsche Recht kennt diese Kategorie nicht direkt, behandelt Public-Domain-Werke aber faktisch wie gemeinfreie Werke. CC0 ist der gängige Weg, Werke in die Public Domain zu überführen.

Royalty-free

Royalty-free ist der englische Fachbegriff, den der deutsche Begriff lizenzfrei meist meint. Royalty-free bedeutet, dass nach einmaligem Erwerb oder Download keine fortlaufenden Lizenzgebühren anfallen. Das Urheberrecht bleibt beim Fotografen, Sie erwerben lediglich ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht.

Stable Diffusion

Stable Diffusion ist ein quelloffener KI-Bildgenerator des deutsch-britischen Unternehmens Stability AI. Stable Diffusion lässt sich auf eigener Hardware betreiben und gibt damit die volle Kontrolle über Daten und Output. Der Einsatz erfordert technisches Know-how, ist aber kostenlos und ohne Cloud-Anbindung möglich.

FAQ: Lizenzfreie Bilder finden

Analoge Spiegelreflexkamera auf weißem Grund mit orangefarbener „VERALTET“-Fahne
Pixabay verzichtete ab 9. Januar 2019 auf CC0-Lizenz. Ältere Bilder bleiben gemeinfrei, neue unterliegen eigener Inhaltslizenz

Sind Bilder von Pixabay noch CC0?

Nein, nicht mehr alle. Pixabay hat zum 9. Januar 2019 die CC0-Lizenz aufgegeben und durch eine eigene Inhaltslizenz ersetzt. Bilder, die vor diesem Datum hochgeladen wurden, bleiben CC0 und damit gemeinfrei. Eine CC0-Freigabe ist rechtlich nicht zurücknehmbar. Alle Bilder ab dem 9. Januar 2019 stehen unter der Pixabay-Eigenlizenz, die unter anderem den Verkauf unveränderter Kopien und das Hochladen auf Konkurrenzplattformen verbietet. Welche Variante gilt, erkennen Sie nur am Hochlade-Datum in der Pixabay-Seitenleiste.

Welche Bildquellen sind dauerhaft rechtssicher?

Dauerhaft rechtssicher sind in erster Linie institutionelle Quellen. Wikimedia Commons bietet über 100 Mio. Mediendateien unter freien Lizenzen, Smithsonian Open Access über 4 Mio. Bilder unter CC0, das Metropolitan Museum of Art (MET) über 490.000 Werke. Hinzu kommen die Library of Congress in Washington, die NASA Image Library, Europeana mit Beständen aus über 4.000 europäischen Institutionen und das deutsche Bundesarchiv mit zeitgeschichtlichen Aufnahmen unter CC-BY-SA. Diese Quellen ändern ihre Lizenzbedingungen nicht über Nacht und dokumentieren die Herkunft der Bilder lückenlos.

Darf ich KI-generierte Bilder kommerziell nutzen?

Ja, in den Bezahltarifen aller großen Anbieter ist die kommerzielle Nutzung ausdrücklich erlaubt. In den kostenlosen Tarifen gibt es teilweise Einschränkungen. Adobe Firefly bietet die höchste rechtliche Sicherheit, weil das Modell ausschließlich auf lizenzierten Daten und gemeinfreien Werken trainiert wurde. Wichtig: Das KI-generierte Bild selbst genießt nach deutschem Recht keinen Urheberrechtsschutz, weil eine persönliche geistige Schöpfung eines Menschen fehlt. Sie können es also nutzen, aber nicht exklusiv schützen lassen.

Wer hat Unsplash und Pixabay übernommen?

Unsplash wurde im März 2021 von Getty Images übernommen, der größten kommerziellen Bildagentur der Welt. Pixabay gehört seit November 2018 zur australischen Grafikplattform Canva, die im Jahr darauf auch Pexels gekauft hat. Damit kontrolliert Canva zwei der drei größten kostenlosen Bildquellen. Die jeweiligen Eigentümer haben angekündigt, dass sich an den Lizenzen vorerst nichts ändert. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass solche Zusagen mittelfristig regelmäßig gebrochen oder still angepasst werden.

Was ist der Unterschied zwischen lizenzfrei und gemeinfrei?

Lizenzfrei (royalty-free) bedeutet, dass keine fortlaufenden Lizenzgebühren anfallen. Das Urheberrecht bleibt beim Fotografen, Sie erwerben ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht. Gemeinfrei (public domain) bedeutet hingegen, dass keinerlei Urheberrechte mehr bestehen, weil der Urheber 70 Jahre tot ist oder ausdrücklich auf alle Rechte verzichtet hat (in der Praxis über CC0). Gemeinfreie Bilder dürfen Sie uneingeschränkt nutzen, verändern und sogar weiterverkaufen. Lizenzfreie Bilder unterliegen dagegen meist einigen vertraglichen Einschränkungen.

Wann lohnt sich klassische Stockfotografie noch?

Klassische Stockfotografie bleibt sinnvoll bei drei Anwendungsfällen. Erstens bei Bildern mit erkennbaren Personen, weil dort ein vertraglich abgesicherter Model Release vorliegt, den eine KI nicht liefern kann. Zweitens bei Markenkontext, wenn Logos, geschützte Gebäude oder Produkte im Bild sind, weil KI solche Marken oft verfälscht. Drittens bei redaktionellen Belegfotos, etwa Aufnahmen realer Personen des öffentlichen Lebens. Für moderne Lifestyle- oder Symbolbilder ohne diese Anforderungen ist die KI-Generierung schneller, günstiger und einzigartiger.

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